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Albert Riera möchte in Frankfurt schnell sein Konzept vom Fußball implementierten. Foto: IMAGO / Branislav Racko

Riera will Eintracht-Fans stolz machen: „Werden eine Identität erzeugen“

Seit Montag ist Albert Riera der neue Cheftrainer von Eintracht Frankfurt. Bereits in der letzten Woche wurde offiziell bekannt, dass der Spanier den Posten übernehmen würde. Nun ist er auch in Frankfurt angekommen und hat seinen Vertrag bis 2028 unterzeichnet. „Ich bin überzeugt, dass es der richtige Schritt und Verein ist. Der einzige Kontakt, den ich in der Vergangenheit nach Deutschland hatte, war Eintracht Frankfurt. Diese Herausforderung hier motiviert mich. Um irgendwo anders hinzugehen, musst du motiviert sein. Du musst sicher sein, dass du 100 Prozent gibst. Und hier bin ich sicher, dass ich mein Bestes geben werde“, sagte Riera im vereinseigenen Podcast „Eintracht vom Main“.

Der frischgebackene Eintracht-Coach machte deutlich, wie er mit seinen Spielern umgehen wird, was wichtig für ihn ist und beschrieb seinen Spielstil. Dabei könne der 43-Jährige keine Titel, Siege oder Punkte versprechen. Einfach weil das unmöglich ist. Er könne aber versprechen, dass die SGE unter ihm eine klare Identität erhalte: „Was wir garantieren können ist, dass wir mehr als nur Ergebnisse erschaffen werden. Wir werden eine Identität erzeugen. Also eine Möglichkeit, dass sich die Fans von Eintracht Frankfurt mit uns identifizieren können und sie stolz sind, wie wir die Dinge angehen.“ Weiter zeigte sich der Ex-Celje-Trainer selbstbewusst, dass seine Ideen fruchten werden: „Ich bin sicher, dass wir öfter gewinnen als verlieren werden, wenn wir es so machen wie ich es vorgebe.“

Keine freundschaftliche, aber professionelle Beziehung

Atmosphäre im Team ist alles. Riera will eine gute Atmosphäre, eine in der sich die Spieler wohlfühlen. Allerdings keine freundschaftliche Wohlfühloase: „Ich bin nicht mit ihnen befreundet, das gebe ich auch nicht vor. Danach außerhalb können wir Freunde sein, aber hier sind wir, um zu gewinnen.“ Er möchte zwischen sich und dem Team eine professionelle Beziehung schaffen, die das Team zum Siegen trägt, beschrieb er weiter. Die Spieler seien seine „Arme und Beine“. Im Gegenzug sei es sein Ziel jeden Spieler besser zu machen. Das sei Teil seiner Verantwortung als Trainer. Der ehemalige Mittelfeldspieler beteuerte, er habe immer die Verantwortung: „Das Trainer-Sein bedeutet, für alles voll verantwortlich zu sein. Wenn ich bestimme, wie wir trainieren, wer spielt und wie wir spielen, bin ich verantwortlich. Wenn die Spieler nicht gut spielen und keine Fortschritte machen, schaue ich zuerst auf mich.“ Im Gegenzug fordert Riera von seinen Spielern, dass sie seine Ideen und Konzepte bereit sind umzusetzen: „Ich habe sehr klare Konzepte. Die Spieler werden diese umsetzen. Und dann bin ich überzeugt, dass wir gewinnen werden.“

Bei den Hessen gab es keinerlei Bewegungen am letzten Tag des just abgelaufenen Winter-Transferfensters, weder auf der Zu- oder Abgangsseite. Vor allem die Defensive und das defensive Mittelfeld bereiteten zuletzt Sorgen. Die SGE kassiert zu viele Gegentore. Eine lang ersehnte Verstärkung für die Sechserposition blieb aus. Riera wird mit den Spielern arbeiten müssen, die der Kader hergibt. Die verunsicherte und sich in einer sportlichen Krise befindende Mannschaft muss schnell die Konzepte und Ideen des neuen Trainers verinnerlichen und in die Tat umsetzen. Dabei ist für Riera die Art und Weise wie sein Team spielt wichtiger, als das Ergebnis: „Ich bin von meiner Idee sehr überzeugt und hoffe, dass ich diese den Spielern vermitteln kann. Unzufrieden werde ich, wenn wir unsere Ideen und Konzepte vergessen. Beides muss immer deutlich erkennbar sein.“ So wird es anfangs wohl vor allem darum gehen, der Defensive wieder Selbstvertrauen zu verleihen, sowie die Absicherung nach verlorenen Bällen und die Abstimmung im Mittelfeld zu verbessern.

Hessisches ‚Tiki-Taka‘: Von Dominanz und dem Anspruch, Protagonist zu sein

Der neue Chef möchte seinen Spielern das Selbstvertrauen zurückgeben und vermitteln, dass sie den schönsten Beruf der Welt haben. Immerhin würden sie dafür bezahlt, fit zu sein. Es gebe keine Ausreden und Entschuldigungen für das Team, so Riera weiter. Und beim Stichwort Selbstvertrauen ist man schnell bei der Spielidee des auf Mallorca geborenen Trainers.

