Oliver Glasner will gegen die Hertha an das gute Bayern-Spiel anknüpfen. (Bild: Heiko Rhode)

Länderspielpausen bedeuten für die Spieler und Trainer der Bundesliga immer Eines: Stress und viel Ungewissheit. So auch für Eintracht-Trainer Oliver Glasner, der vor der Partie gegen Hertha BSC am Samstagnachmittag einige Ausfälle zu beklagen hat: „Aymen Barkok hat sich im Länderspiel leider am Knie verletzt. Das wird jetzt genau untersucht aber er wird sicher ausfallen. Auch bei Christopher Lenz gab es einen kleinen Rückschlag und er wird noch einige Wochen zuschauen müssen“, erklärte der Österreicher auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Auch Kapitän Sebastian Rode sei noch keine Option, obwohl er in dieser Woche wieder mit der Mannschaft trainiert hatte. Bei den restlichen Spielern gibt es keine Probleme, so der 47-Jährige.

Er habe gemeinsam mit seinem Trainerteam eine Videoeinheit eingelegt, um die Spieler wieder „abzuholen, nachdem sie jetzt bei vielen verschiedenen Mannschaften viele verschiedene Systeme gespielt haben“. Wie die Mannschaft im Detail aussehen wird, konnte er noch nicht sagen: „Bei uns gibt es keine Garantien, dass ein Spieler sicher spielt.“ Er sei aber sehr zufrieden mit der Tiefe des Kaders: „Wir haben in der Defensive und in der Offensive sehr, sehr gute Spieler. Es geht jetzt Schlag auf Schlag und daher ist es gut und wichtig, dass die Spieler fit sind und Selbstvertrauen haben.“ Einer dieser Spieler, die auch vor Selbstvertrauen strotzen durften, ist Djibril Sow, der bisher eine starke Saison bei der SGE spielt. Für Glasner sei es gut gewesen, dass der Schweizer „nur“ ein Länderspiel gemacht habe: „Er dürfte daher den Rhythmus gehalten haben. Ich habe bei ihm überhaupt keine Bedenken, dass er nicht topfit ist. Das 2:1 gegen die Bayern hat gezeigt wie fit die Spieler sind, wir waren da in Unterzahl. Das hat Djibi auch sehr gut gemacht, als er nachgesetzt hat.“

Starke Hertha mit schwacher Form?

Obwohl der Überraschungssieg gegen die Bayern noch allgegenwärtig in Frankfurt ist, liegt der Fokus bei Glasner und der Mannschaft voll auf dem Spiel gegen Hertha BSC. Obwohl die Hauptstädter bisher keine gute Saison spielen, habe er gehörigen Respekt vor den Berlinern um Ex-Adler Kevin-Prince Boateng: „Hertha hat sehr große Ziele, mit denen konnten sie in letzten Zeit nicht ganz mithalten. Sie haben eine sehr gute Mannschaft mit vielen erfahrenen Spielern wie Boateng, Piatek und auch Stark. Sie haben gute Außen und sind überall gut besetzt. Wir haben großen Respekt vor der Hertha, wie vor jedem anderen Gegner auch. Sie haben zuletzt sehr kompakt agiert und dann auf die Umschaltmomente gewartet. Von den Namen her ist es eine sehr gute Bundesligamannschaft.“ Gleichzeitig erwartet er ein komplett anderes Spiel wie gegen den deutschen Rekordmeister. „Es wird ein ganz anderes Spiel. Ich denke nicht, dass die Spieler jetzt direkt denken, dass jetzt jedes Spiel gewonnen wird. Gegen die Hertha wird es andere Räume zu bespielen geben. Die Spielanlage wird eine andere sein wie in München“, so der Chefcoach.

Nachdem Stürmer Rafael Borré noch am heutigen Donnerstagabend mit der Nationalmannschaft spielt und erst am Freitagabend zurückkehrt, ist die Aufstellung auch in der Offensive, die gegen die Berliner wohl häufiger zum Zug kommen wird wie gegen München, noch nicht klar. Glasner gab an, dass es hier Wechsel geben könnte: „Es ist sicher eine Option mit Lammers und Paciencia zu spielen, auch Ragnar Ache ist eine echte Option. Jesper Lindström hat es gegen die Bayern gut gemacht, er hat immer wieder die Räume geschaffen. Auch Hauge hat das gut gemacht. Wir haben vorne viele gute Optionen, auch Daichi Kamada, der um die Spitze spielen kann. Ich weiß noch gar nicht mit welchem System wir spielen. Das liegt auch an der Hertha, ich kann die Aufstellung noch gar nicht sagen. Wir warten das Abschlusstraining ab und dann treffen wir unsere Entscheidung.“

Auch aus Bayern-Sieg lernen

Nach dem Sieg gegen die Bayern gibt es bei vielen Fans eine Angst: Zuletzt holte die SGE nach Siegen gegen die Münchener in den folgenden Spielen oft nichts für die Eintracht zu holen. Auf solche Statistiken setzt Glasner überhaupt nicht: „Das ist Vergangenheit – genau wie das letzt Spiel gegen die Bayern, der ist nur fürs Selbstvertrauen gut. Aber jetzt wird alles anders sein, wir spielen zuhause, gegen eine sicherlich defensivere Mannschaft. Es geht wie immer darum den Blick nach vorne zu richten. Es bringt uns nichts, wenn wir an Weihnachten noch vom Spiel gegen die Bayern reden.“ Es komme viel mehr darauf an, dass sich die Mannschaft jetzt auch weiterentwickle: „Wir sind noch nicht da wo wir hinwollen. Aber wir müssen jetzt Lösungen finden und da sind wir auf einem guten Weg. Die Spielern ziehen super mit, wollen sich verbessern. Es gibt wenig Möglichkeiten intensiv zu trainieren. Wir haben das bisher ordentlich gemacht, wir haben in vielen Bereichen aber auch noch Verbesserungspotenzial.“

 

 

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4 Kommentare

  1. „Das 2:1 gegen die Bayern hat gezeigt wie fit die Spieler sind, wir waren da in Unterzahl. “

    Hä?

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  2. Ah, hab’s verstanden… die konkrete Situation bei dem Tor war gemeint, nicht das gesamte Spiel.

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  3. Sicher muss man nicht noch an Weihnachten über das 2:1 bei den Bayern reden, aber mit einem Auswärtssieg in München in die Lânderspielpause zu gehen – ich muss sagen, das hat was. Welchen Mannschaften und ihren Fans wird so etwas schon zuteil? Und wie oft?

    Also ich fand das super entspannt die letzten 10 Tage…

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