Timothy Chandler möchte gerne bei der SGE bleiben. (Foto: Heiko Rhode)

Timothy Chandler und die Eintracht stecken im heißen Saisonfinale und dem Kampf um die Champions League. Mittendrin stellt sich nach den Abgängen von Coach Adi Hütter, Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner der Verein neu auf. Doch auch beim dienstältesten Adler werden die Weichen für die Zukunft gestellt, wie er am Dienstag in einer Presserunde auf SGE4EVER.de-Nachfrage verriet. „Für mich zählt nur Eintracht Frankfurt. Wir sind auch schon in Gesprächen“, so Chandler. Der 31-Jährige zeigte sich optimistisch noch vor Saisonende eine Verlängerung seines bis Sommer 2022 andauernden Vertrages auf den Weg zu bringen. Er habe viel mit der Eintracht erlebt und egal wie es um seine Person stand, sei die Eintracht immer der erste Ansprechpartner gewesen, betonte der Familienvater. Geht es nach dem Mann aus der Wetterau, würde er seine Karriere gerne bei der Eintracht beenden. „Natürlich entscheiden andere darüber. Aber ich will hier bleiben bis zum Ende. Für mich gibt es nur noch Eintracht Frankfurt und den Adler.“ Auch eine weitere Zusammenarbeit bei den Hessen nach seiner aktiven Karriere könnte sich der US-Nationalspieler vorstellen. „Ich würde gerne darüber hinaus noch bei der Eintracht arbeiten. Wir werden alles besprechen und an den Tisch bringen.“

Chandler und die Eintracht: „Für mich gibt es nur noch Eintracht Frankfurt und den Adler“

Während Urgestein Chandler (mit Unterbrechung seit 2001 bei der Eintracht) also der SGE wohl erhalten bleibt, zieht es seine Vorgesetzten in die Ferne. „Andere wollen vielleicht neue Abenteuer haben“, kommentiert Chandler die Abgänge von Hütter und Bobic. „Ich mache seit Jahren das Abenteuer Eintracht Frankfurt mit. Für mich ist es jedes Jahr ein neues Abenteuer. Es gefällt mir hier und Frankfurt ist mein Zuhause.“ Mit der SGE wolle er noch viel erreichen. Zum Beispiel die Qualifikation für die Champions League. Das große Ziel erlitt zuletzt leichte Dämpfer. Die Stimmung in der Kabine sei trotz der jüngsten Rückschläge gegen Mönchengladbach und Leverkusen nach wie vor gut. „Es waren zwei große Mannschaften, die normal jedes Jahr vor uns stehen. Es waren Spiele vier und fünf, die wir verloren haben in dieser Saison. Wir wissen immer noch, was wir können“, sagt Chandler. Einen Zusammenhang zwischen dem Leistungstief und dem Hütter-Abschied will er nicht gelten lassen. „Natürlich passt das alles perfekt. Der Trainer kündigt an, dass er im Sommer wechselt. Dann spielen wir gegen seinen neuen Verein, verlieren, spielen gegen Leverkusen nicht so gut. Es ist für die Medien perfekt das zu schreiben“, so Chandler. „Aber wenn der Wechsel nicht rausgekommen wäre und wir hätten verloren, wäre alles normal gewesen. Wir wissen das wir nicht gut gespielt haben, aber es hat nichts mit der Situation außen rum zu tun.“

„Wow, okay, jetzt stimmt es wirklich“

Zugleich gab der 29-fache US-Nationalspieler zu, dass der Trainer-Abgang ihn und das Team doch ein wenig überrascht habe. „36 Stunden bevor alles öffentlich wurde, hat es Dynamik aufgenommen. Man hat zuvor viel gehört, aber nie hat jemand wirklich dran geglaubt“, schildert er die vergangenen Wochen. „Wow, okay, jetzt stimmt es wirklich“, hätten er und viele seiner Kollegen nach Hütters Abschiedsverkündung gedacht. „Wir haben in den letzten Jahren viel mit dem Trainer erreicht und wollten gerne mit ihm weiter zusammenarbeiten.“ Chandler weiter: „Natürlich ist es im Kopf drin und ein kleiner Schock, wenn der Trainer geht, aber das ist im Fußball leider so.“ Der Nachfolger auf der Eintracht-Bank müsse vor allem den Verein zu schätzen wissen und ein Bewusstsein haben für das, was hier aufgebaut wurde und was die Eintracht als Traditionsverein auszeichne, umreißt das Urgestein das Anforderungsprofil.

