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Der Eintracht Jahresrückblick – Teil 1

Ein verrücktes Jahr der Eintracht geht zu Ende. Eines, welches deutlich zu viele Tiefschläge hatte. Eines, welches durch Stichwörter wie „Randalemeister 2011“ oder „unnötigster Abstieg aller Zeiten“ geprägt sein wird. Von Skibbe über Daum zu Veh – Ein kleiner Rückblick über die letzten 12 Monate! (Es ist etwas mehr zu lesen – also nur mit etwas Geduld an die Sache heran gehen 🙂

Januar: Das Jahr beginnt für die Profis der Hessen im türkischen Belek. Im Trainingslager soll die Basis für den Angriff auf die oberen Plätze gelegt werden. Glaubt man den Berichten mitgereister Adlerfans, so war die Atmosphäre sehr gelockert. Nebenbei wurde noch der Antalya-Cup gewonnen und jegliche Sorgen bezüglich der Abwehr ignoriert. Gegen Hannover 96 verteidigten auf einmal Clark und Kevin Kraus in der Mitte. Verlor man am 1. Spieltag noch knapp gegen die Niedersachsen so setzte es diesmal daheim eine hochverdiente 3-0 Pleite. In Hamburg dann war die Not in der Verteidigung noch größer, sodass Petkovic sogar wieder mitspielen durfte, jedoch die 1-0 durch stümperhaftes Verteidigen mitverschuldete. Und nun gingen die Unruhen los. Bleibt Ochs? Geht Caio nach Russland? All dies passierte vor dem Gladbachspiel… welches gegen den damaligen Tabellenletzten mit 1-0 verloren wurde. Nachdem Caio in der 1. Halbzeit gefühlt 10 Topchancen vergab konnte die Borussia kurz vor Schluss den Siegtreffer markieren… Im Eintrachtforum wird erstmals auch eine ärgerliche Stimmung spürbar. So sagt ein User:

Lässt immer das gleiche System mit einer Spitze spielen und schickt damit die Mannschaft sehenden Auges in das Verderben.
Seine Auswechslungen (Zeitpunkt und Art) erinnert an schlimmste Funkel Zeiten. Danke, Herr Skibbe!“

Februar: Und was daran anschloss war ein Horrormonat Februar, der eigentlich mit einem spielerisch ansprechendem 0:0 beim SC Freiburg begann. Was danach folgte war dann der totale Absturz. Einem 0:3 gegen Leverkusen (wo die Adler schon das 3. Mal in dieser Rückrunde die Latte trafen), folgte der wohl schwärzeste Freitag des Jahres. Nicht nur das die Partie in Nürnberg später angepfiffen wurde – man verlor sang-und klanglos mit 3:0. Die Alarmglocken schrillten immer lauter:

Ich möchte den Spielern eigentlich allen eine 3 geben – was sollen die armen Kerle auch machen, wenn sie von draussen weder System noch Einstellung noch Mut noch Ideen noch Willen mitbekommen. Aber, so gut kommen sie doch net weg.“

Der Ton im Forum wird rauer und die Mannschaft schafft es wöchentlich die negative Stimmung weiter anzuheizen. War der Tiefpunkt spielerischer Art in Nürnberg schon erreicht so folgte nun eine noch bittere Stunde der Depression für jeden Fan der Adler. Gegen den VfB Stuttgart spielte man über 70 Minuten in Überzahl. Man hatte viele Chancen, traf mal wieder den Pfosten und scheiterte gefühlte 15 mal am Stuttgart Torwart Ulreich. Auf der anderen Seite durfte endlich einmal Fährmann zwischen die Pfosten und patzte 2mal entscheidend. Zum Schluss gewannen die Schwaben und überflügelten die SGE dann im Laufe der nächsten Wochen. 6 Spiele ohne Tor waren jetzt schon vergangen, der letzte Treffer wurde noch im Dezember 2010 gegen den BVB erzielt….

