Die Amtszeit von Albert Riera bei Eintracht Frankfurt gehört zu den größten Missverständnissen der jüngeren Vereinsgeschichte. Nachdem Dino Toppmöller im Januar entlassen worden war und interimsweise Dennis Schmitt sowie Alexander Meier den Trainerposten übernommen hatten, ruhten große Hoffnungen auf dem Spanier. Doch schon nach wenigen Wochen schwand das Vertrauen in den 44-Jährigen spürbar, die gegenseitigen Misstöne wurden lauter. Sowohl bei den Verantwortlichen als auch innerhalb der Mannschaft und im Umfeld der Fans wurde Riera zunehmend kritischer gesehen. Auch auf dem Platz blieben nachhaltige Fortschritte weitgehend aus. Nach dem letzten Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart und dem Verpassen der Europapokal-Plätze zog die Eintracht schließlich die Reißleine und trennte sich vom gebürtigen Mallorquiner. Rund einen Monat nach seiner Entlassung äußerte sich Riera nun erstmals ausführlich zu seiner Zeit bei den Hessen. Im Interview mit dem slowenischen Sportsender „Sportklub“ blickte er kritisch auf seine Monate in Frankfurt zurück und sparte dabei nicht an Kritik in Richtung Verein und Mannschaft.
Ein Missverständnis in allen Bereichen
Albert Riera selbst beschreibt seine kurze Zeit bei der Eintracht im Rückblick als grundsätzliches Missverständnis. „Wir waren einfach nicht füreinander bestimmt“, erklärte er und zog einen kuriosen Vergleich zur ehemaligen Beziehung von Brad Pitt und Angelina Jolie: „Beide sind wunderbar, aber sie passen nicht zusammen. Warum? Weil es nicht nur auf das Äußere ankommt; kleine Details entscheiden darüber, ob etwas funktioniert oder nicht.“ Für ihn steht fest, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit letztlich nie wirklich gegeben waren. „Ich kam zum falschen Zeitpunkt an den falschen Ort. Das ist die Realität“, erklärte der 44-Jährige rückblickend.
Dabei verlief der Start unter Riera zunächst durchaus ordentlich. Vor allem defensiv wirkte die Eintracht stabiler, die Mannschaft ließ weniger Gegentore zu und sammelte zunächst wichtige Punkte. Doch spätestens nach der 1:2-Niederlage in Mainz begann die Situation zu kippen. Besonders die Ausbootung von Mario Götze sowie mehrere fragwürdige Personalentscheidungen sorgten intern für Irritationen. Hinzu kamen unglückliche Auftritte auf Pressekonferenzen und ein zunehmend schwieriges Verhältnis innerhalb des Vereins. Auch die Kontroverse um Jonathan Burkhardt trug dazu bei. Am Ende stand nach 14 Pflichtspielen eine ernüchternde Bilanz von vier Siegen, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen, was deutlich zu wenig war, um das Ziel Europa zu erreichen.
Deutliche Kritik an Verein und Kader
Im Interview wurde Riera vor allem bei der Analyse der strukturellen Rahmenbedingungen deutlich: „Es gibt zwei Gründe, warum diese Geschichte kein erfolgreiches Ende nahm“, erklärte der Spanier. Ihm zufolge seien dem Verein Namen wichtiger gewesen als Ergebnisse. Noch schwerer wog jedoch offenbar ein anderer Punkt. Der ehemalige Trainer der SGE störte sich daran, dass er kaum Einfluss auf die Kaderzusammenstellung hatte: „Die Vereinspolitik sieht vor, dass der Trainer keinen Einfluss auf Scouting und die Mannschaftszusammensetzung hat. Das ist nicht das richtige Umfeld für mich, und ich wusste, dass wir langfristig nicht zusammenarbeiten können.“ Auch zur grundsätzlichen Transferstrategie der Hessen äußerte sich Riera kritisch. Frankfurt sei ein Verein, der wirtschaftlich stark vom Entwickeln und Verkaufen von Spielern lebe, ein Modell, das nicht zu seinen Vorstellungen gepasst habe: „Die Realität ist, dass Frankfurt ein Verein ist, der mehr verkauft als kauft.“
Besonders hart fiel seine Bewertung des Kaders aus: „Es geht nicht darum, dass Frankfurt schlechte Spieler hat, ganz und gar nicht. Aber in dieser Mannschaft gibt es keinen einzigen Fußballer, den ich in mein nächstes Projekt mitnehmen würde.“ Diese Aussage dürfte im Umfeld der Eintracht für Diskussionen und Wut sorgen, schließlich stellt sie dem gesamten Frankfurter Kader ein vernichtendes Zeugnis aus.
