Enttäuschte Gesichter nach der Partie gegen Mönchengladbach. Am Ende hat es wieder nicht zu einem Sieg gereicht.

Nach der großen europäischen Bühne ging es für die Eintracht innerhalb kürzester Zeit zurück in den Ligaalltag. Neben der anstrengenden Reise hatten die Hessen auch mit einem großem Temperaturschwung zu kämpfen und mit Borussia Mönchengladbach reiste ausgerechnet der spielstarke Tabellendritte in den Stadtwald. Nachdem es lange nach einem glücklichen Sieg aussah, musste sich die SGE am Ende wieder mit einem Unentschieden zufrieden geben. Auch wenn die Frankfurter somit weiterhin ungeschlagen sind im Jahr 2019, wird die Luft im oberen Drittel der Tabelle immer dünner. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer noch einmal analysiert:

Es klemmt in der Offensive
Eintracht-Trainer Adi Hütter ließ dieses Mal Luka Jovic auf der Bank und schickte Sebastien Haller zurück in die Startelf. Mijat Gacinovic durfte erneut als Bindeglied zwischen Sturm und Mittelfeld fungieren. Es zeigte sich allerdings auch gegen Gladbach das gewohnte Bild der letzten Wochen. Vorne laufen die Stürmer meistens früh an, durch oftmals fehlendes Nachrücken bieten sich dann große Lücken für den Gegner, insofern er das Pressing überspielen kann. Diese Lücken wusste der Tabellendritte immer wieder zu finden und so verpufften die Pressingversuche allzu oft erfolglos. Im Vergleich zu der beeindruckenden Siegesserie der Hinrunde, in der man gerade durch das konsequente frühe Angreife immer wieder schnell in Umschaltmomente und so zu Torchancen kam, fehlt es der Eintracht im Moment an der letzten Bissigkeit. Immer wieder kommen die Spieler den berühmten Schritt zu spät, ohne aber, dass man ihnen vorwerfen könnte, dass sie nicht alles versuchen würden. Es fehlt die Leichtigkeit, vielleicht auch die Überzeugung nachdem man nun länger nicht gewinnen konnte. Wenn die Hessen nicht in ihr Umschaltspiel kommen und gegen kompakt stehende Gegner Angriffe initiieren müssen, zeigt sich das ganze Dilemma im Mittelfeld. Es fehlt ein kreativer Achter oder Zehner, der das Spiel an sich reißen könnte und die Bälle verteilen könnte. Jonathan de Guzman und Mijat Gacinovic haben versucht diese Rolle zu übernehmen, aber immer wieder viel zu leichte Ballverluste in ihrem Spiel gehabt, was dann zu gefährlichen Kontern der Gäste führte. Haller, der sonst als Ballverteiler fungierte, kann die Bälle im Moment nicht mehr so konsequent festmachen, ihm fehlt ein stückweit die Form und auch das Glück. Die aktuell einzig funktionierende Strategie ist über die Außen zu spielen und Filip Kostic und Danny da Costa rennen die Außenlinie auf und ab. Trotz des Einsatzes fehlt es im Hereinbringen des Balles oftmals an der Präzision. Auch Rebic, der wirklich alles versucht, kann dem Offensivspiel im Moment nicht seinen Stempel aufdrücken.

Chance vertan
Obwohl man sich über weite Strecken offensiv schwer tat, bekam man durch das Tor von da Costa kurz vor der Pause die große Chance mit der Führung im Rücken einen wichtigen Schritt in der Tabelle zu machen. Die Defensive um Martin Hinteregger, Makoto Hasebe und Evan N´Dicka stand ohnehin einmal mehr ausgezeichnet und räumte ab, was es abzuräumen gab. Einzig über die linke Defensivseite fand Gladbach hin und wieder Räume, um in den Strafraum zu gelangen. Im Mittelfeld nahm erneut Gelson Fernandes eine wichtige Rolle ein, gerade in Abwesenheit von Sebastian Rode, war er der wichtigste Spiel im defensiven Mittelfeldverbund. De Guzman ist eben nicht der typische Abräumer. Nachdem Fernandes aufgrund einer Verletzung ausgewechselt werden musste und durch Jetro Willems ersetzt wurde, gab es deutlich mehr Zugriff für die Gladbacher im Mittelfeld. Mit zwei frisch eingewechselten Stürmern versuchte die Borussia auch noch einmal alles, um zum Ausgleich zu kommen. Wie schon gegen Donezk war es einmal mehr ein Aussetzer in der Defensive, der die ansonsten so sattelfeste Abwehrreihe in große Bedrängnis brachte. Willems rutscht im Mittelfeld aus und der Gegner kann mittig zum Tor und wird überhaupt nicht bedrängt. Dass der Schuss dann im Grunde genommen auch noch haltbar war und Kevin Trapp in diesem Moment diese eine entscheidende Sekunde zu spät war, machte das Unheil einmal mehr perfekt. Zudem hatte man bereits wieder auch Möglichkeiten das Spiel früher zu entscheiden, aber die Offensive agierte wie oben beschrieben nicht konsequent genug und es fehlte in den entscheidenden Momente an der nötigen Konzentration. Wie auch in Europa-League hätte man das Ergebnis vermutlich vor der Partie gerne gesehen, aber einmal mehr lässt der Spielverlauf auch Enttäuschung zurück.