„Wenn meine Spieler auf den Platz gehen, will ich, dass sie fühlen, dass sie die Schnellsten, Stärksten und Schönsten auf dem Platz sind. Ich verstehe Fußball nicht, ohne dominant und der Protagonist zu sein“, machte Riera sein Grundverständnis von Fußball deutlich. Die Eintracht wird unter ihm also auf Ballbesitz und Spielkontrolle setzen. Doch nicht Ballbesitz allein wird wichtig sein. Auch die Frage, wo man den Ball unter Kontrolle hat und wie die Mitspieler stehen, ist zentral im Riera-System. Die berühmte spanische Spielweise ‚Tiki-Taka‘ dürfte Einfluss auf die SGE haben. „Wir werden bald einen Stil sehen, der viel von ‚Tiki-Taka‘ hat, aber nicht alles. Ich bestehe auch sehr auf das Verteidigen, weil wir dominant sein wollen. Es geht nicht nur darum, was du mit Ball machst, sondern wie du den Ball schnell zurückeroberst, wenn du ihn verlierst“, verdeutlichte Riera den Anspruch an seine neuen Schützlinge. Wie schnell sich Mannschaft und neuer Trainer finden, dürfte nun also über den Erfolg der Saison entscheiden. Dann zeigt sich auch, ob Riera es geschafft hat, die Fans stolz zu machen.

15 Kommentare

Fallback Avatar 1. yoda 03. Februar 26, 13:25 Uhr

Große Worte!
Hoffen wir das Taten folgen!

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Fallback Avatar 2. AlterSack54 03. Februar 26, 13:49 Uhr

Warum immer "Spielermaterial" ?
Es sind Menschen und keine Dinge !
Geht mir dermaßen auf den S...

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Fallback Avatar 3. Adlermacht 03. Februar 26, 13:49 Uhr

Das bitter daran ist ja an sich, dass wir unsere Identität, die wir und Kovac, Hütter, Glasner hatten wohl verloren haben...
Diese wieder aufzubauen ist extrem wichtig! Der Mann hat es zunächst mal verstanden. Ich hoffe, er ist der Richtige und schafft das auch.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 4. Adlersieg 03. Februar 26, 13:53 Uhr

Was Riera sagt, klingt vielversprechend. Hoffentlich kann die Mannschaft das schnell umsetzen, was er fordert.

Dass es keine Neuzugänge gab bedeutet, dass er scheinbar mit den Spielern, die da sind, seine Ziele erreichen kann. Mal schauen...

So kann man bis zum Sommer abwarten, welche Spieler in das Konzept passen, wer gehen muss und welche Neuzugänge Sinn machen würden.

Gegen Union erwarte ich noch nicht so viel, aber gegen Gladbach sollte man schon eine Veränderung sehen.

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Fallback Avatar 5. Werner 03. Februar 26, 13:58 Uhr

Endlich mal einer der sagt was eigentlich alle denken.
Wenn wir verliere und spielen mit Kampf und voller Hingabe ist das für mich ok.
Nur dieses ich hab den Ball auch nicht nimm ihn du mag ich halt gar nicht.
Bin gespannt wie die eintracht gegen Union auftreten wird.

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Fallback Avatar Ob Stehblock, VIP-Loge, Currywurst oder Handkäs-Häppchen - Hauptsache SGE4EVER.de! Denn der User unterstützt das Onlinemagazin mit einem monatlichen oder jährlichen Betrag und genießt zudem besondere Vorteile: Werbefreiheit, Gewinnspiele etc. 6. zicobindewald20 03. Februar 26, 14:21 Uhr

Genau genommen, gab es ja schon einige Bewegungen, wenn man das ganze Transferfenster betrachtet...

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Fallback Avatar 7. Block17 03. Februar 26, 14:25 Uhr

Nach wenigen Wochen Alonso in Leverkusen war ich total überrascht
wie schnell er die Mannschaft in den Griff bekommen hat.
Ich habe hier geschrieben, er macht aus Bayer eine spanische Mannschaft.
Die Bälle werden nicht in den Raum, sondern in den Fuß gespielt, alle sind
in Bewegung. Vor der Annahme zum Ball, nach dem Abspiel sofort in eine
neue Position.
Bei Ballverlust sofortiger Versuch der Rückeroberung, direkter Angriff und
Zustellen der Passwege.
Er hat damals in wenigen Wochen eine Kombinations- und Pressingmaschine
gebaut.
Kompany hat genau das Gleiche geschafft.
Die Frage: Schafft Riera das mit unseren Spielern und sind die bereit, den
Weg mitzugehen und härter und disziplinierter zu arbeiten?!

