Am kommenden Sonntag empfängt der 1. FSV Mainz 05 die Frankfurter Eintracht zum Rhein-Main-Duell in der Bundesliga. Dabei steht eine Personalie ganz besonders im Fokus: Jonathan Burkardt spielte elf Jahre für die 05er, erzielte in 144 Pflichtspielen ganze 45 Treffer und brachte seinem Ausbildungsverein mit dem Wechsel zur SGE letztendlich rund 21 Millionen Euro ein. Seit dieser Spielzeit spielt der gebürtige Darmstädter mit dem Adler auf der Brust und schoss in 21 Pflichtspielen wettbewerbsübergreifend elf Tore. Am 27. Spieltag kehrt Burkardt an seine alte Spielstätte zurück. Dabei wird sogar spekuliert, ob er seinen neuen Arbeitgeber als Kapitän auf den Platz führen könnte. In der vergangenen Saison war der 25-Jährige der nominelle Spielführer der Mainzer. Neu-Trainer Albert Riera machte ihn kürzlich zum Teil seines sechsköpfigen Kapitänteams in Frankfurt.
Burkardt war nicht der erste Transfer zwischen den beiden Nachbarn: Gerade in der jüngeren Vergangenheit wechselten vermehrt Spieler von Eintracht Frankfurt zu Mainz 05. SGE4EVER.de blickt auf die Transferaktivitäten zwischen beiden Vereinen seit 2000:
Unglücklicher Mainz-Ausflug für Stürmer Ngankam
Jessic Ngankam: Die halbjährige Leihe des gebürtigen Berliners von Frankfurt nach Mainz war der letzte Nachbarschafts-Deal vor Burkardt. Dabei kam der Mittelstürmer in der Rückrunde im Jahr 2024 auf nur sieben Einsätze. Viele Partien musste der heute 25-Jährige verletzungsbedingt aussetzen, zudem sperrte der DFB ihn für zwei Spiele nach einem groben Foul im Aufeinandertreffen (1:2) mit Leverkusen. Ngankam konnte während seiner kurzen Zeit in Mainz keine Torbeteiligung beisteuern. Auch bei der SGE fand er nie in seinen Rhythmus, auch durch immer wieder auftretende Verletzungen. Nach einer weiteren Leihe zu Hannover 96 ist er derzeit an den Wolfsberger AC verliehen.
Danny da Costa und Dominik Kohr: Beide Spieler wechselten zeitgleich von Frankfurt nach Mainz: Zunächst durch halbjährige Leihen im Januar 2021, dann durch Festverpflichtungen im darauffolgenden Sommer. Während Kohr der Eintracht rund 1,5 Millionen Euro einbrachte, wechselte da Costa ablösefrei. Mittlerweile gehören beide zum Stammpersonal in der Innenverteidigung, erlebten in Mainz seit ihren Wechseln aber eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Noch während ihrer Leihen gehörten die Ex-Adler zur Mannschaft, die unter Ex-Trainer Bo Svensson den sichergeglaubten Abstieg verhinderte. Mit Tabellenplatz acht und neun in den darauffolgenden beiden Saisons lief es zwar sportlich besser, doch die Saison 2023/24 wurde zum Déjà-vu für beide. Letztendlich gelang auch unter Ex-Trainer Bo Henriksen der Klassenerhalt. In der vergangenen Saison erlebten da Costa und Kohr mit der Qualifikation für die Conference League über die Bundesliga wohl ihr Highlight mit den 05ern. In dieser Spielzeit befindet sich die Mannschaft zwar erneut im Abstiegskampf, der dritte Trainerwechsel der Ära da Costa und Kohr zu Urs Fischer brachte allerdings vermehrt wieder Siege, beispielsweise am 26. Spieltag in Bremen. Außerdem setzten sich Fischers Mainzer kürzlich im Achtelfinale der Conference League gegen Sigma Olmütz durch. Im Viertelfinale wartet Racing Straßburg.
In Frankfurt entwickelten sich die Karrieren beider Spieler unterschiedlich. Der heute 32-jährige Kohr spielte nur eineinhalb Jahre für die Eintracht und konnte während dieser Zeit nicht wirklich Fuß fassen. Andererseits gehörte da Costa während seiner SGE-Zeit von Sommer 2017 bis Januar 2021 teilweise zum Stammpersonal. Der heute 32-Jährige gewann mit der Eintracht sowohl den DFB-Pokal als auch die Europa League. Besonders in der Europa-League-Saison 2018/19 mit dem Halbfinaleinzug – und dem bitteren Ausscheiden im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea – spielte er sich zum Fanliebling.
