Daniel Sahib und Don Bene bilden das Musikduo „Azzis mit Herz“. Seit dem Jugendalter tragen die beiden Frankfurter Rapper die Eintracht im Herzen und sind inzwischen bekannte Gesichter im Musik-Umfeld rund um die SGE. Zu ihren bekanntesten Liedern mit Bezug zum Verein zählen „Du bist so viel mehr“ und „Reise bis hier hin“. Anfang September veröffentlichte das Duo seine neue Single „Das ist unsere Eintracht“, die auf YouTube mittlerweile fast 33.000 Aufrufe verzeichnet. Im Interview mit SGE4EVER.de sprechen die beiden über ihre besondere Verbindung zur Eintracht, die Entstehung des neuen Songs, die Eintracht-DNA und natürlich auch über die sportliche Situation bei den Hessen.
Ihr seid mittlerweile ein bekanntes Gesicht im Eintracht-Umfeld. Trotzdem würde ich euch bitten, euch kurz vorzustellen und kurz zu skizzieren, wofür ihr steht.
Don Bene: „Gude ich bin der Bene, Rapper und Produzent bei Azzis mit Herz, mittlerweile 43 Jahre jung und immer noch ein Kind im Kopf.“ (lacht)
Daniel Sahib: „Ich bin der Daniel, ich bin meistens für unsere gesungenen Refrains bekannt und natürlich auch Rapper. Wir wollen wie seit fast 20 Jahren einfach für qualitativ hochwertige Musik stehen, egal ob es um die Eintracht geht oder eben über Songs aus unserem Leben. Respekt war immer ein großes Thema bei uns und auch dieser soziale Gedanke hat uns stets begleitet. Ich glaube unser Bandname wurde auch über die Jahre mehr und mehr unsere Identität. Also ‚Assis‘ im klassischen Sinne sind wir nie gewesen. Klar, wir kommen aus sozial schwachen Familien, aber das heißt nicht, dass komplett fern von der Realität gelebt haben. Das war ja ein wenig dieses Frankfurter Ding, dass man schnell Jungs aus dem Viertel als Assis bezeichnet hat und das haben wir angenommen und es dann halt mit dem Herz verfeinert und auch stets versucht das zu leben und der Gesellschaft zu zeigen. Manchmal den Hang auch mal ‚Assi‘ zu sein, aber grundsätzlich zwei Herzensgute Jungs, die gern helfen und der Gesellschaft was zurückgeben wollen mit Ihrer Musik oder sozialen Events.“
Was bedeutet es euch, Musik über und für die Eintracht zu machen?
Daniel Sahib: „Wie ich eben bereits gesagt habe, dass der Bandname immer mehr auch Teil unserer Identität wurde ist es mit der Eintracht nicht anders. Der Verein ist Teil in unserem Leben. Also das ist nicht mal, kurz schauen, was läuft denn da so bei der Eintracht gerade, sondern das ist jeden Tag präsent und das seit über 30 Jahren bei mir. Klar ist es heute nochmal anders, weil man die Eintracht viel größer wahrnimmt, aber auch im Jungendalter hatte man immer mal die Zeitung in der Hand und wollte lesen, was da so abgeht im Eintracht-Umfeld. Wenn man jetzt selber auch Lieder über seinen Lieblingsverein macht und auch die Resonanz aus dem direkten Umfeld bekommt, dann ist das schon was ganz besonderes. Ich glaube auch, dass es einzigartig ist in der Bundesliga, dass man das so machen kann und es auch nicht für „lächerlich“ empfunden wird oder so ein wenig von ‚Auf den Zug aufspringen hat‘. Musik bei der Eintracht hat ja auch große Tradition und umso schöner ist es, wenn man da nun ein Teil von ist.“
Don Bene: „Wie Daniel schon sagt, Musik über die Eintracht zu machen ist nicht schwer, da sie ein riesengroßer Teil in meinem Leben ist. Ich gehe seit knapp 28 Jahren ins Stadion, stehe in Herzen der Nordwest und schöpfe sehr viel Kraft aus dem ganzen für den Alltag, aber die Eintracht ist nur ein kleiner Teil unseres musikalischen Portfolios, in erster Linie machen wir Musik aus dem Herzen, mal nachdenklich, mal fröhlich, mal zum Weinen und mal zum Lachen, aber immer authentisch und echt und natürlich ist die Eintracht ein Teil von dem Ganzen.“
Anfang September kam eure neue Single „Das ist unsere Eintracht“ raus. Welche Botschaft wollt ihr mit dem Lied vermitteln?
