Wenn die Frankfurter Eintracht am heutigen Freitagabend auf Borussia Dortmund trifft, dürften einige Erinnerungen an den 28. Oktober 2025 aufkommen. Denn vor nur knapp 2,5 Monaten standen sich beide Mannschaften schon einmal im Frankfurter Waldstadion gegenüber, damals im DFB-Pokal. Es war ein packender Pokalfight, den die Dortmunder im Elfmeterschießen knapp für sich entschieden.
Auch Eintracht-Legende Jan Aage Fjörtoft erinnert sich an den Abend: „An das DFB-Pokalspiel zwischen Frankfurt und Dortmund Ende Oktober erinnere ich mich noch gut. Der BVB setzte sich zwar im Elfmeterschießen durch, doch die Eintracht zeigte eine sehr gute Leistung. Ich war im Stadion in meiner Funktion als ESPN-Reporter, auch am Freitag werde ich vor Ort sein“, so der Norweger im „Kicker“. Ein Auf und Ab wie es im Oktober teilweise der Fall war, erwartet er dieses Mal aber nicht: „Im ersten Spiel nach der Winterpause erwarte ich, dass sich beide Teams erstmal wie zwei Boxer im Ring umkreisen und auf Fehler lauern.“ Er hoffe aber, dass die SGE im Laufe des Spiels dann „auch voll attackiert und nach vorne spielt, ohne dabei die Balance zu verlieren.“
Diese Balance war im ersten Halbjahr oft ein Problem der SGE, zu oft waren die Hessen in der Offensive sehr stark, in der Defensive aber extrem anfällig. „Die richtige Balance zu finden, gehört zu den schwierigsten Aufgaben eines Trainers. Der wichtigste Ansprechpartner ist immer der Sechser, der darauf aufpassen muss, dass die Mannschaft nicht ins offene Messer läuft“, erklärt der Norweger, der auch betont, dass man bei zu vielem defensiven Bewusstsein den Drang nach vorne nicht verlieren dürfe: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass außerdem die Gefahr besteht, an Aggressivität zu verlieren, wenn man den Gegner den Ball überlässt und tiefer steht.“ Trotzdem bestehe die Hauptaufgabe von Trainer Dino Topmöller darin, die Mannschaft weiter zu stabilisieren – auch um die vielen negativen Gedanken aus dem ersten Teil der Saison vergessen zu machen: „Man darf den mentalen Faktor nicht unterschätzen, wenn man so viele Gegentore kassiert. Irgendwann greift Murphy’s Gesetz, das besagt, alles, was schief gehen kann, wird schief gehen.“ Das Vergessen dieser Gedanken sei nicht leicht für einen Spieler, so der 58-Jährige.
Hoffnung auf guten Start der neuen Stürmer
Allerdings betont er, dass man auch das Positive nicht vergessen dürfe: „Die erstaunliche Torbilanz, die 30:30 beträgt, spricht ja auch für die Eintracht und ihre Offensive.“ Im Angriff hoffe er, dass die neuen Stürmer – im Winter verpflichtete die SGE Younes Ebnoutalib, Arnaud Kalimuendo und Flügelangreifer Ayoube Amaimouni-Echghouyab – gleich auf Betriebstemperatur kommen: „Da Jonathan Burkhardt noch eine Weile ausfällt, ist es umso wichtiger, dass die neuen Angreifer einen guten Start erwischen. Als ehemaliger Stürmer weiß ich, wie viel Druck es von einem nimmt, wenn man das erste Tor geschossen hat.“
„Unglaubliche Leistung“, dass SGE Dritter wurde
Dann sei auch in dieser Saison weiter viel für die SGE drin: „Fragt man mich, was Frankfurt in dieser Saison erreichen kann, antworte ich als Fan, nicht als Analytiker. Markus Krösche vertraue ich mehr als mir selbst. Ich denke, dass die Eintracht in die Top 5 kommt und erneut um die Champions League mitspielen kann.“ Er betonte, dass es wichtig sei, zu verstehen, dass Dämpfer bei der Transfertaktik der SGE dazugehören, „wenn man jedes Jahr talentierte Spieler verpflichtet, entwickelt und wiederverkauft.“ Auch mit diesem Hintergrund sei das Erreichte aus der vergangenen Spielzeit hoch zu bewerten: „Es ist eine unglaubliche Leistung, dass die Eintracht 2024/25 nach dem Abgang von Omar Marmoush im Januar Dritter geworden ist. Insgesamt vollzieht der Klub seit Jahren eine sensationelle Entwicklung.“ Trotzdem warne er davor, die Königsklasse als Normalität anzusehen: „Am Ende kann auch mal Platz 6 stehen.“






3 Kommentare
Platz 6 würde ich sofort nehmen wie es bisher gelaufen ist.
Ich habe eine solche Vorfreude auf heute Abend durch die super interessanten Transfers die getätigt wurden, kenne dieses Gefühl fast nicht mehr vor einem Spiel.
Bin mit Jetlag heute morgen gelandet aus dem Urlaub mit 33C und freue mich wenn hoffentlich Younes starten darf und das Blut bei 4 C im Waldstadion ordentlich in Wallung gerät.
Egal wer letztendlich spielen darf , irgendwie glaube ich an eine emotionale Wende in unserem Team und auf dem Rasen.
Das einzige was ich heute und generell nicht mehr sehen will ist Knauff als Mittelstürmer.
Nur die SGE
Danke für die Übersicht, liebe Redaktion. Ich hatte immer in Erinnerung, dass es durchaus Spiele gab unter dem verehrten Glasner, dem immer wieder Tränen nachgeweint werden (auch ich bin ihm ewig dankbar und habe mich sehr über seinen Pokalsieg mit Palace gefreut), einige Spiele richtig grottig waren - aber diese Heimniederlage gegen Bielefeld hatte ich tatsächlich verdrängt. Egal.
Also mal wieder Dortmund zuhause, hm. Unterbewusst denke ich immer "Hauptsache Schiri und Keller halten sich da raus", so oft verschoben der Mist, Adeyemi kann ich einfach net mehr sehen. Aber letzte Saison hat ja gezeigt, was passiert, wenn die ihren Elfer eben nicht bekommen. So auch diesmal - 2:0.
Kobel wohl wieder fit für das Spiel.
Ich hoffe das Kobel sich über schätzt.
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