Die vergangene Länderspielreise dürfte Younes Ebnoutalib so schnell nicht vergessen. Im ersten Spiel unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp gegen die Niederlande (1:1) feierte der Frankfurter sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft, als er in der 30. Minute für den verletzten Kai Havertz eingewechselt wurde. In der anschließenden Partie gegen Griechenland (0:1) stand der 23-Jährige sogar über die komplette Spielzeit auf dem Platz. Ein Tor blieb ihm dabei zwar verwehrt, dennoch waren die ersten beiden Länderspiele ein weiterer Höhepunkt in seinem rasanten Aufstieg seit dem Wechsel zur Eintracht in der vergangenen Winterpause. Im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“ sprach Ebnoutalib nun über seine ersten Erfahrungen im DFB-Trikot, die Begegnungen mit Jürgen Klopp und den Wechsel zwischen Vereins- und Nationalmannschaft.
Von der Eintracht zur Nationalmannschaft
Die letzten Wochen und Monate seien für ihn nur schwer zu verarbeiten gewesen, erklärte Ebnoutalib. „Ich kann es noch nicht so richtig fassen, weil alles so schnell gegangen und passiert ist“, sagte der Angreifer. Er brauche deshalb noch etwas Zeit. Gleichzeitig habe er die Zeit bei der Nationalmannschaft „sehr, sehr“ genossen.
Auch die Aufnahme innerhalb der Mannschaft habe ihm den Einstieg erleichtert, gerade weil viele neue und junge Spieler dabei gewesen seien. Die gute Stimmung habe ihm zudem geholfen, seine anfängliche Nervosität abzulegen. Der Respekt vor der Nationalmannschaft sei für den gebürtigen Frankfurter nämlich im Vorfeld sehr groß gewesen. Schließlich habe er es mit „Superstars“ zu tun bekommen. Dass die etablierten Spieler die Neulinge jedoch so gut aufgenommen hätten, habe die Situation deutlich entspannter gemacht. Dadurch habe er die Möglichkeit gehabt, „die Zeit einfach zu genießen“, anstatt sich zu viele Gedanken zu machen.
Klopp hinterließ einen besonderen Eindruck
Eine besondere Rolle spielte dabei natürlich Jürgen Klopp. Dass der neue Bundestrainer Interesse an ihm hatte, wurde Ebnoutalib erst bewusst, als er das Training der Eintracht besuchte. Zunächst sei er davon ausgegangen, dass der Coach ausschließlich wegen Jonathan Burkardt und Robin Koch in Frankfurt gewesen sei. Bei der Verabschiedung habe Klopp dann jedoch ausführlich mit ihm gesprochen. Erst in diesem Moment habe Ebnoutalib realisiert, dass der Bundestrainer auch ihn im Blick hatte. „Dann habe ich erst verstanden: Okay, er hat auch Interesse an mir“, erinnerte sich der Stürmer.
Die Tatsache, dass ausgerechnet Klopp seinen Werdegang verfolgt und ihn anschließend für die Nationalmannschaft nominiert habe, sei für ihn „unbeschreiblich“ gewesen. „Das ist einer der krassesten Trainer der Welt“, schwärmte Ebnoutalib. Dass der 59-Jährige seinen Weg sogar „feiert“, habe ihn stolz gemacht und zugleich berührt. Auch sein Umgang mit Fehlern habe Ebnoutalib positiv wahrgenommen. Man dürfe Fehler machen, solange man „hundertprozentig dabei“ sei und „hundert Prozent Gas“ gebe. Diese Einstellung habe ihm sehr geholfen, sich schnell in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
Schwieriger Wechsel zwischen Eintracht und DFB
Eine Herausforderung war für den Angreifer allerdings die taktische Umstellung. Bei der Eintracht werde teilweise anders angelaufen und verteidigt als bei der Nationalmannschaft. Während die SGE häufiger mit Mittelfeldpressing agiere, habe Klopp gegen die Niederlande und Griechenland auf ein konsequentes Angriffspressing gesetzt. „Wir spielen ja nicht genau gleich“, erklärte Ebnoutalib. Auch die Aufgaben der einzelnen Positionen seien teilweise komplett unterschiedlich gewesen. Gerade weil er die Abläufe bei der Eintracht täglich trainiere, sei die kurzfristige Umstellung „schon etwas schwer“ gewesen. Dennoch habe er die Anpassung insgesamt gut hinbekommen. Schließlich habe er versucht, „sein Bestes“ zu geben und die neuen Vorgaben möglichst schnell umzusetzen.
