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Axel Hellmann (von links nach rechts), Markus Krösche und Mathias Beck sind sich einig: Keine externen Investoren bei Eintracht Frankfurt. Foto: IMAGO / HJS

US-Investor will bei Eintracht einsteigen – Krösche und Beck lehnen ab

Steigt bald ein Investor bei der Frankfurter Eintracht ein? Im deutschen Fußball besagt die 50+1-Regel, dass es Kapitalanlegern nicht gestattet ist, die Stimmenmehrheit innerhalb der Kapitalgesellschaft eines Fußballvereins zu übernehmen. Wenn es nach US-Investor John Textor gehen würde, dann sollte diese Regel so schnell wie möglich abgeschafft werden. Der 60-Jährige würde nämlich gerne mit seiner Dachgesellschaft Eagle-Football-Holdings bei der SGE einsteigen.

Eagle-Football-Holdings besitzt mehrere europäische Klubs

Das äußerte er in der „WDR“-Doku „Inside Fußball – Wer kauft das Spiel“, in der auch die Eintracht vom Main eine Rolle spielt. Als Begründung, wieso der Tech-Unternehmer ausgerechnet am Frankfurter Traditionsverein interessiert sei, nannte er eine emotionale: „Ich bin Eintracht-Frankfurt-Fan!“, sagte Textor. Zuvor investierte er bereits bei mehreren internationalen Klubs: Im Jahr 2022 kaufte er beispielsweise 90 Prozent der Anteile vom brasilianischen Topklub Botafogo. In Frankreich gehören ihm 77 Prozent von Olympique Lyon. Zudem besaß er 40 Prozent von Crystal Palace, die er gezwungenermaßen wieder verkaufte. Für die laufende Spielzeit qualifizierten sich sowohl Lyon als auch Crystal Palace für die Europa League. Die UEFA verhinderte eine Teilnahme beider Vereine jedoch aufgrund der Multi-Club-Ownership Textors. Am Ende durfte der englische Verein, der noch bis Ende der Saison von Ex-SGE-Trainer Oliver Glasner trainiert wird, trotz des Verkaufs nicht an dem europäischen Wettbewerb teilnehmen. Bis heute wird diese Geschichte dem Investor in Palace-Fankreisen negativ ausgelegt.

Besonders verbunden zur Stadt Frankfurt fühle sich der Milliardär wegen eines Straßennamens: „Weil die Textorstraße mitten in Sachsenhausen liegt“, gab er an. Doch die Liebäugeleien des US-Amerikaners wurden im Umfeld der Frankfurter Eintracht anders aufgenommen, als dieser sich das wohl gewünscht hätte: Eintracht-Präsident Mathias Beck schob dem Ganzen den Riegel vor. „Nur weil es die Textorstraße in Frankfurt gibt, wird es keinen Investor geben, der John Textor heißt. Das wird nicht passieren!“, sagte der 55-Jährige im Gespräch mit der „Bild-Zeitung“.

SGE-Verantwortliche gemeinsam gegen externe Investoren

Ohnehin seien sich die Verantwortlichen der Eintracht beim Thema Investoren sowie Multi-Club-Ownership einig. Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann kam selbst im Film des „WDR“ vor und sagte: „Man muss sich mit Regeln beschäftigen, die es am Ende Investoren nicht so einfach machen, Klubs zu kaufen und dann Spieler von A nach B zu schieben.“ Sportvorstand Markus Krösche wies erst beim Spobis-Kongress im Februar in Hamburg darauf hin, dass er Mehrheitsbeteiligungen im Profifußball für gefährlich halte. Zudem gastierte Krösche bei der Premiere der Doku in der Astor Film Lounge im Frankfurter MyZeil. Laut Angaben der „Frankfurter Rundschau“ habe sich der 45-Jährige dort verwundert über die Äußerungen John Textors gezeigt, den er vorher nicht gekannt haben soll.

Gegenüber der „Bild“ fasste Beck die interne Einigkeit zu dem Thema noch einmal zusammen: „Textor ist das beste Beispiel, warum Investoren kritisch gesehen werden und warum wir diesen Weg strikt ablehnen. Wir haben bei Eintracht Frankfurt alle zusammen eine klare Linie in diesem Thema: 50+1 und vernünftiges Wirtschaften. Keine Fantastereien und Selbstdarsteller.“ So schnell wird also kein externer Investor bei Eintracht Frankfurt einsteigen dürfen.

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9 Kommentare

Fallback Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 1. eldelabeha 17. April 26, 19:25 Uhr

Sehr gut, auf einen externen Investor kann ich gut und gerne verzichten. Am Ende werden dann Spieler zwischen den Teams rumgeschoben und wenn wir zeitgleich mit einem seiner anderen Vereine in einem Wettbewerb sind, steigt er wieder aus.
Bringt nur Unruhe und eine Einschränkung unserer Autonomie.

