Die Gruppenphase der Weltmeisterschaft ist für fünf weitere Spieler von Eintracht Frankfurt beendet. In den Partien am gestrigen Abend und in der Nacht war aus SGE-Sicht einiges geboten. Während einige Adlerträger mit ihren Nationen den Sprung in die K.O.-Phase schafften, endete das Turnier für andere bereits frühzeitig. Besonders erfreulich: Ritsu Doan und Can Uzun setzten spielentscheidende offensive Akzente, Elye Wahi überzeugte nach seiner Einwechslung. Nathaniel Brown fehlte wie bereits erwartet verletzungsbedingt und Ellyes Skhiri erlebte erneut einen bitteren Abend.
Nathaniel Brown fehlt bei deutscher Niederlage gegen Ecuador
Die deutsche Nationalmannschaft musste im letzten Gruppenspiel die erste Niederlage hinnehmen und unterlag Ecuador mit 1:2. Brown kam dabei nicht zum Einsatz: Der Linksverteidiger der SGE pausierte aufgrund leichter muskulärer Beschwerden. Am Abend vor der Partie machten zudem Meldungen über eine Einigung zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern München bei einem möglichen Transfer die Runde.
Deutschland erwischte einen Blitzstart und ging nach Vorarbeit von Florian Wirtz durch Leroy Sané bereits in der 2. Minute in Führung. Die Anerkennung des Treffers sorgte jedoch für Diskussionen, denn kurz vorher hatte Aleksandar Pavlovic den Ball mit der Brust angenommen und die Kugel dann auf Kopfhöhe mit dem Fuß weitergespielt. Nach der Weitergabe touchierte er leicht Gegenspieler Pedro Vite. Für Schiedsrichterin Tori Penso war die Szene aber noch in Ordnung. Ecuador antwortete jedoch schnell: Nach einem Ballverlust von Felix Nmecha spielte der eben erwähnte Vite den Ball auf Nilson Angulo, der durch einen Distanzschuss aus rund 22 Metern in der 9. Minute für den Ausgleich sorgte. Die Entscheidung fiel spät: Nach einer Ecke traf Gonzalo Plata in der 77. Minute zum 2:1-Endstand.
Auffällig aus SGE-Sicht: Deutschlands linke Seite wirkte ohne Brown defensiv deutlich anfälliger. Sein Vertreter David Raum konnte nicht die Stabilität ausstrahlen, die der Frankfurter zuletzt ins deutsche Spiel gebracht hatte. Trotz der Niederlage zieht Deutschland als Gruppensieger ins Sechzehntelfinale ein. Die möglichen Gegner sind Südkorea, Schottland, Australien, Paraguay und Schweden. Welcher Gegner es letztlich wird, entscheidet sich erst nach Abschluss der Gruppenphase, wenn die acht besten Gruppendritten feststehen.
Elye Wahi sammelt Pluspunkte
Im zweiten Spiel der Gruppe E gewann die Elfenbeinküste um Elye Wahi gegen Curacao souverän mit 2:0 und zog erstmals in ihrer WM-Geschichte in die K.O.-Runde ein. Der Stürmer, der von der Eintracht am Ende der abgelaufenen Saison in die Ligue 1 zu OGC Nizza verliehen wurde, begann zunächst auf der Bank, brachte nach seiner Einwechslung aber sofort frischen Schwung.
Die Ivorer gingen früh durch Nicolas Pépé in Führung, der bereits in der 7. Minute traf. Lange blieb die Partie unspektakulär, ehe der Offensivspieler des FC Villarreal in der 64. Minute mit seinem zweiten Treffer alles klarmachte. In der 67. Minute kam Wahi dann für den Doppeltorschützen ins Spiel, der sich direkt aktiv zeigte und in der 87. Minute beinahe selbst getroffen hätte. Nach einer Hereingabe fehlten nur Zentimeter, ehe Curacao-Verteidiger Armando Obispo in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Angreifer klärte. Zwei Minuten später forderte Wahi nach einem robusten Zweikampf im Strafraum Elfmeter, Schiedsrichter Glenn Nyberg ließ jedoch weiterspielen. Die Elfenbeinküste zog als Gruppenzweiter ins Sechzehntelfinale ein, wo sie entweder auf Frankreich oder Norwegen trifft.
