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Aurele Amenda wartet noch auf seinen ersten WM-Einsatz. Trotzdem hat der Schweizer große Ziele. Foto: IMAGO / EPA

Amenda mit großen WM-Zielen: „Träumen muss erlaubt sein“

Die Schweizer Nationalmannschaft ist mit einem 1:1 gegen Katar wenig euphorisch in die Fußball-Weltmeisterschaft gestartet. Aurele Amenda, Innenverteidiger bei der Frankfurter Eintracht, musste sich das ernüchternde Remis seiner Mannschaft über 90 Minuten von der Bank aus ansehen. Während die Partie nach deutscher Zeit um 21 Uhr angepfiffen wurde, war es für die Spieler vor Ort erst 12 Uhr mittags. Eine ungewohnte Anstoßzeit für den Adlerträger. „Klar, um 12 Uhr zu spielen, ist für jeden speziell. Das letzte Mal, als das der Fall war, war ich noch sehr, sehr jung“, erklärt Amenda im Interview auf der Eintracht-Homepage. Eine Ausrede dürfe das aber natürlich nicht sein. „Mein Gefühl in der Mannschaft: Das ist alles egal, weil sich jeder Einzelne einfach auf dieses Turnier freut und stolz ist, dabei zu sein. Wir sind extrem gut vorbereitet und haben ein gutes Trainingslager absolviert.“ Trotzdem haben der Zeitunterschied und das veränderte Klima eine große Rolle bei der Vorbereitung der Nati gespielt. „Es geht einfach um Anpassung. Und dafür hatten und haben wir genug Zeit über mehrere Wochen. Wenn wir aufstehen und Training haben, ist in Europa Abend, wenn hier Abend ist, ist in Europa Morgen. Was die Leistungsfähigkeit angeht, möchte ich das Thema gar nicht so hoch hängen, zumal ich das aus zwei Trainingslagern mit der Eintracht kenne. Schwieriger ist eher, mit der Familie in Kontakt zu treten. Oder ein Zeitfenster für unser Interview zu finden“, lacht der 22-Jährige. „Doch wie gesagt: Klima hin, Zeitverschiebung her – es gibt keine Ausreden, es liegt an uns, zu lernen, damit umzugehen. Das gilt für jede Nation.“

Performance-Training als Erfolgsfaktor

Das erste Spiel der Schweizer Nationalmannschaft fand im kalifornischen Santa Clara statt. Am kommenden Sonntag geht es in Los Angeles gegen Bosnien-Herzegowina weiter, bevor dann wenige Tage später das letzte Gruppenspiel gegen Kanada in Vancouver stattfindet. Das bedeutet für die Mannschaft viel Reisestress und immer wieder wechselnde Unterbringungen. „Die Infrastruktur ist herausragend. Hotel, Trainingsgelände. Und die Plätze sind top gepflegt“, schwärmt der Defensivspieler. „Hier machen sowohl der Schweizer Fußballverband als auch die FIFA einen sehr guten Job, damit jeder die bestmöglichen Rahmenbedingungen erfährt. So gesehen haben wir als Spieler die Grundlagen vor Ort, um leistungsfähig und gesund zu bleiben.“ Bei der Schweiz ist mit Eduardo Parra Garcia ein Performance-Spezialist im Staff. Auch für den 22-Jährigen ist die Personalie ein wichtiger Faktor. „Edu ist ein richtig guter Typ. Er geht sehr gut auf die Mannschaft ein oder besser gesagt: auf jeden individuell. Edu redet sehr, sehr viel mit jedem einzelnen Spieler, um herauszufinden, was der eine mehr oder der andere weniger braucht, um schließlich die richtige Balance zwischen Fitness und Frische herzustellen.“ Dafür greift der Spanier auf viele technische Hilfsmittel zurück. „Seien es Speicheltests an jedem Morgen oder das Tracking während des Schlafs und Trainings. Sehr professionell, wir sind in guten Händen!“

„Ziel ist Platz eins“

Beim Auftaktspiel blieb dem Adlerträger nur die Zuschauerrolle. Bei der 1:1-Generalprobe gegen Australien wurde er in der 79. Minute eingewechselt. „Das war ein guter Test. Es lag eine anstrengende Woche hinter uns. Daher ist das Ergebnis in Ordnung. Wir haben gute Dinge gesehen und wissen, was uns in Sachen Witterung erwartet.“ Trotz des eher enttäuschenden Auftritt gegen Katar bleibt die Mannschaft der Favorit in der Gruppe B. „Unser Ziel ist ganz klar Platz eins“, gibt sich der Innenverteidiger selbstbewusst. „Das soll nicht arrogant klingen, aber wir möchten so auftreten, damit wir jedes Spiel gewinnen. Ich denke einfach, eine WM ist möglicherweise ein einmaliges Erlebnis, weshalb gilt: Träumen muss erlaubt sein! Dazu gehört maximaler Ehrgeiz und nicht zuletzt eine super Mannschaft, die wir haben. Ich bin guter Dinge, dass wir in der Lage sind, eine unvergessliche WM zu spielen.“ Während in den USA, Kanada und Mexiko der nächste Weltmeister ermittelt wird, steht natürlich auch einige Kilometer entfernt in Frankfurt das Geschäft nicht still. Unter anderem wurde mit Adi Hütter bereits ein neuer Cheftrainer verpflichtet. Der 56-Jährige war von 2015 bis 2018 Trainer der Young Boys Bern, dem Ausbildungsverein des Schweizers. „Die zeitliche Überschneidung trifft zu, ich hatte dennoch noch keinen direkten Kontakt mit Adi Hütter. Ich habe mitbekommen, wie er drei Jahre erfolgreich in Bern gearbeitet und die Youngs Boys zur Meisterschaft geführt hat. Aber ich war in jener Zeit noch sehr jung und im YB-Nachwuchs. Daher gab es bisher leider noch keine Berührungspunkte.“ Spätestens in der kommenden Vorbereitung wird sich das ändern. Dann will Aurele Amenda allerdings mit einer unvergesslichen WM-Erfahrung im Rücken nach Frankfurt zurückkehren.

2 Kommentare

Fallback Avatar 1. Lexi 16. Juni 26, 09:31 Uhr

Viel Erfolg in Lens, lieber Dino!

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Fallback Avatar 2. Sammy94 16. Juni 26, 10:41 Uhr

und viel Erfolg lieber Aurele, hoffentlich lässt der Coach Dich auch mal spielen...

schlechter als diese beiden langsamsten IV's der WM...

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