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Eintracht Frankfurt hat sich für Arnaud Kalimuendo eine Kaufoption in Höhe von 27 Millionen Euro gesichert. Foto: IMAGO / Eibner

SGE-Finanzlage könnte Kalimuendo-Verpflichtung verhindern

In der Bundesliga blüht Arnaud Kalimuendo für Eintracht Frankfurt richtig auf. Die Leihgabe von Nottingham Forest schoss bereits drei Tore und legte zudem eins auf. Sollte die Eintracht die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb erreichen, könnten deshalb beide Seiten Interesse haben, die bisher erfolgreiche Zusammenarbeit fortzuführen. Schon im Winter sei wohl ein Vertrag bis 2031 verhandelt worden. Doch ob der Verein überhaupt die Kaufoption von über 27 Millionen Euro ziehen kann, stellte nun der „Kicker“ infrage.

SGE steuert auf erneuten Jahresfehlbetrag zu

Der Verein steuere nämlich in dieser Spielzeit schon das zweite Jahr in Folge auf einen Jahresfehlbetrag zu. „Für die Spielzeit 2025/2026 plant der Vorstand mit einem Umsatz im Korridor von ca. 375 Mio. bis 395 Mio. Euro und einem Jahresergebnis im Korridor von ca. -8 Mio. bis +2 Mio. Euro“, gab Eintracht Frankfurt bekannt. Laut „Kicker“ sei ein Minus von zehn bis 20 Millionen Euro jedoch weitaus wahrscheinlicher. Als Begründung nennt die Sportzeitschrift unter anderem die Kosten der Entlassung von Ex-Cheftrainer Dino Toppmöller sowie die Verpflichtungen von Winterneuzugängen wie Younes Ebnoutalib (rund acht Millionen Euro) oder Keita Kosugi (6,5 Millionen Euro).

Im Oktober 2025 erklärte Finanzvorstand Julien Zamberk bereits, dass sich die Schulden im Geschäftsjahr 2024/25 von 68,2 Millionen Euro auf 71,8 Millionen Euro erhöht haben. Trotz steigendem Umsatz belief sich in diesem Jahr der Jahresfehlbetrag der Eintracht auf rund acht Millionen Euro. Insgesamt bezeichnete das Sportmedium die aktuelle Lage der SGE als „Party auf Pump“. Zwar nehme der Verein durch das mehrfache Erreichen des europäischen Wettbewerbs mehr Geld ein, gleichzeitig seien Ausgaben wie Personalkosten (177,3 Millionen Euro), Vorstandsvergütungen (10,26 Millionen Euro) und Vermittlungsprovisionen an Spielerberater (14,56 Millionen Euro) gestiegen. Die steigenden Kosten würden dazu führen, dass der Verein in einer Spirale stecke, in der er sportlichen Erfolg vorweisen müsse.

Ohne Transfereinnahmen kommt Kalimuendo nicht

Auch auf dem Transfermarkt könne Eintracht Frankfurt deshalb nicht anders als zuvor agieren. Weiterhin müssten Spieler teuer weiterverkauft werden. Im kommenden Sommer sei deshalb der Plan, einen Transferüberschuss in Höhe von 50 bis 70 Millionen Euro zu erzielen. Damit erklärt sich auch das Problem mit den 27 Millionen Euro für Kalimuendo. Mit den potenziellen Abgängen von Nathaniel Brown, Nnamdi Collins und Hugo Larsson wäre das Ziel vermutlich erreicht. Dann müsste Sportvorstand Markus Krösche aber auch drei wichtige Spieler ersetzen. Wenn danach noch Geld für eine Festverpflichtung des 24-jährigen Stürmers übrig bleiben soll, müsste die SGE vermutlich mehr einnehmen als zunächst geplant – besonders, wenn der Vorstand ein Plus von mindestens 50 Millionen Euro verbuchen möchte.

Cheftrainer Albert Riera sei ohnehin kein Freund von überfüllten Kadern: „Ich brauche mehr Qualitätsspieler, weniger Quantität. Wenn Spieler auf vielen Positionen spielen können, können wir einen kleineren Kader haben“, sagte der Spanier. Ob es in der Mannschaft der Spielzeit 2026/27 überhaupt Platz für mehr Stürmer als Jonathan Burkardt und Ebnoutalib geben wird, bleibt ein weiterer spannender Punkt. Sicher ist auf jeden Fall: Eine Festverpflichtung von Kalimuendo erscheint in der momentanen Lage nur möglich, wenn im Vorfeld etwas auf der Abgangsseite passiert und die Eintracht in der nächsten Saison nicht auf europäische Abende verzichten muss.

7 Kommentare

Fallback Avatar 1. Adlermacht 05. März 26, 14:58 Uhr

Ich habe mich nicht wirklich detailliert beschäftigt, aber wie werden Spielerkäufe denn bilanziert? Schreibe ich die über die Vertragslaufzeit ab? Dann wäre die Annahme des Kickers zumindest in Zweifel zu ziehen, da ich ja nur ein halbes Jahr Abschreibung hätte durch die neuen Transfers...

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Fallback Avatar 2. hochlandadler 05. März 26, 15:26 Uhr

Da stelle ich mir die Frage, wie würde die Eintracht ohne die Verkäufe von Marmoush, Ekitike, Pacho usw stehen. hinzu kommen ja noch die Einnahmen aus der CL. Diese Dinge konnte man ja nicht kalkulieren.