Don Bene: „Das Lied ist all denen gewidmet, die diesen Verein erst zu dem machen, was er ist, sei es mit ihrer Liebe, mit ihrer Zeit, die sie investieren, ob nun am Spieltag oder vor allem aber auch außerhalb des Spielgeschehens, nämlich unter der Woche von Montag bis Sonntag. All jeden, die sonst nie im Mittelpunkt stehen, ist dieses Lied gewidmet, denn jeder ist ein kleiner Teil dieses Vereines!“
Daniel Sahib: „Ich kann hier Bene auch nur zustimmen. Wir haben uns halt einfach nach ‚Du bist so viel mehr‘ und ‚Reise bis hier hin‘ gedacht, wenn wir nochmal einen Song machen über die Eintracht, dann muss das Team ums Team in den Mittelpunkt rücken. Denn das ist es, was unseren Verein am Ende des Tages überhaupt zu dem macht, was er ist. Das war uns sehr wichtig, denn über Spieler, Trainer und Erfolge wurden so viele Lieder geschrieben und auch schon berichtet, aber dieses „Wir sind die Eintracht hinter der Eintracht“ kam unserer Meinung sehr oft zu kurz und soll dieses „Wir“ Gefühl gerade nach diesen Umbruchjahren nochmal hervor heben.“
Wie habt ihr die Resonanz eures neuen Liedes wahrgenommen?
Daniel Sahib: „Bisher sind die Rückmeldungen größtenteils alle positiv. Viele Menschen aus dem Eintracht-Umfeld fühlen sich wirklich mal abgeholt. Bedanken sich, dass man sie nun auch irgendwie würdigt und nicht ‚vergessen‘ hat. Ich glaube, damit haben wir dann auch einen Nerv getroffen. Viele bei Eintracht Frankfurt fragen sich nach einigen Jahren des Umbruchs, wo ist denn diese ‚Eintracht-DNA‘ hin? Genau da können wir dann auch mit dem Song ansetzen und sagen, hier ‚Das ist unsere Eintracht‘, wir zeigen hier die Eintracht-DNA. Das sind alle Adler, egal ob auf dem Platz oder daneben. Wir haben zum Beispiel mit Franco Lionti einen absoluten Eintracht-Veteranen fürs Video bekommen. Mehr Eintracht-DNA kann man nicht bekommen, neben Marco Russ und Timmy Chandler. Auch Daniel Wolf, unser Stadionsprecher ist das Team ums Team usw. Also wie im Song gesagt. Alle zu nennen wäre viel zu viel.“ (lacht)
Was können die Fans von euch in Zukunft erwarten? Was habt ihr aktuell in Planung?
Don Bene: „Naja, wir machen seit bald 20 Jahren zusammen Musik, daran wird sich auch so schnell nichts mehr ändern. Wir haben noch den ein oder anderen Song in der Hinterhand, also seid gespannt und haltet die Ohren auf. Für alle, die nicht warten wollen: Es warten schon sehr viele Songs, die bereits draußen sind, auf euch. Einfach mal auschecken auf den Plattformen. Sehr viele, auf die wir verdammt stolz sind, die aber leider nie die Aufmerksamkeit bekommen haben, die sie eigentlich verdient hätten. Also anhören, teilen und schreibt uns gern. Wir schreiben auch selbst zurück.“ (lacht)

Blicken wir nun aufs Sportliche: Wie zufrieden seid ihr mit dem Transfersommer und dem Saisonstart?
