Zum Topspiel am Brentanobad empfingen die Eintracht-Frauen den FC Bayern München. Vor 5.750 Zuschauern (ausverkauft) kamen die Damen der SGE unter die Räder, verloren deutlich mit 0:5. Über weite Teile der ersten Hälfte hielten die Hessinnen noch dagegen. Doch kurz vor der Pause sorgten die Münchnerinnen für klare Verhältnisse, als sie zum Doppelschlag trafen. In der zweiten Hälfte war dann ein Klassenunterschied zwischen den Tabellendritten und -ersten der letzten Saison erkennbar: Die Bayern kontrollierten und erhöhten weiter, während von den Gastgeberinnen eigentlich nichts mehr kam. Mit nach zwölf Spieltagen nunmehr 15 Punkten Abstand auf den FCB dürften die Mädels von Trainer Niko Arnautis endgültig raus aus dem Meisterschaftsrennen sein.
Im Vorfeld der Partie konnten sich die Frankfurterinnen wieder an die internationalen Startplätze herankämpfen, hatten mit zwei Spielen weniger auf dem Konto vier Punkte Abstand auf die drittplatzierten Bremerinnen. Mit dem FCB kam dennoch ein echtes Pfund, denn die Münchnerinnen standen unangefochten auf dem ersten Platz der Tabelle. Zudem hatten sie ihre letzten zehn Pflichtspiele gewonnen und erst vier Gegentore in der Frauen-Bundesliga kassiert. Im Vergleich zum 3:1-Sieg im Europa Cup gegen die PSV Eindhoven, als die Hessinnen das Viertelfinale des Wettbewerbs klarmachten, wechselte Arnautis seine Startelf auf drei Positionen. Für Noemi Ivelj, Nina Lührßen und Rebecka Blomqvist rotierten Amanda Ilestedt, Nadine Riesen und Geraldine Reuteler in die erste Elf.
FCB entscheidet Spiel noch vor der Pause
Die amtierenden Meisterinnen aus München kamen direkt gut in die Partie, als Klara Bühl nach einem Fehlpass von Jella Veit knapp neben das Tor schoss (4.). Bühl war es dann auch, die rund acht Minuten später zur Gästeführung traf. Ein gut getimter Pass gelangte hinter die aufgerückte Frankfurter Abwehr, von wo die Münchnerin unter Lina Altenburg durchschob. In der Anfangsphase kamen die Gäste vor allem zu guten Gelegenheiten, wenn die Adlerinnen den Ball im Aufbau verloren oder Fehlpässe fabrizierten. In der 24. Minute fast der Ausgleich: Ereleta Memeti fand mit ihrer Flanke Nicole Aynomi in der Mitte, die ihren Kopfball an die Latte setzte. In der Folge kam die SGE besser ins Spiel und erzeugte öfter Gefahr über Flanken.
In dieser Phase konnte das Team von Trainer José Barcala jedoch fast nach einer Ecke erhöhen (31.), als der Ball an den zweiten Pfosten zu Magdalena Eriksson durchrutschte, die Aluminium traf. Kurz vor der Pause setzten die Bayern-Frauen zum Doppelschlag an: Erst konnte sich Pernille Harder an der Eckfahne gegen Nadine Riesen durchsetzen und fand in der Mitte Jovana Damnjanovic (44.), die aus wenigen Metern einschob. Nur eine Minute später brach die umtriebige Bühl über die rechte Frankfurter Seite durch und passte zu Harder in den Fünfmeterraum. Die Dänin kam frei zum Abschluss und traf zum 0:3. Mit dem Torjubel pfiff Schiedsrichterin Karoline Wacker zur Halbzeit. Somit machten die Adlerinnen ihre Bemühungen nach dem frühen Rückstand in wenigen Minuten kaputt. Es wirkte bereits wie die Vorentscheidung.
