Zum bereits fünften Mal in Folge belegten die Frauen von Eintracht Frankfurt in der Bundesliga Rang drei. Durch den 4:2-Erfolg über den 1. FC Union Berlin am letzten Spieltag der nun abgeschlossenen Saison erreichten die Adlerträgerinnen zudem die Qualifikationsrunde der Champions League. SGE-Cheftrainer Niko Arnautis kam nach der Partie am „hr“-Mikrofon zu Wort: „Wir sind sehr happy. Vor allem mit der Art und Weise. Auch gerade heute das Spiel hat uns ein bisschen ein Spiegelbild gezeigt. Wenn wir auch mal down sind, schlagen wir immer wieder zurück. Und ich finde, das war heute symbolisch für die Rückrunde. Wir haben in der Rückrunde von 39 Punkten 31 geholt und sind da auf Platz zwei. Und die Art und Weise heute nach dem 0:2 war schon sehr, sehr stark.“
Arnautis: Mannschaft soll trotz Abgänge Eintracht Frankfurt „verkörpern“
Nach rund 23 Spielminuten lag seine Mannschaft mit 0:2 zurück, noch vor dem Halbzeitpfiff glich Kapitänin Laura Freigang jedoch mit einem Doppelpack aus. In der zweiten Hälfte übernahm dann die Eintracht die Führung und sicherte die drei Punkte für Europa. Noch in der Hinrunde sah es nicht so aus, als könne die SGE erneut den dritten Tabellenplatz sichern. Ein massiver Umbruch im Transfersommer bremste das Team zunächst aus. Dennoch erreichte der Verein sein Saisonziel und könnte nun vor einem erneuten Umbruch stehen. Arnautis wolle diesen wie folgt angehen: „Im Endeffekt so wie letztes Jahr auch. Wir müssen schauen, dass wir gute Spielerinnen, die auch von der Spielweise und vom Charakter zu uns passen, holen. Die ein oder andere haben wir ja schon verkündet. Und natürlich werden wir noch auf dem Markt aktiv sein. Und dann gilt es, wieder einfach Eintracht Frankfurt zu verkörpern.“
Mit den Transfers von Larissa Mühlhaus sowie Paulina Krumbiegel reagierte die Frankfurter Eintracht bereits frühzeitig auf kommende Abgänge. Erst in der vergangenen Woche gab die SGE bekannt, dass Géraldine Reuteler, Nicole Anyomi, Nadine Riesen und Elisa Senß den Verein im Sommer verlassen werden. Für Arnautis sei das allerdings kein Grund zur Panik: „Wir wollen auch nächstes Jahr international spielen, wir wollen weit und lange reisen“, kündigte der 46-Jährige an.
Freigang: „Wir haben uns ganz klar diesen dritten Platz verdient“
Auf dem vereinseigenen Sender „EintrachtTV“ sprachen außerdem drei Spielerinnen der SGE über die Partie gegen Union Berlin und das erreichte Saisonziel. Doppelpackerin Freigang ordnete den Erfolg mit Blick auf den schwächeren Saisonstart ein: „Gerade in der Hinrunde haben wir uns schwergetan, viele Gegentore kassiert, vielen Punkten hinterhergelaufen. Und jetzt in der Rückrunde haben wir gezeigt, dass wir gefestigt waren“, sagte die Spielführerin und zeigte sich deshalb beeindruckt vom letztendlichen Ergebnis: „Ich bin sehr, sehr stolz auf die Punktzahl, die wir in der Rückrunde geholt haben. Und ich glaube, wir haben uns ganz klar diesen dritten Platz verdient mit den Spielen, die wir gezeigt haben.“
Sowohl für Riesen als auch Reuteler diente die Partie gegen Union als Abschiedsspiel. Voller Emotionalität verabschiedete sich Riesen vor den Kameras: „Ich bin unglaublich stolz. Den Adler auf der Brust zu tragen, erfüllt mich mit so viel Stolz, mit den Fans im Rücken. Und ich werde ihn immer im Herzen tragen. Ich werde das immer in Erinnerung behalten.“ Die 26-jährige Schweizerin wechselte im Sommer 2023 vom FC Zürich an den Main. Reuteler spielte sogar noch länger in Frankfurt – die 27-Jährige kam 2018 vom FC Luzern zum 1. FFC Frankfurt. Mit der Übernahme war sie somit ab 2020 Eintracht-Spielerin. Umso mehr freute sie sich, dass sie in ihrem letzten Spiel für die SGE traf: „Das war riesig. Ich habe es mir auch wirklich vorgenommen, heute noch einmal ein Tor zu schießen. Bin natürlich umso glücklicher, dass es auch geklappt hat, dass es auch ein bisschen dem Sieg verholfen hat. Und auch irgendwie meiner Familie, meinen Freunden, den Fans mein Tor zu schenken, ist natürlich schön“, sagte die Schweizerin.
Reuteler: „Ich bin einfach stolz auf die Mannschaft“
Auch Reuteler ordnete die Saison 2025/26 noch einmal als Ganzes ein: „Wir hatten manchmal Höhen und Tiefen, aber wir können sehr stolz auf uns sein. Wir hatten in der Saison einen großen Umbruch mit vielen Spielerinnen, die uns verlassen haben. Und dafür haben wir, glaube ich, wirklich das Beste daraus gemacht: wieder international, wieder dritter Platz. Und ich bin einfach stolz auf die Mannschaft.“ Währenddessen konnten sich Anyomi und Senß allerdings nicht sportlich verabschieden. Anyomi fiel weiterhin verletzungsbedingt aus, Senß dagegen fehlte gelbgesperrt. Mindestens diese vier Abgänge werden dafür sorgen, dass den Frauen der Frankfurter Eintracht ein erneuter Umbruch bevorsteht. Laut Cheftrainer Arnautis werde das dem zukünftigen Erfolg aber nicht im Weg stehen.



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