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Heimdebüt in Sicht: Gegen Gladbach steht Riera erstmals in Frankfurt an der Seitenlinie. Foto: IIMAGO / Matthias Koch

Mit klarem Defensivplan zum Erfolg: Riera will den Gegner „nicht atmen lassen“

Mit einem 1:1 bei Union Berlin ist Albert Riera in seine Amtszeit bei der Frankfurter Eintracht gestartet. Nach den zuvor instabilen Auftritten, war es ein erster Schritt in die richtige Richtung. Für den Spanier steht am Samstag gegen Gladbach das Debüt im heimischen Stadion an. „Ich fühle mich befreit, denn ich habe alles gegeben, was wir mit und ohne den Ball machen können. Es ist ein neuer Start für uns alle und eine neue Atmosphäre“, blickt Riera gespannt voraus. An seinen ersten Eindruck, ein Trainer mit klaren Worten und Anforderungen zu sein, knüpft er an: „Ich erwarte, dass wir einen schönen Spielstil haben. Einen dominanten Stil, den Frankfurt auch verdient.“

Den Vorteil des eigenen Stadions möchte der Nachfolger von Dino Toppmöller zugunsten seiner Mannschaft ausnutzen und zählt dabei auf die Unterstützung der SGE-Anhänger: „Wir haben fantastische Fans und ein fantastisches Stadion. Jetzt liegt es an uns, sie mit Energie und Leidenschaft zu füttern, dann ist das Publikum auch da. Die Spieler werden alles auf dem Platz lassen.“ 

Nicht mitwirken kann weiterhin Jonathan Burkardt, der seit November verletzungsbedingt kein Spiel mehr bestreiten konnte: „Burkardt hatte am Samstag ein fantastisches Training. Er war bereit, war dann aber drei Tage krank, und deshalb schützen wir ihn noch weiter. Farés Chaibi hat etwas an der Leiste gespürt, das müssen wir noch abwarten.“ Für ein Missverständnis sorgte Rieras Aussage, dass Younes Ebnoutalib und Can Uzun zurück in den Kader kehren. Wie die Eintracht nach der Pressekonferenz mitteilte, befinden sich die beiden weiterhin in der Reha und sind für das Duell mit der Borussia keine Optionen.

Theate fehlt verletzt – „Ein großer Ausfall“

Arthur Theate wird der Eintracht für eine längere Zeit fehlen. Am Mittwoch verletzte sich der Belgier im Training: „Ein großer Verlust. Nachdem er beim Arzt war, wussten wir, dass es keine sehr schlimme Verletzung sein kann. Ich bin kein Arzt, aber kenne mich natürlich ein wenig aus und denke, dass er sechs Wochen ausfallen könnte, also bis zur nächsten Länderspielpause“, gibt Riera eine erste ungefähre Ausfallzeit. „Er war sehr enttäuscht, hatte Tränen in den Augen. Es ist bei einem ganz normalen Zweikampf passiert, aber als er aufgestanden ist, hat er etwas gespürt. Wir haben keinen weiteren linken Innenverteidiger, also ein großer Ausfall. Wir müssen jetzt mit den Spielern auskommen, die zur Verfügung stehen. Ich möchte, dass er schnell wieder zurück ist, gut austherapiert und nicht zu früh.“

Die Defensive ist auch unter dem Spanier weiterhin das große Thema. Nur Heidenheim kassierte diese Saison mehr Gegentreffer als die SGE. Für Riera ist das Verteidigen die wichtigste Komponente im Spiel: „Wir haben diese Woche die ersten zwei Tage mit der Defensive angefangen, das ist natürlich sehr wichtig. Wir müssen aufhören, so viele Tore zu fangen“, betont er und gibt seinen Schützlingen einen konkreten Plan mit auf den Weg: „Die Spieler wissen exakt, was sie machen müssen, vor allem im Strafraum, bei den Flanken, bei den Blocks oder beim Kontakt mit dem Gegenspieler. Es geht nicht nur um Manndeckung. Ich verlange, dass jeder seine Aufgaben kennt. Wir haben verschiedene Pläne mit verschiedenen Positionierungen und meine Spieler fühlen sich sehr zuversichtlich. Wenn man ein Spiel gewinnen will, darf man kein Tor kassieren, aber man muss natürlich auch Tore schießen. Gestern haben wir speziell trainiert, was wir von den Flügelspielern erwarten und wie wir unsere Stürmer füttern können.“

„Fokussiere mich nur auf die Lösungen“

Für die SGE wird es im Kampf um die europäischen Plätze weiterhin eng. Sollte gegen Gladbach nicht gewonnen werden, rücken die internationalen Plätze in noch weitere Ferne. Riera geht die Sache dennoch eher gelassen an: „Ich spüre keinen Druck, denn ich fokussiere mich nur auf die Lösungen und auf das, was ich den Spielern liefern muss. Ich denke an das, was wir machen müssen, und nicht an den negativen Teil. Meine Verantwortung ist es, den Spielern all das Wissen und die Informationen zu geben, was sie morgen machen müssen. Wenn man Spieler auf dem Platz sieht, die sich wohlfühlen mit dem, was sie machen, dann können sie besser spielen. Dafür sind wir verantwortlich als Trainer.“

