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Erste Worte des Neutrainers von Eintracht Frankfurt: Albert Riera. Foto: IMAGO / IPA Sport

Riera über seine Mission bei der Eintracht: „Wie mache ich diese Spieler besser?“

Der Neustart bei Eintracht Frankfurt nach der Ära Dino Toppmöller trägt einen Namen: Albert Riera. Am heutigen Montag hat der Spanier seinen ersten Tag bei der SGE, die nach zuletzt vier Niederlagen in Folge aus der Champions League ausschied und in der Liga bis auf Platz acht durchgereicht wurde – der europäische Wettbewerb ist erst einmal in weite Ferne gerückt.

In der „Bild“ hat sich der neue Cheftrainer bei seiner Ankunft in Frankfurt zu seiner Aufgabe in Frankfurt geäußert – und dabei deutlich gemacht, wofür er steht: Entwicklung, Identität, Emotionalität und kompromisslosen Ehrgeiz. Riera macht keinen Hehl daraus, wie sehr ihn die neue Aufgabe reizt: „Ich freue mich riesig und will unbedingt wieder Erfolg haben. Im Fußball hast du keine Zeit, das Gestern zählt nicht mehr. Ich denke jetzt an die Eintracht.“ Noch am gestrigen Sonntag stand er für seinen alten Klub NK Celje an der Seitenlinie, anschließend ging es für ihn in die Mainmetropole. Hier liege nun sein voller Fokus: „Montag ist schon das erste Training. Ich muss anfangen, Informationen zu geben, Wissen zu vermitteln, die Dinge zu verbessern.“

Stil und Identität als Fundament

Dabei will Riera kein völlig neues Rad erfinden, sondern Prinzipien vermitteln, die für ihn unverhandelbar sind: „Es ist ein anderes Team, eine andere Gruppe, aber das Konzept bleibt gleich: Stil und Identität, um die Gruppe besser zu machen.“ Sein Anspruch als Trainer sei sehr klar und sehr spielerzentriert: „Als ich Spieler war, wollte ich genau das von einem Trainer. Es ist egal, ob ein Trainer hübsch oder hässlich ist, groß oder klein. Wichtig ist: Mach mich besser. Bring mir was bei.“ Genau treibe in an und stehe im Fokus: „Und genau das ist in meinem Kopf: Wie mache ich die Spieler, die ich jetzt haben werde, besser?“ Obwohl er noch für Celje aktiv war, habe er sich bereits intensiv mit der SGE beschäftigt. „Ich habe mir sehr viel angeschaut. Schon seit anderthalb Monaten. Ich muss Lösungen für Probleme finden, das ist wichtig“, erklärte der Spanier und gab einen ersten Ausblick auf die ersten Momente mit seiner neuen Mannschaft: „Beim ersten Treffen geht es nicht um Taktik. Es geht um den Menschen, die Gruppe, Disziplin, Regeln. Sich in die Augen zu schauen, einander zu vertrauen.“ Gerade dieser Moment bedeutet ihm viel: „Morgen wird ein emotionaler Tag. Es ist wichtig, den Spielern Vertrauen zu schenken. Danach erkläre ich ihnen, wie wir verteidigen und was ich in der Offensive erwarte.“

„Ein Rohdiamant“ – Rieras Erfolgsrezept aus Ljubljana

Dass Riera mit genau diesem Ansatz Erfolg haben kann, weiß Adam Delius, Präsident von Olimpija Ljubljana, nur zu gut. Er holte Riera 2022 als Cheftrainer – und wurde belohnt. Riera habe ihn bereits beim ersten Treffen beeindruckt, sagt Delius im „Kicker“: „Als unser Sportdirektor ihn fragte, welches System er spielen lasse, antwortete er: ‚’Ich habe kein System. Wenn ich Ihre Mannschaft und die des Gegners kenne, dann kann ich Ihnen sagen, welches System wir spielen.'“ Für Delius war schnell klar: „Wir spürten, dass er das gewisse Extra hat. Nach dem Gespräch hatten wir ein gutes Bauchgefühl und sagten: Das ist ein Rohdiamant.“ Besonders prägend sei Rieras Umgang mit Spielern gewesen: „Ab dem ersten Tag gewann er die Spieler für sich.“ Er lebe den Fußball vor, mische sich ins Training ein, sei emotional, leidenschaftlich und extrem ehrgeizig: „Er kann nicht verlieren. Er ist zu 100 Prozent auf Sieg programmiert.“