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Fallback Avatar 3. Meintracht 05. März 26, 15:38 Uhr

Wo ist nur das ganze Geld geblieben? Nach meiner Rechnung grob geschätzt 500 Millionen aus Spielerverkäufen.
Trainer hat vollkommen recht: Den stark aufgeblähten Kader verkleinern und schon werden viele Mittel frei für echte Qualitätsspieler wie Kalimuendo. Allein unsere unzähligen ausgeliehenen Spieler mit langfristigsten Verträgen, puh.

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Fallback Avatar 4. Reebok 05. März 26, 15:44 Uhr

@Adlermacht
Ja, genau, Abschreibung über die Vertragslaufzeit. Allerdings meine ich, dass die UEFA das auf 5 Jahre begrenzt hat (weil vor allem Chelsea den Spielern einfach 10-Jahresverträge gegeben hat, um das zu strecken). Insofern ist das tatsächlich nicht der Hauptpunkt, wobei natürlich bedacht werden muss, dass alle Kaderspieler, deren erster Vertrag aktuell noch läuft, damit bilanziell aktuell immer noch zu Buche schlagen.
Ein wichtiger Punkt sind die Beraterhonorare. Der Alt-Vorstand der Bayern (Hoeneß und Rummenigge) haben ja kürzlich anlässlich der Upamecano-Verlängerung dazu auch etwas gesagt. Das Geld wird halt komplett aus dem Kreislauf herausgenommen, dazu erscheinen die Summen wirklich für den geleisteten Gegenwert exorbitant. Gerade auch bei jungen Spielern...
Dazu kommt das Gehaltslevel. Das ist aus meiner Sicht eigentlich zu hoch. Ich vermute aber mal, dass wir auch da entweder das Rattenrennen mitlaufen können oder aber manche Spieler einfach nicht mehr bekommen werden. Es könnte natürlich helfen, wenn Riera mit einem kleineren Kader klarkommt und man relativ teure Bankdrücker wie Shkiri, Dahoud, Batshuayi etc. loswird. Aber die muss man auch erstmal verkauft bekommen...

Noch zu Kalimuendo: Vielleicht ist es dann einfach die Realität, dass wir uns nicht drei Stürmer (Burkardt, Kalimuendo, Ebnoutalib) mit Startelfanspruch leisten können. Dann können es vielleicht nur noch zwei sein und bei Lücken müssen wir noch stärker auf die zweite Mannschaft gehen (Staff & Co.). Jedenfalls ist es besser, das Downsizing noch halbwegs selbstbestimmt hinzubekommen, statt dass uns die ganze Geschichte wie bei Werder, HSV, Schalke, Hertha,... um die Ohren fliegt und du in der Negativ-Spirale landest.

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Fallback Avatar 5. jason 05. März 26, 15:51 Uhr

Nicht vergessen darf man natürlich auch, dass Einnahmen aus Spielerverkäufen auch immer noch besteuert werden.

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Fallback Avatar 6. elber 05. März 26, 16:02 Uhr

Was ist eigentlich mit Kosugi? Er hat angeblich 6,5 Mil. gekostet. Ich möchte den gerne mal auf dem Platz sehen. Oder soll er versauern? Genau so Baum. Der hat jetz jam mal 10Minuten bekommen. Und das soll es dann gewesen sein?

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Avatar 7. lost in 2021 05. März 26, 16:06 Uhr

Ich habe bereits vor vielen Wochen darauf hin gewiesen, dass eine feste Verpflichtung von Kalimuendo schwierig wird. Dafür wird man dann gleich als „Nestbeschmutzer“ abgetan.

Nun haben wir die Realität, dass offenbar das Erreichen eines europäischen Wettbewerbs und der Verkauf von mehreren guten Spielern dafür notwendig sind.

Die Eintracht lebt einfach seit Jahren über ihre Verhältnisse und das war nur durch extrem glückliche und hohe Transfererlöse möglich. Wenn jemand glaubt, dass in den letzten Jahren viele Spieler zu uns kamen, weil wir der „geilste Verein der Welt“ sind, dann lügt er sich in die eigene Tasche! Vielmehr haben wir die Konkurrenz durch (zu) hohe Transfersummen und Gehälter ausgestochen.

Man sollte zudem darüber nachdenken, ob eine Verpflichtung von Kalimuendo sinnvoll ist, wenn dafür Brown, Collins und Larsson gehen müssen.

Ich finde es auch befremdlich, wenn ein Spieler wie der im Artikel angesprochene Keita Kosugi für 6,5 Millionen plus Gehalt verpflichtet wird und trotz aller Ausfälle in der Verteidigung nicht eine Minute eingesetzt wird.

Im Prinzip sind wir an dem Punkt, dass jedes Jahr ein europäischer Wettbewerb erreicht werden muss, oder wir müssen sehr viele Spieler transferieren und versinken dann auf längere Zeit im Mittelfeld der Tabelle.

Daher hoffe ich, dass Riera und die Mannschaft auf jeden Fall den siebten Platz sichern und zusätzlich nicht Freiburg oder Stuttgart/Leverkusen als sechster der Tabelle den DFB Pokal gewinnen. Das wäre der Super-Gau.

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