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Albert Riera ist trotz des Remis zufrieden. Foto: Imago / Jan Huebner

Riera nach Remis gegen Pauli: „Wir müssen schneller spielen“

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Das war ein zäher Sonntagnachmittag am Millerntor im Hamburger Kiez. Der FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt trennen sich nach 90 Minuten und Nachspielzeit nur 0:0 Unentschieden. Ein extrem highlightarmes Spiel sorgt dafür, dass die Hessen keine Punkte in Richtung Europa gutmachen konnten. Der enttäuschende, wenn auch kräftezehrende Auftritt sorgte bei den Akteuren vielfach für hängende Köpfe. Wir haben die Stimmen des Spiels für euch zusammengetragen.

Albert Riera: „Alle Spiele sind schwierig. Das ist die Realität. Das sind alles keine einfachen Spiele. Aber ich bin zufrieden, und ich erzähle dir auch, warum. Ich habe bereits am ersten Tag gesagt. Ich kann keine Titel versprechen. Ich kann keine Siege versprechen und ich kann keine Punkte versprechen. Aber ich kann zumindest versprechen, dass jeder die gleiche Einstellung, den Wunsch, die Leidenschaft und die Energie hat, um zu kämpfen. Das ist das Mindeste. Damit werden wir niemals Probleme haben. Wir sind in die Kabine gegangen und wir haben mit ihnen gesprochen. Ich habe in ihren Augen gesehen, dass sie gewinnen wollten. Wie kannst du gewinnen? Wir haben im Vorfeld der Partie darüber gesprochen. Du willst gewinnen, dann darfst du keine Gegentore kassieren. Ich denke, dass wir die Anzahl an Chancen des Gegners reduziert haben im Vergleich zu den letzten Monaten. Das ist wichtig für das Selbstbewusstsein der Spieler. Aber mit dem Ball müssen wir viel mehr machen und das ist ganz einfach. Wenn du vor allem gegen einen Mittel- oder tiefen Block spielst, hast du oft den Ball. Du überrascht den Gegner nicht. Deshalb müssen wir schneller spielen. Nach der Pause hatten wir zwei immer Ballkontakte. Wir brauchen einen Kontakt, wir müssen das Spiel beschleunigen. Auf diese Weise können wir Chancen kreieren. Wir hatten Läufe, mehr oder weniger 700 Pässe. Wir hatten 90 Prozent angekommene Pässe, aber ich will keine 90 Prozent, ich bevorzuge 87 oder 88 Prozent, weil wir mehr ins Risiko gehen wollen. Beim letzten Pass müssen wir mehr riskieren. Das ist das, was ich von meinen Spielern verlange. Ich bin mir sicher, dass wir uns verbessern werden. Aber wie ich bereits sagte, um Spiele zu gewinnen, ist das der Ausgangspunkt. Wir sind zuversichtlich, dass wir eine gute Mannschaft sind. Wir haben in der Defensive vieles richtig gut gemacht. Wir sehen, dass sich die Defensive stark, mächtig und selbstbewusst fühlt. Sie vertrauen und helfen sich gegenseitig. Wir sind keine Mannschaft, die dem Ball hinterherrennt, sondern eine Mannschaft, wo die Abwehr hochsteht. Das ist das, was ich verlange. Sie fühlen sich, was das betrifft, selbstbewusst. Das sieht man in den Resultaten der letzten Wochen.“

