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Mathias Beck sieht die SGE im Gegensatz zur vergangenen Saison weiterentwickelt. Foto: IMAGO / Jan Huebner

Beck sieht wieder „mehr Eintracht“ – und äußert sich zu Krösche

Nach einer enttäuschenden vergangenen Saison hat Eintracht Frankfurt im Sommer einen größeren Umbruch vollzogen. Zahlreiche Spieler verließen den Klub, der Kader wurde verkleinert und verjüngt, Adi Hütter kehrte als Cheftrainer an den Main zurück. Eintracht-Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender Mathias Beck gefällt dabei vor allem eine Entwicklung: Er erkennt wieder mehr Identifikation innerhalb der Profimannschaft. Im Interview mit dem „Wiesbadener Kurier“ schwärmte Beck von Spielern wie Elias Baum, Younes Ebnoutalib, Jonathan Burkardt und Jeremiaha Maluze. Gleichzeitig äußerte sich der 55-Jährige zu den Spekulationen um Sportvorstand Markus Krösche und bremste bei den Erwartungen an eine schnelle Rückkehr ins internationale Geschäft.

Beck: „Deutlich mehr Eintracht“ in der Mannschaft

Die vergangenen Monate waren bei der SGE alles andere als ruhig. Die sportlich enttäuschende Vorsaison, die Unruhe unter Ex-Trainer Albert Riera und anschließend ein Transfersommer mit zahlreichen Veränderungen hatten ihre Spuren hinterlassen. Zurückblicken möchte Beck allerdings nicht mehr.

„Es ist Zeit- und Energieverschwendung, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen“, erklärte der Präsident. Viel entscheidender sei für ihn, was sich seit dem Sommer verändert habe. Und hier fällt Becks Urteil eindeutig aus: „Wir spüren aber, dass auf unsere Profimannschaft der Männer bezogen, im Herbst 2026 deutlich mehr Eintracht drin steckt als in der letzten Saison.“

Dabei dürfte Beck nicht nur die sportliche Entwicklung meinen. Der neue Kader besitzt wieder mehrere Spieler, die einen besonderen Bezug zur Stadt, zur Region oder zum Verein mitbringen. Genau diese Identifikation hatte in den vergangenen Jahren immer wieder eine wichtige Rolle bei der SGE gespielt.

Zwei Nationalstürmer mit Eintracht-Bettwäsche

Besonders stolz ist Beck deshalb auf die Entwicklung von Ebnoutalib und Baum. Beide stammen aus Frankfurt und haben sich in dieser Saison in der Bundesliga-Mannschaft etabliert. Ebnoutalib gelang sogar der Sprung in die deutsche Nationalmannschaft. Zusammen mit Burkardt verfügt die Eintracht damit über zwei deutsche Nationalstürmer, die schon lange vor ihrer Profikarriere eine Verbindung zur SGE hatten. Beck: „Ich bin sehr stolz, dass mit Elias Baum und Younes Ebnoutalib zwei Frankfurter auf dem Platz stehen und wir mit Jonny und Younes zwei deutsche Nationalstürmer in unserer Mannschaft haben, die als Kinder wortwörtlich in Eintracht-Bettwäsche geschlafen haben.“

Für den Präsidenten ist das keineswegs nur eine schöne Randgeschichte. Solche Identifikationsfiguren gehören aus seiner Sicht zum Selbstverständnis des Klubs: „Das ist etwas, das die Eintracht braucht. Das haben wir uns alle gewünscht.“ Auch Burkardt passe als Hesse und Eintracht-Fan genau in dieses Bild.

Gerade Ebnoutalibs Entwicklung ist dabei bemerkenswert. Der Angreifer startete mit einem Dreierpack bei Union Berlin in die Bundesliga-Saison und wurde inzwischen erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. Baum wiederum hat sich unter Hütter auf der rechten Seite festgespielt und sich mit seinen Leistungen ebenfalls in den Fokus der DFB-Auswahl gespielt.

