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Fares Chaibi spielte für Algerien bei der WM. Foto: IMAGO / Jan Huebner

Chaibi greift nach der WM an: „Die Akkus sind wieder voll“

Nach einer längeren Sommerpause ist Farès Chaibi zurück im Kreis von Eintracht Frankfurt. Weil der algerische Nationalspieler nach seiner Teilnahme an der Weltmeisterschaft später in den Urlaub starten durfte, stieß er erst zu Wochenbeginn ins Trainingslager am Chiemsee. Im Interview auf „Eintracht.de“ sprach der Mittelfeldspieler über seine ersten Tage unter dem neuen Trainer Adi Hütter, die intensive Vorbereitung und seine Eindrücke von der Mannschaft.

Der erste vollständige Trainingstag hatte es für Chaibi gleich in sich. Mehr als drei Stunden verbrachte der 23-Jährige auf dem Trainingsgelände – inklusive Athletikprogramm, Mannschaftstraining und weiteren Einheiten. Der Mittelfeldspieler nahm die Belastung jedoch gerne an. „Zum Reinkommen war mein erster richtiger Trainingstag perfekt“, sagte er. Dass die Intensität zum Einstieg etwas geringer gewesen sei, habe ihm geholfen: „Anders als an den meisten anderen Tagen war die Intensität nicht allzu hoch, wir haben viel Eckchen gespielt.“ Viel wichtiger als die Inhalte auf dem Platz sei für ihn zunächst gewesen, sein neues Umfeld kennenzulernen: „Mir persönlich ist es natürlich wichtig, erstmal meine neuen Trainer und auch Staff-Mitglieder kennenzulernen.“Entsprechend freute sich Chaibi über gemeinsame Aktivitäten neben dem Platz: „Da kommen der Ausflug an den Chiemsee und der gemeinsame Teamabend wie gerufen.“

Sportlich sieht der Offensivspieler die Mannschaft bereits auf einem guten Weg. „Auf dem Platz geht es letztlich darum, dass die Automatismen greifen“, hat er sich ein Ziel gesetzt. Besonders positiv fiel ihm auf, wie seine Teamkollegen die ersten Wochen der Vorbereitung genutzt haben: „Ich muss sagen, die Jungs haben hier, bevor ich ankam, schon richtig gut gearbeitet.“ Entsprechend optimistisch blickt er auf die kommenden Wochen: „Alle fühlen sich wohl. So kann es weitergehen und das muss es auch, um bald 100 Prozent leistungsfähig zu sein.“

Nach der Weltmeisterschaft stand für Chaibi zunächst die Erholung im Vordergrund. Anders als in den Vorjahren fiel die Sommerpause allerdings deutlich kürzer aus: „Nach der Weltmeisterschaft hatte ich erstmal zweieinhalb Wochen Urlaub, während dem ich versucht habe, mich zu erholen.“ Weil die freie Zeit begrenzt gewesen sei, habe er bewusst den Fokus auf die Regeneration gelegt:  „Die Pause war jetzt nicht vergleichbar mit den Jahren zuvor, als wir etwas mehr als einen Monat frei hatten. Deshalb habe ich probiert, den Fokus noch mehr auf die Erholung zu legen.“ Inzwischen fühlt sich der algerische Nationalspieler bereit für die neue Saison. „Die Akkus sind wieder voll. Es tut gut, wieder beim Team zu sein.“ Nachdem er am Montag aufgrund seiner späten Anreise nur zuschauen konnte, stand er einen Tag später erstmals wieder selbst auf dem Platz:  „Am Dienstag habe ich endlich mal wieder den Ball am Fuß gehabt – ein herrliches Gefühl!“

Voller Einsatz für die Eintracht

Dass die ersten Trainingseinheiten besonders fordernd sind, überrascht Chaibi nicht. „Die ersten Einheiten waren sehr, sehr lang. Das muss in einer Vorbereitung so sein“, gab er zu Protokoll und zeigte sich gleichzeitig vom Sinn der Arbeit, die er im Urlaub erledigt hat, überzeugt: „Ich denke, es zahlt sich aus, dass ich im Urlaub nicht nur die Beine hochgelegt habe und auf einem ordentlichen Fitnesslevel einsteigen konnte.“ Nun gehe es vor allem darum, wieder den Rhythmus mit der Mannschaft zu finden: „Alles andere kommt über gemeinsames Training.“

Mit seinem neuen Trainer Adi Hütter befindet sich Chaibi derzeit noch in der Kennenlernphase. Täglich tauschen sich beide aus, konkrete taktische Gespräche sollen jedoch erst folgen: „Ich habe bisher jeden Tag mit dem Trainer gesprochen. Wir kennen uns erst seit wenigen Tagen und werden den Austausch in den kommenden Wochen sicher noch intensivieren.“ Erst danach werde auch seine Rolle innerhalb des neuen Systems konkreter: „Dann wird es auch noch konkreter um taktische Dinge gehen.“ Verfolgt hat Chaibi die Entwicklung seiner Mannschaft dennoch schon aus der Ferne. Den überzeugenden Testspielsieg gegen Trabzonspor sah er live über „Eintracht TV“– und zeigte sich angetan vom Auftritt seiner Teamkollegen: „Das hat schon richtig gut ausgesehen.“ Besonders ein Treffer blieb ihm dabei in Erinnerung: „Das erste Tor von Hugo Larsson war richtig stark!“ Insgesamt habe ihn vor allem der geschlossene Auftritt der Mannschaft überzeugt.

Auch wenn es sich lediglich um ein Testspiel gehandelt habe, misst Chaibi dem Erfolg eine gewisse Bedeutung bei: „Auch wenn es kein Pflichtspiel war, sind Siege immer gut für den Kopf.“ Gleichzeitig mahnt der Mittelfeldspieler zur Geduld: „In der Vorbereitung denken wir von Spiel zu Spiel, gehen Schritt für Schritt.“ Für Chaibi selbst beginnt damit nach der Weltmeisterschaft nun die nächste Herausforderung: möglichst schnell den Anschluss an die Mannschaft zu finden und sich für die neue Saison unter Adi Hütter in Stellung zu bringen.

Ein Kommentar

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Quo vadis Chaïbi ?
Bleibst du bei uns? Bist du Verkaufskandidat?
Hier hört es sich so an, als rechne er mit einem Bleiben und als ginge zumindest von ihm selbst kein Wechselwunsch aus. ("...sich für die neue Saison unter Adi Hütter in Stellung zu bringen...", "Es tut gut, wieder beim Team zu sein.“)
Wenn ich mich richtig erinnere, gilt/galt(?) er doch ziemlich eindeutig als Verkaufskandidat. Soll er (immer noch) gehen? Immerhin soll der Kader ja (zu Recht) ausgedünnt werden.

Trotz der hier oft ziemlich heftigen Kritik an ihm, habe ich ihn meistens eher positiv gesehen und könnte mir durchaus vorstellen, dass er bleibt. Ist die Frage, ob er dann überhaupt eine realistische Chance auf Einsätze hätte. Können wir ihn überhaupt noch brauchen?

Es bleibt also nicht nur bei den Zugängen spannend. Auch bei den Abgängen dürfte es wohl noch eine Menge Bewegung geben.

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