Es dürfte wohl kaum einen Fußball-Fan geben, der nicht im Bilde darüber ist, dass in diesem Sommer wieder eine Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. Nicht nur bei Fans hat dieses Turnier weltweit einen hohen Stellenwert. Logischerweise ist es auch für die Spieler ein riesengroßes Event und nicht selten eine große Ehre, das eigene Land dort vertreten zu dürfen. Bei der Frankfurter Eintracht gibt es derweil ein großes Drama. Zumindest bei einem der Spieler, denn Hugo Larsson hat jetzt – völlig überraschend – erfahren, dass er nicht für den WM-Kader nominiert wurde.
Das ist deswegen überraschend, weil Larsson vorher regelmäßig zum festen Aufgebot der schwedischen Nationalmannschaft gehörte. Seit seinem Debüt 2023 kam der 21-Jährige insgesamt zwölf Mal zum Einsatz. Zuletzt war er zwar für die Playoffs der Weltmeisterschaft nominiert worden, gespielt hat er allerdings nicht. Auch wenn man die Marktwerte der schwedischen Nationalspieler in Betracht nimmt, ist die Nicht-Nominierung überraschend. „Transfermarkt.de“ schätzt den Marktwert Larssons auf 32 Millionen Euro. Damit ist er der sechswertvollste Schwede und der zweitwertvollste Schwede ohne Nominierung. Nur Dejan Kulusevski von den Tottenham Hotspurs ist mit 35 Millionen Euro höher bewertet und fährt nicht mit zum Turnier. Allerdings ist Kulusevski verletzt, Larsson hingegen topfit.
„Am Boden zerstört“
Eine Person, die mit dem Vorgang der Nicht-Nominierung vertraut sein soll, hat dem schwedischen Fußballsender „fotbollskanalen“ Einblicke in diese Thematik gewährt: „Er erhielt einen Anruf, dass er nicht dabei ist, und Hugo ist völlig am Boden zerstört. Er war die ganze Zeit dabei, wird es jetzt aber nicht sein.“ Larsson hatte schon mit dem letzten Nationaltrainer Jon Dahl Tomasson Reibereien. Zu Larssons Unverständnis wurde er 2024 nicht gegen Aserbaidschan aufgestellt, woraufhin es zu einer Auseinandersetzung zwischen Tomasson und Larsson kam. Als Konsequenz musste der Eintracht-Spieler abreisen unter dem vermeintlichen Vorwand einer „leichten Verletzung“. Brisant ist, dass sich der Nationaltrainer der Schweden mittlerweile geändert hat. Mittlerweile hat der Brite Graham Potter das schwedische Ruder in die Hand genommen. Auf einen längerfristigen persönlichen Zwist ist diese Angelegenheit also nicht zurückzuführen.
Schwache Saison bei einer schwachen Eintracht, Zukunft am Main unklar
In der Tat spielte Larsson auch bei der Eintracht – wie fast die gesamte Mannschaft – keine berauschende Saison. Das kann man auch an den SGE4EVER.de-Spieltagsnoten ablesen. In der Saison 2024/2025 hatte Larsson noch eine durchschnittliche Note von 2,77. In der aktuellen Saison sieht das wesentlich schwächer aus. Larsson kommt nur noch auf eine durchschnittliche Bewertung von 3,5. Während Larsson zu Beginn seiner Zeit in Frankfurt noch dadurch auffiel, die Vertikale zu suchen, sich offensiv einzuschalten und das Offensivspiel aus der Zentrale anzukurbeln, ist dem jungen Schweden dies in der aktuellen Spielzeit fast vollkommen abhanden gekommen. Generell war das zentrale- und defensive Mittelfeld die große Schwachstelle der Hessen in dieser Saison. Pässe nach rechts und links wurden vielfach gewählt, statt den Weg in die Tiefe zu bespielen. Kurzum: Es gelang Larsson nicht, wie in den vergangenen Saisons bei der Eintracht seit 2023, Akzente zu setzen. Er schwamm mit dem Team mit, stellte sich aber nie wirklich gegen die negative Strömung.
Bei der SGE soll verschiedenen Medienberichten zufolge ein Sommer des Umbruchs bevorstehen. Viele Transfers seien ins Auge gefasst worden und zwar sowohl auf der Zugang-, als auch auf der Abgangsseite. Ob Larsson, dessen Vertrag bei der Eintracht noch bis 2029 datiert ist, über den Sommer hinaus ein Adlerträger bleiben wird, ist nicht vollständig klar. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung sei er ein Wechselkandidat. Er wolle den nächsten Schritt machen, während die Eintracht wohl auch auf das Geld eines Transfers der Größenordnung „Larsson“ angewiesen sein könnte. Die Nicht-Berücksichtigung im Nationalteam wird sich derweil wohl eher negativ auf Larssons Marktwertentwicklung auswirken.




6 Kommentare
Der arme Junge…
Tut mir total leid für ihn 🫤
Er spielt eine sehr schwache Saison und entwickelt sich zurück. Er muss sich ja im Sommer auch die Mandeln entfernen lassen. Er kann sich dann voll auf seine Gesundheit konzentrieren und nächste Saison hoffentlich leistungstechnisch sein Niveau um mindestens eine Klasse heben.
Eine dem Anlass entsprechende, sehr gelungene Überschrift! Toll!
Mir tut er gar nicht leid.
In meinen Augen ist er einer von 5,6 Spielern in unserem Kader, bei denen es in dieser Saison nicht am Potenzial lag, sondern vielmehr am Abrufen der letzten Prozente. Und das sage ich sehr vorsichtig.
Selber Schuld, nächste Saison darf es gerne wieder an die Leistungsgrenze gehen.
Diese ganzen Gerüchte der letzten Tage über den angeblichen großen Umbruch bei der Eintracht in diesem Sommer ist für das letzte Spiel eine Katastrophe. Wenn keiner mehr weiß, ob er morgen noch dabei ist, sorgt das für noch mehr Unruhe und Unsicherheit, als wir sowieso schon haben. Ich frag mich wer sich diesen ganzen Mist ausdenkt und zu diesem Zeitpunkt als wieder veröffentlichen muss... okay wir wissen, wer das ist, aber das können alles keine Freunde der Eintracht sein. Jahrelang wurde die Eintracht von den gleichen Seiten gefeiert und für den Weg gelobt und jetzt so was. Es läuft die Saison nicht gut, aber jetzt gleich alles in Frage stellen und die ganze Truppe vom Hof zu jagen ist ja völlig daneben. Wir haben uns eine junge Mannschaft für die Zukunft zusammengestellt! Es wird einem nicht leicht gemacht sich auf Samstag zu freuen, aber irgendwie tue ich es trotzdem. Für alle Zeit, Sportgemeinde Eintracht!
Tja was soll ich da sagen?
Empathie ist halt nicht jedermanns Sache. Als gestandener 21 jähriger sollte man in der Lage sein so eine Abfuhr wie „ein Mann“ wegzustecken, oder? Nur keine Schwäche oder Enttäuschung zeigen. Und Hauptsache wieder Leistung bringen dann klappt’s auch mit dem Nachbarn
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