Nach dem Aus in der Champions League gegen Real Madrid konnten sich die Frauen von Eintracht Frankfurt am dritten Spieltag der Frauen-Bundesliga mit 4:3 gegen Leipzig durchsetzen. Vor heimischer Kulisse trafen für die Frankfurterinnen: Ereleta Memeti (10.), Rebecka Blomqvist (38., 56.) und Amanda Ilestedt (43.). Trainer Niko Arnautis nahm im Vergleich zum Königsklassen-Duell in Madrid keine Änderungen an seiner Startelf vor.
Vor dem Aufeinandertreffen beider Teams standen sie mit je einem Sieg und einer Niederlage in der Bundesliga da. Wobei die Leipzigerinnen ihr zweites Saisonspiel gegen die amtierenden Meisterinnen aus München verloren (0:3), während die SGE gegen Hoffenheim das Nachsehen hatte (ebenfalls 0:3). Drumherum kamen die beiden schmerzhaften Niederlagen der Hessinnen gegen Real Madrid hinzu, die das Aus in der Qualifikation zur Königsklasse besiegelten. Für die Damen von Arnautis musste also dringend ein Sieg her, um eine Negativserie zu verhindern.
Hohes Pressing bringt die Führung
Direkt nach Anpfiff nahm die Eintracht das Zepter des Handelns in die Hand und hatte mehr vom Spiel. Den ersten nennenswerten Angriff verzeichneten die Frauen in der achten Minute, als Laura Freigang Rebecka Blomqvist in der Spitze fand, die wieder auf Freigang ablegte. Ihr Schuss wurde zur Ecke geblockt. Die wurde dann auch direkt mal gefährlich, Ilestedt köpfte aber rechts vorbei. Nur eine Minute später zappelte der Ball vor den Augen von Nationaltrainer Christian Wück im Netz. Blomqvist kam über die rechte Seite und bediente Ereleta Memeti in der Mitte. Unter Bedrängnis traf sie den Ball nicht optimal. Dadurch flog das Spielgerät als Bogenlampe unhaltbar ins lange Eck zur Frankfurter Führung. Unbeeindruckt von dieser konterten die Sächsinnen in der 14. Minute: Giovanna Hoffmann war von zwei Hessinnen verfolgt frei durch und hämmerte das Leder an die Latte!
Aus dem Nichts dann der Ausgleich (26.), denn SGE-Keeperin Lina Altenburg unterlief ein Mega-Bock. Annabel Schasching zog zentral aus rund 18 Metern ab. Eigentlich ungefährlich, aber ihr mittig platzierter Schuss rutschte Altenburg durch beide Hände ins Tor. In der 38. Minute eroberten die Adlerträgerinnen wieder die Führung. Reuteler steckte nach einem Leipziger Abschlag zwischen der Innenverteidigung der Leipzigerinnen auf Blomqvist durch, die keine Mühe hatte zum 2:1 an Herzog vorbeizuschieben. Wie vor der erneuten Führung, fiel immer wieder das hohe Pressing der Arnautis-Mädels auf, wodurch sie den Gegner zu Fehlern im Aufbau zwangen.
Rund um die Pause: Leipzig schnupperte am Ausgleich
Rund drei Minuten vor dem Pausenpfiff erhöhten die Hessinnen auf 3:1! Ein mittlerweile bewährtes Mittel griff wieder. Innenverteidigerin Amanda Ilestedt köpfte den Ball nach einer Memeti-Ecke in die Maschen. Bereits am ersten Spieltag der Bundeliga traf sie so und war auch sonst oft nach Ecken gefährlich. Noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nahm das Torfestival Formen an: Leipzig konnte erneut anschließen. Ein Distanzschuss von Marleen Schimmer schlug links unten ein. Die Eintracht-Torhüterin war nur noch mit den Fingerspitzen dran. Zu diesem Zeitpunkt nicht ganz erwartbar, denn die Frankfurterinnen taten seit dem Ausgleich mehr für das Spiel, hatten die besseren Chancen und belohnten sich dafür auch. So bat Schiedsrichterin Annika Kost beim Stand von 3:2 zur Pause.
Mit dem Wiederanpfiff konnte Leipzig beinahe erneut ausgleichen. Hoffmann tauchte vor Altenburg auf, ihren Abschluss parierte die Adlerin. Danach setzte Delice Boboy zweimal nach. Schlussendlich lag der Ball auch im Tor, aber Altenburg hatte vorher schon beide Hände am Ball, daher zählte der Treffer nicht. Nach einer Ecke leitete Altenburg direkt den Konter ein. Bei ihrem langen Abschlag verschätzten sich zwei Leipzigerinnen, die zur Konterabsicherung hinten geblieben waren. So liefen Reuteler und Blomqvist allein auf das Leipziger Tor zu. Erstgenannte legte in die Mitte, wo Blomqvist den Ball über die Linie drückte (56.).