Gäste erhöhen weiter, Arnautis wechselt spät
Sollte es nicht bereits vor der Pause klar gewesen sein, machte der FCB direkt nach der Pause Nägel mit Köpfen. Wieder war Bühl über ihre Seite durch und fand erneut Damnjanovic in der Mitte, die den Ball zwar nicht richtig traf, aber dennoch auf 4:0 erhöhte. Altenburg griff daneben und sah nicht allzu gut aus. In der 58. Minute zappelte der Ball schon wieder im Netz hinter Altenburg. Diesmal entschieden die Unparteiischen aber auf Abseits. Erneut brenzlig wurde es, als Riesen bei einem Klärungsversuch im eigenen Strafraum den Pfosten traf (64.). Nur drei Minuten später verlor Laura Freigang den Ball im Spielaufbau in der eigenen Hälfte, woraufhin die Gäste durch Alara ihren fünften Treffer markierten.
Rund 18 Minuten vor dem Abpfiff nahm Chefcoach Arnautis die ersten drei Wechsel vor: Für Reuteler, Ilestedt und Elisa Senß kamen Hayley Raso, Noemi Ivelj und Ilayda Acikgöz in die Partie. Später gingen auch Freigang und Anyomi runter. Für die beiden Angreiferinnen kamen Remina Chiba und Jarne Teulings auf das Feld. Natürlich war das Spiel beim Stand von 0:5 längst entschieden und so plätscherte das Geschehen auf dem Grün so vor sich hin. Trotz der klaren Verhältnisse, wäre es dem FCB eher zuzutrauen gewesen noch einen Treffer zu erzielen. Doch auch in den vier Minuten Nachspielzeit erzielte keines der Teams einen weiteren Treffer. So blieb es beim deutlichen 0:5.
Für die SGE ist es ein herber Rückschlag, nachdem die Formkurve vor der Länderspielpause nach oben zeigte. Die Bayern hingegen krönten sich mit dem Auswärtssieg zur Herbstmeisterschaft. Weiter geht es für die Hessinnen in der Bundesliga am Mittwoch in Nürnberg und danach steht die Reise in die Hauptstadt zu Union an.






16 Kommentare
Eine katastrophale Abwehrreihe, eine "Kapitänin", die diese Bezeichnung in keiner Hinsicht verdient und ein Cheftrainer, der seine Mannschaft im Stich lässt - so könnte man die 90 Minuten heute zusammenfassen. Wie passt da nur das Narrativ der "Reife" und "Entwicklung" rein?
"Für die SGE ist es ein herber Rückschlag, nachdem die Formkurve vor der Länderspielpause nach oben zeigte."
Ach gar? Waren wir in der Form-Tabelle vielleicht sogar vor den Bayern? Weiß man da was?
Wie dem auch sei, für Niko "Es hat sich nicht wie ein 0:5 angefühlt" Arnautis sicherlich ein Ergebnis, mit dem er umzugehen weiß.
Ergänzung: Das 0:5 , welches sich laut Arnautis nicht wie ein 0:5 angefühlt hat (aber natürlich ein 0:5 war), war nicht das 0:5 gegen die Bayern heute, sondern ein anderes 0:5, nämlich das 0:5 gegen die Radkappen seinerzeit.
Beeindruckend war die Kulisse und der Spirit auf den Raengen - trotz des miesen Wetters und Klassenunterschieds zu den Bayern. Nach so einem Alptraumwochenende kann es eigentlich nur besser werden...
Sich so abschießen zu lassen, geht einfach nicht. Weder bei den Männern noch bei den Frauen war das absolute Wille dagegenzuhalten irgendwie erkennbar…
Wenigstens waren die Frauen noch ein Tor besser als die Männer….
Wieso haben eigentlich unsere Mannschaften immer die Hosen voll, wenns drauf ankommt?
Da stimmt doch was ganz gewaltig in der DNA nicht.
Quasi die Analyse des gestrigen Spiels.
