Geht er, wenn es am schönsten ist? Silvas Abgang wird wahrscheinlicher. (Foto: Heiko Rhode)

Fans von Eintracht Frankfurt reiten seit 2018 eine Welle der Euphorie. Nach dem Pokalsieg folgten berauschende Europa-League-Nächte, die die SGE bis ins Halbfinale brachten. Längst haben die Mainstädter das Image der „Grauen Maus“ abgelegt. Und dennoch bleiben manche Dinge beim Alten: Der Erfolg hat einen Preis. Die besten Spieler der Eintracht spielen sich derart ins Rampenlicht, dass größere Vereine unmoralische Angebote unterbreiten. Nach den Europa-League-Festen der Saison 2018/2019 stand fest: Die sogenannte „Büffelherde“, bestehend aus den Angreifern Ante Rebic, Luka Jovic und Sébastien Haller, gehörte zur Frankfurter Historie. Und nun, etwa zwei Jahre später, scheint sich die Geschichte zu wiederholen: André Silva, der kurz davor ist, den vereinsinternen Rekord von 26 Saisontreffern einzustellen, steht wahrscheinlich vor dem Absprung. Sollte er gehen? Sollte er bleiben? Welche Chancen und Risiken würde dies für den Spieler und die Eintracht bedeuten? Dies soll nun einmal genauer analysiert werden.

Spielerperspektive: Wechsel könnte Sinn machen

Faktisch spielt André Silva die beste Saison seiner Karriere. Und dabei ist der mittlerweile 25-Jährige Stürmer schon gut rumgekommen: FC Porto, FC Sevilla und AC Mailand hießen die bisherigen Stationen des Portugiesen. Cristiano Ronaldo adelte Silva einst als dessen designierten Nachfolger in der portugiesischen Nationalmannschaft, doch die Entwicklung des Stürmers kam zwischenzeitlich gewaltig ins Stocken. Nach einer recht erfolgreichen Zeit beim FC Porto wechselte Silva im Sommer 2017 für 38 Millionen Euro in die italienische Serie A zum AC Mailand. Dort konnte er sich nicht so richtig durchsetzen. Daher wurde er nach nur einer Saison zum FC Sevilla in die „LaLiga“ weiterverliehen. Gleich im ersten Spiel schnürte er einen Dreierpack und zeigte sich auch in den folgenden Spielen formstark. In den ersten sieben Spielen erzielte Silva sieben Tore. Danach ging es abwärts. Lediglich zwei weitere Tore ließ er in 20 folgenden Spielen folgen. Danach setzte ihn eine Verletzung außer Gefecht. Die Leihe wurde beendet und Silva kehrte 2019 zum AC Mailand zurück. Zu dem Verein, bei dem er sich erneut nicht durchsetzen konnte.

Der Wechsel zur Eintracht vor zwei Jahren war somit so etwas wie Silvas letzte Chance, die so verheißungsvolle und hochgepriesene Karriere noch einmal anzukurbeln. Und das gelang. In seiner ersten Saison bei den Hessen erzielte er in 25 Spielen ordentliche zwölf Saisontore. Und in der derzeitigen Saison sprengt er alle Erwartungen. Aktuell steht Silva in 29 Spielen bei 25 Toren und sieben Vorlagen. Kein Wunder also, dass er sich auf den Einkaufszettel zahlreicher Top-Klubs gespielt hat.

Die heißeste Spur führt derzeit wohl zurück nach Spanien, wo Atletico Madrid ein Kandidat auf eine Silva-Verpflichtung ist. Dort spielt Luis Suárez seine wohl letzte Saison, sodass sich eine Lücke im Sturm auftun wird. Eine Lücke, die Silva füllen könnte. Neben der Chance auf eine regelmäßige Champions-League-Teilnahme wäre die spanische Hauptstadt auch wesentlich näher an Silvas portugiesischer Heimat. Und Atletico wäre der logische nächste Schritt für den Stürmer. Von den finanziellen Aspekten, die mehr für Madrid als für Frankfurt sprechen werden einmal abgesehen.

Ob er sich bei Atletico durchsetzen würde, kann keiner wissen. Der Erfolgsdruck dort wird sehr viel höher sein als in Frankfurt und natürlich bestünde das Risiko, dass Silva seine Leistungen nicht bestätigen könnte. Dennoch – für ihn eröffnet sich eventuell genau jetzt diese möglicherweise einmalige Möglichkeit.

