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Jokerin Remina Chiba traf zur zwischenzeitlichen Führung für die Eintracht. Foto: IMAGO / Matthias Koch

Nach zwei Union-Elfmetern: Nur Remis für Eintracht-Frauen in Berlin

In Berlin spielte die Eintracht aus Frankfurt gegen Aufsteiger 1. FC Union Berlin 2:2. Beim Spiel im Stadion an der Alten Försterei ging es für die Hessinnen vor 7.045 Zuschauern darum, die beiden schmerzhaften Niederlagen gegen den FC Bayern München und den 1. FC Nürnberg zu verdauen. Eine deutlich verbesserte Leistung sollte die Reaktion sein. Das schafften die Adlerträgerinnen allerdings nicht: Die Eintracht war mal wieder über weite Teile der Partie überlegen, aber machte defensiv einige schmerzhafte Fehler. Zwei Elfmeter verursachte das Team und kassierte erneut ein Tor nach Standard. Offensiv spielte man aussichtsreiche Situationen oftmals zu schlecht aus oder war zu lasch im Abschluss. Somit konnte man aus den letzten drei Partien, davon zwei gegen Aufsteiger, nur ein Punkt sammeln. Zu wenig für die eigenen Ansprüche!

Im Vergleich zur Auswärtsniederlage in Mittelfranken tauschte Trainer Niko Arnautis seine Startelf auf vier Positionen. Für Riesen rückte Pia-Sophie Wolter auf die rechte Abwehrseite der ersten Elf. Auf der anderen Seite durfte Nina Lührßen für Dilara Acikgöz beginnen. Und auch Laura Freigang und Ereleta Memeti waren wieder mit dabei. Dafür nahmen Jarne Teulings und Remina Chiba erstmal auf der Bank Platz. Amanda Ilestedt fällt bis auf Weiteres wegen einer muskulären Verletzung aus, wie der Verein bekanntgab.

Guter Start und frühes SGE-Tor

Man merkte den Frankfurterinnen sofort an, dass sie ein anderes Gesicht zeigen wollten. In der zweiten Minute schickte Elisa Senß Anyomi steil in den Strafraum, von wo die Torjägerin abzog. Union-Keeperin Cara Bösl konnte aber parieren. Auch weiter waren die Gäste vom Main die aktivere Mannschaft, machten früh Druck und ließen die Eisernen fast nicht aus der eigenen Hälfte kommen. Doch in der achten Minute waren es dann die Köpenickerinnen, die gefährlich vors Tor kam. Jella Veit hatte Probleme den Ball unter Kontrolle zu bekommen und so kam Sophie Weidauer an die Kugel. Sie scheiterte aber an der herauseilenden Lina Altenburg.

In Minute 13 dann die bis dahin verdiente Gästeführung, als Anyomi nach einem langen Ball an der Grundlinie lang dribbelte und Freigang in der Mitte fand, die aus rund fünf Metern zur Führung traf. Die sehr umtriebigen Freigang, Anyomi und Geraldine Reuteler konnten immer wieder Bälle erlaufen oder im Zweikampf erobern und sorgten so für gefährliche Momente. So auch in der 18. Minute, als Freigang den Ball in der Unioner Hälfte eroberte und das Spielgerät über Anyomi im Lauf von Reuteler landete. Ihr Schuss aus rund 16 Metern ging knapp links am Kasten vorbei.

In der 30. Minute der nächste gefährliche Abschluss. Anyomi war über die linke Seite frei durch und fand Reuteler im Strafraum. Die Schweizerin verstolperte erst und brachte den Ball dann mit zu wenig Druck auf das Tor, sodass Bösl zupackte. Danach sollte sich das nach munteren ersten 30 Minuten etwas beruhigen. Die SGE war weiterhin die gefährlichere Mannschaft, ohne jedoch zu klareren Torchancen zu kommen. Es ging mit der knappen, wie auch verdienten Führung in die Kabinen.

