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Jürgen Grabowski wurde 1974 mit Deutschland Weltmeister. Foto: IMAGO / WEREK

Nach Browns Nominierung: Diese Eintracht-Stars spielten bisher für Deutschland die WM

Nach der aus Frankfurter Sicht enttäuschenden Bundesliga-Saison 2026/27 wurde mit Nathaniel Brown nur ein SGE-Akteur für das deutsche WM-Aufgebot nominiert. Andere Eintracht-Spieler, wie Robin Koch oder Jonathan Burkardt, die sich zu einem früheren Zeitpunkt sicherlich Chancen ausgemalt haben dürften, gingen leer aus. Brown ist aber bei weitem nicht der einzige Frankfurter, dem die Ehre zu wurde, zum einem WM-Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft zu gehören. So standen beispielsweise bei drei der vier Titelgewinne mindestens ein Eintracht-Spieler im Kader. Vor der WM im kommendem Sommer haben wir einen Blick in die Vergangenheit gewagt und uns alle ehemaligen deutschen WM-Akteure angeschaut, die im Vereinsfußball zur gleichen Zeit für die SGE aufliefen.

Rudolf Gramlich wurde 1934 zum ersten Eintracht-Spieler, der bei einer WM mitspielte. Die Vergangenheit Gramlichs ist stark belastet: Aufgrund seiner SS-Vergangenheit erkannte ihm die Eintracht 2020 nachträglich die Würde des Ehrenpräsidenten ab.

1954 gehörte beim ersten deutschen WM-Titel mit Alfred Pfaff auch der damalige Eintracht-Spielführer und spätere deutsche Meister zum Team. Anders als in Frankfurt war Pfaff in der Nationalmannschaft aber kein Teil der Stammelf. Spielen durfte er nur bei der 3:8-Niederlage gegen Ungarn in der Vorrunde, bevor dem deutsche Team beim 3:2-Finalsieg „das Wunder von Bern“ gelang.

Grabowski und Hölzenbein spielen bei Finalsieg

Friedel Lutz war 1966 zum ersten und einzigen Mal bei einer WM dabei. Zum Einsatz kam er aber nur beim 2:1-Halbfinalsieg gegen die Sowjetunion. Auch Jürgen Grabowski  wurde im selben Jahr zum ersten Mal nominiert, durfte aber keine einzige Spielminute absolvieren. Bei der kommenden WM in Mexiko, bei der erstmals Wechsel erlaubt waren, kam der Angreifer immerhin auf mehrere Einsätze als Joker.  1974 durfte Grabowski bei der Heim-WM dann gemeinsam mit seinem Teamkollegen Bernd Hölzenbein stürmen. Im Finale gegen die Niederlande standen beide Frankfurter in der Startelf. In der 25. Minute holte Hölzenbein einen Foulelfmeter heraus, den Paul Breitner zum 1:1-Ausgleich verwandelte, bevor Gerd Müller zwei Minuten vor der Halbzeit den Siegtreffer erzielte.

Vier Jahre später war Hölzenbein der einzige Eintracht-Spieler im deutschen Aufgebot. Ab der zweiten Finalrunde spielte der SGE-Rekordtorschütze bei jeder Partie von Beginn an. Das Ausscheiden beim 2:3 gegen Österreich konnte aber auch Hölzenbein trotz seines  Treffers zum zwischenzeitlichen 2:2 nicht verhindern.

Revanche gegen Argentinien

Thomas Berthold absolvierte bei der WM 1986 jede Spielminute – bis er sich beim 4:1 gegen Mexiko im Viertelfinale eine Rote Karte einhandelte. Beim Finale gegen Argentinien war er nach im Halbfinale überstandener Sperre wieder mit von der Partie. Das Spiel gegen Maradona und Co ging aber trotz zwischenzeitlicher Aufholjagd mit 2:3 verloren. Bereits bei der nächsten WM sollte hierfür die Revanche folgen: Auf Vereinsebene spielte Berthold mittlerweile für die AS Rom. Dafür war mit Uwe Bein trotzdem wieder ein Eintracht-Spieler im deutschen Kader dabei. Bein stand insgesamt dreimal in der Anfangsformation und erzielte beim 5:1-Gruppensieg gegen die Vereinigte Arabische Emirate das Tor zum 4:1. Den 1:0-Finalsieg gegen Argentinien durfte er aber nur von der Bank aus verfolgen. Währenddessen war Berthold erneut als Stammspieler gesetzt.

