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Adi Hütter zeigt sich bislang zufrieden mit seiner neuen Mannschaft. Foto: IMAGO / DeFodi Images

Hütter: „Muss die Mannschaft dahin bringen, dass sie selber auf dem Platz entscheiden kann“

Etwas mehr als zwei Wochen Training liegen mittlerweile hinter dem neuen alten Eintracht-Trainer Adi Hütter und seiner Mannschaft. Dass die Spieler bereits dazu in der Lage sind, einige der von Hütter geforderten Inhalte umzusetzen, zeigten sie schon im ersten Testspiel der Sommervorbereitung (7:1 gegen den FC Gießen). Der erste Härtetest fand im Rahmen des Trainingslagers in Grassau am vergangene Sonntag statt. Auch diesen bestand das Team mit einem dominanten 3:0-Sieg gegen den türkischen Pokalsieger Trabzonspor. Auch der Cheftrainer zeigt sich mit den bisherigen Fortschritten zufrieden. Im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“ sprach Hütter über seine Spielidee, seine Eindrücke von der Mannschaft und die Bedingungen in Grassau.

„Man sollte sehen, dass wir intensiven Fußball spielen lassen wollen“

Die intensive Spielweise, die der Österreicher von den Spielern verlangt, war besonders in der ersten Hälfte gegen Trabzonspor spürbar, das sich gegen den Dauerdruck der Eintracht kaum mit spielerischen Mitteln befreien konnte. „Was mir immer gefällt, ist, wenn man auch probiert, ein bisschen zu übertreiben. Die Jungs müssen das Gefühl bekommen, dass das funktioniert und sie dadurch Erfolgserlebnisse haben, wenn sie gemeinsam auf dem Platz arbeiten“, erklärt der Trainer dazu. Intensität ist ein Wort, aber man sollte auch sehen, dass wir intensiven Fußball spielen lassen wollen. Was mir unglaublich gefällt, ist, dass die Jungs auch wirklich versuchen, das dementsprechend umzusetzen. Ich habe viele hohe Ballgewinne gesehen.“

Außerdem auffällig war, wie häufig die beiden Außenverteidiger Elias Baum und Keita Kosugi in die Offensivaktionen eingebunden wurden. Auch dahinter steckt Hütters Handschrift: „Mir ist wichtig, dass wir, wenn wir nach vorne spielen, die Zehner ein bisschen mehr ins Zentrum gehen, um Platz für unsere Außenverteidiger zu schaffen“, erzählt der Trainer, der eine Balance zwischen hoher Strafraumbesetzung und ausreichender Konterabsicherung fordert: „Ich möchte dann auch mehr Personal im Strafraum haben, um gefährlicher zu sein. Auf der anderen Seite müssen wir im Gegenpressing sehr viele Spieler um den Ball haben.  Das Allerwichtigste ist schlussendlich die Restverteidigung, da müssen wir einfach gut organisiert stehen. 

Hütter über Kosugi: „Verkörpert genau das, was ich sehen möchte“

Kosugi, der in der vergangenen Rückrunde nur für die U21 in der Hessenliga auf Einsätze kam, im letzten Testspiel aber einer der auffälligsten Akteure war, verdiente sich ein Sonderlob von Hütter: „Er hat eine tolle erste Halbzeit gespielt und verkörpert aktuell genau das, was ich sehen möchte. Seine Stärken sind, dass er sehr gut nach vorne verteidige kann, keinen Zweikampf scheut und auch ein sehr sauberes Passspiel hat. In meinen Augen war er sehr auffällig. Bei Flanken muss er noch mehr auf die ballferne Seite achten. Bis jetzt macht er aber insgesamt einen sehr guten Eindruck.“

Generell habe habe er das Team bisher „sehr positiv“ erlebt. Besonders beim Abendessen, bei dem immer viel geredet und gelacht werde, sei die gute Stimmung unter den Spielern spürbar. „Das zeigt dann einfach, dass die Mannschaft lebt. Sie haben eine gute Harmonie und einen respektvollen Umgang untereinander. Und das ist für ein Team wahnsinnig wichtig.“ Zudem befänden sich die Spieler auch in einem körperlich fitten Zustand: „Was die physischen Werte betrifft haben wir teilweise sogar das übertroffen, was die Zielsetzung von den Athletiktrainern war. Das ist immer ein gutes Zeichen.“

„Wir haben noch einiges zu tun“

Taktisches Verbesserungspotenzial sieht Hütter aber weiterhin, auch wenn er das Team auf einem guten Weg sieht. „Unser Schwerpunkt im Trainingslager ist, dass wir uns in der Art und Weise wie wir Fußball spielen wollen einfach nochmal verbessern wollen. Wir können nicht immer nur hochgehen, wir müssen dann auch nach Ballverlusten tief verteidigen. Das hat die Mannschaft schon gut versucht“, erzählt er.  Wenn jetzt schon nach 14 Tagen alles funktionieren würde, wäre das auch sehr auffällig. Wir haben schon noch einiges zu tun.“

Entscheidend sei dabei, bis zum Ligastart gewisse Automatismen zu entwickeln: „Wenn wir in unserem Stadion vor 60.000 Zuschauern spielen, wird es nichts helfen, wenn ich reinschreie. Ich muss die Mannschaft dahin bringen, dass sie dann selber auf dem Platz entscheiden kann. Deswegen brauchen wir auch diese Kommunikation, die beginnt von hinten über das zentrale Mittelfeld nach vorne.“ Die Voraussetzungen, um auf dieses Niveau zu kommen, seien in Grassau durchaus gegeben: „Es ist eigentlich alles sehr gut hier. Wir haben nicht nur ein gutes Hotel, auch die Plätze sind zu Fuß erreichbar. Die Rahmenbedingungen, die wir hier vorfinden, sind absolut top.“

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