Gestern hat offiziell die zweite Amtszeit von Adi Hütter bei Eintracht Frankfurt begonnen. Der Österreicher ist jedoch nicht allein für die Hessen verantwortlich, sondern bringt ein eingespieltes Trainerteam mit an den Main. Schon vor dem offiziellen Start liefen die Vorbereitungen im Hintergrund auf Hochtouren: Gemeinsam mit seinen Co-Trainern Christian Peintinger und Klaus Schmidt verschaffte sich Hütter bereits in der vergangenen Woche einen ersten Eindruck von den Abläufen und Strukturen bei der SGE. Dabei ging es vor allem darum, die verschiedenen Abteilungen kennenzulernen, erste Gespräche zu führen und interne Prozesse besser zu verstehen. Der Österreicher stellte sich in mehreren Meetings vor und sprach offen über seine Vorstellungen, Erwartungen und Ideen. Komplettiert wird das neue Trainerteam von einem Mann, der sich in Frankfurt längst nicht mehr vorstellen muss: Alex Meier. Die Vereinsikone rückt in neuer Funktion noch näher an die Profimannschaft heran.
Drei Co-Trainer, drei unterschiedliche Werdegänge und doch ein gemeinsames Ziel: Adi Hütter bei der sportlichen Neuausrichtung von Eintracht Frankfurt bestmöglich zu unterstützen. SGE4EVER.de blickt daher im Detail auf die drei Mitglieder des Trainerstabs:
Christian Peintinger: Hütters engster Vertrauter
Der 59-Jährige gilt seit Jahren als Hütters engster Begleiter im Trainerteam. Spätestens seit 2015 sind beide im Profifußball nahezu unzertrennlich. Damals folgte Peintinger dem aktuellen Eintracht-Coach zu den Young Boys Bern, was den Beginn einer langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit markierte. Zuvor sammelte der Österreicher bereits umfangreiche Erfahrungen als Trainer. Sieben Jahre lang betreute er die zweite Mannschaft des SK Sturm Graz, ehe er Cheftrainer beim SC Karlsdorf in der dritthöchsten österreichischen Spielklasse wurde. Peintinger besitzt die UEFA-A-Lizenz und war vor seiner Trainerkarriere Profi in Österreich. Als Mittelfeldspieler war er unter anderem für seinen Heimatverein SK Sturm Graz aktiv.
Aus Frankfurter Sicht ist Peintinger kein Unbekannter. Bereits während Hütters erster Amtszeit bei der SGE war er Co-Trainer, ebenso später bei Borussia Mönchengladbach und der AS Monaco. Besonders in Erinnerung geblieben ist sein Auftritt an der Seitenlinie beim Europa-League-Achtelfinalrückspiel 2019 gegen Inter Mailand. Weil Hütter gesperrt war, übernahm Peintinger die Verantwortung als Trainer und führte die Eintracht zu einem 1:0-Sieg. Luka Jović erzielte damals das entscheidende Tor, Hütter sprach später von „einer unserer besten Leistungen“.
Auch in Gladbach sprang Peintinger mehrfach als Cheftrainer ein, als Hütter krankheitsbedingt fehlte. Seine Rolle im Trainerteam geht jedoch weit über die klassische Assistenz hinaus. Er gilt als kommunikativ, hervorragend organisiert und als wichtiges Bindeglied zwischen Trainerteam und Mannschaft. Über seine Arbeitsweise sagt Peintinger: „Ich fühle mich wohl, wenn ich eine gewisse Nähe zu den Spielern habe. Ein autoritärer Führungsstil ist jetzt nicht unbedingt mein Ding. Außerdem würde ich mich noch als harter Arbeiter beschreiben, der immer viel investiert. Diese beiden Komponenten zu vereinen, das ist meine Arbeitsweise.“
Auch Hütter betonte bei seinem Amtsantritt den hohen Stellenwert seines langjährigen Weggefährten: „Zunächst möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass sich Christian Peintinger ebenso stark für eine Rückkehr nach Frankfurt ausgesprochen hat. Er ist mit voller Begeisterung dabei.“
Klaus Schmidt: Der Allrounder mit enormen Erfahrungsschatz
Mit Klaus Schmidt stößt ein echter Alleskönner zum Trainerteam. Der 58-Jährige gehört bereits seit der Zeit bei der AS Monaco zu Hütters Team und begleitet ihn nun nach Frankfurt. Schmidt bringt ein außergewöhnlich breites Profil mit und dürfte insbesondere in den Bereichen Trainingssteuerung, Athletik und Belastungsmanagement wertvoll werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Trainern war Schmidt nie Profi. Als aktiver Spieler lief der Mittelfeldspieler lediglich im österreichischen Amateurbereich für Vereine in der Steiermark auf. Dafür legte er früh die Basis für seine spätere Karriere: Schmidt absolvierte ein Sportstudium und ist ausgebildeter Physiotherapeut.