Nach einer starken Saison im Eintracht-Trikot wurde Maurizio Gaudino für die WM 1994 nominiert. Bundestrainer Berti Vogts setzte während des Turniers aber lieber auf andere Spieler im Mittelfeld. Gaudino absolvierte keine einzige Spielminute und musste von außen mit ansehen, wie Deutschland beim 1:2 gegen Bulgarien im Viertelfinale die Titelverteidigung verspielte.

Trapp und Götze in Katar

Zur nächsten Nominierung eines für die SGE aktiven Spielers sollte es bis zur Winter-WM 2022 in Katar dauern. Kevin Trapp, der ein halbes Jahr zuvor einen großen Anteil am Europa-League-Sieg hatte, schaffte es als Ersatztorhüter ins Turnier. Dazu gesellte sich Mario Götze, der schon vor seiner Zeit als Eintracht-Spieler bei mehreren großen Turnieren der Nationalmannschaft mit an Bord war. Unvergessen ist sein Siegtor im Finale gegen Argentinien 2014. Beim Vorrundenaus in Katar schaffte es Götze nur auf zwei Einsätze von der Bank aus. Bei den Spielen gegen Japan (1:2) und Costa Rica (2:4) wurde er jeweils im zweiten Spielabschnitt eingewechselt.

Aus Eintracht-Sicht bleibt zu hoffen, dass die kommende WM für Brown besser verlaufen wird. Mit David Raum hat er auf der Linksverteidigung aber keine einfache Konkurrenz. Zudem ist das deutsche Team nach den Auftritten der letzten Länderspiele keiner der Topfavoriten auf den Titel. Das Potenzial, sich langfristig in der deutschen Nationalmannschaft durchzusetzen, hat der erst 22-Jährige aber in jedem Fall.

5 Kommentare

Avatar 1. sgeinder 22. Mai 26, 08:11 Uhr

Danke, interessanter Artikel

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Fallback Avatar 2. PeKa 22. Mai 26, 09:29 Uhr

Finde ich auch interessant.
Traurig, dass bis auf Grabi und Holz kaum ein Eintracht-Spieler mal eine größere Rolle in der NM gespielt hat.
Da war immer die Lobby insbesondere der Bauern zu mächtig.
Charly Körbel wurde dadurch ein große NM-Karriere verbaut.
Bundesliga-Rekordspieler und nur 6 Einsätze, echt krass. Allerdings blieb er auch dann immer bei uns.

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War mir gar nicht bewusst, dass Möller als Weltmeister zurück zur Eintracht ging.

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Fallback Avatar 4. astropulpa 22. Mai 26, 10:03 Uhr

20 DM hat mich die Karte für das Regenspiel 1974 gegen Polen im Waldstadion gekostet. Es war das gefühlte Halbfinale. Es wurde in Gruppen weiter gespielt und die Konstellation ergab es , dass gegen die starken Polen der Sieger ins Finale kam. Das erste und letzte Mal, dass ich im B-Block stand. Zeiten ändern sich.

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Am Tag des Regenspiels habe ich geheiratet. War ja nicht der ideale Tag für so was, hat aber trotzdem bis heute gehalten.

Und wenn ich mich richtig erinnere, habe ich die Eintracht 1968 zum ersten Mal live bei einem Freundschaftsspiel in Koblenz beim TuS Neuendorf gesehen. Es war Januar und so bibberkalt, dass ich auf dem Heimweg meine Füße nicht mehr gespürt hatte. Aber trotzdem war ich überglücklich, denn ich hatte zum ersten Mal Grabbi und Holz live spielen gesehen. Und Kunter, Tilkowski, Nickel, Jusufi, Huberts, Bechtold, Schämer, Lindner, Lutz, ... etc.

Und ja: Die Zeiten ändern sich. Aber bei mir zu Hause sind sie alle noch aktiv, denn die Figuren meines Kickers haben ihre Namen. Und beim Kickern gehts dann oft schon mal richtig hoch her. Grabbi (Stürmerreihe rechts) und Holz (Mitte) sind meine Torgaranten. Und wenn Kunter im Tor mal "danebengreift" tausche ich ihn beleidigt gegen Feghelm aus 😉
Ach, ja... Nostalgie...

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