Turbulente Zeiten in Frankfurt! Nach einem Sieg in neun zurückliegenden Spielen und einer Flut an Gegentoren wurde Dino Toppmöller in der vergangenen Woche entlassen. Dennis Schmitt und Alex Meier haben interimsmäßig die Aufgabe bekommen, Eintracht Frankfurt wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen. Zumindest, bis ein Nachfolger gefunden wird. Im ersten Spiel des neuen Trainerduos wurde dann direkt das Ausscheiden aus der Champions League besiegelt. Gegen Qarabag Agdam kassierte die SGE erneut drei Gegentore, obwohl die Hessen zwischenzeitlich sogar in Führung gegangen waren. Zwei Tage nach der Trennung waren aber auch keine Wunderdinge zu erwarten gewesen, obgleich die Enttäuschung natürlich groß war und ist am Main. Jetzt geht es für die Adlerträger mehr denn je darum, in der Liga wichtige Punkte zu sammeln, um den Anschluss an die internationalen Plätze nicht vollständig aus den Augen zu verlieren. Auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen die TSG aus Hoffenheim, stellte sich Schmitt den Fragen der Journalisten.
Kleine Schritte nach vorne
Personell, so Schmitt, sehe es den Umständen entsprechend sehr gut aus. „Bis auf die Langezeitverletzten fällt keiner aus. Wir haben viele Optionen. Heimspiele sind etwas anderes als Auswärtsspiele. Wir haben von der ersten Sekunde an das Publikum auf unserer Seite haben. Wir wollen klare Lösungen bieten von Beginn an und das Spiel gegen Hoffenheim gewinnen, das ist ganz klar.“ Einfach werde es aber selbstredend nicht werden, führte der Interimstrainer weiter aus: „Ich erwarte ein sehr intensives Spiel zweier guter Mannschaften. Hoffenheim komm mit einem sehr guten Lauf zu uns und den wollen wir unbedingt Brechen. Wir wollen direkt in den ersten Minuten das Stadion anzünden. Jeder weiß wie unangenehm das ist, wenn der 12. Mann hinter uns steht. Das ist zwar eine Floskel aber da ist was dran. Wir wollen an den kleinen Schritten, die man gegen Qarabag gesehen hat, auch wenn es kleine Schritte waren, anknüpfen.“
Die Eintracht werde sich am Samstag nicht über 90 Minuten hintenreinstellen und im Block verteidigen. Man wolle das Heft des Handelns in die eigene Hand nehmen. „Wir wollen die Wucht und die Qualität unserer Mannschaft auf den Platz bringen. Wir werden morgen auch mal tiefer verteidigen müssen, weil Hoffenheim auch gut ist. Wir werden sehr kompakt im Zentrum sein, stabil sein gegen Flanken. Wir wollen noch schneller als bei Qarabag in die Umschaltbewegung kommen. Am Ende hast du viele Punkte, die gut sein müssen. Darauf bereiten wir uns heute und morgen vor.“
Schmitt und Meier sind noch nicht lange im Amt. Dennoch, so Schmitt weiter, müsse man alle Zeit nutzen, die man hat. „Es war nicht viel Zeit nach Qarabag, aber natürlich haben wir Dinge angesprochen. Es war nicht viel Zeit, aber wir haben sie genutzt. Wir haben schon am Rückflug Videoanalyse gemacht zum Beispiel. Und auch gegen Qarabag gab es gute Momente. Wir hatten gute Tiefensicherung, die Gegner kamen wenig hinter unsere Kette. Das war gegen Dortmund und Bremen noch was anderes. Wir wollen fehlerhafte Muster aufbrechen. Wir lassen nichts unversucht und versuchen alles! Das kann ich versprechen. Wir können uns keine Zeit hermalen, aber was wir haben, das nutzen wir.“ Und genau dafür steht Beziehungsarbeit auch auf dem Plan.