März: Auch weiterhin war keine Änderung in Sicht. Gegen den 1. FC Kaiserslautern gab es ein grauenhaftes 0:0, welches vom Kicker sogar mit der Note 6 bewertet wurde. Glücklicherweise vergab Lakic in Minute 89 die riesen Chance zum Siegtreffer. Weiterhin im Trainerstuhl saß Michael Skibbe… was viele überraschte. Gegen den FC Schalke 04 hatte dann endlich eine lange Leidenszeit ein Ende. Zur Halbzeit stand es nach der „Slap-stick-Einlage“ von Ralf Fährmann 1:0. Statt sich umzudrehen, legte der Keeper den Ball einfach auf den Boden ohne Raul zu beachten. Der Spanier luchste den Ball ab und holte so den Elfmeter raus, der zum 1:0 führte. Dann aber, nach gefühlten 10.000 Minuten ohne Treffer, segelte der Ball ebenso lang durch die Luft, bevor er die Torlinie überschritt. Tzavellas markierte, beim gefühlt 100.000 Versuch Gekas mit einem langen Ball ins Spiel zu bringen, einen Treffer aus 73 m. Wie es aber das Schicksal dieses Spiels wollte, erzielte ausgerechnet Charisteas, einer von gefühlt 1.000 Einkäufen Magaths, den Siegtreffer zum 2:1… Um einmal den Überblick zu erhalten – März 2011 – 9 Rückrundenspiele – 1 Tor geschossen – 15 Tore kassiert – 2 Punkte geholt… Immerhin konnte man gegen den späteren Mitabsteiger, den FC St. Pauli, mit 2:1 gewinnen. Gekas durfte 2mal jubeln in einer Partie, die eigentlich keinen Sieger verdient hatte. Damit war die Truppe vom Millerntor die einzige, die sich in dieser Saison 2mal gegen die Hessen geschlagen geben musste. Es folgte der Paukenschlag. Nun also flog Michael Skibbe. Auch Heribert Bruchhagen konnte sich das Trauerspiel der Mannschaft nicht mehr mit ansehen. Christoph Daum sollte nun die Fäden am Main „spinnen“ (im wahrsten Sinne des Wortes ;-). Und eines kann man ihm nicht vorwerfen – er hat mit Koch zusammen gearbeitet wie ein Tier. Was sich erstmal auch auszahlen sollte, denn…

April: In Wolfsburg holte man direkt einen wichtigen Punkt. Meier erzielte die Führung, die aber dann noch, trotz Überzahl, ausgeglichen wurde. Nichtsdestotrotz zeigten sich die Adler verbessert. Ein neuer Wille schien einzukehren. Was dann auch eine Woche später gegen Bremen bestätigt wurde. Viel Kampf, Einsatz und Willen war vorhanden. Und hätte Gekas nur eine der 4 100%igen Chancen genutzt, hätte es mehr geben können, als nur ein 1:1. So konnte man sich bei Fenin bedanken, dass er eine tolle Flanke von Jung noch einköpfte. Unglücklich verlief das Spiel in Hoffenheim – „dank“ Gekas. Der Grieche wurde nun zum Fluch für die Eintracht. Er war eingesperrt im „Gedankengefängnis“. Auch im Kraichgau vergab er 3 riesen Chancen. Die Strafe folgte, mal wieder bedingt durch einen Patzer von Fährmann, und so verlor man auch hier mit 1:0. Ende April gab es dann wohl aber die Szene, die mit dazu führte, dass die Eintracht nun wieder in Liga 2 spielte. Man führte gegen den FC Bayern München mit 1:0, spielte richtig erfrischenden Fußball und 8 Minuten vor dem Ende passte Jung den Ball quer auf Gekas… Der Grieche hatte das Tor vor sich – weit geöffnet – von Butt und den bayrischen Gegenspielern war niemand in Sicht … und … der Ball landet 25 m entfernt vom linken Torpfosten im Aus. Die Schockszene – für alle Beteiligten – die dann natürlich noch bestraft werden musste. Gomez verwandelte den fälligen Elfmeter. Am Samstag um 17.15 Uhr noch 5 Punkte vor Wolfsburg – am Freitag 6 Tage später 1 Punkt hinter den Wölfen auf Platz 16 – so der dramatische Abfall der Hessen.

