Nach dem spektakulären 3:3 zum Auftakt gegen den BVB, geht es für die SGE nur vier Tage später mit dem nächsten Kracher weiter. Die Eintracht tritt zum Hinrundenabschluss beim VfB Stuttgart an, die am Samstag in Leverkusen mit 4:1 gewinnen konnten und alle ihre Tore vor der Pause erzielten. „Ich erwarte ein sehr umkämpftes und intensives Spiel“, blickt Dino Toppmöller voraus. „Stuttgart ist eine Mannschaft, die eine tolle fußballerische Klasse hat und das mit einer sehr guten Körperlichkeit paart. Sie sind gut im Pressing und aggressiv in der letzten Linie. Wir stimmen uns auf ein heißes Duell ein, in dem wir dagegenhalten müssen. Es wird auch ein Thema sein, zweite Bälle einzusammeln und dann unsere Nadelstiche nach vorn setzen zu können.“
Auch wenn das Spiel gegen Dortmund über weite Strecken sehr ordentlich und deutlich verbessert war, gibt es natürlich Dinge, die sich beim VfB ändern müssen. „Man kann in jedem Spiel etwas besser machen. Am Ende geht es in Stuttgart darum, erst mal körperlich dagegenzuhalten. Wir sind mit Stuttgart eine führende Mannschaft, was gewonnene Zweikämpfe betrifft. Es geht aber immer zunächst um die Basics. Das haben wir gegen Dortmund sehr gut gemacht, und dann kommst du auch auch automatisch ins Spiel.“
Frühe Gegentore häufen sich: „Es ist kräftezehrend“
Gegen den BVB kassierte die Eintracht bereits nach zehn Minuten das 0:1 und damit erneut einen frühen Gegentreffer. „Es ist immer wichtig, einen guten Start ins Spiel zu haben. Es ist schon kräftezehrend, wenn man ständig einem frühen Rückstand hinterherläuft“, stellt Toppmöller klar, der um die bislang schwache Defensive weiß: „Wir haben insgesamt einfach zu viele Gegentore bekommen. Wir müssen die Dinge konsequent zu Ende verteidigen. Da sollten wir die Dinge noch einmal mit der Mannschaft besprechen, dass wir vielleicht das erste Tor erzielen und nicht in Rückstand geraten.“
Zu dem frühen Gegentor kam dann der Ausgleich in der Nachspielzeit, nachdem die SGE selbst nach Ablauf der 90 Minuten das 3:2 erzielte. „Wenn man kurz vor Schluss führt, will man natürlich auch gewinnen. Deswegen sind wir natürlich nicht glücklich, dass wir hintenraus dann noch ein Gegentor bekommen.“ Toppmöller sieht das auch dem jungen Alter und teilweise Unerfahrenheit des Kaders geschuldet: „Es gehört zur Entwicklung dazu, dass wir noch schlauer und erfahrener werden müssen. Die ganze Situation startet mit einem Einwurf für uns. Wenn du den Einwurf ausführst, kannst du dir erst mal ein wenig Zeit lassen, bis der Schiedsrichter dich ermahnt. Es geht auch darum, Situationen für dich zu nutzen. Dann geht es mir auch auf den Keks, dass wir die Aktion nicht so verteidigen, wie wir es eigentlich verteidigen müssen. Trotzdem können wir viele positive Dinge aus dem Spiel mitnehmen.“
Doppelspitze mit Ebnoutalib und Kalimuendo?
Winterneuzugang Younes Ebnoutalib feierte gegen den BVB einen perfekten Einstand und erzielte den 2:2-Ausgleich bei seinem Debüt. Die Vorlage kam von Arnaud Kalimuendo, der erst am Mittwochabend verpflichtet wurde und von der Bank kam. „Er ist jetzt ein paar Tage bei uns und hat mit der Vorlage einen sehr guten Einstand gehabt. Er ist definitiv ein Kandidat für die Startelf“, erklärt Toppmöller. Unwahrscheinlich aber, dass er ohne Ebnoutalib in die Partie startet, wodurch eine Doppelspitze möglich ist.
