Spektakel im Frankfurter Stadtwald zum Jahresbeginn – leider mit bitterem Ende für die Eintracht. Die Hessen erzielen zwar ganz spät das 3:2 gegen Borussia Dortmund, fangen sich aber noch später das 3:3. Insgesamt wohl ein verdientes Ergebnis, ein so spätes Gegentor ist allerdings immer schwer zu verkraften. Trotzdem bleibt am Ende eine gute Partie der SGE gegen ein absolutes Topteam der Liga.
SGE4EVER.de hat wie immer zusammengefasst, was Spieler und Verantwortliche zu sagen hatten.
Can Uzun (Eintracht Frankfurt): „Ich war lange verletzt, aber ich komme immer besser wieder rein. Für uns fühlt es sich sehr bitter an. Aber wir haben alles gegeben und insgesamt ein gutes Spiel gemacht. Das letzte Gegentor war sehr unglücklich, aber wir müssen einfach weiter machen. Die Trainer, die Familie haben mir sehr viel geholfen. Ich freue mich wieder zurück zu sein, daher will ich nicht mehr über die Verletzung reden. Der Coach meinte, dass ich schießen soll, wenn es einen Elfmeter gibt, das habe ich gemacht. Wir haben einen harten Spielplan, aber wir sind dafür gewappnet und werden alles geben.“
Ansgar Knauff (Eintracht Frankfurt): „Ich glaube wir sind alle enttäuscht, dass wir das Spiel und die Leistung nicht krönen konnten. Wir haben die Gegentore gut weggesteckt und sind zweimal zurückkommen. Nach dem Führungstreffer in der Nachspielzeit müssen wir das Spiel runterspielen. Wir ärgern uns, müssen daraus lernen, aber es war eine gute Leistung. Dortmund hat am Ende alles nach vorne geworfen, wir wurden zu hektisch und müssen es eigentlich ruhiger spielen. Younes Ebnoutalib hat ein super Spiel gemacht, hat viel gearbeitet und sich mit dem Tor belohnt. Auch Arnaud Kalimuendo hat ein Tor vorbereitet. Beide werden uns viel helfen. Wir haben mehr Intensität gezeigt, haben uns nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wenn wir so spielen, wird es für jeden Gegner schwer.“
Markus Krösche (Sportvorstand Eintracht Frankfurt): „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Es war eine sehr intensive Partie von beiden Mannschaften. Für uns ist es natürlich ärgerlich, dass wir das 3:3 noch kassieren. Aber im Großen und Ganzen war es eine gute Leistung von uns. Schade, dass wir uns nicht mit drei Punkten belohnt haben. Dortmund macht es schlau und ist weit außen. Das macht es für die Außenverteidiger extrem schwer. Sie spielen die Bälle gut und haben auch gute Spieler, die die Bälle schnell flanken. Das ist dann nicht einfach zu verteidigen. Es ist natürlich ärgerlich, wenn man drei Tore zuhause bekommt. Aber ansonsten war es ein gutes Spiel. Es ist wichtig, dass wir die Intensität gegen einen guten Gegner auf den Platz bekommen.“
…über die beiden Sturmneuzugänge: „Es freut mich sehr für Ebnoutalib. Er hat ein gutes Spiel gemacht und viel für die Mannschaft gearbeitet. Er hat die Innenverteidiger gebunden und sich mit einem Tor belohnt. Kalimuendo hat das beim Tor gut gemacht. Den Ball mit dem richtigen Timing gespielt und dann hat Younes das Tor super gemacht.“
…über den Auftritt von Santos: „Ich finde, dass Kaua ein sehr gutes Spiel gemacht hat. Er hat viele Flanken abgefangen und war mutig.“
…über das bisherige Transferfenster: „Wir wollten aufgrund der Verletzungen, die wir haben, Fähigkeit und Qualität hinzufügen. Das haben wir jetzt geschafft. Die Jungs hatten heute schon einen positiven Impact auf das Spiel. Von daher ist das sicherlich okay.“