Hohe Intensität, klare Anforderungen

Auch sportlich dürfen sich die Eintracht-Profis auf einen fordernden Trainer einstellen. Delius beschreibt es so: „Die Stürmer werden sehr schnell lernen müssen, dass sie extrem in der Verteidigung mitarbeiten müssen. Er wird außerdem verlangen, dass jeder ein, zwei Kilometer mehr läuft.“ Offensiv denke Riera mutig: „Er sagt: Wir gewinnen lieber 5:4 als 1:0.“ Gleichzeitig sei er lernfähig und anpassungsfähig. Für Delius ist Frankfurt ein ideales Sprungbrett: „Er wird wie ein Löwe kämpfen, dass er mit der Eintracht noch in die Top 4 kommt.“ Und selbst wenn das ambitioniert klingt, bleibt seine Überzeugung: „Ich bin überzeugt: Er wird mit der Eintracht in der Champions League spielen.“

Ob kurzfristig oder perspektivisch – klar ist: Albert Riera bringt eine klare Idee, enorme Leidenschaft und eine starke Persönlichkeit mit nach Frankfurt. Jetzt liegt es an Mannschaft und Umfeld, diesen Weg gemeinsam zu gehen.

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16 Kommentare

Fallback Avatar 1. Rebelheart 02. Februar 26, 13:26 Uhr

"Ich habe mir sehr viel von der Eintracht angeschaut, schon seit anderthalb Monaten", d.h. seit Mitte Dezember.....
Interessant!!!

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 2. Handballer85 02. Februar 26, 13:30 Uhr

Ich glaube er kann das Team unheimlich motivieren. Immerhin schafft er das schon bei mir. Er mag charakterlich den anderen Trainern und vielleicht auch Schiris nicht gefallen aber er war in der Mannschaft (Celje) sehr beliebt, was ich so gelesen und gesehen habe.

Ich bin definitiv angezündet 🔥

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Fallback Avatar 3. Eintrachtsyndrom 02. Februar 26, 13:31 Uhr

Es freut mich zu lesen, dass Albert sich schon länger mit der Eintracht intensiver auseinandersetzt. Da wird er bereits wichtige Erkenntnisse gesammelt haben. Das wird ihm bei seinen ersten Entscheidungen sehr hilfreich sein.

Wann findet eigentlich die offizielle Vorstellung mit Presse statt?

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Avatar 4. freund50 02. Februar 26, 13:46 Uhr

Wird etwas vom Training zu sehen sein?

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Fallback Avatar 5. PeKa 02. Februar 26, 13:51 Uhr Zitat - Rebelheart "Ich habe mir sehr viel von der Eintracht angeschaut, schon seit anderthalb Monaten", d.h. seit Mitte Dezember..... Interessant!!! Path

Wundert mich nicht, ich glaube, den hätte man schon länger verpflichtet, wenn's gegangen wäre.
Ich bin recht zuversichtlich.

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Fallback Avatar 6. sge66 02. Februar 26, 13:54 Uhr

Ich bin noch ein wenig skeptisch (Bauchgefühlsmässig) aber er hat meine Unterstützung solange er unser Trainer ist.

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Avatar 7. lost in 2021 02. Februar 26, 13:55 Uhr

„Ich habe kein System. Wenn ich Ihre Mannschaft und die des Gegners kenne, dann kann ich Ihnen sagen, welches System wir spielen.“

Das lässt mich hoffen. Es war seit längerer Zeit unser Problem, dass Spieler auf den vollkommenen falschen Positionen gespielt haben.

Die meisten (selbsternannten) (Star)Trainer versuchen „ihr“ System durchzusetzen, auch wenn sie nicht die Spieler dazu haben.

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Fallback Avatar 8. tommy89w 02. Februar 26, 14:00 Uhr

Leute, ganz ehrlich: Wenn die Spieler nur halb so angefeuert sind wie ich aktuell, dann holen wir die Bayern auf jeden Fall noch ein! 😉

Nein, Spaß beiseite. Ich glaube, dass sowohl der Verein als auch vor allem die Mannschaft jetzt genau diesen Typ von Trainer brauchen: Jemand, der auf der emotionalen Ebene viel bewegen kann und den Laden mal komplett aufräumt. Er muss sich alle Spieler und deren Fähigkeiten genau anschauen, ohne voreingenommen von irgendwelchen „Stammspieler-Status“ zu sein. Es muss rein nach Leistung aufgestellt werden und die Spieler müssen dort spielen, wo sie hingehören.

