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Jens Grahl freute sic h über den Heimsieg gegen Köln. Foto: IMAGO / Beautiful Sports

Grahl lobt Eintracht-Abwehr: „Endlich mal gnadenlos verteidigt“

Nach dem desolaten 0:6 in Leipzig hat Eintracht Frankfurt die erhoffte Reaktion gezeigt. Mit einem hart erkämpften 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Köln sicherte sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter nicht nur drei wichtige Punkte, sondern blieb erstmals in dieser Bundesligasaison ohne Gegentor. Gerade nach den zuletzt teilweise erschreckenden Defensivleistungen dürfte dieser Erfolg für die Hessen von besonderer Bedeutung sein. Auch Ersatztorhüter Jens Grahl zeigte sich im „PwC Spieler-Gebabbel“ der Eintracht entsprechend erleichtert. Der erfahrene Schlussmann sprach über die wiedergewonnene defensive Stabilität, lobte den zuletzt kritisierten Kapitän Robin Koch und fand auch für seinen Torwartkollegen Noah Atubolu ausschließlich positive Worte.

„Das haben wir gebraucht“

Die Erleichterung war den Frankfurter Spielern nach dem Schlusspfiff deutlich anzumerken. Nach der deutlichen Niederlage in Leipzig stand die Mannschaft unter erheblichem Druck. Gegen Köln musste eine Reaktion her, um die zuletzt aufgekommene Kritik zumindest vorübergehend verstummen zu lassen. Dass die Eintracht dabei keinen spielerischen Glanzauftritt benötigte, sondern vor allem durch Einsatzbereitschaft, Zweikampfhärte und defensive Konsequenz überzeugte, war für Grahl keineswegs ein Problem.

„Auf jeden Fall sind wir alle sehr erleichtert. Die Stimmung in der Kabine war ausgelassen“, berichtete der 38-Jährige nach dem Erfolg. Gerade die Art und Weise, wie die Frankfurter den knappen Vorsprung über die Zeit brachten, sei für die Mannschaft wichtig gewesen: „Das haben wir gebraucht, auch mal so ein dreckiges 1:0 über die Zeit zu bringen, die drei Punkte mitzunehmen. Das war schon befreiend.“

Nach den zahlreichen Gegentoren der vergangenen Wochen ging es für die Eintracht vor allem darum, wieder Sicherheit und Selbstvertrauen zu gewinnen. Dass dies ausgerechnet mit einem knappen Sieg ohne Gegentreffer gelang, dürfte für die zuletzt so anfällige Hintermannschaft besonders wertvoll sein.

Grahl sieht die geforderte Mentalität

Entscheidend war aus Sicht des Torhüters vor allem die Einstellung, mit der seine Mannschaft gegen die Kölner auftrat. Nach dem Debakel in Leipzig hatte Hütter eine klare Reaktion seiner Spieler erwartet. Diese Forderung setzte die Mannschaft nach Grahls Einschätzung überzeugend um: „Wir haben eine super Reaktion und genau das gezeigt, was der Trainer von uns sehen wollte: sich in alles reinzuwerfen.“

Dabei ging es nicht nur um die eigentliche Abwehrarbeit, sondern um die grundsätzliche Bereitschaft, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Gerade in der Schlussphase, als die Eintracht ihren knappen Vorsprung verteidigen musste, war diese Haltung deutlich zu erkennen.

Für Grahl verkörperten insbesondere Kapitän Robin Koch und Mittelfeldspieler Noel Aseko den geforderten Einsatzwillen: „Wenn ich sehe, wie sich am Ende Robin Koch oder Noel Aseko in jeden Ball reingeschmissen haben, war das schon super.“ Genau diese kompromisslose Haltung hatte der Eintracht in der jüngeren Vergangenheit immer wieder gefehlt. Zu häufig präsentierte sich die Defensive ungeordnet, ließ Gegenspielern zu viel Raum und kassierte vermeidbare Gegentreffer. Gegen Köln stand dagegen die gemeinsame Verteidigungsarbeit im Vordergrund. Die Mannschaft war bereit, auch unangenehme Zweikämpfe anzunehmen und den Erfolg mit aller Konsequenz zu verteidigen. Für Grahl war der Sieg deshalb keineswegs glücklich zustande gekommen. „Wir haben mehr als verdient gewonnen“, stellte er klar.