…Über das Offensivspiel: „Wir wollten Überlegenheit schaffen mit der Intensität über die Flügel. Mit der Einwechslung von Amaimouni hatten wir eine Chance und eine Ecke. Das ist das, woran wir im Training arbeiten. Ich habe es den Spielern gesagt, wenn sie das Spiel verlangsamen, ist es schwierig, den Gegner zu überraschen. Wir arbeiten daran. Da ist zudem ein Gegner, der die Räume eng macht und in der zweiten Halbzeit deutlich abwartender agiert hat. Das war noch schwieriger. Aber wie gesagt, es gibt keine andere Lösung als schneller zu spielen gegen einen Gegner, der dir kaum Räume bietet. Wenn du langsam spielst, ist es schwierig. Wir müssen schneller spielen. Wir werden das diese Woche besprechen, ohne dabei zu vergessen, keine Gegentore zu kassieren. Unsere Flügelspieler müssen unsere zweiten Stürmer sein und wir müssen sie in Situationen bringen, in denen sie diese Variabilität ausspielen können. In der Bundesliga gibt es viele Eins-gegen-Eins-Situationen und daher muss man manchmal auch direkter spielen. Daran müssen wir arbeiten und dann glaube ich, ist Johnny Burkardt auch ein bisschen glücklicher. Es war eine schwierige Situation. Es ging hin- und her und dann hatte er immer sehr viel Verteidiger um sich herum. Für Robin Koch zum Beispiel war das Spiel heute etwas leichter, weil er es von hinten kontrollieren konnte, aber als Stürmer muss man da sehr fokussiert und konzentriert bleiben.“

Jonathan Burkardt: „Ja, es war sehr unangenehm hier heute. Es war ein ausgeglichenes Spiel, wo das 0:0 in Ordnung geht. Ich hätte natürlich gerne mehr Chancen gehabt. Aber solche Tage gibt es manchmal. Vielen Dank für das Kompliment von Hauke Wahl. Er ist auch ein sehr, sehr unangenehmer Gegner. Er ist immer auf dem Sprung, immer am Rücken und hatte mich heute sehr gut im Griff. Wir haben sehr viel auf den Außen herumgespielt, aber wir haben es nicht geschafft in den Sechzehner zu kommen. Ein paar Tiefenläufe und Flanken haben gefehlt. Wir haben dann zwar viel Kontrolle, aber wenig Chancen. Wir hätten hier gerne gewonnen, wissen aber auch, dass St. Pauli gerade zu Hause enorme Qualität hat. Sie haben ja nicht umsonst einige Spiele gewonnen. Den Punkt nehmen wir mit und darauf können wir aufbauen. Aber na klar, wir kommen eigentlich hier her, um drei Punkte mitzunehmen.

Nnamdi Collins: „Das war definitiv ein sehr intensives Spiel. Auch wenn St. Pauli weit unten in der Tabelle steht, finde ich dass sie eine sehr, sehr gute Mannschaft haben. Sie haben heute alles reingehauen. Wir wussten, dass hier ein sehr intensives Spiel auf uns wartet, gerade auswärts. Natürlich sind wir mit dem Unentschieden unzufrieden, allerdings haben wir kein Gegentore kassiert und darauf können wir aufbauen. Wir haben viel probiert nach vorne, aber Pauli stand gerade zum Ende hin sehr tief im Lowblock. Das können wir auf jeden Fall besser und müssen es besser machen, wenn wir hier drei Punkte mitnehmen wollen. Wir sind alle unzufrieden, dass wir nicht gewonnen haben, aber großartig beschweren können wir uns auch nicht. Die Seiten zu tauschen ist für mich sehr ungewohnt. Das habe ich noch nie gemacht in meiner Karriere, auch in der Jugend nicht um ehrlich zu sein. Aber ich probiere alles umzusetzen, was der Coach mir mitgibt. Ich versuche das aufzusaugen, der Mannschaft zu helfen und ich finde gerade im letzten Spiel hat es gut geklappt, aber auch heute gab es ein paar gute Szenen auf denen man aufbauen kann.“

Alexander Blessin (Cheftrainer FC St. Pauli): „Den Punkt nehmen wir mit und der hilft uns auch. Gerade in der ersten Hälfte hatten wir sehr gute Ballkontakte und die zwei Pfostenschüsse, wo wir auch gut und gerne in Führung gehen können. In der zweiten Hälfte hat uns ein bisschen Entlastung gefehlt. Das war natürlich der fehlenden Energie geschuldet. Das Zentrum haben wir dicht gemacht, aber mit den Wingern haben wir ihnen zu viele Möglichkeiten nach innen zu gehen gegeben. Das haben wir dann angepasst und dann hatten sie auch gleich Probleme. Das Selbstvertrauen ist da und dann bist du auch gallig. Es geht ein Rädchen ins andere. Wir haben eine Menge Energie auf dem Platz, die wir auch brauchen. Es sind aber nun neun weitere Endspiele.“