Mental angeschlagene Spieler wieder aufbauen
„Wir haben ganz viel mit den Jungs gesprochen. Wir haben uns ganz klar angeschaut was gut war. Es war einiges gut. Wir haben aber auch angeschaut, was wir besser machen müssen. Wir haben in kürzester Zeit geschafft, dass wir einen guten Draht zu den Jungs haben. Darüber wollen wir Schritte nach vorne machen. Wir haben eine gute Mannschaft, die unser vollstes Vertrauen genießt und die morgen ab den ersten zwei, drei Aktionen ein Stadion hinter sich haben wird, das uns komplett unterstützen wird. Davon bin ich überzeugt. Das wird auch brutal wichtig für uns. Wir müssen uns auch über Kleinigkeiten aufrichten. Das kann ein guter Pass sein, ein gewonnener Zweikampf. Es geht morgen nicht darum, einen Schönheitspreis zu gewinnen, sondern drei Punkte.“
Dass das Team mental angeschlagen ist und nicht gut drauf, liegt nach den letzten Wochen auf der Hand. Genau an solchen Dingen, muss jetzt gearbeitet werden. „Über kleine Momente kann man Spieler wieder mental aufbauen. Ein Trick ist es, Offensivspieler im Training vermehrt in Abschlusssituationen zu bringen. Das haben wir heute versucht. Wir haben in der Defensive an der Verteidigung der Box gearbeitet. Also Flanken zu verteidigen. Auch das sind Erfolgserlebnisse für die Jungs. Es kann über Gespräche gehen. Es kann auch sein, dass es personelle Wechsel gibt. Aber das wichtigste ist, dass es nur über das Kollektiv geht. Das haben wir den Jungs mitgegeben. Kein einziger Spieler ist wichtiger als der andere. Wir können es nur gemeinsam schaffen. Die Jungs, die sich diesem Weg verschreiben, die werden schnell wieder in die Erfolgsspur kommen.“
„Die Tür steht offen, man muss aber bereit sein, auch hindurchzugehen“
Zumindest interpretieren lässt sich anhand der Aussagen Schmitts derweil, dass wohl nicht alle Spieler derzeit vollkommen ambitioniert dabei sein könnten: „Die Jungs, die den Fußball spielen den wir uns vorstellen und das Tor verteidigen wollen, die werden mitgenommen. Die anderen eben nicht. Die Mannschaft hat einen guten Charakter und dennoch meine ich es genauso wie ich es gesagt habe. Und die Situation ist auch nicht dramatisch gerade. Es gab schon deutlich schlechtere Phasen. Dennoch ist das, was die letzten Wochen passiert ist, nicht unser Anspruch ist. Die Tür steht für jeden Spieler offen, aber sie müssen auch bereit sein hindurch zugehen. Jeder der bereit ist Energie und Leidenschaft zu geben, jeder der bereit ist, den Plan 100 Prozent umzusetzen, auf diese Jungs werden wir uns verlassen.“
„Niemand ist größer als der Verein“
„Ich habe in den vergangenen vier oder fünf Tagen so viele Themen auf dem Tisch gehabt, dass ich relativ kurz gekommen bin“, sagte Schmitt angesprochen auf seine persönliche Zukunft als Cheftrainer der Eintracht, „Das ist auch überhaupt kein Problem. Es geht um den Verein und den Klub und darum, dass wir erfolgreich sind. Es geht nicht um den einzelnen Spieler, nicht um den Trainer oder das Staffmitglied. Es geht um den Verein und das ist viel wichtiger als alles andere. Wir haben das riesen Privileg, und das meine ich genauso wie ich es sage, dass wir bei einem so gigantisch großen Klub wie Eintracht Frankfurt arbeiten zu dürfen und da gilt es sich allem unterzuordnen. Da gilt es, jeden Tag das Bestmögliche rauszuholen. Das versuchen wir. Es gibt schlimmeres, als morgen vor 50.000 Leuten für Eintracht Frankfurt aufzulaufen und ich hoffe, dass die Jungs den Funken morgen mitnehmen. Ich werde bis zur letzten Sekunde, die ich diese Aufgabe habe, das Maximale reinhauen. Die Jungs haben meinen maximalen Support, der Staff auch. Von Tag bis Nacht werden wir hier sein und alles versuchen.“
Das muss er nicht alleine, denn der Frankfurter „Fussballgott“ steht ihm zur Seite. Über ihn zeigte sich Schmitt voll des Lobes: „Alex Meier hat großen Einfluss auf die Spieler. Wenn man einen Mann mit so viel Erfahrung und Expertise an Bord hat, dann muss man ihn auch nutzen. Er macht das super, greift sich häufig auch die Offensivspieler und redet mit ihnen, weil er ja selbst schon jede Situation hundert oder tausendmal erlebt hat. Er weiß, wie es sich anfühlt hier im Stadion zu spielen. Wenn es gut läuft, aber auch wenn nicht. Er ist auch für mich ein enger Ratgeber. Wir sind im engen Austausch und dafür muss ich mich auch bedanken, denn wir reden total offen miteinander. Jeder kann seine Meinung äußern und am Ende entscheiden das gemeinschaftlich. Ich verantworte das am Ende, aber ich bin sehr dankbar, dass er an meiner Seite ist. „






18 Kommentare
VENI VEDI VICI
Geiler Typ der DS. Motivator vor dem Herrn. Wenn er das so auf die Mannschaft mit ihren gestandenen Profis, unterschiedlichen Charakteren und Sprachherkünften übertragen kann, dann ist die Basis für den Neuangriff schon mal geschaffen.