Zuletzt war auch die Fitness ein Thema. Viele Spieler wirkten unfit und nicht spritzig genug, dazu langsam in den Aktionen. Riera hat dafür eine einfache Erklärung: „Die Beine sind natürlich nicht so frisch wie am Anfang, das ist klar. Wir sind keine Roboter, jeder Trainer trainiert anders. Unsere Intensität ist so hoch, dass sich die Spieler erst mal daran gewöhnen müssen und werden ihre Beine in den ersten Wochen etwas mehr spüren. Das Körperliche ist ein wichtiger Teil im Fußball, aber darüber mache ich mir keine Sorgen. Wir sind vielleicht bei 80% oder 90%, also können wir uns noch verbessern.“

Erinnerungen an das Hinspiel: „Bekomme graue Haare“

Das Hinspiel im Borussia-Park hätte zweigeteilter nicht sein können. Die SGE war zur Pause mit 5:0 vorn und legte direkt nach der Halbzeit mit dem 6:0 nach. Am Ende des Spiels stand nur noch ein Vorsprung von zwei Toren, die Eintracht hatte vier Treffer nach Hereingaben kassiert und eine hervorragende Leistung fast in Vergessenheit geraten lassen. Riera hofft auf einen entspannteren Einstand im Waldstadion: „Sonst bekomme ich noch graue Haare. Aber auf der anderen Seite wären es drei Punkte.“ 

Einen ähnlichen Spielverlauf wird man so schnell nicht mehr sehen: „Ich bevorzuge mehr Kontrolle. Wir lassen den Gegner nicht rankommen bei Führung, sondern kontrollieren die Situationen. Wenn wir den Ball haben, wollen gleichzeitig schon die Defensive kontrolliert haben, falls wir den Ball verlieren. Wir müssen ein Top-Team im Verteidigen sein. Das Wichtigste ist zu wissen, was man machen soll, wenn der Ball verloren geht. Konzentriert man sich nur auf den Ballbesitz, vernachlässigt man das Verteidigen und wird ein durchschnittliches Team. Wenn ich vier Trainingstage habe, sind drei für die Defensive und einer für die Offensive. Wenn wir den Ball verlieren, sind wir aggressiv und lassen den Gegner nicht atmen.“

Großen Wert legt das neue Trainerteam auch auf Standards. Das sind nicht nur Ecken, Freistöße oder Elfmeter. Rasmus Kristensen wirft Einwürfe häufig hoch in den Sechzehner. Bislang konnte die SGE noch keine Gefahr daraus entstehen lassen. Unter Riera soll das anders werden: „Wir nutzen etwa 30 % unserer Zeit für Standards. Es ist sehr wichtig. Wenn man aus dem Spiel heraus nicht zu Chancen kommt, können Standards entscheidend sein.“

8 Kommentare

Fallback Avatar 1. Eagle-Heart 13. Februar 26, 17:26 Uhr

„Für ein Missverständnis sorgte Rieras Aussage, dass Younes Ebnoutalib und Can Uzun zurück in den Kader kehren.“

Schade, zu früh gefreut. Wäre aber auch echt ein „Medical Wonder“ gewesen, wie es die eine Reporterin formuliert hatte. Gerade bei Younes

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Fallback Avatar 2. Block17 13. Februar 26, 17:28 Uhr

Schade, dass Riera nicht mitspielt.
So einer fehlt uns.

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Fallback Avatar 3. Weltenlenker 13. Februar 26, 17:51 Uhr

MG ist heiß, Polanski lässt Flanken in unseren Strafraum regnen und hofft auf unsere typischen Fehler. Bleibe Skeptisch.

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Avatar 4. abbuzze 13. Februar 26, 18:05 Uhr

Dreckiger und glücklicher 1:0 Sieg ✌️ 🔝 und ich bin glücklich!

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Fallback Avatar 5. Werner 13. Februar 26, 18:21 Uhr

Endlich mal wieder ein Trainer der sagt was Sache ist und nicht immer den Gegner stark redet.
Ich tippe auf ein 2:0 und hoffe das ich keine grauen Haare mehr bekomme.
Einfach dann runter spielen

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Fallback Avatar 6. Rebelheart 13. Februar 26, 18:27 Uhr

Frage mich wie das mit Can und Younes ein Missverständnis sein kann....die Journalistin hat doch extra nochmal (ungläubig) nachgefragt!!

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Fallback Avatar 7. PeKa 13. Februar 26, 18:28 Uhr

Albert scheint das Konzept zu haben, den Spielern Lösungen einzutrichtern.
Das finde ich erst mal gut. Muss jetzt auch klappen.

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Fallback Avatar 8. capullus 13. Februar 26, 19:14 Uhr

Dass die Gladbacher verbaloffensiv auftreten, hat nicht viel zu bedeuten, denn sie sind auch seit fünf Spielen ohne Sieg.

Ich wünsche mir natürlich einen Sieg, aber vielleicht braucht es noch ein bisschen, bis die Umstellungen und die höhere Intensität greifen. Wichtiger ist, dass wir auf einem guten Weg sind und deshalb sollten wir nicht nur auf die Ergebnisse schauen, sondern darauf, wie sich die Mannschaft entwickelt.

Ich finde ihn schon ziemlich klasse, unseren neuen Trainer, die Ansagen sind doch sehr, sehr klar und es tut mir sehr leid, dass Dino das nie hingekriegt hat, das steckt einfach nicht in seiner DNA, klare Ansagen zu machen.

So, jetzt aber, auf geht's Jungs, die packen wir!

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