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Fallback Avatar 8. PeKa 03. Februar 26, 14:43 Uhr Zitat - Adlersieg Was Riera sagt, klingt vielversprechend. Hoffentlich kann die Mannschaft das schnell umsetzen, was er fordert. Dass es keine Neuzugänge gab bedeutet, dass er scheinbar mit den Spielern, die da sind, seine Ziele erreichen kann. Mal schauen... So kann man bis zum Sommer abwarten, welche Spieler in das Konzept passen, wer gehen muss und welche Neuzugänge Sinn machen würden. Gegen Union erwarte ich noch nicht so viel, aber gegen Gladbach sollte man schon eine Veränderung sehen. Path

Wenn unser kommender Gegner gerade den Trainer gewechselt hat, haben wir das Spiel todsicher verloren.
Warum soll das nicht mal anders herum gehen?

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Fallback Avatar 9. deraldesack 03. Februar 26, 15:16 Uhr

Union ist keine Mannschaft, die das Spiel selber macht. Ab der Mittelinie wird gepresst, und auf Konter gehofft.
Und natürlich auf Standards gewartet.
Eigentlich ideal um das neue Passpiel unter Wettbewerbsvorrausetzungen zu üben.
Wir werden sehr wahrscheinlich selber hoch pressen, und giftig auf den Mann gehen.
Mal schauen,bin aber sehr zuversichtlich.

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Avatar 10. freund50 03. Februar 26, 15:39 Uhr

Interessant finde ich auch, dass er nicht einfach so Koch als Kapitän bestätigt, sondern in zwei Wochen den Kapitän benennen wird

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Ob Stehblock, VIP-Loge, Currywurst oder Handkäs-Häppchen - Hauptsache SGE4EVER.de! Denn der User unterstützt das Onlinemagazin mit einem monatlichen oder jährlichen Betrag und genießt zudem besondere Vorteile: Werbefreiheit, Gewinnspiele etc. 11. Block42 03. Februar 26, 15:40 Uhr

Ich weiß nicht warum, aber wahrscheinlich brauche ich erst paar positive Ergebnisse, bis ich den Worten euphorisch folgen kann und sie ihm abnehme. Nach den letzten Spielen ist meine Skepsis noch zu groß und ich kann ihn noch gar nicht als Trainer bewerten. Hochstapler oder unser neuer Erfolgstrainer? Ich hoffe natürlich auf letzteres!

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Fallback Avatar 12. adelaar 03. Februar 26, 15:41 Uhr

Wer's noch nicht getan, der schaue sich die PK an.
Und kapiert, warum der Mann jetzt hier ist.
Na klar, er ist ein glänzender Rhetoriker, hat auf jede Frage eine patente Antwort nach Art einer Maxime, eines klaren Prinzips. Das ist eher überraschend, fast verblüffend in Anbetracht seines relativ jungen Alters und der noch relativ geringen Erfahrung als Cheftrainer.
Ich gestehe, ich habe mich erstmal mit Genuss und Vergnügen von ihm verzaubern lassen. Er ist ein Charismatiker sondersgleichen, erinnert frappant an Kloppo, als ich den noch mochte (is aber schon ne Weile her)

Wenn er die Wucht an Ausstrahlung, Eloquenz und Esprit sachlich-fachlich auf die Wiese transferiert... hola olé olé !

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Avatar 13. windstorm 03. Februar 26, 15:48 Uhr

Was ein Menschenfänger

Dem würde ich alles abkaufen.
Wie er gesagt hat sein team würde heute noch vom Balkon springen. Wow. So eine positive Art.
Auch sein Spruch mit dem Ballbesitz. Er hat sowas von Recht.
Oder das zurücklassen seines alten Clubs.
Einfach alles. Er ist wirklich authentisch.

Ich wünsche mir wirklich das er es schafft.
Zweifel habe ich keine. Die hat er mir bereits mit der ersten pk genommen.

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Fallback Avatar 14. vex 03. Februar 26, 16:04 Uhr

Alter... Wie haben ein Disziplinproblem? Man hätte zu weite Leitplanken neben dem Platz gegeben, so dass sich das auch auf dem Spielfeld zeigte und eine "jeder rette sich zuerst" Mentalität Einzug erhielt?

Wie kann denn sowas passieren, das ist doch das einfachste was ein Coach einfordern und umsetzen kann?

Hört sich an, als ob Töpi komplett die Mannschaft verloren hatte - bzw. es schon ne Resignation ihn gegenüber gab was Ideen und Konzept anging. Würde auch erklären, dass die zweite Garde komplett unterging, und die Verteidiger im Strahl kotzen und sich gegenseitig angingen

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Fallback Avatar 15. mainhesse 03. Februar 26, 16:10 Uhr

Ich versuche gerade mir vorzustellen, wie Riera reagieren würde, wenn seine Spieler beim Auswärtsspiel einen Friseur ins Hotel bestellen würden.
Spätestens ab Bremen war Toppi erledigt.

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