Dino Toppmöller (Cheftrainer Eintracht Frankfurt): „Das Tor von Ebnoutalib war sensationell. Ich glaube, dass es insgesamt in der Vortragung des Angriffs schon super gespielt war. Ein diagonaler Ball in die rote Zone und eine super Bewegung von Arnaud Kalimuendo. Younes hat ein gutes Gespür für Positionierung im Rücken des Gegners. Dann nimmt er ihn nochmal mit der Sohle mit und schießt ihn so vor der Kurve rein. Das ist für ihn heute ein besonderer Tag. Das hat er sich verdient. Ich habe gestern im Training mit ihm gesprochen. Er soll auf dem Platz sein Herz lassen, der Rest kommt von allein. Er braucht sich keinen Kopf machen. Davon hat er immer geträumt. Einfach rausgehen und Spaß haben. Er hat sich direkt gut frei geschwungen und war in den Zweikämpfen präsent. Er ist ein ekliger Gegenspieler und so macht er dann eben auch das Tor. Wir haben heute grundsätzlich eine sehr gute körperliche Präsenz gezeigt. Auch was die Intensität betrifft, haben wir das Stadion mitgenommen. Das war das, was wir wollten. Ich glaube die Pause hat uns gut getan. Es war eine andere mentale und körperliche Frische heute da. Natürlich tut es weh, wenn man so spät in Führung geht, hier das Dach wegfliegt und die Emotionen überschwappen. Und dann kriegt man hinten raus noch so ein krummes Ding. Aber das ist der Weg, den wir gehen müssen. Wir haben gegen Borussia Dortmund gespielt, die in den letzten 24 Spielen nur einmal verloren haben. Sie haben extreme Qualität. Wichtig war, dass wir heute mit Mut aufgetreten sind. Wir haben das richtige Gesicht gezeigt. Dann werden die Ergebnisse auch kommen.“
…über Kalimuendo: „Arnaud hat auf einer Position gespielt, die ungewohnt ist. Er musste auf der rechten Seite verteidigen. Grundsätzlich ist er Stürmer, aber wir haben ihn auf der Position gebraucht. Wir hatten mit Ball eine bisschen andere Verschiebung. Er wird für uns ein wichtiger Spieler. Wir haben schon eine gute Intensität heute gesehen, ein gutes Spielverständnis und wie er auftritt. Seine Vorlage hat er super gemacht. Wir dürfen uns auf jemanden freuen, der richtig Qualität hat.“
Robin Koch (Eintracht Frankfurt): „Wir wollten gewinnen. Wenn man so nah dran ist, fühlt sich das jetzt extrem bitter an. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Alles reinwerfen, mit Energie rauskommen und mit unseren Fans im Rücken. Das haben wir eigentlich über 90 Minuten umgesetzt. Mit dem Abpfiff das Gegentor zu bekommen ist bitter. Den Einsatz und die Leidenschaft müssen wir auch am Dienstag wieder zeigen, um da was mitzunehmen. Ich glaube generell haben sich alle Neuzugänge heute reingehauen. Younes hat es sehr gut gemacht, dazu das Tor. Das ist natürlich umso wichtiger für uns und für ihn. Auch ‚Kali‘ kam sehr gut rein und macht den Assist. Ich habe schon zu beiden gesagt, dass es genau das ist, was wir brauchen.“
Younes Ebnoutalib (Eintracht Frankfurt): „Es war sehr, sehr krass für mich. Dass ich gleich gegen so einen Klub spielen durfte, das ist ein unglaubliches Gefühl, da muss ich auch dem Trainer danken. Ich war, als ich auf das Tor zugelaufen bin, erst einmal überfordert, denn vor solch einer Kulisse hatte ich das noch nie. Dann habe ich ihn schlecht mitgenommen und dann habe ich versucht, den Ball noch zu schießen. Ich habe ihn dann auch glücklich getroffen. Das freut mich einfach, dass ich da getroffen habe. Der Ball von Arnaud Kalimuendo war mit perfekten Timing und perfekt in die Tiefe. Wir verstehen uns schon sehr gut. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich als Frankfurter Junge hier spielen darf. Es gibt nichts Besseres. Ich gehe heute mit einem glücklichen Gefühl schlafen.“