Jokerin Chiba sticht, bevor Union nach Elfmeter ausgleicht

Unverändert ging es in den zweiten Durchgang. In der 50. Minute verschuldete Veit einen Elfmeter, indem ihr der Ball bei der Annahme versprang. Die heraneilende Eileen Campbell kam an den Ball und Veit konnte sie nur noch mit einem Foul stoppen. Schiedsrichterin Miriam Schwermer zeigte folgerichtig auf den Punkt. Die Gefoulte selbst trat an, traf allerdings nur den linken Innenpfosten. Glück für die Adlerinnen! Auch in der zweiten Halbzeit setzte sich das Bild aus der ersten Hälfte fort: Die Eintracht kam durch Balleroberungen immer wieder in aussichtsreicher Position vor des Gegners Tor und traf dann die falsche Entscheidung beim letzten Pass.

Und das sollte sich rächen: Bei einem Berliner Freistoß wurde Lührßen angeköpft, die den Ball damit unfreiwillig Samantha Steuerwald vorlegte. Aus kürzester Distanz traf sie zum Ausgleich (70.). Arnautis reagierte, indem er Chiba für Memeti brachte. Dieser Wechsel sollte sich direkt lohnen! Chiba traf mit ihrem zweiten Ballkontakt des Spiels zur erneuten Führung (76.), nachdem Reuteler die Japanerin völlig frei an der linken Strafraumkante fand. Chiba zog trocken ins lange Eck ab. Und direkt ging es weiter, als Chiba mit einer Flanke Anyomi fand, die mit dem Kopf auf Freigang ablegte. Die Kapitänin scheiterte allerdings an Bösl.

Rund vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte dann die Torschützin Freigang Feierabend. Für sie kam Hayley Raso in die Partie. Nach 88 Minuten dann der erneute Schock für die Eintracht! Ivelj bekam den Ball bei einem Berliner Flankenversuch aus nächster Nähe an die Hand. Die Unparteiische zeigte erneut auf den Punkt. Diesmal trat Jenny Hipp an und Altenburg entschied sich für die richtige Ecke, parierte den Schuss. Doch Hipp konnte den Nachschuss zum erneuten Ausgleich verwerten. So blieb es auch nach sechs Minuten Nachspielzeit beim aus Frankfurter Sicht ernüchternden Unentschieden. Nach 13 Spielen beträgt der Abstand auf die internationalen Plätze somit schon sechs Punkte. Bereits am Freitag steht das letzte Pflichtspiel für die Eintracht in diesem Jahr an. Auswärts werden sie dann im Zuge des 14. Bundesliga-Spieltags bei der SGS Essen gefordert sein.

6 Kommentare

Avatar 1. lost in 2021 15. Dezember 25, 20:09 Uhr

Die Eintracht hat das Spiel klar beherrscht, um dann mehr oder weniger bei der ersten Chance der Gegnerinnen den Ausgleich zu fangen. Wie so oft.

Anyomi wirkt vielfach sehr frustriert, weil die Frankfurter Angriffe durch die mangelnde Technik und Form der Mitspielerinnen oft nicht zu einer echten Torchance führen. Dies gilt zur Zeit auch für Reuteler und Freigang. Warum Chiba meist nur als Joker kommt, ist daher umso schwerer zu verstehen.

Nach einem sehr wahrscheinlichen Abgang von Anyomi und Reuteler werden auch Freigang und Senss über ihre Zukunft nachdenken. Die aktuelle Situation ist nicht sehr rosig und die Zukunft bereitet noch mehr Anlass zur Sorge.

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Fallback Avatar 2. sge66 15. Dezember 25, 20:18 Uhr Zitat - lost in 2021 Die Eintracht hat das Spiel klar beherrscht, um dann mehr oder weniger bei der ersten Chance der Gegnerinnen den Ausgleich zu fangen. Wie so oft. Anyomi wirkt vielfach sehr frustriert, weil die Frankfurter Angriffe durch die mangelnde Technik und Form der Mitspielerinnen oft nicht zu einer echten Torchance führen. Dies gilt zur Zeit auch für Reuteler und Freigang. Warum Chiba meist nur als Joker kommt, ist daher umso schwerer zu verstehen. Nach einem sehr wahrscheinlichen Abgang von Anyomi und Reuteler werden auch Freigang und Senss über ihre Zukunft nachdenken. Die aktuelle Situation ist nicht sehr rosig und die Zukunft bereitet noch mehr Anlass zur Sorge. Path

Verstehe auch nicht warum die formstarke Chiba wieder nur auf der Bank Platz nehmen durfte. Gräwe schläfrig, genauso Veit. Reuteler wirkt schon seit Wochen überspielt.
Und dann Arnautis, marschiert mit den Händen in den Taschen die Linie entlang als ginge ihn das alles nichts an.🤐🤨

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Fallback Avatar 3. Bernemer 15. Dezember 25, 22:13 Uhr

Auch hier läuft doch einiges falsch.Kontinuität Fehlanzeige.