„Wir müssen niemandem hinterherlaufen, wir sind vorne“

Doch die Suche fällt bekanntlich nicht in sein Aufgabenbereich, der Fokus liege daher auf den ausstehenden drei Spielen. Auch wenn er nicht in die Köpfe seiner Kollegen schauen könne, verspüre er selbst eher positiven Druck angesichts der Rolle des Gejagten im Kampf um die Königsklasse, macht Chandler deutlich. Auf die Tabelle und das Restprogramm der Konkurrenz würden er und die Kollegen natürlich auch gelegentlich schauen, verriet er. „Aber ich habe den Jungs auch gesagt: wir müssen niemandem hinterherlaufen, wir sind vorne. Wir entscheiden selbst, was passiert.“

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7 Kommentare

  1. Oh man Timmy, wenn doch nur ein paar mehr Leute Deine Einstellung und Liebe zu Verein hätten. Aber wahrscheinlich können nicht alle so verrückt sein, wie wir hier im forum. Das unterscheidet uns eben, wir waren schon immer da für die Eintracht und wir werden es auch immer sein.
    Gebt dem Timmy noch einen Vertrag und dann einen vernünftigen Job , das ist ein Frankfurter Jung !
    Forza SGE !

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  2. Timmy ist und steht für Identifikation! Leider ist das heutzutage mittlerweile eher ein Fremdwort und Romantik geworden.
    #Identifikation

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  3. Naja, auf dem Platz reicht es aber eigentlich nicht mehr, einen Posten geben gerne! Sehe für nächste Saison eher Costa und Durm oder ein neuer guter und Durm, dann noch Toure! Er ist ein klasse Kerl! Aber wie ich auch immer bei Oka sagte! Eintracht ist das höchste Level mit der Leistung! Es gibt auch keine besseren Angebote! Aber klar sind diese Spieler in unseren Herzen, nicht falsch verstehen ! Kostic und Silva können woanders viel mehr verdienen, das ist der Unterschied!

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  4. Der Unterschied zu Dir und mir und wahrscheinlich 99,9% der Fans , Kostic und Silva verdienen in Ihrer Gehaltsklasse bei der Eintracht in einem Jahr mehr, als wir im gesamten Berufsleben.
    Wie sagte der Bauern Ulli mal so schön über Spieler und die Gehälter, du kannst trotzdem immer nur 1 Auto fahren, egal wieviel du verdienst. Macht das wirklich den Unterschied, ob ich 10, 15 oder mehr Mio auf dem Konto habe ? Lebe ich deswegen wirklich besser ? Zu philosophisch ? Wahrscheinlich, aber lasst mir meinen Traum.
    Forza SGE !

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  5. @Dieter, und genau das frage ich mich auch immer. Das gilt bei den Spielern Trainern aber auch den Managern auch außerhalb vom Sport. Die kassieren auch wenn sie die Firma „vor die Wand fahren“. Ja, das ist schon sehr philosophisch.
    Wenn der Antrieb aber nicht der ist mehr Geld zu verdienen um noch mehr zu haben was man eh nicht ausgeben kann, was ist dann der Antrieb für einen Wechsel zu einem Verein der nicht zur Weltklasse gehört? Auch philosophisch die Frage, oder,

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  6. Timmy ist für die SGE viel mehr wert als seine sportlichen Fähigkeiten. Er bringt Konstanz und viel Menschlichkeit in den Kader. Und er würde später bestimmt auch einen guten Trainer abgeben.

    Sehr ehrgeizige Menschen möchten, wenn’s geht, (immer und überall) ganz vorne sein, persönlich aber auch als Gruppe (im weiteren Sinne). D.h., Ziel vieler (junger) Top-Spieler oder -Trainer ist es, einem Branchen-Primus anzugehören. Ich finde das auch nicht verwunderlich, da diese Menschen dahin „gedrillt“ wurden oder es einfach in ihrer DNA steckt.
    Da z.B. ich anders erzogen wurde, liegt mein Fokus eher auf Kleinere, Schwächere, Benachteiligte, und mich würde es viel glücklicher machen, wenn ich dazu beitragen kann, diese zu fördern und weiter zu entwickeln. Dabei wäre mir auch das Umfeld wichtig, dass das zu mir passt, dass ich mich dort wohlfühlen kann.
    Silva, Kostic & Co. sollten sich bei Wechselgedanken die Frage stellen, ob mehr Geld und Ansehen das überwiegt, was sie bei der Eintracht haben und noch haben könnten …

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