Seine Laufbahn begann im Jugendbereich des Kapfenberger SV. 1999 wurde er Physiotherapeut beim Grazer AK, ein Jahr später zusätzlich Co-Trainer. Von dort aus verlagerte sich sein Schwerpunkt zunehmend auf die Arbeit als Trainer. In den folgenden Jahren sammelte Schmidt bei zahlreichen Stationen in Österreich Erfahrungen als Athletik-, Co- und Cheftrainer. Zwischen 2009 und 2011 arbeitete er zudem als Assistent in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter dem ehemaligen österreichischen Nationaltrainer Josef Hickersberger.
Sein großes Fachwissen beruht auf der Grundlage dieser ungewöhnlich breiten Ausbildung. Genau das macht ihn für Hütter so wertvoll. Schmidt kennt nahezu jede Perspektive innerhalb eines Trainerstabs. Seine Leidenschaft für den Beruf brachte er einmal im Gespräch mit der Burgenländischen Volkszeitung auf den Punkt: „Trainer zu sein ist wie eine Sucht.“ Auch Hütter schwärmt von dessen Fähigkeiten: „Klaus Schmidt kenne ich seit 25 Jahren. Er hat schon alles im Trainerspektrum kennengelernt, ob Physio, Athletiktrainer, Co-Trainer, Cheftrainer. Er hat ein herausragendes Know-how und passt sicherlich unglaublich gut zur Eintracht-Familie, weil er auch menschlich auf einem sehr hohen Niveau ist.“
Alex Meier: Der Fußballgott in neuer Rolle
Der wohl spannendste Name im neuen Trainerteam ist Alex Meier. Vereinsikone, Torschützenkönig, Publikumsliebling oder schlicht Fußballgott. Kaum ein Name ist bei Eintracht Frankfurt emotional so aufgeladen wie der des früheren Torjägers. Meier absolvierte zwischen 2004 und 2018 insgesamt 367 Pflichtspiele für die Eintracht und erzielte 137 Tore. Seine aktive Laufbahn bei der SGE ist längst Teil der Vereinsgeschichte. Nun rückt jedoch seine Entwicklung als Trainer in den Fokus.
Seit 2020 ist der mittlerweile 43-Jährige im Nachwuchsbereich der Eintracht tätig und hat sich dort Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Er sammelte Erfahrungen als Co-Trainer der U16, U17, U19 und U21. Später übernahm er Verantwortung als Cheftrainer der U16 und U19. Vor allem mit der U19 setzte Meier starke Akzente. In der UEFA Youth League sorgten die Nachwuchsadler unter seiner Leitung international für Aufmerksamkeit. Siege gegen Galatasaray Istanbul, Atalanta Bergamo und Athletic Bilbao unterstrichen die Entwicklung. Erst im Achtelfinale gegen Sporting Lissabon war Schluss.
Auch im Profi-Bereich sammelte Meier bereits erste Erfahrungen. Nach der Trennung von Dino Toppmöller übernahm er gemeinsam mit Dennis Schmitt interimsweise die Profimannschaft. Alle vier Spiele gingen zwar verloren, an der Seitenlinie lieferten sie ihm aber wichtige Einblicke in den Alltag des Bundesliga-Geschäfts.
Für Hütter war Meier ausdrücklich ein Wunschkandidat für den Trainerstab, gerade weil kaum jemand Verein, Umfeld und Mentalität der Eintracht besser kennt. Seine emotionale Bindung an den Klub ist unverändert groß. Im vergangenen Oktober betonte der Fußballgott in einem Interview mit dem DFB: „Die Eintracht ist meine Heimat. Es erfüllt mich nach wie vor mit Stolz, Trainer in diesem großartigen Verein sein zu dürfen.“ Dass Meier heute als Trainer an der Seitenlinie steht, ist dabei kein Zufall. Der Gedanke an eine Laufbahn als Coach reifte bereits gegen Ende seiner aktiven Karriere. Rückblickend beschrieb Meier seinen Weg folgendermaßen: „Ich bin den Verantwortlichen enorm dankbar, dass ich damals die Chance und das Vertrauen erhalten habe, zunächst als Co-Trainer meine ersten Schritte zu machen. In den vergangenen Jahren, insbesondere während meiner Station als Cheftrainer der U16, konnte ich mich persönlich weiterentwickeln.“ Für Meier ist die neue Aufgabe ein weiterer Meilenstein und gleichzeitig die Erfüllung eines persönlichen Traums.
Mit Peintinger, Schmidt und Meier hat Hütter ein Trainerteam zusammengestellt, das Erfahrung, Fachwissen und Stallgeruch vereint. Zwei langjährige Vertraute des Cheftrainers treffen auf eine Frankfurter Vereinsikone. Eine Mischung, die für die kommende Zeit bei der Eintracht spannend werden dürfte.






2 Kommentare
Bye Bye Nene...
https://www.bild.de/sport/fussball/fc-bayern-drei-tage-nach-dfb-debakel-wm-star-zum-medizincheck-beim-rekordmeister-6a460a033f5c38e2aa5a4cd2
Ist halt leider so, trotzdem freue ich mich auf die neue Saison
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