Mahmoud Dahoud (Eintracht Frankfurt): „Über den Treffer bin ich sehr glücklich, aber irgendwie auch nicht, wenn man dann so spät noch das 3:3 kassiert. Ich habe mich entschuldigt, weil ich finde das ist das Mindeste, wenn man so lange beim Gegner gespielt hat. Am Ende ist das Unentschieden ok, aber drei Punkte wären besser gewesen.“
Felix Nmecha (Borussia Dortmund): „Ich bin nicht zufrieden, wir müssen dieses Spiel eigentlich gewinnen. Die Eintracht hatte nicht so viele Chancen und die Tore waren auch nicht richtig, richtig gut herausgespielt, es war zu einfach von uns. Aber am Ende müssen wir mit dem einen Punkt glücklich sein. Aber mit unserer Qualität müssen wir mehr mitnehmen. Wir haben das Spiel schon kontrolliert und hatten gute Phasen. Aber am Ende geht es um Momente, die haben die Frankfurter gut genutzt. Wir haben ein paar Momente nicht gut ausgespielt. Wir können trotzdem gute Sachen aus dem Spiel mitnehmen, aber wir müssen es gewinnen.“
Waldemar Anton (Borussia Dortmund): „Wir hatten die Frankfurter gut im Griff und der Elfmeter hilft ihnen. Es ist klar, dass Serhou Guirassy da nicht so hin darf, aber das weiß er selbst. Es war mehr drin. Frankfurt war sehr effizient, wir hatten den Lattenkopfball und einige Möglichkeiten. Am Ende kassieren wir ein Tor zu viel, das haben wir nicht gut verteidigt. Man nimmt den Punkt mit aber wir hatten uns mehr erhofft.“
Quellen: Eigene, „Sky“, „Sat1“






12 Kommentare
Was für eine krude Spielwahrnehmung einiger BVB Spieler…
Dortmund ist und bleibt ein unsympathischer Verein. Gerechtes Unentschieden, wenn wir diese Leistung regelmäßig bestätigen, sollte das internationale Geschäft gut möglich sein. Aber ein geordneter Spielaufbau über das Mittelfeld fehlt eigentlich noch immer. Langholz auch weiterhin, wenn auch jetzt gefährlicher:-)
Ja klar Nmecha...ihr hattet ja auch wirklich nur überragend herausgespielte Tore...einmal ein abgefälschter Schuss und ein anderes Mal fällt der Ball dem Stürmer zufällig vor die Füße. Beim Interview konnte man übrigens seine Intelligenz deutlich raushören.
Wenn ich Dortmunder wie Nmecha im Interview höre und Adeyemi auf dem Rasen sehe werde ich zum HB-Männchen , dieser Verein regt mich einfach nur auf.
Es war insgesamt ein gerechtes Unentschieden ohne Eintrachtbrille. .
Was hab ich mich aufgeregt als ich gesehen habe: knauff im Sturm und Götze auf der 6.
Toppi lernt es nie.... dann schalte ich gleich aus :)
Glückwunsch an Toppi, Krösche, die beiden neuen Stürmer und an das ganze Team für eine super Leistung heute gegen einen sau starken Gegner. Schade dass es nicht zu den 3 Punkten gereicht hat, aber so werden wir unsere Ziele erreichen.
Das ist Eintracht!
Auch wenn es natürlich bitter ist in letzter Sekunde den Ausgleich zu kassieren, so geht das Ergebnis ehrlicherweise in Ordnung. Das war ein klasse Spiel von beiden Teams. Besonders gefreut hat es mich, dass unsere Debütanten gleich zwei mal scoren konnten, Younes mit einem klasse Tor und Kali mit zwei Vorlagen. Ich denke in der Offensive sind wir jetzt mehr als gut besetzt.
Dortmund war mal ein richtig beliebter Club mit tollen Spielern, Charakteren.
Es ist viel passiert, nicht nur auf dem Rasen. Lüdenscheid-Dingsbums ist so ziemlich das Gegenteil davon, unsympathisch, arrogant, abgehoben.