Dazu lassen sie die Zweite Mannschaft absteigen.Erinnert an U23 Herren.

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Fallback Avatar 4. Sammy94 16. Dezember 25, 10:31 Uhr

Laura Freigang identifiziert sich immer noch mit unserem Plan "Deutscher Meister bis 2028".
Laura ich rate Dir überlege gut, was Du in den Blütejahren Deiner Karriere noch machen willst...

Diesen Plan hat MK verraten, da kann sich Axel Hellmann noch so sehr für die Gründung eines eigenen Ligaverbandes ohne den DfBäh stark machen.

Man kann doch nicht einer Spitzenmannschaft AB SOFORT Kostendeckung aufdiktieren, wenn es das überall gäbe wäre der Frauenfußball wegen fehlender Sponsoren schon lange tot.

Wenn Nicole und Geraldine nach der Saison gehen, dann ist der gesamte Verein mit der Übernahme des 1.FFC gescheitert, wollt ihr das? ICH NICHT

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Avatar 5. lost in 2021 16. Dezember 25, 11:19 Uhr

Die Strategie die zweite Herrenmannschaft und nun auch die zweite Frauenmannschaft fast schon bewusst oder zumindest fahrlässig absteigen zu lassen ist nicht zu verstehen. Die Herren sind ja zumindest auf einem guten Weg wieder aufzusteigen. Das Ziel muss aber sogar die Dritte Liga sein.

Der Abstand zur Hessenliga und Regionalliga (Männer) und Regionalliga (Frauen) ist viel zu groß, um Talente direkt in die erste Mannschaft zu übernehmen.

Somit ist eine Weiterentwicklung nur über eine zwischenzeitliche Leihe oder in den meisten Fällen über einen direkten Wechsel zu einem anderen Verein möglich.

Das stellt das ganze System einer zweiten Mannschaft in Frage, die doch als Sprungbrett für die Erste gedacht war. Wenn man wirklich Geld sparen will, wäre eine Auflösung dieser Mannschaften die logische Konsequenz!

Man könnte denken wir wären bereits ein börsennotiertes Unternehmen und es ginge nur noch um den shareholder value.

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Fallback Avatar 6. sge85 17. Dezember 25, 18:56 Uhr

Es ist doch ein völliger Unsinn zu behaupten, die desaströsen Ergebnisse in den letzten drei Spielen sind auf die finanzielle Ausstattung der Frauenmannschaft zurückzuführen. Gegen Union waren Mittelfeld und Angriff fast identisch mit der Mannschaft der letzten Hinrunde - einzig für Barbara Dunst spielte Ereleta Memeti. Eine solche Mannschaft muss den Sack in der ersten Hälfte einfach schon zumachen. Aber vor allem Freigang und Reuteler sind von der Form des letzten Jahres nach wie vor weit entfernt. Insgesamt verfügt die Mannschaft über extrem wenig Selbstvertrauen, es braucht nicht viel und die Konstruktion bricht zusammen, auch gegen Aufsteiger. Mit Jella Veit hat man dazu leider eine Spielerin in der Innenverteidigung, die sich in jedem Spiel mindestens 2-3 Blackouts liefert. Union hat nach 30 Minuten reagiert und eine Spielerin ausgewechselt, die in der Innenverteidigung keinen Fuß auf den Boden bekam. Veit durfte erneut 90 Minuten durchspielen. Arnautis Auftreten während und nach dem Spiel kann man nur noch als völliges Aufgeben werten: Keinerlei Input auf das Spiel und hohlste Durchhalteparolen mit dem Versprechen darauf, dass in der Rückrunde alles besser wird. Aber um etwas besser zu machen, muss man etwas ändern und das werden wir mit Arnautis nicht mehr erleben.

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