Auf das Pokalduell gegen den HSV folgt nur wenige Tage später das erneute Aufeinandertreffen in der Bundesliga. Am Sonntag (17:30 Uhr) will die Frankfurter Eintracht zum zweiten Mal in dieser Woche den Hamburger SV bezwingen. Nachdem die Frankfurter bereits am Dienstag in Hamburg ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen sind, soll nun zu Hause der nächste Erfolg gegen die Rothosen folgen. Auf der Pressekonferenz vor der Partie spricht SGE-Cheftrainer Adi Hütter über die letzten Auftritte seines Teams, eventuelle Änderungen in der Startelf und das möglicherweise bevorstehende Debüt von Niko Ilicevic.
Brassier vor Startelf-Rückkehr
Nach aktuellem Stand wird Hütter am Sonntag auf jeden Spieler im Kader zurückgreifen können. Lilian Brassier fehlte beim Pokalspiel noch angeschlagen, wird am Sonntag aber voraussichtlich wieder in die Innenverteidigung neben Robin Koch zurückkehren. Dafür aus der Startelf wieder rausrücken wird wohl Jeremiah Maluze, der in Hamburg sein viertes Spiel für die Profis der SGE absolvierte. „Die Idee, dass Brassier als linker Außenverteidiger zum Einsatz kommt, schwebt nicht in meinem Kopf“, stellt Hütter klar. „Ich habe gerne einen Rechtsfuß als rechten Innenverteidiger und einen Linksfuß als linken Innenverteidiger.“ Lob gibt es dennoch für das zentrale Abwehr-Duo des Pokalspiels: „Ich muss Jeremiaha Maluze ein Kompliment aussprechen. Er hat es bis jetzt in dieser Saison hervorragend gemacht.“ Aber auch Koch befinde sich aktuell in der von ihm gewünschten Verfassung. „Robin hat auch beim wichtigen 1:0 wieder gezeigt, dass er torgefährlich ist.“
Ein Sorgenkind der Frankfurter Defensive ist momentan Nnamdi Collins. Der 22-Jährige zeigte seit seinem Comeback nach Verletzungspause mehrere unsichere Auftritte hintereinander und hatte zuletzt in Hamburg Glück, nicht kurz nach der Halbzeit mit Gelb-Rot vom Platz zu fliegen. „Grundsätzlich kann Nnamdi Collins sicherlich besser Fußball spielen“, räumt Hütter ein. „Ich sehe trotzdem jeden Tag im Training und im Spiel, dass er das Beste geben möchte. Es gelingt ihm jetzt vielleicht nicht ganz, ich bin aber nicht der, der ihn fallen lässt“, betont er und stellt Collins weitere Chancen in Aussicht: „Es gibt Überlegungen, ob Nnamdi jetzt nochmal zum Einsatz kommt.“
Ilicevic vor erster Berufung in den Bundesliga-Kader
Riesentalent Niko Ilicevic feiert morgen seinen 16. Geburtstag und ist somit ab diesem Wochenende zum ersten Mal für die Eintracht-Profis spielberechtigt. Bei einem Einsatz gegen den HSV wäre er gemeinsam mit Youssoufa Moukoko der jüngste Bundesligaspieler aller Zeiten. „Wir freuen uns, dass Niko morgen 16 Jahre alt wird. Feiern darf er eher nicht, weil er am Sonntag im Kader stehen wird“, gibt Hütter bekannt. „Allein, mit 16 Jahren schon einem Bundesliga-Kader anzugehören, finde ich sehr außergewöhnlich. Bevor ich hierhergekommen bin, habe ich schon sehr viel von ihm gehört. Dann habe ich ihn gesehen und ihn ins Trainingslager mitgenommen. Wie ich finde, hat er in den letzten Monaten eine tolle Entwicklung hingelegt. Er ist mit dem Ball ein außergewöhnlicher Kicker, aber hat auch gelernt, dass er dagegenhalten kann.“ Es sei beachtlich, dass er in seinem Alter schon Zweikämpfe gewinnen könne.