Sorry Robin Koch 😉
Ich finde ja Jella wirklich gut, aber sieht hat jetzt zum 3ten 4ten mal die Gegner mit haarsträubende Fehlpässen im Spielaufbau zu Toren eingeladen. War irgendwie nicht das SGE- Wochenende. Ich hätte auch Wolter nicht gegen Bühne spielen lassen. 😭
Es ist schon krass, wie ballsicher die Bayern sind. Es ging einfach zu schnell für die Eintrachtfrauen. Die Chancen waren dann Lattenpech, ontop eine sehr parteiische Schiedsrichterin, die nur für Bayern gepfiffen hat oder Fouls an uns nicht. So kam alles zusammen und in der zweiten Hälfte haben sich unsere Mädels dann ergeben, da war die Messe gelesen.
Gruß SCOPE
Was für ein Albtraumwochenende für die Damen- und Herrenmannschaft.
Sich beide Male, so verprügeln zu lassen, ist mehr als beschämend.
Man kann gegen Bayern und Leipzig verlieren, aber solch peinliche Vorstellungen sind eine Schande.
Bin bedient !
Losglück sieht auch irgendwie anders aus. Die Frauen dürfen nach Wolfsburg im Viertelfinale.
Mit nach zwölf Spieltagen nunmehr 15 Punkten Abstand auf den FCB dürften die Mädels von Trainer Niko Arnautis endgültig raus aus dem Meisterschaftsrennen sein.
Entschuldigung. War das ernst gemeint?
Ein Tor besser als gestern bei den Männern ... und ebenfalls Platz 7.
Eintracht-Frauen: 0:5. Eintracht-Männer: 0:6. Bei den Frauen hat man die halbe Mannschaft gehen lassen und den inkompetenten Trainer behalten, bei den Männern hat man wichtige Spieler gehen lassen. Beiden Trainern ist es nicht geglückt, die neuen Spieler(innen) zu integrieren. Graue Maus, wir kommen! Bei den Männern liegt der Fehler wohl auch daran, dass Toppmöller einige Schlüsselspieler (Götze, Knauff, Doan) auf falschen Positionen einsetzt. Und möge mir doch einer erklären, warum es nur darum gehen sollte, möglichst finanziellen Gewinn zu erwirtschaften. Was ist mit dem sportlichen Erfolg? Klar, Stars wie Ekiteke kann man nicht halten, aber auch Tuta oder Pacho wären wichtig gewesen.
Ich würde nicht sagen, dass die neuen Spielerinnen gar nicht integriert sind. Ereleta Memeti, Rebekka Blomqvist und auch Jarne Teulings haben schon starke Spiele gemacht und sie passen insgesamt auch gut zur Spielweise der Mannschaft. Das große Problem ist einfach die Viererkette, da gibt es nicht annähernd Ersatz für die Abgänge. Mit Amanda Illestedt hat man wohl geglaubt, dass man einen gleichwertigen Ersatz für Sara Doorsoun verpflichtet hat und bei Jella Veit ging man davon aus, dass sie schon deutlich weiter ist - beides stellt sich als Fehleinschätzung heraus. Dazu hat man praktisch keine Führungsspielerinnen mehr, die etatmäßige Kapitänin wirkt wie eine launige Nachwuchsspielerin, nicht wie eine gereifte Führungsspielerin. Bisher war die Leistung immer noch gut genug, damit die Führungsriege nicht ernsthaft über eine Entlassung von Arnautis nachdachte, man hat immer nochmal die Kurve bekommen und die durchwachsene Saison von Leverkusen und Hoffenheim hilft da im Moment auch. Aber es macht so langsam einfach keinen Spaß mehr, Spiele wie gegen Bayern, Freiburg, Leverkusen, Hoffenheim und Köln zu erleben. Dieser Trainer wird nicht mehr anfangen, Dinge zu hinterfragen.
So Mädels, da hat Euch der Friedhelm ein schönes Los gezogen. Das habt Ihr Euch in der Tat verdient.
Kann ja wohl nicht sein, dass man von Runde zu Runde stolpert, weil man es mit Luschen zu tun hat.
Zeigt mal was Ihr könnt!
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