Warum musste Kovac nur dort landen.
Nennt mir einen Verein, der unsympathischer ist als Dortmund. Da kommt nicht mal der FCB ran.
Ich habe das für einen sehr gewagten Zock gehalten, Younes sofort in diese Verantwortung zu bringen und das sehr ich auch retrospektiv so. Nicht wegen eines Risikos für das Spiel der SGE, sondern für ihn persönlich. In Frankfurt werden neue Spieler gerne gehypt und wenn es dann nicht so läuft, wieder sehr schnell zerstört. Nicht vom Verein, aber vom Umfeld. Das hätte mir sehr leid getan. Es ist ausdrücklich keine vorauseilende Kritik an dem Jungen gewesen, ganz im Gegenteil. Weil: Normalerweise baut man die Spieler ja behutsamer ein, aber das ging wohl jetzt nicht, wo JB noch Zeit braucht.
Aber okay, ein Risiko hat ja auch immer eine Chance auf Gelingen und mir fällt ein Stein vom Herzen, dass das voll aufgegangen ist. Ich habe was von Kritik gesehen, dass er mal zu eigensinning gegen 5 Dortmunder gehen wollte. Das war aber meiner Meinung genau richtig, weil zwei von denen schon gelb hatten.
Zum Spiel: Keine Feinkost, aber sehr spannend und kurzweilig, gute Energie. Dazu ein echt blödes Ende mit dem Ausgleich, aber damit wird man jetzt halt leben müssen. Ein spektakuläres Tor von Dahoud :-) Das hat geschmeckt.
Insgesamt hat man gesehen, dass einige die Pause echt nötig hatten. Die wirkten erholter, frischer, spritziger, auch nach der 70. Minute noch. Das zu erhalten ist eine echte Aufgabe für das Althletik Team. Und ein paar Muskelverletzungen weniger in der zweiten Saisonhälfte, das wäre auch echt gut. Vielleicht ganz gut, dass Uzun den Platz verlassen hat. Bei dem halte ich immer die Luft an, so wichtig wie der ist.
Mir macht das hier Sorgen
„ Arnaud hat auf einer Position gespielt, die ungewohnt ist“
Ist ja bei DT nichts Neues und nicht sehr oft von Erfolg gekrönt… :/
heute morgen bin ich auch entspannter. klar ärgerlich. ist jetzt aber so. was wichtig war die Präsenz auf dem Platz (hab ab der 70.Min eingeschaltet). Wir werden an der neuen Offensive Spaß haben. Kali hat jetzt schon mehr biss gezeigt als andere Spieler die nicht mehr da sind.
Und vorne sind sie noch nicht eingespielt. dafür waren gute Pässe schon dabei, wie zum 2-2 auf YE und zum 3-2 in die Tiefe auf Kali. Und nicht jeder Gegner wird so lange wie der BVB gegenhalten können. Dann gewinnen wir auch mehr Spiele denke ich. Immerhin hat der BVB auch erst einmal verloren - gg FCB.
Also ich bin in Vorfreude auf die Rückrunde, das bleibe ich auch sollten wir in Stuttgart nicht gewinnen. Dann ist nicht sofort alles schlecht. Hab aber nichts dagegen wenn wir stabiler hinten wären. wobei ein abgefälschtes Ei, und das 3-3 waren jetzt auch mehr Glück als unvermögen der Abwehr..
Jaaa, der BVB hat schon so einige fragwürdige Typen im Kader, Nmecha und Adeyemi ganz vorneweg, richtige Unsympathen (um es noch einigermaßen gesittet auszudrücken). Solche Leute will ich auch in der N11 nicht sehen!
Aber egal. Eigentlich wollte ich schreiben, dass mir der Younes richtig gut gefällt. Ein erfrischend ehrlicher und authentischer Typ, der gestern alles gegeben hat und richtig Spaß hatte! Mit dem kann man sich als Fan direkt richtig gut identifizieren. Kali auch starke Leistung, feiner Fuß und gute Übersicht.
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