Entscheidung für Deutschland fiel auch wegen Klopp
Ebnoutalib hätte seine Nationalmannschaftskarriere allerdings auch für ein anderes Land beginnen können. Sowohl Deutschland als auch Marokko hatten Kontakt zu ihm. Während der Austausch mit den Marokkanern laut dem Frankfurter vor allem über seinen Berater lief, habe Klopp mit dem persönlichen Trainingsbesuch noch einmal einen entscheidenden Eindruck hinterlassen. Die Möglichkeit, für Deutschland aufzulaufen, habe er dann letztlich nicht ausschlagen können. „Wenn Klopp einen Spieler ruft, kann man einfach nicht Nein sagen“, erklärte Ebnoutalib. Gleichzeitig betonte er, dass ihm beide Länder viel bedeuten würden.
Dass er nun in der Partie gegen Griechenland gemeinsam mit Jonathan Burkardt für die DFB-Elf auflief, hatte zudem eine besondere historische Bedeutung für die Eintracht. Erstmals seit 1974 standen damit wieder zwei Frankfurter Stürmer gleichzeitig in einem deutschen Nationalteam auf dem Platz. Damals waren es Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein. „Krass, das habe ich gar nicht so mitbekommen“, reagierte Ebnoutalib auf diese Statistik. Für ihn sei es aber natürlich „sehr cool“.
Lob von den Eintracht-Spielern
Zurück in Frankfurt wurde Ebnoutalib von seinen Mannschaftskollegen entsprechend empfangen. „Alle haben mir gratuliert“, berichtete der 23-Jährige. Nach seinem Debüt gegen die Niederlande hätten ihm die Mitspieler ein gutes erstes Spiel bescheinigt und sich nach seinen Erfahrungen bei der Nationalmannschaft erkundigt. Das zweite Spiel gegen Griechenland sei dagegen schwieriger gewesen. Die Griechen hätten sich weit zurückgezogen, wodurch es für einen Stürmer schwer gewesen sei, ins Spiel zu kommen. „Dann kriegst du auch weniger Bälle“, erklärte Ebnoutalib. Dennoch habe er die positiven Rückmeldungen seiner Teamkollegen mitgenommen.
Ebnoutalib will „hungrig bleiben“
Aus dem DFB-Debüt nimmt der Angreifer nun für die kommenden Aufgaben mit der Eintracht vor allem eines mit: „Extreme Motivation, weil man immer gewinnen will“, erklärte Ebnoutalib. An seiner Einstellung wolle er dabei nichts verändern. Unabhängig davon, ob er im vorherigen Spiel einen Dreierpack erzielt habe oder torlos geblieben sei, gehe er mit derselben Einstellung in die nächste Partie. „Ich gehe ins nächste Spiel genauso rein, als hätte ich null Tore gemacht.“
Genau diese Haltung soll ihn auch nach seinem rasanten Aufstieg weiter begleiten. Ebnoutalib will „hungrig bleiben“, Gas geben und weiterhin alles auf dem Platz lassen. Die ersten beiden Länderspiele waren für ihn ein besonderer Meilenstein, abgeschlossen ist seine Entwicklung damit aber längst noch nicht.







5 Kommentare
bleib wie du bist junge
nur so geht es
wünsche die und der eintracht nur das beste
nur die SGE
So jetzt wieder Blick auf den Samstag. In Leipzig wollen wir bitte etwas holen; mindestens einen Punkt. Also volle Konzentration.
Ich freue mich auch total für ihn und auch für Burkhardt. Aber wenn wir mal ehrlich sind, ist die Konkurrenz im Sturm zwar auch keine Weltklasse aber auch nicht so klein. Nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht hat nur Scherhant m.M.n. Bin mal gespannt, ob noch weitere Länderspiele dazukommen:-)
Hallo liebe Eintracht-Gemeinde,
Younes hat das gegen die Holländer wirklich gut gemacht, man hatte nicht den Eindruck, dass da ein Neuling spielt, aggressiv mit breiter Brust.
Gegen die Griechen war es dagegen ein undankbares Spiel für unsere Stürmer.
Johnny konnte es im 2ten Spiel, dank allgemein größeren Angriffsmut gegen die Griechen besser machen, auch wenn er nicht so konsequent gesucht wurde. Schade dass das Tor abgepfiffen wurde, war ein richtiges Mittelstürmer Tor.
Egal, beide kommen gut gelaunt zurück ins Herzen von Europa, wollen wir hoffen sie können den gezeigten Elan in unser Team bringen. Die Erfahrung das sich Leistung und Leidenschaft auszahlt, kann auch viele andere unserer Jungs anzünden.
Jetzt mit Schwung nach Leipzig, ich glaube fest daran, dass wir dieses Mal nicht leer ausgehen werden.
Auf geht's Forza SGE
So viel Aufbruchsgeist war gefühlt lange nicht.
Adi hat seine Fühler und Augen anscheinend überall.
Merkwürdig genug nach diesem heftigst kritisierten Transfersommer.
Hoffentlich holen wir uns jetzt auch die adäquaten Punkte.
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