Das Wichtigste ist aber die Frage, was Krösche eigentlich von dieser Saison noch erwartet. Wenn er wirklich noch zwischen Platz 1 und 6 landen möchte, wird er nicht darum herumkommen, den Kader punktuell zu verstärken – vor allem auf der Sechs. So gut der neue Trainer auch sein mag: Die Qualität ist zwar da, aber die Baustellen in der Abwehr und auf der Sechs sind so groß, dass es mit dem aktuellen Personal extrem schwer wird, unter die ersten Sechs zu kommen. Wenn er da oben hin will, muss er jetzt zusehen; andernfalls werden wir uns wohl mit Platz 7 bis 10 abfinden müssen.

Ich erwarte hier aber auch eine klare Kommunikation. Man kann nicht Europa ausrufen, sich dann zurücklehnen und den Kader nicht verstärken. Wenn heute niemand mehr geholt wird, erwarte ich eine klare Begründung, warum das nicht passiert ist. Dann darf man die Erwartungen aber auch nicht so hoch hängen – das wäre schlicht und einfach unfair gegenüber dem neuen Trainer.

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Fallback Avatar 9. jason 02. Februar 26, 14:06 Uhr

Wenn der schon seit sechs Wochen die Eintracht studiert war das dann wohl wirklich schon länger der Plan, Dino zu ersetzen. Krass.

Und wieso kann man schon wieder Artikel kaum noch lesen vor x Werbebannern, die sich teilweise auch noch überlagern?

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Avatar 10. zapfinger 02. Februar 26, 14:21 Uhr Zitat - jason Wenn der schon seit sechs Wochen die Eintracht studiert war das dann wohl wirklich schon länger der Plan, Dino zu ersetzen. Krass. Und wieso kann man schon wieder Artikel kaum noch lesen vor x Werbebannern, die sich teilweise auch noch überlagern? Path

Jetzt aber! Lasst uns positive troublemaker sein.

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Fallback Avatar 11. Rebelheart 02. Februar 26, 14:22 Uhr Zitat - Eintrachtsyndrom Es freut mich zu lesen, dass Albert sich schon länger mit der Eintracht intensiver auseinandersetzt. Da wird er bereits wichtige Erkenntnisse gesammelt haben. Das wird ihm bei seinen ersten Entscheidungen sehr hilfreich sein. Wann findet eigentlich die offizielle Vorstellung mit Presse statt? Path

Dienstag, 3.2. um 14:30 Uhr auf EintrachtTV

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Fallback Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 5 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 12. blackforest 02. Februar 26, 14:23 Uhr

Sehe das nicht kritisch mit den eineinhalb Monaten Beobachten.
Denke Krösche war mit Dino sicherlich schon klar in der Kommunikation vor Weihnachten und danach. Dass er parallel schon mal bei möglichen Nachfolgern verfühlt, ist nicht verwerflich.
Wie oft Dino und Krösche selbst schon im Stillen angefragt worden sind...

Habe noch kein gutes Bauchgefühl, weil die Vorzeichen zu perfekt sind.
Hatte auch kein gutes Gefühl bei Glasner ;) oder Burkhardt... Vermutlich spielt mein Bachgefühl auch so gar keine Rolle wie es wird :-D

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Avatar 13. sge gunni 02. Februar 26, 14:28 Uhr

So meine Herren. Ab heute ist Schluss mit Hotel Mama.
Jetzt wohnt ihr im Joe Dowdell House.

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Fallback Avatar 14. capullus 02. Februar 26, 14:32 Uhr

"Ich habe mir sehr viel angeschaut. Schon seit anderthalb Monaten."

Dann ist er schon vor der Winterpause von uns kontaktiert worden. D.h., dass Markus Krösche sehr wohl frühzeitig in Alternativen gedacht hat.

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Avatar 15. lewwerworscht 02. Februar 26, 15:02 Uhr

Also, wenn Albert uns schon seit geraumer Zeit verfolgt, werden ihm die derzeitigen Probleme auf der VI nicht verborgen geblieben sein.

Heißt, sollte kein Spieler mehr zu uns stoßen, dann wurde das bestimmt im Vorfeld auch zwischen MK und Albert vereinbart und kommuniziert.

Vielleicht sieht er uns, durch Umstellung des vorhandenen Personals, ja auch gut aufgestellt ?!

Heute Abend um kurz nach 20:00Uhr sind wir schlauer...!

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Fallback Avatar 16. mainesge 02. Februar 26, 15:30 Uhr

Diese Info hat glaub noch niemand geteilt, Wahi hat gestern schon wieder getroffen 👍 finanziell ganz wichtig ..:dass wir keinen mega Verlust machen und er sich einen Markt aufbaut

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