Don Bene: „Viele sind offensichtlich nicht ganz zufrieden mit dem Transfersommer, aber sind wir mal realistisch, die Eintracht spielt dieses Jahr nicht europäisch und auch wenn die Diva und vor allem die Stadt weitaus mehr zu bieten hat als das, den Spielern ist das aber nicht egal. Ich persönlich denke, dass Markus Krösche hier wirklich einen guten Job macht, auch wenn nicht immer alles zu 100 Prozent gepasst hat. Irren ist menschlich oder?“
„Der Saisonstart geht eigentlich klar, ein Jammer, dass wir eine Führung in Berlin verspielen, aber ein Unentschieden an der alten Försterei hätte ich vorab unterschrieben. Die Niederlage zuhause vergessen wir mal, der gemeinsame Marsch zum Stadion und das Wiedersehen mit meinen Leuten lässt mich den Tag positiv in Erinnerung behalten. Und auswärts in Mainz zu gewinnen, ist verdammt befriedigend. Also alles in allem geht der Start schon klar!“
Daniel Sahib: „Auch wenn Bene und ich bei der Eintracht manchmal verschiedene Meinungen haben, kann ich dem nur zustimmen. Von Umbruch zu Umbruch, von Einkauf zu Verkauf und wieder zurück. Wie vorher gesagt, die Eintracht-DNA, die man auch auf dem Platz kennt, muss sich erst wieder finden.“
Eure Meinung zu Adi Hütter?
Daniel Sahib: „Ich mag seine Art von Fußball zu spielen. Sehr offensiv, sehr aggressiv. Die Gegner immer wieder unter Druck setzen und damit auch den Gegner zu Fehlern zu zwingen. Das hat man im Ansatz nun in allen Spielen gesehen, auch wenn unsere zweiten Halbzeiten ein anderes Bild zeigen. Das muss die Mannschaft noch verinnerlichen, aber hier nochmal kurz erwähnt, mit Abstand jüngster Bundesliga Kader!“
Don Bene: „Nach dem kleinen Ausrutscher mit dem Mallorquiner, by the way meiner zweiten Heimat, tat ein wenig ‚Sicherheit‘ ganz gut. Sagen wir mal so, ich hätte auch gerne mit Toppmöller weiter gemacht. Der arme Kerl war nie das Problem und dennoch bin ich jetzt recht glücklich mit der Trainerwahl. Zidane hätte ich auch gerne an der Seitenlinie gesehen, aber das dauert wohl noch ein wenig.“ (grinst)

Zum Abschluss eure Prognose: Wo wird die Eintracht am Saisonende landen?
Daniel Sahib: „Letzte Saison hatte ich mit Top fünf komplett danebengelegen und werde diesmal etwas vorsichtiger sein, aber zumindest Europa wird drin sein. Die Eintracht könnte wieder eine große Überraschung werden. Ich glaube auch, dass der Druck vielleicht deutschlandweit nicht mehr so groß ist, wie vor zwei Jahren. Viele wissen, was für Abgänge wir hatten und wir mit vielen jungen Spielern arbeiten. Keine Doppelbelastung durch internationale Spiele. Das kann wirklich auch helfen, ein wenig Ruhe reinzubekommen und wer weiß, ob es dann nicht doch höher ist. Ansonsten müssen wir halt wieder den DFB-Pokal holen und wir sind Live auf der Bühne.“ (lacht)
Don Bene: „Ich denke irgendwas zwischen Platz sechs und Platz 13! Um die Meisterschaft werden wir sicher nicht mitspielen. (lacht) Ich wünsche mir aber, dass wir Hamburg im Pokal schlagen, unser Erzrivale Kaiserslautern ebenfalls weiter kommt und wir endlich mal wieder an den Betzenberg fahren können, um dort alles zu…naja ihr wisst schon.“ (grinst)
„Vielen Dank für euren Support und eure interessanten Fragen.“
Daniel Sahib: „Auch von mir nochmal ein großes Danke für eure Unterstützung auch in den letzten Jahren an das ganze SGE4EVER Team. Hört gern den neuen SGE Song und supportet es fleißig, denn es geht diesmal um euch.“ (Zwinker)



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