„Deswegen ist er unser Kapitän“

Besondere Aufmerksamkeit lag gegen Köln auf Robin Koch. Der Abwehrchef hatte nach der deutlichen Niederlage in Leipzig eine schwierige Woche erlebt und stand aufgrund seiner Leistungen zuletzt verstärkt in der Kritik. Als Kapitän trägt der Innenverteidiger eine besondere Verantwortung für die Mannschaft. Gerade angesichts der defensiven Probleme wurde von ihm erwartet, mit gutem Beispiel voranzugehen und der Hintermannschaft wieder Stabilität zu verleihen. Nach Ansicht von Grahl ist ihm das gegen Köln gelungen: „Klar, er musste eine Reaktion zeigen. Robin hat das hervorragend gemacht.“

Der erfahrene Schlussmann machte deutlich, dass Koch auch innerhalb der Mannschaft weiterhin großes Vertrauen genießt. Die Art und Weise, wie sich der Kapitän gegen Köln präsentierte, sei ein Beleg für seine Führungsqualitäten: „Deswegen ist er unser Kapitän. Er geht voran und hat das am Freitag unter Beweis gestellt.“

Gerade nach persönlichen Rückschlägen ist es für Führungsspieler wichtig, auf dem Platz die richtige Antwort zu geben. Koch hatte in den vergangenen Wochen nicht immer die Sicherheit ausgestrahlt, die man von ihm gewohnt ist. Gegen Köln gelang es ihm nun, mit konsequenter Abwehrarbeit und großem Einsatzwillen ein anderes Gesicht zu zeigen. Dass Grahl den Kapitän ausdrücklich hervorhob, unterstreicht, welchen Stellenwert dessen Leistung für die gesamte Mannschaft hatte.

Erstmals zu null: „Ich bin sehr stolz auf die Abwehr“

Die wohl wichtigste Erkenntnis des Köln-Spiels war allerdings, dass die Eintracht tatsächlich wieder in der Lage ist, ein Bundesligaspiel ohne Gegentor zu bestreiten. Nach sechs Gegentreffern in Leipzig war die Frankfurter Defensive besonders gefordert. Umso größer fiel die Freude darüber aus, dass gegen Köln endlich wieder die Null stand. Für Grahl war dies nicht nur ein Erfolg der Abwehrspieler, sondern auch ein wichtiger Moment für Torhüter Noah Atubolu: „Als Torhüterkollege freue ich mich natürlich für Atu. Er hat es sich so verdient, einfach mal zu Null zu spielen.“

Der 23-Jährige musste in dieser Saison bereits zahlreiche Gegentore hinnehmen. Dabei waren die Probleme längst nicht ausschließlich auf individuelle Torwartfehler zurückzuführen. Vielmehr hatte die gesamte Mannschaft in der Defensivarbeit wiederholt erhebliche Schwächen offenbart. Gegen Köln funktionierte das Zusammenspiel zwischen Torhüter, Abwehr und den übrigen Mannschaftsteilen deutlich besser. Grahl zeigte sich deshalb besonders zufrieden mit der Konsequenz, mit der die Frankfurter verteidigten: „Für die ganze Abwehr ist es befreiend. Wir haben, so würde ich es sagen, endlich mal gnadenlos verteidigt. Ich bin sehr stolz auf die Abwehr.“

Diese Aussage dürfte den Verantwortlichen aus der Seele sprechen. Denn die Qualität der Frankfurter Offensive stand zuletzt weit weniger infrage als die fehlende Stabilität gegen den Ball. Der Erfolg gegen Köln könnte deshalb ein wichtiger Schritt sein, um wieder zu einer besseren Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden. Allerdings wird sich erst in den kommenden Spielen zeigen, ob die Mannschaft diese Leistung dauerhaft bestätigen kann.

Neben dem Lob für die gesamte Hintermannschaft fand Grahl auch ausgesprochen positive Worte für seinen direkten Torwartkollegen.

Atubolu hat sich seit seinem Wechsel zur Eintracht als Frankfurter Nummer eins etabliert. Dass der junge Schlussmann über großes Potenzial verfügt, steht für Grahl außer Frage. „Ein super sympathischer Typ und richtig geiler Torwart“, beschrieb er seinen Mannschaftskollegen. Besonders dessen Fähigkeiten auf der Linie und im Strafraum hob der erfahrene Keeper hervor: „Man sieht jede Woche, was er draufhat: Tolle Strafraumbeherrschung, mega Reflexe.“

Dabei schätzt Grahl nicht nur die sportlichen Qualitäten des 23-Jährigen. Auch menschlich passe Atubolu hervorragend in die Frankfurter Mannschaft: „Grundsätzlich passt er als Charakter sehr gut in unser Team und ist einfach ein feiner Kerl.“

Zwischen den beiden Torhütern besteht nach Grahls Worten ein enger Austausch. Regelmäßige Gespräche gehören ebenso zum gemeinsamen Arbeitsalltag wie die Vorbereitung auf die anstehenden Begegnungen: „Wir haben sehr viele Gespräche. Ich bin froh, dass er bei uns ist.“ Für Atubolu dürfte diese Unterstützung besonders wertvoll sein. Gerade auf der Torhüterposition, auf der Fehler häufig unmittelbar zu Gegentoren führen und entsprechend intensiv diskutiert werden, kann ein erfahrener Kollege eine wichtige Rolle spielen. Grahl bringt dafür nicht nur seine langjährige Erfahrung im Profifußball mit, sondern kennt auch die besonderen Anforderungen und die mentale Belastung der Position.