„Es ist erfreulich, dass die beiden in der kurzen Zeit auf dem Feld sehr gut harmoniert haben. Auch von den Profilen her könnte es gut passen. Aber grundsätzlich ist es immer eine Möglichkeit, mit den beiden zu spielen.“ Durch die Verletzungen von Jonathan Burkardt und Mishy Batshuayi fehlen Toppmöller allerdings die Alternativen. „Natürlich ist dann aber auch die Frage, was man auf der Bank hat, um nachzulegen. Mit Ansgar Knauff und Jean-Matteo Bahoya haben wir aber zwei Spieler, die in der Doppelspitze agieren können.“
„Brauchen im Kollektiv eine gute Leistung“
Der VfB steht in der Tabelle drei Punkte vor der SGE und ist aktueller Pokalsieger. „Seitdem ich bei der Eintracht bin, haben wir mit Stuttgart ein besonderes Verhältnis“, erklärt Toppmöller und begründet: „Im ersten Jahr waren sie die Überraschungsmannschaft, im zweiten Jahr waren es wir. Wir fühlen schon, dass wir uns mit dem VfB auf Augenhöhe bewegen. Letztes Jahr haben wir beide Spiele gewonnen. Sie werden heiß auf uns sein. Ich freue mich auf ein gutes Fußballspiel, und auch morgen ist ein Sieg möglich.“
Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Stuttgarter ist Angelo Stiller, der auf der Sechs das Spiel kontrolliert und leitet. „Er ist ein super Spieler. Stuttgart macht in den letzten Jahren auf allen Ebenen eine tolle Arbeit. Sie haben eine sehr gute Mannschaft, einen sehr guten Trainer und machen sehr gute Transfers.“ Doch es ist nicht nur Stiller, auf den die SGE achten muss: „Wir können über mehrere Spieler sprechen, die wir kontrollieren müssen, egal ob Deniz Undav oder Maximilian Mittelstädt. Uns ist bewusst, dass wir im Kollektiv eine gute Leistung und Aktivität brauchen. Vor Stiller sollten wir aber gewarnt sein.“






4 Kommentare
🦅 Ebnoutalimuendo 🦅
Ich bin gespannt - ich mag keine Prognose wagen. Ich glaube nur es gibt entweder einen klaren Sieg oder Niederlage. Hoffe natürlich auf einen klaren Sieg damit der VfB nicht davon zieht.
"Wir sind mit Stuttgart eine führende Mannschaft, was gewonnene Zweikämpfe betrifft. "
Schön. Dino sucht sich wieder mal eine wunderbar klingende Statistik aus, um zu zeigen, wie toll wir sind.
Spätestens ein Blick auf diese Statistik (so wie sie Bundesliga.de verwendet) zeigt:
Sie sagt alleine betrachtet überhaupt gar nichts aus.
Auf Platz 1 dieser Statistik liegt aktuell der FC Augsburg.
Und auf Platz 18? Genau, der FC Bayern München. Stuttgart auf Platz 5 und Frankfurt auf Platz 4.
Vielleicht macht es ja mehr Sinn, die gewonnenen Zweikämpfe in Relation zu den gesamten Zweikämpfen zu betrachten?
Nimmt man diese Statistik (wie n-tv), dann stehen wir bspw. auf Platz 8 , Stuttgart auf Platz 4, Bayern auf Platz 5 und Augsburg auf Platz 10.
Wohl auch nicht sehr aussagekräftig.
Oder man macht es, wie Fussballtransfers.de und unterscheidet die Zweikämpfe noch mal in defensiv, offensiv, und jeweils sogar noch mal nach Boden und Luft .
Hier, zum Spaß, die gewonnenen Zweikämpfe defensiv.
Augsburg Platz 4, Bayern Platz 18, Stuttgart Platz 9 und unsere Eintracht auf Platz 10.
Ganz ehrlich: ich finde wir sind gegenüber Stuttgart alles andere als auf Augenhöhe ... außer (vielleicht, je nach Auswertung) bei den gewonnenen Zweikämpfen.
Und Dino hat es drauf ... zumindest bei den Statistiken. 😉
"Wir fühlen schon, dass wir uns mit dem VfB auf Augenhöhe bewegen."
Wenn der Trainer nach diesem Gefühl auch die taktische Aufstellung wählt, so nach dem Motto "offenes Visier" wie in Leipzig, nimmt das kein gutes Ende, glaube ich.
Unwahrscheinlichstes Ergebnis: Dreckiger 0:1 - Auswärtssieg von uns.
Aber ich lasse mich gern überraschen.
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