Ritsu Doan glänzt als Vorlagengeber
Japan und Schweden trennten sich in einem intensiven Gruppenspiel mit 1:1. Das Remis reichte beiden Teams für den Einzug in die nächste Runde. Der Frankfurter Ritsu Doan stand dabei wie in den ersten beiden Gruppenspielen erneut in der Startelf der „Samurai Blue“.
Nach einer eher zähen ersten Halbzeit mit wenig Torchancen auf beiden Seiten sorgte der SGE-Offensivspieler kurz nach dem Seitenwechsel für den spielerischen Höhepunkt der Partie. In der 56. Minute kombinierte sich Japan stark durchs Zentrum: Doan spielte zunächst einen cleveren Doppelpass mit Ayase Ueda und steckte anschließend perfekt auf Daizen Maeda durch, der eiskalt zur Führung einschob. Schweden antwortete durch Anthony Elanga in der 62. Minute mit dem Ausgleich. Vier Minuten später endete dann Doans Arbeitstag, denn er wurde in der 66. Minute für Junya Ito vom KRC Genk ausgewechselt. Es blieb beim Unentschieden. Sein Assist unterstrich einmal mehr seinen Wert für das Offensivspiel der Asiaten. Am kommenden Montag trifft Japan dann in der K.O.-Phase auf Brasilien.
Can Uzun liefert Assist zum Siegtor
Für Can Uzun gab es trotz des bereits feststehenden Ausscheidens der Türkei ein Erfolgserlebnis. Beim spektakulären 3:2 gegen die USA setzte der Offensivspieler als Joker ein Ausrufezeichen.
Die Partie bot reichlich Unterhaltung. Die USA gingen nach einer Ecke früh durch Auston Trusty in Führung (3.), doch die Türkei drehte das Spiel durch Treffer von Arda Güler (10.) und Orkun Kökçü (31.). Nach dem 2:2 der Amerikaner durch einen Dropkick von Sebastian Berhalter in der 49. Minute schien vieles auf ein Remis hinauszulaufen. Dann kam Uzun. In der 84. Minute eingewechselt, wurde der Frankfurter in der Nachspielzeit zum entscheidenden Faktor. In der achten Minute der Nachspielzeit erreichte ihn eine Flanke von Güler am linken Fünfmeterraumeck. Uzun behielt die Übersicht, spielte den Ball clever durch die Beine von Matt Turner in die Mitte, wo Kaan Ayhan, selbst ein ehemaliger Adlerträger, zum 3:2-Sieg einschob. Damit durfte Uzun das Turnier mit einem kleinen Erfolgserlebnis beenden.
Erneut bitterer Abend für Ellyes Skhiri
Für Ellyes Skhiri verlief der WM-Abschluss dagegen erneut unglücklich. Tunesien verlor mit 1:3 gegen die Niederlande und verabschiedete sich punktlos aus dem Turnier. Der Frankfurter Mittelfeldspieler stand erneut in der Startelf. Mit seinem neunten WM-Einsatz ist er nun alleiniger Rekordspieler der Nordafrikaner.
Bereits kurz nach Anpfiff geriet Tunesien in der dritten Minute in Rückstand und Skhiri spielte dabei eine unglückliche Rolle. Eine scharfe Hereingabe von Denzel Dumfries lenkte der Frankfurter ungewollt mit dem Schienbein ins eigene Tor. Ein bitterer Moment für den Tunesier, der auch bei der Eintracht auf eine schwierige Saison zurückblickt. Nur vier Minuten später erhöhte Brian Brobbey auf 2:0. Immerhin zeigte Skhiri danach Moral. In der 51. Minute verhinderte er mit einer starken Rettungsaktion auf der Linie das mögliche 0:3. Tunesien verkürzte durch Hazem Mastouri in der 54. Minute, ehe die Niederlande in der 62. Minute durch ein Kopfballtor von Jan Paul van Hecke den alten Abstand wiederherstellte. Es blieb beim 1:3 aus Sicht der Tunesier. Für Adi Hütter dürfte zum Trainingsstart der SGE daher auch im mentalen Bereich einiges an Arbeit auf Skhiri warten.






Ein Kommentar
Wer sind denn die anderen drei Eintrachtler neben Uzun und Skhiri, die ausgeschieden sind?
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