Maluze als Bestätigung für den Riederwald

Noch näher am Idealbild eines Eigengewächses ist Maluze. Der Verteidiger hat in dieser Saison den Sprung vom Riederwald zu den Profis geschafft. Seine ersten Bundesliga-Einsätze verliefen vielversprechend. Für Beck ist dessen Entwicklung deshalb auch eine Anerkennung für die Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum: „Dass wir nun mit Jeremiaha Maluze ein Talent aus den eigenen Reihen haben, welches den Sprung zu den Profis geschafft hat, ist ebenso wichtig für alle, die am Riederwald tagtäglich einen Riesenjob machen und unsere Talente bestens fördern und begleiten.“

Der Präsident sieht bereits den nächsten Kandidaten: „Mit Niko Ilicevic steht der nächste Nachwuchsspieler auf dem Sprung.“ Damit deutet sich eine Entwicklung an, die sich die Verantwortlichen seit Jahren wünschen. Trotz großer Investitionen in das Nachwuchsleistungszentrum gelang nur wenigen Talenten dauerhaft der Sprung zu den Profis. Unter Hütter scheinen die Chancen für junge Spieler nun wieder größer zu sein.

Hütter „passt sehr gut zu Eintracht Frankfurt“

Dass ausgerechnet unter dem zurückgekehrten Österreicher wieder verstärkt junge Spieler in den Vordergrund rücken, gefällt Beck. Mit der Entscheidung für Hütter zeigt sich der Präsident ohnehin zufrieden. „Adi Hütter passt sehr gut zu Eintracht Frankfurt“, sagte Beck. Auch die Reaktion des Umfelds auf die Rückkehr des früheren SGE-Trainers habe ihn gefreut: „Ich bin froh, dass er so positiv aufgenommen wurde und wir gemeinsam eine positive Zukunft gestalten.“

Dabei erkennt Beck auch auf dem Platz bereits deutliche Unterschiede zur vergangenen Spielzeit: „Wir spielen einen anderen Fußball als letzte Saison.“ Noch funktioniert dieser Fußball nicht über 90 Minuten konstant. Die bisherigen Saisonspiele haben gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt, aber ebenso, dass die neu formierte SGE noch Zeit benötigt. Becks Aussagen lassen erkennen, dass die Verantwortlichen diese Entwicklungsphase einkalkuliert haben.

Beck hält sich bei Krösche zurück

Deutlich turbulenter verliefen die vergangenen Monate für Markus Krösche. Um die Zukunft des Sportvorstands wurde im Sommer immer wieder spekuliert. Auch mögliche Interessenten wurden genannt, während gleichzeitig Fragen über das Verhältnis zwischen Krösche und anderen Verantwortlichen aufkamen.

Beck möchte diese Diskussionen nicht öffentlich führen. Auf die konkrete Frage, ob Krösche seinen bis 2028 laufenden Vertrag erfüllen werde, antwortete der Aufsichtsratsvorsitzende: „Über diese Themen würde ich niemals in der Öffentlichkeit sprechen. Das gehört sich nicht.“ Das Vertrauensverhältnis zum Vorstand sei für ihn von großer Bedeutung. Einen Anlass, die derzeitige vertragliche Situation infrage zu stellen, sieht Beck nicht: „Gehen Sie davon aus, dass wir in einem ständigen und guten Austausch sind. Ich habe aktuell auch keinen Grund, die Vertragsgrundlage anzuzweifeln.“

Eine Garantie für einen Krösche-Verbleib bis 2028 ist das nicht. Gleichzeitig widerspricht Beck aber Berichten, wonach die Eintracht bereits aktiv nach einem möglichen Nachfolger suchen könnte.

Auf die Frage nach dem als möglichen Kandidaten gehandelten Christoph Spycher stellte Beck klar: „Für mich gibt es aktuell keinen Anlass, derartige Gespräche zu führen.“ Sein Ansprechpartner in sportlichen Fragen sei weiterhin eindeutig: „Mein Ansprechpartner hinsichtlich sportlicher Belange in der Fußball AG ist Markus Krösche.“

Beck zufrieden mit verkleinertem Kader

Auch die Kaderplanung hatte im Sommer für Diskussionen gesorgt. Nach dem Verpassen des Europapokals war klar, dass die Eintracht ihre Kosten reduzieren musste. Zahlreiche Profis verließen Frankfurt, gleichzeitig wurde die Mannschaft deutlich verkleinert. Für Beck war dieses Vorgehen Teil eines zuvor festgelegten Plans. „Es war immer klar kommuniziert, dass wir zweigleisig planen und es beim Verpassen des europäischen Wettbewerbs Einschnitte geben wird“, erklärte er.