.. zu dem Gelb-Rot gefährdeten Tomoya Ando: „Bei der ersten Aktion spielt er klar den Ball, warum er da Gelb bekommt, ist mir ein Rätsel. Insgesamt waren es viele 50/50-Momente. Wir wollen mutig nach vorne verteidigen, da waren wir dann beim zweiten Foul etwas zu spät. Es war dann in meinen Augen schon recht einseitig gepfiffen.“

Hauke Wahl (FC St. Pauli): „Ich glaube schon, dass heute drei Punkte gegen Frankfurt dringewesen wären. Aber das ist eine Mannschaft, die sich auf die Fahnen schreibt, Champions League spielen zu wollen. Wir hingegen kämpfen um das nackte Überleben in der Liga. Insofern erwarten wenige Leute von uns, hier einen Punkt zu holen heute. Daher sind wir damit relativ glücklich. Ich finde Jonathan Burkardt ist ein unfassbar guter Stürmer. Einer der besten, die wir in Deutschland haben. Ich hasse es gegen ihn zu spielen, das muss ich ganz ehrlich sagen. Aber wir haben es als Team gut gemacht. Wir haben Frankfurt gerade im Tiefenlauf immer wieder unter Druck gesetzt. In der ersten Hälfte haben wir viel offensiv und hoch gepresst und das hat gut geklappt. Das haben wir uns in der Woche vorher überlegt und es ist schön, dass das geklappt hat. Wenn wir zuhause spielen, dann müssen wir höher angreifen, um das Stadion mitzunehmen. Wir müssen Zweikämpfe gewinnen, um die Fans mitzunehmen. Wir müssen das Stadion anzünden und das muss vom Platz kommen.

Daniel Sinani (FC St. Pauli): „Ich denke, wenn wir das Spiel gesamtheitlich sehen, wir zufrieden sind mit dem Punkt. Wir haben bewiesen, dass wir bei uns zu Hause nichts dem Zufall überlassen und viel für den Punkt ackern mussten, Chapeau an die Mannschaft. Ich denke mit den zwei Siegen im Rücken, gehen wir mit Selbstbewusst ins Spiel, auch, wenn Frankfurt eine gewisse Qualität hat. Wenn uns der Gegner Räume anbietet, dann können wir das schon auch ausnutzen. Wenn wir Punkte holen wollen, müssen wir nach vorne spielen und das müssen wir jedes Spiel machen.“

Quelle: „DAZN“

Tor: M. Zetterer23
Abwehr: N. Collins34
Abwehr: A. Amenda5
Abwehr: N. Brown21
Mittelfeld: O. Hojlund6
Mittelfeld: H. Larsson16
Mittelfeld: F. Chaibi8
Sturm: J. Bahoya19
Sturm: J. Burkardt9
Sturm: A. Kalimuendo25
BANK
: J. Grahl31
: E. Baum2
: E. Skhiri15
: M. Dahoud18
: R. Doan20
: M. Götze27
: A. Amaimouni-Echghouyab29
: L. Arrhov31
: F. Doumbia41
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6 Kommentare

Avatar 1. mandy oeller 08. März 26, 19:32 Uhr

1. Das ergibt durchaus Sinn was Riera sagt und ich schätze es sehr, dass er sich die Mühe macht, ehrlich zu antworten und seine Idee zu erklären. Statt sich in Floskeln zu retten wie so viele andere in diesem Geschäft.
2. Uns fehlen Unterschiedsspieler (wie Uzun) gerade enorm.

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Das ist auf jeden Fall kein neues Thema, dass wir uns gegen tief stehende Mannschaften sehr schwer tun und wenn wir hinten stabil stehen, nach vorne Probleme haben. Heute hatten wir mit den zwei Pfostenschüssen auch etwas Spielglück. Für Europa bescheiden, aber weiter geht's. Nächstes Wochenende müssen zu Hause drei Punkte her!

