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Karim Matmour spielte von 2011 bis 2013 bei der SGE. Foto: Foto Rhode

Zwischen Adler und Fohlen: Karim Matmour blickt vor dem Duell mit Gladbach zurück – und nach vorne

Wenn Eintracht Frankfurt am Samstag auf Borussia Mönchengladbach trifft, ist es nicht nur ein echtes Traditionsduell, sondern auch das Duell zweier Herzensvereine von Karim Matmour. Der Algerier spielte für beide Klubs und sprach im Interview auf „eintracht.de“ über seine Zeit an Main und Niederrhein, seine Verbundenheit zur Eintracht, für die er insgesamt 54 Mal auf dem Platz stand und sieben Tore erzielte und fünf weitere auflegte – und darüber, warum er sich beim direkten Duell bewusst nicht festlegen will.

Heute lebt Matmour mit seiner Familie in Kehl am Rhein, unweit seiner Geburtsstadt Straßburg. Beruflich ist er viel unterwegs, arbeitet für das algerische Fernsehen, analysiert Turniere wie den Afrika-Cup – doch emotional ist er beiden Bundesligisten weiter eng verbunden. Sein Wechsel 2008 nach Mönchengladbach war damals ein großer Schritt: „Alles war anders, eine neue Region, ich war total alleine und weit weg von meiner Familie.“ Dennoch habe ihn die Zeit geprägt: „Aber es hat mir die Chance gegeben, mich als Mensch und Spieler weiterzuentwickeln.“ 2011 folgte dann der Schritt zur Eintracht – mitten in einer schwierigen Phase nach dem Bundesliga-Abstieg. „Die Eintracht ist ein großer Verein und die Verantwortlichen haben mich mit ihrem Plan überzeugt.“ Der Plan ging auf: Aufstieg, Euphorie, Europapokal. Besonders präsent ist ihm noch sein erstes Pflichtspiel für die SGE – der Zweitligaauftakt gegen Fürth. „Erstes Zweitligaspiel, wir spielen eine schlechte erste Halbzeit und liegen 0:2 zurück.“ Nach einer Nasen-OP sollte er eigentlich mit Maske spielen – entschied sich jedoch dagegen. „Als ich in der 80. Minute reingekommen bin, stand es 2:2. Kurz vor Schluss konnte ich auf Vorlage von Alex Meier das 3:2 machen“, erinnerte er sich. Ein Treffer, der sinnbildlich für den weiteren Verlauf der Spielzeit im deutschen Fußball-Unterhaus stand: „Wir sind direkt in der Spur gewesen und letztlich souverän aufgestiegen.“ Unter Trainer Armin Veh erlebte Matmour eine erfolgreiche Zeit. „Sehr gut. Es hat immer Spaß gemacht mit ihm. Er hatte damals schon sehr viel Erfahrung und hat den Kader super zusammengehalten“, sagt er heute über den ehemaligen Übungsleiter der SGE. Dass er 2013 dennoch gehen musste, schmerzt bis heute: „Ich wollte gar nicht weg aus Frankfurt, ich hatte mich sehr wohlgefühlt. Aber ich hatte nicht alle Karten in der Hand. Leider musste ich gehen.“

Frankfurt bleibt Familie

Die Verbindung zur Eintracht ist geblieben – nicht nur sportlich: „Meine Kinder sind in Frankfurt geboren. In ihrem Pass sehen sie immer, dass sie Frankfurter sind. Und so fühlen sie sich auch.“ Hinzu kommt die Traditionsmannschaft. 2023 lief Matmour erstmals für die „Tradi“ auf – und war begeistert: „Ich freue mich immer, die alten Kumpels mit dem Adler auf Brust zu sehen und das Trikot zu tragen.“ Für ihn ist klar: „Das ist diese Eintracht-Familie, die keine Worthülse ist, sondern ein Fakt, der gelebt wird.“ Durch seine Arbeit als TV-Experte verfolgt Matmour auch seinen Landsmann Farès Chaïbi ganz genau: „Farès ist ein sehr guter Spieler und sehr wichtig für die algerische Nationalmannschaft. Als ehemaliger Adlerträger habe ich ihn immer besonders im Auge, aber andersherum hat auch ganz Algerien ein Auge auf die Eintracht.“

Remis? „Ich möchte fair bleiben“

Vor dem direkten Duell am Wochenende bleibt Matmour diplomatisch: „Bei der Eintracht ist es nochmal ein bisschen intensiver, weil wir hier gemeinsam eine tolle Zeit hatten.“ Grundsätzlich sieht er beide Klubs mit großem Potenzial: „Es sind beides Vereine mit großer Tradition, die weiter nach oben gehören und dort auch wieder hinkommen werden.“ Und was wünscht er sich für Samstag? Am Ende bleibt er Sportler: „Ich wünsche, dass der Bessere gewinnt; derjenige, der es mehr verdient hat. Ich möchte fair bleiben und hoffe, dass sich die bessere Mannschaft mit drei Punkten belohnt.“

Eine diplomatische Antwort – passend für einen, der bei zwei Traditionsvereinen Spuren hinterlassen hat und bis heute Teil der Eintracht-Familie geblieben ist.

2 Kommentare

Fallback Avatar 1. Eagle-Heart 13. Februar 26, 15:25 Uhr

PK eben: so ein geiler Typ der Riera. Kann’s nicht oft genug sagen

Und Ebnoutalib und auch Uzun sind zurück? Hab ich das richtig verstanden?

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Fallback Avatar 2. frankfurter jung 13. Februar 26, 16:57 Uhr

OT:
Jonny morgen doch nicht auf der Bank.
Den hätten wir so benötigt.
Jedoch besser so, als zu früh.
Ändert nichts an der Zielvorgabe, morgen muss ein Dreier her.

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