„Wir helfen und pushen uns gegenseitig“

Überhaupt beschreibt Grahl die Zusammenarbeit innerhalb des Frankfurter Torwartteams als ausgesprochen positiv. Obwohl im Profifußball naturgemäß ein Konkurrenzkampf um die Plätze zwischen den Pfosten herrscht, scheint das Verhältnis unter den Frankfurter Keepern von gegenseitiger Unterstützung geprägt zu sein. „Wir haben ein harmonisches Torwartteam“, betonte Grahl. Neue Spieler würden schnell integriert und könnten sich auf die Hilfe ihrer Kollegen verlassen. Gleichzeitig versuche jeder, den anderen zu besseren Leistungen anzuspornen: „Es ist bei uns nicht schwer, als Neuzugang reinzukommen. Wir helfen und pushen uns immer gegenseitig, bereiten uns alle gemeinsam auf die Spiele vor und reden sehr viel.“

Diese Zusammenarbeit ist für Grahl offenbar ein wichtiger Bestandteil des gemeinsamen Erfolgs. Schließlich geht es innerhalb des Torwartteams nicht ausschließlich darum, wer am Wochenende tatsächlich zwischen den Pfosten steht. Auch die tägliche Trainingsarbeit, der fachliche Austausch und die gegenseitige Unterstützung können dazu beitragen, dass sich die einzelnen Torhüter weiterentwickeln. Dass Grahl trotz seiner Rolle hinter Atubolu so positiv über seinen Konkurrenten spricht, zeigt, wie sehr er sich mit dieser Aufgabe identifiziert.

Dortmund und zweimal Hamburg warten

So groß die Erleichterung nach dem Sieg gegen Köln auch war, lange Zeit zum Durchatmen bleibt den Frankfurtern nicht. Bereits am kommenden Samstag wartet mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Anschließend trifft die Eintracht gleich zweimal auf den Hamburger SV – zunächst im DFB-Pokal und danach in der Bundesliga. Für Grahl steht deshalb fest, dass der Erfolg gegen Köln nur dann nachhaltig etwas wert ist, wenn die Mannschaft auch in den kommenden Begegnungen an die gezeigte Leistung anknüpfen kann. „Nach einem Sieg fühlt es sich immer etwas leichter an“, räumte der Torhüter ein. Gleichzeitig warnte er davor, sich auf den drei Punkten auszuruhen: „Nichtsdestotrotz müssen wir nächste Woche genau daran anknüpfen, wo wir am Freitag aufgehört haben.“

Mit Blick auf das anstehende Programm sieht der erfahrene Schlussmann durchaus eine Chance, den Schwung aus dem Köln-Spiel mitzunehmen: „Es wird ein gutes Programm. Aber die drei Punkte dürfen uns schon ein Stück weit beflügeln.“

Vor allem defensiv dürfte die Eintracht gegen Dortmund erneut auf eine harte Probe gestellt werden. Die Leistung gegen Köln hat zwar gezeigt, dass die Mannschaft auch mit großem Kampfgeist und konsequenter Abwehrarbeit erfolgreich sein kann. Ob die defensive Stabilität tatsächlich zurückgekehrt ist, muss sie allerdings erst noch unter Beweis stellen. Der erste Schritt ist gemacht. Nach dem Debakel von Leipzig hat die SGE zumindest eine Antwort geliefert und bewiesen, dass sie auch ein knappes Spiel für sich entscheiden kann. Für Grahl ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Nicht immer muss es ein spielerisches Spektakel sein. Manchmal braucht es eben ein dreckiges 1:0 – und eine Mannschaft, die endlich wieder gnadenlos verteidigt.

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4 Kommentare

Fallback Avatar 1. pit3157 19. Oktober 26, 09:15 Uhr

wenn die ersten paar minuten oder sogar sekunden besser werden glaube ich daran
wenn wir gleich wieder einen reinbekommen was passieren konnte
weiß nicht wie es dann aussieht
haubtsache gewonnen
nur die SGE

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Ich weiß nicht wer von uns das hier im Forum normalerweise immer schreibt, aber heute benutze ich es mal.
" Nur noch 32 Punkte"
Dann schaun wir mal weiter.

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Wir werden Uzun also wohl auf absehbare Zeit nicht im Kader sehen :)

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Fallback Avatar 4. g-block1978 19. Oktober 26, 10:04 Uhr

bis auf die Aussetzer von Collins ging es mit der Abwehr, war aber auch nur Köln als Gegner, oder ich habe ein anderes Spiel gesehen.

Uzun hätten wir für 40mio in die Türkei verkaufen müssen, mit dem Geld wären 2 Topleute für Abwehr und Mittelfeld gekommen, die besser geholfen hätten

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