Kevin Trapp ist geschlagen. Wolfsburgs Mehmedi trifft in der 31. Minute zum 0:1.

1:2 unterliegt die Frankfurter Eintracht  dem VfL Wolfsburg am Sonntagabend. Die ungeschlagene Serie von elf Spielen in Folge endet somit, in einer uninspirierten Vorstellung der Hessen. Über weite Teile konnte die Mannschaft von Adi Hütter nicht ihr gefürchtetes Tempo auf den Platz bringen. Der späte Anschlusstreffer von Luka Jovic reichte nicht.

Viele Chancen aber kein Tor

Der, von einigen Fans befürchtete, Stimmungsboykott in der ersten Hälfte blieb aus. Gewohnt lautstark hörte man die Nordwestkurve die Mannschaft auf dem Platz unterstützen. Von Beginn an gehörte das Spiel den Frankfurtern. Zwar konnten die Wölfe zu jederzeit mehr Ballbesitz verzeichnen, allerdings nicht eine gefährliche Torchance erspielen. Ganz anders die SGE, die in der Anfangsviertelstunde bereits vier Torschüsse auf dem Konto hatte. Der gefährlichste von Jonathan De Guzman, der nach einem Kostic-Pass in den Rücken der Abwehr, nur den Pfosten traf. Ohnehin hätten die Hessen früh führen können. Nach einer zauberhaften Hacken-Ablage von Sebastien Haller startete Ante Rebic in den Strafraum und wurde von William zu Fall gebracht. Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied auf Strafstoß, das Stadion jubelte. Doch der Video-Schiedsrichter korrigierte die Entscheidung, das Foul hatte einige Zentimeter vor dem Strafraum stattgefunden. Filip Kostic nagelte den Ball in die Mauer.

Die Wölfe werden stärker

Die Wolfsburger fanden nach guten zwanzig Minuten besser in die Partie und umgingen das Frankfurter Pressing, in dem sie auf einen geordneten Spielaufbau in weiten Teilen verzichteten und stattdessen mit langen Bällen in die Spitze agierten. So bildeten die Wölfe im Spielaufbau meist ein 4-2-4 System und schlugen Flugbälle auf den großen Stürmer Weghorst, der sich gegen den deutlich kleineren Makoto Hasebe positionierte. Die Hessen bekam so kaum noch Zugriff auf das Spiel. In der 31. Minute war es dann soweit, nach einem Konter spielten die Wolfsburger den Ball in den Rücken des aufgerückten Danny Da Costa. Mehmedi vollendete eiskalt in die lange Ecke. Im Anschluss neutralisierten sich beide Teams bis zur Halbzeit.

Hütter stellt auf volle Offensive

Die Adler wollten den Ausgleich und nur drei Minuten nach wieder Anpfiff verpasste Jovic einen Freistoß von De Guzman nur um Zentimeter. Doch die Wölfe machten schnell klar, dass sie gar nicht daran dachten die Führung her zu geben und wälzten sich bei jeder Gelegenheit auf dem Boden umher und spielten wann immer möglich auf Zeit. Schiedsrichter Stegemann macht hier keine gute Figur und hatte sich mit drei frühen Gelben Karten unnötig selbst unter Druck gesetzt. Erst in der 60. Spielminute gelang den Frankfurtern wieder eine nennenswerte Offensivaktion. Kostic schickte Rebic den Flügel entlang, der vernaschte gleich zwei Wolfsburger, konnte im Anschluss allerdings den Ball nicht behaupten. Es sollte allerdings eine Art Weckruf sein. Die Eintracht erhöhte ihr Tempo merklich, auch die Fans waren wieder da. Hütter bracht Mijat Gacinovic und erneut Jetro Willems im Zentrum für Gelson Fernandes und De Guzman und gab damit die Marschrichtung vor: Attacke.