Mai: Mit der Last im Rücken, dass die Magath-Elf aufgeholt hat, fuhr man nun nach Mainz, die in Topform agierten und die Eintracht zum ersten Mal in der Bundesliga besiegen konnten. Und zwar niederschmetternd mit 3:0. Schon zur Halbzeit war die Partie gelaufen. Das bitterste sollte noch folgen, nämlich die Ergebnisse von den anderen Plätzen. Stuttgart konnte gewinnen. Köln konnte gewinnen. Und auf einmal war Gladbach nur noch 2 Punkte von der Daum-Truppe entfernt… Jetzt war jedem klar, dass man ganz tief unten drin steckte. Eine traurige Gewissheit wie sich in dieser Aussage zeigt: „Gefühlter Abstieg. Die anderen Ergebnisse passen dazu. Gladbach hat noch Freiburg und Hamburg. Für beide Teams geht es um Nichts mehr und Gladbach schwimmt auf einer Erfolgswelle, weshalb ich mit 6 Punkten für Gladbach aus den letzten 2 Spielen rechne. Dementsprechend erwarte ich den direkten Abstieg von uns.“. Und so kam es in der nächsten Woche zum traurigsten aller Höhepunkte. Gegen den 1. FC Köln verlor man zu Hause sang- und klanglos mit 2:0. Es hätte, ohne Übertreiben zu wollen, auch 5 oder 6:0 enden können. Das Ende der Geschichte war, dass die Fans auf den Platz stürmten, somit die „Nicht-Abstiegs-Party“ der Geißböcke unterbanden und für einen Bundesweiten Eklat sorgten. Sogar die teure Spezialkamera der ARD ging dabei zu Bruch. Eine Woche später, bei der 1:3 Niederlage in Dortmund, feierte man dann nicht etwa den „Nicht-Abstieg“, sondern nur noch sich selber. „Randale-Meister-2011“… eine Provokation, von der sich anscheinend viele Fangruppen angestochen fühlten, was sich in der jetzigen Saison fast wöchentlich zeigt…

Es war geschafft. Der Niedergang der Eintracht war perfekt. Nach 26 Hinrundenpunkte stiegen die Adler noch mit 33 Punkten ab. 7 Rückrundenpunkte bei 7 geschossenen Toren… Noch Fragen?

Juni: Zeit um diese schlimmen Wunden zu lecken gab es nicht. Es musste ein schneller Umbruch erfolgen. War Bruchhagen noch zu halten? Wird Daum Trainer bleiben? Was ist mit den Spielern, die den Schiffbruch verursachten? Wer kommt und wer geht? Viele Fragen. Zuerst wurde ein Sportdirektor verpflichtet. Bruno Hübner kam vom MSV Duisburg. Zeitnahe wechselte dann auch Armin Veh an den Main. Nach der Station in Hamburg wollte er eigentlich länger pausieren, jedoch schien in die Mainmetropole zu reizen. Von den Stammspielern verließen Ochs, Fährmann, später auch Russ, Fenin und Chris den Verein. Neuzugänge wurden dann wöchentlich neu präsentiert. Hoffer, Schildenfeld, Anderson, Djakpa, Lehmann, Kessler und Matmour wechselten an den Main. Mit diesem Team sollte der direkte Wiederaufstieg gelingen. Wie sich die Mannschaft bislang geschlagen hat – Morgen im 2. Teil des Rückblicks.

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Ein Kommentar

Fallback Avatar 1. stahlstadt adler 30. Dezember 11, 08:42 Uhr

Oh ja. Dieses schlimme Jahr 2011. Zumindest die erste Hälfte. Was da passiert ist in der Rückrunde kann eigentlich gar nicht sein. Für jeden,der den Adler im Herzen trägt, ein Grauen! Ich will das eigentlich alles nur noch vergessen!!! Hoffen wir auf ein besseres Jahr 2012 und das wir im Sommer wieder da spielen, wo wir spielen sollten. N'mlich in Liga 1 ! In diesem Sinne einen guten Rutsch euch allen und bleibt gesund !!! Man sieht sich in Berlin,bei den eisernen und in Rostock.

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