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Fallback Avatar 3. burghasungen 08. März 26, 20:00 Uhr

Die Problematik gegen tiefstehende Teams Chancen zu kreieren ist seit Jahren ungelöst.
Schwer verständlich ist dann allerdings die sehr späte Einwechselung von „Jupp“, unverbraucht und kreativ.
Heute leider den Abstand nicht verkürzen zu können ist schade.
Das Risikospiel von Collins muss ein Ende haben., verrückt, wie er in vielen Zweikämpfen zu Werke geht, das rächt sich!
Grüße

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Fallback Avatar 4. Holz 08. März 26, 20:12 Uhr

0:0 am Millerntor. Viel Positives gibt es nicht zu berichten. Sicher haben wir eine Chance verpasst, zwei Punkte auf die Mannschaften vor uns gutzumachen.

Aber: Es gibt die Regel, dass du, wenn du ein Spiel schon nicht gewinnen kannst, es wenigstens nicht verlieren darfst. Und die Regel haben wir befolgt und einen Punkt auswärts mitgenommen. Insgesamt gehört zur Bilanz von Riera, dass wir (das Spiel in München mal ausgenommen) gegen Union, Gladbach, Freiburg und Pauli KEIN Gegentor aus dem Spiel heraus bekommen haben. Der einzige Gegentreffer resultierte bekanntermaßen aus einem Elfmeter, den wir uns zu 100% selbst eingebrockt haben.

Das sehe ich schon positiv. Wie es weitergeht und was am Ende der Saison dabei rauskommt, vermag ich freilich nicht zu sagen zum jetzigen Zeitpunkt.

Edit: Gegen die Bayern (bzw. gegen Harry Kane, muss man ja ehrlicherweise sagen) waren doch auch zwei von drei Gegentoren nach Standards, oder?

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Avatar 5. 1899international 08. März 26, 23:47 Uhr

Ich war ja vor dem Spiel optimistisch und finde es jetzt auch schade, dass wir nicht gewonnen haben

Wundere mich aber dennoch über manche Kommentare, vor allem unter dem Spielbericht. Bei vielen scheint der Tenor oder die Erwartungshaltung zu sein, dass wir St. Pauli weghauen müssen.
Ich finde das extrem unrealistisch.

St Pauli ist in den letzten fünf (jetzt sechs) Heimspielen umgeschlagen, davon drei Siege und drei Unentschieden.

Letzte Woche hat St. Pauli in Hoffenheim gewonnen. Und nicht lange davor zu Hause Stuttgart besiegt.
Zur Erinnerung: Hoffenheim und Stuttgart sind zwei Mannschaften, die gerade auf ChampionsLeague Kurs sind.
Davon ist die Eintracht aktuell ganz weit entfernt. Sowohl von der Art wie wir Fußball spielen als auch punktemäßig.
Aber die Eintracht in ihrer aktuellen Verfassung soll St. Pauli auswärts weghauen?
Irgendwie scheinen mir da mehr als ein Denkfehler enthalten zu sein.

Ich finde, dass es unter Riera deutlich besser läuft. Es ist eine Veränderung zu sehen und zu spüren. Das heißt aber noch lange nicht, dass jetzt alles klappt und dass wir jetzt hier jede Woche drei Punkte holen. Obwohl das natürlich schön wäre.

Europa ist dennoch absolut drin, selbst Platz sechs können wir erreichen; dass Restprogramm von Leverkusen ist deutlich schwerer als unseres. Und ich gehe davon aus, dass Riera nicht zufrieden war mit dem Spiel. Und dass er das diese Woche der Mannschaft klar machen wird.
Für uns spricht auch, dass unsere Verletzten Situation sich Stück für Stück verändert.

Ich finde ein bisschen mehr Realismus und Zufriedenheit könnte manchen guttun.

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Fallback Avatar 6. dribbelgnom 09. März 26, 06:06 Uhr

Sagen wir mal ehrlich .
Ziel muss es sein Platz 7 zu halten .
Die anderen da oben spielen zu konstant -

Platz 7 und dann den Teams da oben die Daumen drücken das die Pokale holen … DFB oder vielleicht sogar international.

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