Wenn Ana-Maria Crnogorčević am Freitag mit Racing Straßburg auf Eintracht Frankfurt trifft, kehrt eine der prägendsten Spielerinnen der Frankfurter Vereinsgeschichte zurück. Sieben Jahre trug die Schweizerin das Trikot des 1. FFC Frankfurt, gewann 2015 die UEFA Women’s Champions League und gehört bis heute zu den erfolgreichsten Spielerinnen, die für den Verein aufgelaufen sind. Vor dem Wiedersehen sprach die 35-Jährige mit „eintracht.de“ über ihre besondere Zeit in Frankfurt, unvergessliche Erinnerungen und die bevorstehende Champions-League-Qualifikation der Eintracht.
Dass sie mittlerweile für Racing Straßburg aufläuft, ist für Crnogorčević noch immer etwas Neues. Erst im vergangenen Winter wechselte die Schweizer Nationalspielerin nach Frankreich. Nach Stationen in Deutschland, Spanien und den USA habe sie bewusst noch einmal eine neue Herausforderung gesucht. Nach ihrer Zeit in den Vereinigten Staaten habe sie wieder näher an ihre Heimat zurückkehren wollen. Gleichzeitig habe sie die französische Liga gereizt: „Ich habe bereits in der Bundesliga und in Spanien gespielt und wollte jetzt eine neue Liga kennenlernen.“ Ein weiterer Anreiz sei gewesen, endlich Französisch zu lernen.
Beim Testspiel gegen die Eintracht wird der Fokus für Crnogorčević aber schnell wieder auf Frankfurt liegen. Auch wenn sich der Verein seit ihrem Abschied stark verändert hat, ist das Wiedersehen für sie „auf jeden Fall“ etwas Besonderes. Besonders gefreut hätte sie sich zwar über eine Partie am Brentanobad, dennoch gibt es noch einige bekannte Gesichter: „Niko Arnautis war damals schon mein Trainer und Noemi Ivelj kenne ich von der Nationalmannschaft.“ Die Entwicklung des Vereins verfolgt sie auch heute noch aufmerksam: „Es hat sich trotzdem einiges verändert, aber man verfolgt den Verein natürlich noch.“
Mit besonders großer Freude blickt die Schweizerin auf ihre sieben Jahre beim 1. FFC Frankfurt zurück. Als junge Spielerin sei sie 2011 in eine Mannschaft voller Weltklassespielerinnen gekommen was „überragend“ für sie gewesen sei. Dass sie bereits in ihrer ersten Vorbereitung mit Größen wie Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes, Sandra Smisek und Nadine Angerer zusammenarbeiten durfte, bezeichnet sie rückblickend als außergewöhnlich. Die zahlreichen Erfolge seien deshalb kein Zufall gewesen: „Wir durften 2012 das Champions-League-Finale spielen und 2015 die Champions League gewinnen.“ Entsprechend emotional fällt ihr Fazit aus: „Die Zeit war wirklich sehr besonders.“ Bis heute verbindet sie viel mit der Mainmetropole: „Ich mag Frankfurt auch total und habe die Zeit dort gut in Erinnerung – ich war schließlich nicht umsonst sieben Jahre dort. Es war einfach eine tolle Zeit.“ Unter den vielen Erfolgen sticht für Crnogorčević jedoch einer besonders heraus. Sofort denkt sie an das Champions-League-Finale 2015 gegen Paris Saint-Germain in Berlin. Dass der Titel ausgerechnet in Deutschland gelang und Frankfurt den Sieg erst in der Nachspielzeit perfekt machte, macht diesen Moment für sie bis heute einzigartig: „Dann triffst du in der 92. Minute und gewinnst das Ding – besser geht es nicht.“ Für die Schweizerin bleibt dieser Erfolg unvergessen: „Der erste Champions-League-Sieg ist immer etwas ganz Besonderes.“
Mit ihren Erfahrungen möchte Crnogorčević nun auch den aktuellen Eintracht-Spielerinnen etwas mit auf den Weg geben. Schließlich steht bereits in der kommenden Woche das Mini-Turnier um den Einzug in die Champions-League-Gruppenphase an. Für die langjährige Nationalspielerin ist klar, worauf es dabei ankommt: „Natürlich braucht man Qualität, aber man braucht auch die richtige Einstellung und Mentalität.“ Talent allein reiche nicht aus: „Ich habe in meiner Karriere so viele talentierte Spielerinnen gesehen, aber wenn die Einstellung nicht stimmt, bringt das am Ende nichts. Es geht darum, wie man an die Dinge herangeht, wie viel Arbeit und Anstrengung man reinsteckt. Das ist am Ende das A und O.“ Gleichzeitig dürfe man trotz aller Ambitionen nie den Boden unter den Füßen verlieren.
Gerade auf der größten europäischen Bühne spiele zudem das Selbstvertrauen eine entscheidende Rolle: „Man muss selbst von sich überzeugt sein, auf jeden Fall.“ Wer erfolgreich sein wolle, müsse seine eigenen Stärken und Schwächen genau kennen: „Je weiter oben man steht oder je erfolgreicher man wird, umso wichtiger finde ich das.“ Dabei verliere sie nie aus den Augen, wie viel Arbeit hinter jedem Erfolg steckt: „Wirklich zu wissen, woher man kommt und welchen Weg man gegangen ist. Denn von nichts kommt nichts.“
Auch wenn Crnogorčević mittlerweile das Trikot von Racing Straßburg trägt, ist ihre Verbundenheit zu Frankfurt unüberhörbar. Das Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Verein wird für die Schweizerin deshalb weit mehr als ein gewöhnliches Testspiel sein. Gleichzeitig können die aktuellen Eintracht-Spielerinnen von den Erfahrungen einer Champions-League-Siegerin profitieren, die genau weiß, welche Mentalität auf Europas größter Bühne gefragt ist.






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