Lob für Krösche
Trotz seiner deutlichen Kritik differenzierte Riera in einem Punkt klar. Über Sportvorstand Markus Krösche verlor der Spanier ausschließlich positive Worte. Das Verhältnis zwischen beiden sei auch nach der Trennung professionell und respektvoll geblieben: „Über den Sportdirektor, der mich geholt hat, kann ich nur mit gewählten Worten sprechen“, sagte Riera. „Wir haben gut zusammengearbeitet, auch unser letztes Gespräch bei der Trennung war positiv.“
Nach einer enttäuschenden Saison richten sich die Blicke nun nach vorne. Mit der Rückkehr von Adi Hütter soll sportlich wieder Stabilität einkehren. Der Österreicher kennt den Verein, das Umfeld und die Erwartungen in Frankfurt bestens. Nach den turbulenten Monaten unter Riera hoffen die Verantwortlichen und Fans nun auf mehr Ruhe, klare Strukturen und eine Rückkehr zu alter Stärke. Die Hoffnung bei der SGE ist groß, dass Hütter die Mannschaft wieder stabilisiert und zurück in Richtung internationale Plätze führen kann.






10 Kommentare
Falscher Zeitpunkt, falscher Ort, lt. Rieras Worten und jetzt falsches Interview. Riera wusste um die hohen Anforderungen seiner Aufgabe bei Eintracht, mit allen Widrigkeiten. Er kam freiwillig, ist gescheitert und hätte jetzt besser geschwiegen.
Besonders hart fiel seine Bewertung des Kaders aus: „Es geht nicht darum, dass Frankfurt schlechte Spieler hat, ganz und gar nicht. Aber in dieser Mannschaft gibt es keinen einzigen Fußballer, den ich in mein nächstes Projekt mitnehmen würde.“
Das sagt ja wohl alles aus - MK hat es ja deutlich eingeräumt das er den falschen Trainer geholt hatte. Es ist ja jetzt komisch das man die Spielidee unter Hütter vor hat zu verändern nachdem man wahrscheinlich mit Hilfe von Riera gemerkt hat das der Kader für den Ballbesitzfussball nicht taugt
Ein komischer Kerl mit seltsamer Rhetorik. Der Stachel scheint noch tief zu sitzen.
Dass er angeblich keinen unserer Spieler in seiner Mannschaft haben möchte zeigt, dass er auch charakterlich schwach ist. Keine Selbstreflexion.
Es war ein Missverständnis, da bin ich bei ihm.
Heul leise, (Chantal) Albert
Warum wollte er dann gerne bleiben?
Riera hofft, bleiben zu dürfen. "Das ist nicht meine Entscheidung, es ist eine Entscheidung des Klubs", sagte der Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: "Ich brauche Zeit und Vertrauen. Aber ich mache mir keine Sorgen. Ich fühle mich stark und glaube daran, dass ich die richtigen Lösungen finden kann, um mehr solcher Leistungen abzurufen." Zeit sei "der Schlüssel für alles im Leben
Was interessiert es die Eiche, wenn die wilde Sau sich an ihr reibt?
Er hat viele Defizite, er braucht Hilfe. Hoffe er hat eine liebevolle Familie und Freunde.
Puh,
am Anfang nach der Vorstellung dachte ich toll, endlich mal anders…!
Jetzt, nachdem Alles vorbei ist, bin ich froh, dass Albert Geschichte ist.
Er hat summarum nie zu uns gepasst, da er zu selbstverliebt und zu dominant für die SGE war.
Die einzige Frage die mich immer noch beschäftigt ist die, das wenn ich ein Bewerbungsgespräch geführt habe, ich grob immer wusste, wen ich einstellen würde.
Daher verstehe ich immer noch nicht den Griff, Albert zu verpflichten !
Egal, sei’s drum 🧐
Wie sehr kann man sich selbst diskreditieren?? Riera: Hold my beer!
In der Tat ist der gute Herr Riera mehr als widersprüchlich! Man könnte meinen, der Rauswurf kratzt immer noch an seinem, überaus, steilem Ego!
Denn kurz nach der Entlassung sprach er vom Bedauern und dass man nur „20% Albers Power“ ausgeschüpft habe und jetzt ist und war alles schlecht?
Schlecht ist sein Still nachzutretten! Ganz schwach, Herr Riera!
Nehmen Sie sich ein Beispiel an Dino Toppmöller! Er ging und schwieg!
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