Ginczek nimmt den Wind aus den Segeln

Nun zeigte die Eintracht endlich wieder die Form der vergangenen Wochen. Mit viel Tempo stürmten die Männer vom Main auf den Kasten von Casteels. Erst forderte Rebic einen Elfmeter, nach einem Handspiel, bekam ihn allerdings nicht. Kurz darauf erzielte Haller den vermeintlichen Ausgleich. Da Costa stand allerdings bei seiner Vorlage im Abseits, der Treffer zählte nicht. Im direkten Gegenzug erhöhte Ginczek nach Flanke von Rexhbecaj zum 0:2. Der zweite Gegentreffer nahm den Frankfurtern den Wind aus den Segeln, statt mit viel Tempo, agierten die Hessen nun vermehrt mit Flanken aus dem Halbfeld, die keinen Abnehmer fanden. In der 80. Minute konnte Casteels einen Schuss von Gacinovic nicht festhalten, im nachgreifen rettete er den Ball auf der Linie. Die SGE drückte  nun wieder nach vorne und der VfL, nun in einem engen 5-3-2 System, nahm jede Möglichkeit war, Zeit von der Uhr zu nehmen. In der 88. Minute chippte dann Willems einen Freistoß in den Rücken der Wolfsburger Abwehr, Haller stieg hoch und legte auf Jovic quer, der nur noch einschieben brauchte. Es war der gefühlt erste Ballkontakt des Serben. Der Sturmlauf der Adler in den fünf Minuten der Nachspielzeit blieb erfolglos, die Hessen mussten sich dem VfL nicht ganz unverdient geschlagen geben.

 

 

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8 Kommentare

  1. Es gibt solche Spiele. Nur jetzt nicht gleich wieder alles in Frage stellen.
    Neben viel Pech, fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen, fehlte es heute allerdings mit zunehmender Spielzeit auch an Struktur in unserem Spiel.
    Trotzdem, der Einsatz hat gestimmt und
    gegen Hertha läuft es wieder.
    Es war jedoch auch heute erkennbar, wo und dass im Wintertransferfenster nachgebessert werden muss. Ausfälle im Defensivbereich können einfach nicht kompensiert werden. Die Saison ist noch lange und noch sind wir in zwei Wettbewerben aktiv.

  2. Es wäre noch Zeit gewesen, hätte man sich nicht immer wieder in sinnlose Rangeleien und Diskussionen verfangen. Auch das 30-sekündige Abputzen des Balles vor jedem nichteinbringenden Standard von de Guzman war verschenkte Zeit.
    Aber okay, grundsätzlich hat man heute mit einer ungeordneten Defensive selbst aus dem Spiel genommen. Russ und da Costa ließen Ihre Seite derart oft offen, Stellungsspiel war bei beiden und bei N’Dicka heute nicht wirklich vorhanden. Die Offensive hat sich zu oft im Dribbling verzettelt, anstatt einfach mal bei diesem nassen Rasen den schnellen flachen Abschluss zu suchen. Nun ja, es musste irgendwann ja mal der Knick in der Serie kommen……aber ich dachte da nicht an die Wolfsburger……eher an Leverkusen. Schade. Aber ich hoffe weiterhin auf 30 Punkte bis zur Winterpause, auch wenn es bei den verbleibenden Spielen einem Wunder gleichen würde 🙂

  3. Denke dass Russ bald ausm Kader rotiert. Salcedo ist da der wesentlich bessere Back-up. Russ hätte zu hz raus gemusst. Kann keine 90 min mehr auf tiefem rasent

  4. Heute hat bei allen ein bisschen gefehlt und fortuna war heute auch nicht auf unserer Seite. War im Stadion und muss sagen das mir der Schiri heute ueberhaupt nicht gefallen hat. 12. Wolfsburger ueberspitzt gesagt. Auch wie Adi zusammenfasst stimmt. Die letzten 5-10% haben gefehlt. Marseille Spiel steckte wohl noch etwas in den Knochen.

  5. Tja das der Handelfmeter nicht gegeben wird ist wahnsinnig…. Aber letztlich haben wir das spiel hinten verloren

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