Frankfurter Eigengewächs ohne Erfolg bei deutschen Klubs
Aymen Barkok: Wie da Costa und Kohr wechselte Barkok 2022 von der Eintracht zum benachbarten FSV. Anders als seine ehemaligen Mitspieler fand der Deutsch-Marokkaner jedoch nicht seinen Hafen in Rheinhessen. Nach insgesamt 44 Auftritten für Mainz und einer zwischenzeitlichen Leihe zu Hertha BSC verließ Barkok die Mainzer nach drei Jahren. In seiner letzten Saison für die 05er kam er nur noch viermal zum Einsatz, weshalb er in der Rückrunde der Saison 2024/25 zum FC Schalke 04 ging. Mittlerweile spielt der 27-Jährige für den marokkanischen Top-Verein Raja Casablanca. Barkok wurde in Frankfurt geboren und durchlief mehrere Jugendmannschaften der Eintracht. Obwohl er in seinen 64 Auftritten im Dress der SGE teilweise überzeugte und DFB-Pokal-Sieger sowie Europa-League-Sieger wurde, konnte das Frankfurter Eigengewächs an keiner seiner Stationen in Deutschland zum Stammspieler reifen.
Stefan Bell: Innenverteidiger-Routinier Bell gehört beim Karnevalsverein aus Mainz zu den absoluten Fanlieblingen. In dieser Liste steht der 34-Jährige durch eine Leihe zu Eintracht Frankfurt in der Spielzeit 2011/12. Nach nur zwei Einsätzen in der 2. Bundesliga wurde der Leihvertrag beendet. Die Eintracht stieg später in der Saison in die Bundesliga auf. Seither verließ Bell den FSV nicht mehr und kommt auf 333 Einsätze mit 16 Toren und 14 Vorlagen.
Ex-Adler in Südkorea als Cheftrainer tätig
Du-ri Cha: Zur Saison 2003/04 verlieh Bayer Leverkusen Cha für ein Jahr nach Frankfurt. Trotz Abstieg blieb er durch einen ablösefreien Wechsel für zwei weitere Jahre, wobei in seinem zweiten SGE-Jahr der Wiederaufstieg gelang. Während dieser Zeit absolvierte der gebürtige Frankfurter mit südkoreanischem Pass 95 Pflichtspiele für die Hessen. Der vielseitige Spieler traf 13-mal und legte zwölf weitere Tore vor. Nach diesen drei Jahren zog Cha zum 1. FSV Mainz 05 weiter, ebenfalls ablösefrei. In Mainz blieb er nur ein Jahr, ehe er nach 13 Einsätzen und dem Abstieg der Mainzer zur TuS Koblenz ging. Der 45-Jährige ist heute als Cheftrainer beim südkoreanischen Zweitligisten Hwaseong FC tätig.
Michael Thurk: Ein weiterer gebürtiger Frankfurter: Thurk machte seine ersten Schritte im Profifußball ab 1999 beim 1. FSV Mainz 05. Nach einem einjährigen Abstecher zu Energie Cottbus holte ihn sein Ex-Klub im Sommer 2005 für rund 200.000 Euro zurück. Nur ein Jahr später bezahlte die Eintracht unter Ex-Trainer Friedhelm Funkel rund 1,5 Millionen Euro für ihren neuen Mittelstürmer. Thurk schoss in zwei Jahren in Frankfurt in 47 Partien sieben Tore. Danach ging es für rund 250.000 Euro zum FC Augsburg in die 2. Bundesliga. Für die 05er war der Stürmer während seiner Spielerkarriere am erfolgreichsten. Für 64 Treffer sowie 29 Vorlagen brauchte er nur 202 Auftritte im Trikot der Mainzer. Mittlerweile ist der 49-Jährige nach Mainz zurückgekehrt, dort arbeitet er als Scout.
Der Weg von Frankfurt nach Mainz und umgekehrt ist also nicht nur geografisch kurz, sondern auch auf dem Transfermarkt. Immer wieder gibt es Gerüchte, Spieler würden nach einem Wechsel innerhalb der beiden Vereine nicht einmal umziehen. Am kommenden Sonntag um 15:30 Uhr könnten mit Burkardt, da Costa und Kohr drei Spieler auf dem Spielfeld stehen, die bereits das Trikot des Gegners getragen haben. Des Weiteren kamen auch in der jüngeren Vergangenheit wieder Gerüchte zu weiteren Transferdeals der beiden Nachbarn auf. So wurden kürzlich Gerüchte über einen Transfer von Paul Nebel zur SGE heiß. Durch den im Sommer 2027 auslaufenden Vertrag des 23-Jährigen hätte die Eintracht die Chance, die Dienste des Offensivspielers für zehn bis 15 Millionen Euro zu erhalten, berichtete kürzlich die „Bild-Zeitung“.






Keine Kommentare
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.