Auf geht’s SGE
Nur seine Wechsel habe ich nicht ganz verstanden ich glaube Doan auch nicht...
Sorry, aber die Auswechslungen von Uzun und Doan in der 70. ging gar nicht. Da hat er bei mir seine Vorschusslorbeeren direkt verbrannt.
Vor allem, da wir gewinnen mussten....Glaube da waren einige sehr überrascht.
Zumal man jetzt mal sagen muss, dass Götze jetzt etliche Male eingewechselt wurde und null input auf das Spiel hatte.
Spieler mental wieder aufzurichten, ist eine sehr diffizile Sache und
braucht normalerweise etwas Zeit.
Ich habe mehrere Bundesligaprofis privat gecoacht, darunter auch
einen deutschen Nationalspieler.
Du kannst helfen, aber dann ist der Spieler mit seinen Ängsten und
Selbstzweifeln wieder allein auf dem Platz.
Am besten und wirkungsvollsten hilft dabei der Erfolg. Aber den kann
man nicht herbeizaubern.
Deshalb wünsche ich den Trainern die richtige Ansprache und ganz
besonders dem Team ein schnelles Erfolgserlebnis und danach
langsam beginnende und immer stärkere Zuversicht.
Ich hoffe einfach nur, dass es dem Trainerteam gelingt, 10 fitte Feldspieler aufzustellen. Es wird das fünfte Spiel in 15 Tagen und Hoffenheim wird das Spiel bestimmt physisch gestalten wollen. Die hatten Pause, während wir nach Aserbaidschan reisten (und spielten).
Denke, mental waren die meisten schon vorher auf der Höhe, aber physisch reichte es nicht. Kalimuendo, Götze, Bahoya, Youb, Amenda, vielleicht sogar Buta ..die frischesten Spieler müssen m.E. jetzt vorangehen.
Wir werden sehen, die Energie von Schmitt ist durchaus ansteckend.
Diese PK war auch sicherlich angenehmer als die nach dem Qarabaq-Spiel ;)
Da fragte einer: 'Wie fühlt es sich an, Trainer der ersten dt. Mannschaft zu sein, die gegen eine aserbaidschanische Mannschaft verloren hat?' o.s.ä.
Das war schon ein verdammt harter Einstieg für Schmitt ;) Dafür hat er diesen PK-Job schon souverän erledigt.
Wenn es ums Mitziehen und Fitness geht dann müssen meiner Meinung nach morgen auch Hojlund, Ayoube und Kalimuendo in die erste 11, wenn Skhiri wieder beginnt falle ich vom Glauben ab.
Kalimuendo
Ayoube Uzun Doan
Larsson Hojlund
Brown Theate Koch (Amenda) Kristensen
Santos
4-3-2-1
Das wäre meine erste 11, aber ich hab ja das ja nicht zu entscheiden (zum Glück 😉)
top aufstellung von stadtwaldadler 528. nur leider wird dennis schmitt wahrscheinlich wieder mit 7-8 defensiv-spielern starten und sich wundern, warum wir wieder verloren haben. ich verstehe es einfach nicht, wie man vor einer 5er-kette noch zusätzlich mit 2 defensiven mittelfeldspieler spielt. ist doch dann logisch, dass wir vorne keinen zugriff mehr haben und hinten uns gegenseitig auf die füße treten.
Wir werden unsere Räume bekommen, Hoffenheim spielt ja mit und mauert nicht nur, vor allem wenn du selbst etwas offensiver aufstellst bindest du ja auch den Gegner in der eigenen Hälfte, vor allem die gegnerische IV und 6er…
Wenn du so aufstellst wie in Bremen wo übertrieben gesagt nur 3 Mann kicken können und der Rest nur auf Zerstören und verteidigen ausgelegt ist braucht man sich nicht wundern, wenn selbst die offensivschwächsten Gegner wie Bremen mutig wird, sie haben ja nix zu befürchten…
in baku war das doch der gleiche schwachsinn
#8
Bin ich bei dir - Kader gibt auch nicht viel mehr her.