Eintracht-Fans argumentieren dieser Tage damit, dass es bei der Eintracht zum ersten Mal richtig läuft für den Knipser – also warum sollte er der Mainmetropole jetzt den Rücken kehren? Es stimmt, bei der Eintracht läuft es wie am Schnürchen für den 25-Jährigen. Aber jetzt erfolgt ein großer Umbruch. Selbst wenn die Champions League erreicht werden sollte, so muss sich Markus Krösche als neuer Sportvorstand erst einmal beweisen und es steht auch immer noch kein Nachfolger für den scheidenden Cheftrainer Adi Hütter fest. Diese Unsicherheit könnte durchaus der entscheidende Nachteil im Kampf um Silva werden. Kurzum: Die Eintracht versäumte es in den letzten Wochen, Argumente für einen Silva-Verbleib zu sammeln. Aus Spielerperspektive stellt sich also nur die Frage, wo man sich komplett neuen Bedingungen stellen möchte – in Frankfurt oder in Madrid? Ein Wechsel könnte also durchaus Sinn ergeben für den Spieler.

Aus Sicht der Eintracht: Keine allzu großen Hoffnungen auf Verbleib 

Ein Abgang Silvas würde die Hessen eine ähnliche Situation bringen, wie der Abgang von Luka Jovic im Sommer 2019. Zwar winkt eine Menge Geld beim Verkauf Silvas. Aber ein so erfolgreicher Stürmer muss auch erst einmal ersetzt werden. Es ist unwahrscheinlich, dass Silva bei einem Transfer weniger als 30 Millionen Euro einbringen würde. Eine Ausstiegsklausel soll es wohl dem Vernehmen nach nicht geben, sodass die Eintracht die Zügel bei Verhandlungen mit anderen Vereinen selbst in der Hand hätte.

Sollte die Champions League auf den letzten Metern noch verspielt werden, so bräuchte man sich keiner Illusion hingeben: Silva wäre dann nicht zu halten. Und auch so sickerte in den letzten Tagen und Wochen durch, dass man sich bei den Hessen wohl keine allzu großen Hoffnungen auf einen Verbleib des Topstürmers mache. Als Jovic die SGE 2019 verließ, brachte er eine enorme Geldsumme ein und auch gab es damals keine so großen personellen Umbrüche in der Chefetage. Der Wechsel zu Real Madrid erschien wie eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Heute ist das Ganze etwas anders. Zwar kassiert die Eintracht eine saftige Ablöse, aber die dürfte weniger hoch ausfallen als bei Jovic, da Silva kein Talent-Bonus mehr einspielen wird. Zudem würde neben Sportvorstand Fredi Bobic und Cheftrainer Adi Hütter auch noch der erfolgreichste Torschütze den Verein verlassen, sodass noch eine Stütze des Erfolges wegbräche. Um das Ganze noch einmal faktisch zu belegen: André Silva ist mit 25 Toren der beste Schütze der Hessen. Auf Platz Zwei steht bei der Eintracht Daichi Kamada mit lediglich fünf Toren. Der sportliche Erfolg in dieser Saison hängt also maßgeblich am Portugiesen. Fatal könnte es für den Verein werden, sollte ein Wechsel vor Saisonende durchsickern – und somit noch mehr Verunsicherung gestreut würde. Es steht einiges auf dem Spiel für die Eintracht und es wird wohl der  schwierigster Sommer der letzten Jahre werden für den hessischen Bundesligisten.

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54 Kommentare

  1. @50

    Younes und Durm kann man da auch noch zu zählen…

    wichtig ist ,dass sie alles…Alles für sich ,alles für den Verein und alles für uns Fans… Dann verzeiht man auch gerne Mal ein schwaches Spiel…hinti zeigt wie es geht

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  2. @@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@39. Hooliganverachter

    Alles gut!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Habe ich auch so verstanden

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  3. @@@34. lebbe geht weider
    04.05.2021 – 13:13 Uhr
    Doppeltes Gehalt.Da kriegt der der Finanzvorstand einen BLUTSTURZ.Das kann sich die Eintracht nicht leisten. Wie ich schrieb in Punkt Ablöse da geht was.Aber auch da ist eine Kosten/Nutzen Rechnung nicht aussen vor.Da haste die Startgebühr schon verteilt.Und Silva ´s letzte Erhöhung ist nicht lang her. Und du öffnest die Schleusen. Von den Punktprämien würde ich nichts einrechnen.Das sehe ich als BONI. Ausserdem gibts letztes Jahr Deckungslücke und auch die nächste Saison.Wenn ein Verein das mitmacht wäre Ende Hinrunde eine Idee. Aber an sowas glaube ich nicht.Da müsste die Eintracht auch wieder auf etwas verzichten.
    Krösche !!!!!!. Nachfolger finden und Schufa Auskunft einholen.!!!!!!!!

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  4. Sollte die SGE kommende Saison Teil der CL sein, tut sich Silva sicher keinen großen Gefallen, wenn er wechselt. Hier hat er einen Stammplatz und, unabhängig vom neuen Trainer, eine klare Perspektive. Ob das bei Atlético und Co. der Fall sein wird, muss erst noch bewiesen werden. Bei seinem Werdegang weiß Silva das auch.
    Sehr nützlich wäre es dabei auch, wenn die Verpflichtung des neuen Trainers nicht noch länger auf sich warten ließe.
    Dann hätten Verein, Mannschaft und wir Fans endlich Sicherheit…

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