Dass Illicevic gegen den HSV tatsächlich seine ersten Einsatzminuten im Profibereich erhalten wird, möchte Hütter noch nicht versprechen: „Wenn es die Situation gibt, dass ich ihn einwechseln kann, dann werde ich das tun. Wenn ich das Gefühl habe, es ist nicht der richtige sehr froh sein, dass wir so ein Talent in den eigenen Reihen haben.“
Dazu betont der Trainer die Notwendigkeit, das Talent nicht zu voreilig zu verheizen. „Es ist auch meine Pflicht, sehr behutsam und geduldig mit so einem jungen Menschen umzugehen“, erklärt er. „Vor 60.000 Zuschauern ist es schon etwas anderes, als im Nachwuchs oder hier im Training ohne Zuschauer zu spielen. Wichtig ist, dass er bei sich bleibt und sich auf das verlässt, was er kann, falls er reinkommen sollte.“
„Positive Ergebnisse tun immer gut“
In der Liga läuft es in dieser Saison noch nicht ganz rund für die SGE. Mit acht Punkten aus sieben Spielen stehen die Hessen auf Platz 14 im unteren Drittel der Tabelle. In den letzten drei Pflichtspielen, in denen die Hessen nur zwei Gegentore kassierten, war aber zumindest ein Aufwärtstrend zu erkennen. „Positive Ergebnisse tun immer gut“, sagt Hütter. „Ich finde, dass wir uns gegen Köln richtig reingekämpft und verdient gewonnen haben. In Dortmund haben wir speziell in der ersten Halbzeit ein sehr ordentliches Spiel gemacht“, findet der Österreicher lobende Worte für die letzten Wochen. Verbesserungsbedarf sieht er noch, was die Leistungen seines Teams über die jeweils komplette Spielzeit betrifft: „Wir schaffen es noch nicht , zwei Top-Halbzeiten zu bringen.“
Gegen den HSV sah Hütter zuletzt vor allem im zweiten Durchgang einen starken Auftritt seines Teams. „Im DFB-Pokal in der zweiten Runde auswärts gegen einen Bundesligisten zu bestehen und drei Tore zu schießen, ist sehr positiv“, findet er. „Einsatz und Laufleistungen haben gepasst, ich habe eine Mannschaft auf dem Platz gesehen, die unbedingt eine Runde weiterkommen wollte. Ich habe das Gefühl, dass wir in die richtige Richtung gehen.“
Am Dienstag ließ der Österreicher zum ersten Mal in dieser Saison im 4-3-2-1-System spielen. Eine Formation, die nach Hütters Ansicht in Hamburg gut funktioniert hat. „Man muss sagen, dass das gut funktioniert hat mit Johnathan Burkardt vorne drin und Can Uzun als hängender Spitze.“ Hütters Dilemma bei einer Umstellung auf zwei Stürmer: „Wenn wir mit einer Doppelspitze spielen, muss einer von den Zehnern raus.“ Das System, in dem er am Sonntag spielen lassen wird, möchte er noch nicht verraten.
Hütter über Chaibi: „Bin momentan sehr zufrieden mit ihm“
Viel Lob von seinem Trainer erfährt Fares Chaibi, der beim HSV über weite Strecken überzeugen konnte und das 3:0 durch Younes Ebnoutalib auflegte: „Er ist ein sehr fleißiger Spieler und hat in meinen Augen viel Qualität“, so Hütter. „Wenn ich jetzt seine Körpersprache im Vergleich zu vorher sehe, gefällt mir das schon viel besser. Ich habe mit ihm ein langes Gespräch gehabt. Er hatte unter der Woche ein paar Trainings gehabt, bei denen er mir zu fahrig war“, erzählt der Österreicher. „Ich habe zu ihm gesagt, wenn du den nächsten Schritt machen willst, musst du beginnen, jeden Tag gut zu trainieren. Das macht er schon seit Wochen und dementsprechend sind auch seine Leistungen.“ Ein großer Pluspunkt sei zudem, dass Chaibi gute Standards schieße. „Ich bin momentan sehr zufrieden mit ihm. Er läuft auch wahnsinnig viel, hilft hinten aus und deswegen spielt er.“






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