Die Problematik sehe ich definitv in der aktuellen Trainerfrage.
Wer kommt denn nun?????
Ich habe heute gelesen, das die Jungs doch bitte "auf die Couch" gehen sollen.
Da muss die Blockade schon massiv sein.
Ist das tatsächlich so?
Es wird schwierig in der nächsten Spielzeit europäisch zu spielen, da der Kader in der Stammelf nicht mehr viel verändern wird.
Dafür ist die Zeit ohne Trainer zu kurz.
Du brauchst dringend ein Erfolgserlebnis!
Jungs, haut die SAP-Lumpen morgen mit 4:0 aus dem Waldstadion!!!
Ich weiß nicht warum aber ich bin irgendwie angezündet für morgen !
Mit unseren ausgeruhten Neuzugängen zum 3:2 Heimsieg !
AlleSGEben !
Also babbeln kann er gut der Schmidt. Gefällt mir.
Bin wirklich gespannt auf das Spiel morgen. Gehe aber vom Schlimmsten aus. Der alte Eintracht Pessimismus.
Um einen Ruck in die Mannschaft zu bringen, muss man auch etwas ändern. Gegen Qarabag waren die Startelf, das Spielsystem und die Taktik gleich wie zuvor. Dazu noch die Leistung eines verunsicherten Teams. Die einzige Änderung war die Einwechslung von Staff 5 min. vor Schluss.
Deine Wunschaufstellung ändert schon mal einige Positionen mit hoher Fehleranfälligkeit, u.a. die IV wieder zurück auf Theate/Koch in der 4er-Kette. Brown und Doan im aktuellen Formtief werden spielen müssen, auch wenn es hier auch mal eine Denkpause geben müsste.....wie bei vielen anderen auch (Koch, Larsson, etc.).
Daumendrücken auf Besserung, vor allem spielerisch und im Verteidigen.
Jetzt gebt dem Bubb doch mal ein bisschen Zeit.
Selbst wenn er eine Lösung hat, greift die nicht von heute auf morgen.
Alonso hat aus seinen ersten drei Spielen bei Leverkusen 1 Punkt geholt, sein erstes Spiel gegen uns ging komplett in die Hose.
Mir sind gegen Qarabag zwei Dinge aufgefallen, an denen er wohl ansetzen will:
1. Mehr Mann- weniger Raumdeckung, klarere Zuordnung.
2. Kleinere Abstände zwischen den Mannschaftsteilen. Entweder hinten dicht und kompakt stehen oder hoch pressen, aber dann von hinten nachschieben.
Das sind für mich auch die zwei Hebel, die am schnellsten zu Ergebnissen führen können und Sicherheit geben, weil sie nicht allzu kompliziert sind.
Trotzdem müssen die Spieler das verinnerlichen ohne groß nachzudenken und es dauert mal zwei, drei Spiele bis die Automatismen anfangen zu wirken.
Uzun gehe ich mit habe ich auch nicht verstanden... aber Doan hat mit eines der schlechtesten Spiele überhaupt für Frankfurt gemacht. Da kam kaum ein Pass an und hat so oft den Ball verloren das war mehr als fragwürdig. Ich empfand Doan als einer der schlechtesten Spieler... selbst vor dem 1:1 hat er sich so einfach festgelaufen der Ball war ja eigentlich weg nur hat Uzun ordentlich nachgesetzt. Ich mag Doan eigentlich sehr aber das war nichts und er wurde mehr als zurecht ausgewechselt.
Die Zeit wird er aber nicht haben. Es ist ganz klar, dass er Interim ist.
Hier wirst du nicht über große Änderungen im taktischen Bereich kommen können.
Hier musst du mot Aufstellung und Motivation Zeichen setzen.
Wenn du ein Übergang für 1 oder 2 Wochen bist ist es meiner Meinungen nach ein Fehler signifikant Abläufe ändern zu wollen, das braucht Zeit.
Wenn er die hat ok , allerdings habe ich das bisher so verstanden, dass er jetzt nicht bis Saisonende eingeplant ist
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