Volle Konzentration auf die Europa-League
Nun heißt es das positive aus dem Spiel mitzunehmen. Obwohl man in den letzten Wochen ausschließlich gegen Top-Teams gespielt hat, ist man weiter ungeschlagen. Hinzu kommt, dass man im Vergleich zur Hinrunde bereits mehr Punkte in der Rückrunde geholt hat. Nach dem Kracher gegen Donezk kommen erst einmal auch die vermeintlich leichteren Spiele. Trotzdem darf man eben nicht davon ausgehen, dass man mal eben einfach so die Serie der Hinrunde kopieren kann. Die Eintracht muss ihr Spiel wieder konzentrierter und taktisch besser umsetzen. Es fehlt der Mannschaft nicht an Einsatz, im Gegenteil, denn nach der langen Reise und dem Temperaturunterschied war die Leistung aller Ehren wert, aber im Moment ist der Einsatz nicht effektiv. Man ist wieder zwei Kilometer mehr gelaufen als der Gegner und hatte 60 Sprints mehr als Gladbach. Die SGE wird nicht gegen jeden Gegner so viel mehr sprinten können und gerade im Hinblick auf die Doppelbelastung ist das auch nicht realistisch. Die Mannschaft muss ihre Ressourcen wieder besser einsetzen und auch das Pressing konsequenter spielen, um so wieder die kurzen Wege zum Tor zu bekommen. Das bringt die Offensive auch wieder in bessere Situationen. Vielleicht gelingt das schon am kommenden Donnerstag und der europäische Traum geht weiter. Es wird auf jeden Fall ein hartes Stück Arbeit.

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72 Kommentare

  1. Wenn wir ehrlich sind, so eine richtig gute Lösung für das Mittelfeld
    am Donnerstag und Sonntag gibt es wohl nicht.
    Hütter wird bestimmt versuchen, das über das Kollektiv zu packen.
    Drücken wir ihm die Daumen – es wird bestimmt eng.
    Wenn es am Donnerstag mit 1:1 oder 0:0 in die letzten Minuten
    gehen sollte, brauche ich einen Blutdrucksenker.

  2. ja , richtig ich bin kein Trainer. Aber rein aus dem Gefühl heraus würde ich sowenig als möglich an der Mannschaftsaufstellung ändern. Nach hinten müssen wir gut stehen. Deshalb Russ ( Erfahrung/Stellungsspiel ) auf die Position von Hinteregger. Den Martin ins Mittelfeld ( läuferisch/kämpferisch top ) , er wäre m.E. jemand der endlich mal Bälle mit seinem guten linken Fuß vorne an den Mann bringen könnte. Aber Addi wird’s schon richten.
    Donnerstag 20:30 wissen wir das wir weiter sind 🙂
    Altes Motto neue Situation : AUF GEHTS

  3. Ich kann mir am ehesten auch Russ in der Abwehr vorstellen und dafür Hinteregger defensiv davor. Ist so wie die Jugsn schon sehr oft gespielt habe in der Abwehr, aber Mit Hinteregger noch jemand abgebrühtes davor zum sichern und vielleicht nach vorne eröffnen. Aber wir müssen das gar nicht so hastig angehen am Donnerstag. Ob er das kann weiß ich natürlich nicht, würden wir dann ja sehen. Wäre einen Versuch wert. Wäre nicht ungewöhnlich für Hütter, sowas mal zu improvisieren.

    Die Idee, im nächsten Ligaspiel dann mal testweise den kleinen Stendera rein zu bringen ist zwar verwegen, aber vielleicht trotzdem ein guter Zeitpunkt. Nominell (!) schwacher Gegner, Nils jung und frisch, heiß auf die BuLi, im Mittelfeld verletzungsbedingt gähnende Leere und nichts, was sich sonst klar als Alternative aufdrängt.

  4. Ich habe meine Bedenken wenn ich mir vorstelle, dass Taison im 1 gegen 1 auf Russ zuläuft. Dann doch lieber als Abräumer mit Absicherung vor der Abwehr. Aber der Ausfall von Rode ist doch noch gar nicht klar, oder?

  5. Habe ich irgendwas verpasst? Gacinovic und de Guzman zentral, der Rest wie gehabt, nur mit Haller, Rebic und Jovic.

  6. @Block17
    Kannst du bei Bedarf von mit bekommen, ist mein tägliches Brot. Gute Gesundheit weiterhin!
    Wir freuen uns auf einen tollen Abend im Wald.