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Fallback Avatar 2. Willideville 17. April 26, 19:27 Uhr

Einen Club kaufen, weil es eine Strasse gibt, die seinen Namen trägt??
Gibts ausser dem Orange Utan anscheinend noch mehr Bekloppte da drüben.

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Avatar 3. la bestia blanca 17. April 26, 20:22 Uhr

Bitte nicht!!

Hertha BSC und 1860 München sollen mahnende Beispiele bleiben, wie solch ein Investoreinstieg enden kann/wird!
Früher oder später wird ein Investor bei jeder Entscheidung mitreden wollen, sodass ein Chaos vorprogrammiert ist.

Lieber klamm jedoch frei anstatt eine Investormarionette zu sein.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 50 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 4. Ball 17. April 26, 21:21 Uhr

Hatten wir schon mal, brauchen wir nicht nochmal.
Wer alt genug ist erinnert sich an das Kapitel Octagon. Wer zu jung ist, sollte das googlen.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 5. Handballer85 17. April 26, 23:38 Uhr

Sehr gut ! Klare Kante gegen solche ominösen Investoren ! Von wegen er ist Eintracht Fan und crystal palace und Lyon und Botafogo Fan ist er auch noch. Oder gibts da auch die textorstrasse überall ?

Wenn uns wirklich mal irgendwann so etwas bevorsteht dann bitte jemand regionales ! Der zumindest wirklich die Eintracht im Herzen trägt ! Am liebsten aber gar nicht !

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Ob Stehblock, VIP-Loge, Currywurst oder Handkäs-Häppchen - Hauptsache SGE4EVER.de! Denn der User unterstützt das Onlinemagazin mit einem monatlichen oder jährlichen Betrag und genießt zudem besondere Vorteile: Werbefreiheit, Gewinnspiele etc. 6. Scheppe Kraus 18. April 26, 01:26 Uhr

Freakig...Tatsächlich komme ich gerade vom Kanonesteppel aus Sachsenhausen (in der Textorstraße) nach Hause zurück und lese diese Meldung. 😁

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Fallback Avatar 7. Jay-Jay83 18. April 26, 08:40 Uhr

Ist wie mit der angestrebten Annexion Kanadas oder Grönlands - nur Amis bringen das nötige Level an Arroganz mit, um so was komplett ernst gemeint in den Raum zu stellen, ohne es wirklich beleidigend zu meinen.
Wie sagte schon Moses Pelham: Von denen halte ich überhaupt nix, höchstens Abstand.

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Fallback Avatar 8. Sammy94 18. April 26, 08:58 Uhr

Gute Bildauswahl - guckt Euch das mal an:

die drei wurden klatschnass gemacht, das würde uns auch bevorstehen wenn so ein Investor kommt, ich habe das schon einmal erlebt da war Octagon die haben 50 Mio reingepumpt in unsere SGE, das Ergebnis war ein paar Jahre später waren wir pleite und der Lizenzentzug war beschlossenen Sache, bis eine Bankbürgschaft drei Tage vor der Deadline kam und Container-Willy und uns rettete. Unterhaching hatte beantragt, dass diese Bürgschaft ungültig war, das war eine groteske Aktion, weil sie behaupteten ein Fax sei nicht gültig, also wurde ein Bankazubi beauftragt, dass vom Vorstand unterschriebene 2. Original zum DfBäh zu fahren...

Und dieser Azubi rief mich an und erklärte mir, dass er soeben mitgeholfen habe die SGE zu retten. Schee wars damals und auch spannend. Und die BLÖD-Zeitung bekam keinen Wind davon, gut so...

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Fallback Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 9. eldelabeha 18. April 26, 11:26 Uhr Zitat - Handballer85 Sehr gut ! Klare Kante gegen solche ominösen Investoren ! Von wegen er ist Eintracht Fan und crystal palace und Lyon und Botafogo Fan ist er auch noch. Oder gibts da auch die textorstrasse überall ? Wenn uns wirklich mal irgendwann so etwas bevorsteht dann bitte jemand regionales ! Der zumindest wirklich die Eintracht im Herzen trägt ! Am liebsten aber gar nicht ! Path

Gibt es ja bereits und wenn es so läuft ist das auch eine super Sache.
Regionale Netzwerke, die eher stille Anteilseigner sind (Freunde der Eintracht Frankfurt AG, Freunde des Adlers).
Die haben uns ja auch schon Mal auf der Patsche geholfen.

Aber solche Netzwerke sind viel besser als einzelne Großinvestoren. Einmal weil dann keiner alleine viel Macht hat und außerdem, weil es auch kein so großes Problem ist, wenn sich einer davon zurückzieht.

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