Aus Sicht des Präsidenten hat der Vorstand seine Aufgabe erfüllt. Das Ergebnis entspricht der neuen Ausrichtung: „Wir haben einen deutlich kleineren Kader, viele junge und entwicklungsfähige Spieler und mehr Eigengewächse. Das ist sehr positiv.“ Damit verbindet die Eintracht wirtschaftliche Notwendigkeiten mit einer sportlichen Neuausrichtung. Junge Spieler sollen mehr Verantwortung bekommen und im Idealfall gleichzeitig einen größeren Bezug zum Verein entwickeln.

Keine Europa-Forderung an Hütter

Dass die SGE in dieser Saison erstmals seit längerer Zeit nicht auf der europäischen Bühne vertreten ist, beschäftigt Beck trotzdem. Die internationalen Nächte haben den Klub in den vergangenen Jahren stark geprägt und gehören mittlerweile auch für viele Anhänger zum Selbstverständnis. Beck: „Wir wünschen uns immer, in einem europäischen Wettbewerb dabei zu sein.“ Das sei für den Klub ebenso wichtig wie für Frankfurt und dessen internationale Wahrnehmung. Auch für den deutschen Fußball sei die Eintracht in den vergangenen Jahren ein guter Repräsentant gewesen. Entsprechend offen räumt der Präsident ein: „Ehrlicherweise tut es schon ein bisschen weh, nicht dabei zu sein dieses Jahr.“

Eine konkrete Forderung nach der sofortigen Rückkehr nach Europa möchte Beck daraus allerdings nicht ableiten. Dafür sei die Mannschaft nach dem großen Umbruch noch zu sehr in einer Findungsphase.

„Ich werde sicher nicht in unserer aktuellen Phase irgendetwas in diese Richtung fordern“, sagte Beck. Vielmehr müsse die Eintracht zunächst die eigene Entwicklung vorantreiben: „Wir sind gut beraten, jetzt erst einmal uns zu finden und die richtigen Schritte zu gehen. Alles andere kommt von allein.“

Damit passt auch Becks sportliche Erwartungshaltung zur neuen Ausrichtung der Eintracht. Nach einem Sommer voller Veränderungen soll nicht sofort wieder das internationale Geschäft zur Pflicht erklärt werden. Stattdessen stehen Entwicklung, Identifikation und eine Mannschaft im Vordergrund, in der sich die Fans wieder stärker wiederfinden sollen.

Dass Beck dabei ausgerechnet Baum, Ebnoutalib, Burkardt und Maluze hervorhebt, ist kein Zufall. Sie stehen für genau jene Verbindung zwischen sportlicher Qualität und Eintracht-Identifikation, die der Präsident in der vergangenen Saison offenbar vermisst hat. Sein vielleicht wichtigster Satz des Interviews beschreibt deshalb nicht Tabellenplätze oder Saisonziele, sondern etwas Grundsätzlicheres: Im Herbst 2026 steckt für Beck wieder „deutlich mehr Eintracht“ in der Eintracht.

3 Kommentare

Avatar 1. SGE-SCOPE 04. Oktober 26, 09:38 Uhr

"Mensch, Matze. Du musst dich mal wieder in Erinnerung rufen bei den Leuten. Die wissen gar nicht, wer du bist und was du machst. In 2 Wochen ist Wahl. Danach kannst du wieder untertauchen. " So oder so ähnlich hat man ihn wohl erinnert.
😉
Gruß SCOPE

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Avatar 2. sgesince73 04. Oktober 26, 10:52 Uhr

Einen schönen guten Morgen an die Redaktion. Ich schätze eure Arbeit sehr. Aber nicht den kleinsten Bericht über das Testspiel gegen Braunschweig , zumal vor Ort ausgetragen , wundert mich doch sehr.

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Fallback Avatar 3. drobbe 04. Oktober 26, 10:57 Uhr

Haben Elias und Timmy eigentlich auch unter Eintracht-Bettwäsche geschlafen? Kann das mal jemand klären?

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