  7. Wir dürfen bitte nicht vergessen, dass wir in der Hinrunde nach dem Gladbach Spiel mit 3 Punkten dastanden, jetzt mit 6 aus den letzten 4. Also alle mal Halblang mit „Offensive klemmt“. Sicherlich sind die Drei vorne Mental auf einem kleinen Tiefpunkt, aber die schießen sich schon wieder ein. Die Rückrunde wird sicherlich so schön wie die Hinrunde 😉

  8. @Mary feixt
    Vorneweg: Ich bin begeistert, wie sich unsere Adler diese Saison entwickelt haben! Nochmals eine Steigerung gegenueber den sehr guten Kovac-Jahren. Das Potential – sprich die moeglichen PS – wurde Mitte der Hinrunde auf ein fantastisches neues Niveau angehoben, wie ich es seit Beinyeboahbinz nicht mehr kannte… Wenn ich nun schreibe, wir kriegen die PS gerade nicht mehr auf den Rasen, hat das weniger damit zu tun, dass ich wegen der Unentschiedenserie gegen die drei Dragster vor uns noele (wobei wir in den letzten drei Jahren gegen diese doch einige Spiele gewonnen und dafuer dann 200% mehr Punkte bekommen haben), sondern damit, dass uns gefuehlt gerade das Momentum, die Leichtigkeit abgeht. In den vergangenen Partien musste ich immer wieder sinnbildlich in die Tischkante beissen, weil sich unsere Jungs vorbildlich zerreissen und vielversprechende Situationen erspielen, dann aber beim Zu-Ende-spielen schlicht verdaddeln… Das hat natuerlich auch mit Glueck zu tun, mit den Launen eines chaotisch umherflippernden und sich so ungern dem Willen des homo ludens unterwerfenden Balles. Ich empfinde es halt so, dass offensiv gerade ein wenig der Wurm drin ist und bete, dass gegen Donezk oder 69 der Knoten platzt!

  9. Da soll nochmal einer über unsere Unentschieden meckern!

    Wären unsere auch gegen die letzten, oder unten stehende, dann könnte man es ja wenigstens noch etwas nachvollziehen.

    Oder sind wir schon besser wie Dortmund. Die dürfen und wir nicht 😉

  10. Hinti nur im DM wenn Abraham spielen kann. Russ kann nicht gegen schnelle Brasilianer.

  11. @64
    Russ soll nicht in das Sprintduell. Wir müssten tiefer stehen. Er soll die Mitte dichtmachen und die Jungs zusammenhalten. Dann könnte Marco m. E. sehr wohl den Libero geben. Und vielleicht nickt er beim Standard auch noch einen rein. Im Luftkampf sind wir überlegen.

  12. Hab´s gelesen. Hilft mir allerdings nicht weiter. Am Ende ist es doch immer wieder das gleiche. Anfangs gut funktionierende Systeme werden vom Gegner entschlüsselt. Dafür gibt es die Scouts und Analysten. Das BVB-Problem sehe ich erst dann als Schablone, wenn wir gegen H96, den Club und F95 Unentschieden spielen. Unsere „böse“ Serie ist m.E. dem Spielplan geschuldet. Im übrigen darf man unsere Serie auch als halbvolles Wasserglas sehen. 🙂

    … ach ja, und am Ende wird wie immer der FC Bayern Meister. Ich stelle mich mental schon mal darauf ein.
    (Schnaub!)

  13. Neben vielem richtigem, was Laura aufgeschrieben hat, gibt es mM aber auch einen Fehler. Ein Unentschieden ist nicht dasselbe wie ein anderes Unentschieden. Gegen Werder und vor allem gegen Leipzig haben wir schlecht ausgesehen. Beim Werderspiel war das Problem, dass wir kein taktisches Mittel (Kruse!) gefunden haben. Leipzig hat irgendwie einen Glanztag gegen uns erwischt, aber das Glück war auf unserer Seite. Gegen Dortmund, Donzk und Gladbach war es aber nicht Glück, sondern die Mannschaft hat gut gespielt. Mit der gebotenen Vorsicht ist also eine Steigerung zu erkennen, eine schrittweise Festigung der Defensivqualitäten. Das geht erstmal auf Kosten der Büffelwucht, ist aber gegen die genannten Gegner bestimmt ein vernünftiges und umsichtiges Vorgehen.

  14. @ffm
    Sorry, aber das ist doch alles Kokolores. Typisches „ich-bastel-mir-einen-Artikel“ -Geschwurbel.
    Ich bin bei Leibe kein Sympathisant der Zecken, aber diese Art Journaille ist ihrerseits entschlüsselt.
    Wie kann ein decodiertes Team gegen den schlauen Decodierer 3:0 in Führung gehen? Hätte der BVB seine Riesenchance zum 4:0 genutzt, wäre Hoppenheim mit einer ordentlichen Packung nach Hause gefahren. Und gestern hat Drobny einige geile Paraden gezeigt und sowohl Schiri als auch der Keller in Köln haben das Foul an Sancho „übersehen“…
    Der BVB hat eine veritable Ergebniskrise und berappt seine Steuer an Spielgöttin Viktoria. Nicht mehr, und nicht weniger.

  15. @ 70 sge1899 Da bin ich bei Dir. Allerdings ist es aber auch eine Schweinerei, dass der Club mit Drobny und Mathenia das Tor vernagelt hatten … 🙂

  16. Es ist nur ein Artikel und ich finde die Erklärungsversuche bemerkenswert. Exakt das sagt man ja auch über uns. Das 3:3 nach 3:0 Führung passt da allerdings nicht hinein, da hast Du recht

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