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Chandler sprach unter anderem über die vergangenen Trainer bei der Eintracht. Foto: IMAGO / HJS

Eintracht-Urgestein Chandler: „Hütter ist der perfekte Mann für Eintracht Frankfurt!“

In Frankfurt gibt es einige wohlbekannte Gesetzmäßigkeiten. Der Flughafen ist der größte in Deutschland, die beste grüne Sauce bekommt man frisch in der Kleinmarkthalle und Timothy Chandler spielt bei Eintracht Frankfurt. Mit einer kleinen Nürnberger Unterbrechung von 2011 bis 2014 spielte der gebürtige Frankfurter seine gesamte Karriere bei der Eintracht. Über 200 Einsätze mit dem Adler auf der Brust hat der mittlerweile 36-Jährige angesammelt. Nach Ersatzkeeper Jens Grahl ist er der älteste Spieler im Kader. Während Chandler in den vergangenen Jahren zunehmend weniger auf dem Rasen stand, wurde seine Rolle im Verein aber sukzessive immer größer. Was paradox klingt, ist dennoch Realität: Chandler ist  zu einem Gesicht der hessischen Mannschaft geworden. Mit guter Laune, positivem Spirit und immer einem witzigen Spruch auf den Lippen hält er die Spieler der SGE bei Laune. Zuletzt durfte er sogar einmal wieder für 21 Minuten gegen den FC Augsburg spielen.

Jetzt sprach der Routinier im „Doppelpass“ bei Sport1 über die aktuelle Situation bei Eintracht Frankfurt und auch seine sportliche Zukunft. Zunächst die gute Nachricht für alle Eintracht-Fans: Timothy „Timmy“ Chandler schließt eine erneute Vertragsverlängerung nicht aus: „Sag niemals nie! Wir werden sehen, was passiert, wir setzen uns im Januar oder Februar wieder zusammen“, sagte der Rechtsverteidiger zu seiner persönlichen Situation bei der Eintracht. Dass er der SGE vollkommen den Rücken kehrt, ist derweil aber unwahrscheinlich. Sollte er die Fußballschuhe endgültig an den Nagel hängen, so wird er dem Verein wohl in einer anderen Position erhalten bleiben. Am besten weiterhin möglichst nah an der Mannschaft.

Zeit unter Riera „nicht immer einfach“

Deutlich kritische Worte fand der Spieler über Ex-Trainer Albert Riera. Der Spanier hatte die kriselnde Eintracht im vergangenen Frühjahr vom beurlaubten Dino Toppmöller übernommen. Nach anfänglichen sportlichen Erfolgen blieb die Punkteausbeute dann aber doch dürftig, sodass eine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus nicht angestrebt wurde. Vor allen Dingen aber auch wegen der medialen Auftritte des Trainers war ein Verbleib bei der Eintracht regelrecht undenkbar. Chandler bestätigte diese Situation jetzt auch aus Spielersicht: „Es ging ausschließlich immer nur um ihn. Ich glaube, jeder hier hat immer freitags gewartet, bis seine Pressekonferenz kam. Und am Ende stand ja alles bei TikTok und Instagram voll. Und da ging es sehr, sehr wenig um die Mannschaft.“ Dass diese Situation für die Spieler nicht immer einfach war, liegt auf der Hand. Der 36-Jährige wurde dahingehend aber noch konkreter: „Für die Spieler ist das natürlich sehr, sehr lustig.“ So sei es fast unmöglich gewesen, bei der persönlichen Nutzung von sozialen Medien nicht andauernd Aussagen des eigenen Trainers zu sehen. Ihren Trainer dann aber nach einigen Tagen im Training wieder professionell Ernst nehmen zu müssen, sei „natürlich auch nicht immer alles so einfach“. Dagegen habe Adi Hütter der SGE binnen kürzester Zeit wieder einfacheren Fußball, eine spielerische Linie und Hierarchie zurückgegeben, lobte Chandler seinen aktuellen Übungsleiter. „Nach dem Jahr, was wir hinter uns hatte, dachte ich im Moment der Verkündung, dass Hütter unser Trainer wird: ‚Überragend! Das ist der perfekte Mann jetzt für Eintracht Frankfurt!'“. Das sei in der Art des Österreichers begründet. „Er weiß, was es bedeutet, für Eintracht Frankfurt an der Seitenlinie zu stehen. Er weiß, was die Stadt, die Fans und vor allem der Verein wieder braucht.“ So habe er direkt Stimmung für Hütter bei seinen Mitspielern gemacht, als die Gerüchte aufkamen. „Jungs, glaubt mir, wenn der kommt – das ist ein guter Mann!“ Hütter habe schnell die Zügel übernommen und auch die Führungsspieler adressiert: „Er nimmt die Führungsspieler mit, aber eben auch in die Pflicht und das ist wichtig!“ 

Chandler ließ die Zuschauer auch in wenig hinter die Kulissen von Adi Hütter blicken und erzählte, was den Trainer am wütendsten mache: „Laufen, kämpfen, grätschen, alles geben! Wenn das jemand nicht macht, dann macht ihn das fuchsteufelswild. Danach kommt erst die Qualität. Wenn das jemand nicht macht, wird er richtig stinkig. Dann kommt auch der österreichische Akzent mal durch und dann geht’s auch mal richtig rund (lacht).“