Frankfurter Fehler brachten Leipzig wieder zurück ins Spiel
In der 75. Minute wurde auch Leipzig mal wieder nach einer Ecke gefährlich, als Marlene Müller frei zum Kopfball kam. Altenburg hatte den Ball erst im Nachfassen sicher. Doch in der 85. Minute verlor Jella Veit völlig unnötig den Ball an Persis Oteng. Hoffmann zog sofort zum erneuten Anschluss ab. Zuvor waren die Adlerträgerinnen eigentlich drauf und dran die Vorentscheidung zu erzielen. So brachten sie die Sächsinnen erneut selbst zurück ins Spiel. Danach ging es auch in der fünfminütigen Nachspielzeit immer wieder hin und her, aber ohne gefährliche Torszenen auf beiden Seiten.
Am Ende war es ein verdienter 4:3-Sieg für die Elf von Arnautis, denn sie waren das aktivere und gefährlichere Team. Dennoch leisteten sie sich vor den Gegentoren gravierende Fehler, die das Spiel am Ende unnötig spannend machten. Der Frankfurter Sieg beendete den dritten Spieltag in der neuen Bundesliga-Spielzeit. Aktuell stehen die Hessinnen auf Rang 6 in der Tabelle, einen Punkt hinter Tabellenführer SC Freiburg. Bereits am Donnerstag werden die Adlerträgerinnen wieder in der Liga gefordert sein. Auswärts steht dann das Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen an, weil am Sonntag auch bei den Frauen der Pokal losgeht. Dort wird man es in der ersten Runde in der Hauptstadt mit Viktoria 1889 Berlin (2. Liga) zu tun bekommen.






7 Kommentare
Leipzig 3x ins Spiel zurückgeholt. Man die sogenannten kleinen Mücken ganz schön auf, siehe auch Bayern gegen Jena, die Wölfinnen nur mit Mühe gegen Köln gewonnen. Da muss schon zufrieden mit den 3 Punkten sein.
Das Spiel war heute praktisch eine Art Zusammenfassung der beiden Liga-Spiele gegen Essen und Hoffenheim. Vorne zum Teil toll herausgespielte Tore, insbesondere das erste und das zweite Tor, beide von Lisanne Gräwe initiiert, zeigten tollen Kombinationsfußball. Die Defensive ist aber einfach extrem instabil, inzwischen hat jede Torhüterin und jede Innenverteidigerin, die bisher spielte, mindestens einen gravierenden Patzer gemacht. Dazu eine Laura Freigang, die wie ein kompletter Fremdkörper wirkt und deren Auswechslung heute tatsächlich von einigen Stadionbesuchern gefordert wurde.
Ich bin froh, dass das Ergebnis heute nach Hause geschaukelt wurde, aber die Defensivleistung wird gegen stärkere Gegner nicht reichen. Da muss man sich deutlich steigern, um am Donnerstag gegen Leverkusen bestehen zu können.
Eine sehr gute, treffende Analyse, zu der ich noch positiv ergänzen möchte, dass immerhin die Neuzugänge eine echte Belebung und Verstärkung darstellen.
Gruß SCOPE
Es ist auch mein Eindruck, dass mit Laura Freigang etwas nicht stimmt. Sie spielt seit Monaten unter ihren Möglichkeiten, auch in der N11.
Wie ich schon nach dem Spiel gegen Hoffenheim erwähnte, wird ein Platz unter den ersten drei mit einer Laura Freigang in der aktuellen Form und der aktuellen Abwehr kaum möglich sein.
Leverkusen wird der nächste Gradmesser.
Der Abgang von Kleinherne und Doorsun konnte bis jetzt in keinster Weise kompensiert werden. Und jedes mal 4 Tore schießen wird schwierig.
Ich hatte das Gefühl, die Mädels hätten sich am Sonntag bei den Jungs abgeschaut wie man richtig schlecht verteidigt. Abgesehen von dem grandiosen Torfrauenfehler (1:1) war die Einladung zum 3:4 schon richtig Larson/Collins-like. Hätte nicht gedacht, dass ich mal gegen Leipzig das Mitzittern anfange.
Wenn Frau Freigang nicht trifft, dann müssen halt andere einnetzen bis sie wieder trifft.
Immer deutlicher wird, wie falsch das Festhalten an Arnautis war, einem Trainer, der mit Platz 3 zufrieden war, obwohl die Mannschaft schon Platz 1 erobert hat. Wenn schon Umbruch, warum dann nicht mit einem neuen Trainer? Der radikale Umbruch hat Folgen, wie man sieht. Reuteler und Anyomi können es nicht allein richt. Ilestedt und Blomquist gefallen mir gut, dennoch würden uns z. B. Doorsoun und Wamser sehr helfen.
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.