Kritisieren wollte Chandler Dino Toppmöller hingegen nicht, fand aber Gründe für dessen letztendliches Scheitern in Frankfurt: „Er war noch ein sehr junger Trainer. Es war seine erste richtige Station bei einer Profimannschaft in der Bundesliga. Deswegen hat ihm da noch ein bisschen etwas gefehlt. Die klare Linie, die klare Kante.“ Das sei ihm zum Verhängnis geworden, weil die Mannschaft viele junge Spieler, aus vielen Herkunftsländern hatte und somit auch viele Charaktere und Typen zusammenbrachte als Team. „Da braucht man eine klare Kante und eine klare Struktur.“

„Er macht es überragend!“

Regelrecht ins Schwärmen geriet der Publikumsliebling dann aber, als es um SGE-Nachwuchstalent Niko Ilicevic ging. Der Nachwuchs-Zehner spielt derzeit bei U19-Mannschaft von Eintracht Frankfurt und überzeugt immer wieder mit Topleistungen. Dass er bislang noch keine Alternative bei den Profis war hat einen ganz einfachen Grund: Ilicevic ist erst 15 und wird am 31. Oktober 16 Jahre alt und somit spielberechtigt für die erste Mannschaft der SGE. „Er ist ein herausragendes Talent. Er hat noch mal einen Schritt gemacht, hat letztes Jahr schon ein paar Mal bei uns mittrainiert. Jetzt ist er durchgehend bei uns gewesen“, lobte der erfahrene Chandler den Nachwuchskicker. „Der Junge macht’s wirklich überragend, auch körperlich.“ Ob er hingegen direkt eine Rolle bei den Profis wird spielen können, konnte Chandler freilich nicht sagen.  „Er wird 16 und ist dann spielberechtigt. Man muss sehen, ob Adi ihn einsetzt. Aber er arbeitet mit seinen 15 wirklich wahnsinnig viel.“

3 Kommentare

Fallback Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 1. eldelabeha 05. Oktober 26, 10:43 Uhr

Ich lese die Aussage "Hütter ist der perfekte Mann" jetzt bestimmt schon zum zehnten Mal oder so. Inzwischen hat sich die halbe Mannschaft und der halbe Vorstand schon in fast begriffsgleicher Art zu Wort gemeldet und ich frage mich woran das liegt?

Sind es die Journalisten, die ständig entsprechende Fragen stellen oder die Interviewten die das immer unterbringen wollen und warum?

Das war in dieser Fülle in der Vergangenheit in meinen Augen selten der Fall. Klar, mal am Anfang, wenn der Trainer neu ist und auch mal, wenn der Trainer gerade in der Kritik steht und man ihm den Rücken stärken will, aber die Situation gibt es bei uns doch derzeit gar nicht.

Hängt das damit zusammen, dass bei Toppi und vor allem Riera ständig die Frage im Raum stand, ob sie die richtigen sind?

Abgesehen davon denke ich aber auch, dass Hütters Art der Mannschaft gut tut. Viele sind bzw. waren ob der letzten Saison verunsichert, es gibt viele junge und unerfahrene Spieler und einen Mangel an Führungsspielern. Burkardt ist für mich aktuell der einzige, der das zumindest auf Grundlage seiner Aussagen und seiner Leistung sein kann. Koch sucht nach seiner Leistung, Chandler fehlt die sportliche Relevanz, Götze ist vom Typ her keiner der voran geht und hat seinen Stammplatz verloren.

Da ist ein Trainer mit einer gewissen natürlichen Autorität, der klare Ansagen macht, genug Überzeugung mitbringt, dass die Spieler ihm glauben, auch wenn es mal nicht läuft und eine gute Mischung zwischen Empathie und Konsequenz wenn ihm etwas missfällt, findet, sehr viel wert.

Ich bin wirklich gespannt, wie es sich die nächsten Wochen und Monate entwickelt. Wir haben keine absoluten Ausnahmespieler mehr wie Marmoush oder Ekitiké, aber sehr viele interessante junge Spieler mit viel Potenzial.

Offensiv sind wir gegen fast jeden Gegner in der Lage Tore zu schießen, und mit Collins, Brassier, Koch und Maluze musste eigentlich auch eine halbwegs stabile Defensive möglich sein.

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Fallback Avatar 2. sgeromeo 05. Oktober 26, 11:26 Uhr

Ich freue mich auf Niko Ilicevic. Warum?

Weil er dann mit 16 Spielberechtigt sein wird und man an ihm dann gut erkennen kann, wie man junge Spieler fördern und fordern kann, ohne ihn zu überfordern.
Wenn es stimmt, das er wahnsinnig an sich arbeitet, auch körperlich, dann wird der Übergang von Nachwuchs auf Herrenfußball absolut machbar. So stellt man sich es erstmal vor.

Das man ihn sportlich nicht als Heilsbringer sehen sollte, finde ich logisch. Aber es wäre wirklich schön, wenn er hin und wieder Einsatzminuten bekommt und vielleicht auch mal das ein oder andere mal einen Scorer mit einstreuen kann. Man wächst ja auch mit seinen Aufgaben.

Damit wäre Niko Ilicevic nach Elias Baum der zweite Spieler, der mehrere Spielzeiten in unserem NLZ ausgebildet wurde und dann den Sprung in den Profi-Kader geschafft hat. Das würde wiederum zeigen, das man auch aus dem eigenen NLZ seine Chancen bekommt, wenn man dementsprechende Arbeitsmoral an den Tag legt.

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Fallback Avatar 3. mati 05. Oktober 26, 15:42 Uhr

Was soll er denn auch sonst über Hütter sagen? Also über seinen Vorgesetzen.

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