Kürzlich sagte Eintrachts Vorstandssprecher Axel Hellmann, man müsse zweigleisig für die kommende Saison planen. Gemeint ist, dass sich die Eintracht-Verantwortlichen bereits auf den Fall vorbereiten, dass sich die SGE in der aktuellen Spielzeit nicht für den internationalen Wettbewerb qualifiziert. Für die Entwicklung des Vereins wäre das ein schmerzhafter Ausgang, angesichts der aktuellen Situation aber kein undenkbares Szenario. Immerhin sind die Frankfurter aktuell nur Tabellenachter und gewannen im Jahr 2026 noch kein einziges Spiel. Sportvorstand Markus Krösche bekräftigte gegenüber der „Bild“-Zeitung nun aber die eigenen Saisonziele: „Wir werden unsere Saisonziele nicht aufgeben. Ich bin mir sicher, dass wir auch nächstes Jahr wieder international spielen.“
Nach dem Auftakt-Remis unter dem neuen Cheftrainer Albert Riera ist im Umfeld noch nicht die ganz große Euphorie ausgebrochen. In Berlin kam man gegen Union nicht über ein 1:1 hinaus. Wenngleich erste Ansätze zu erkennen waren, lief noch nicht alles so, wie sich Riera und seine neuen Chefs das wohl vorgestellt hatten. Verständlich, denn die Zeit mit dem neuen Coach war vor dem undankbaren Auswärtsspiel knapp bemessen. Spieler und Trainerteam hatten kaum Zeit, sich kennenzulernen und miteinander zu arbeiten. Klar ist auch, dass die Adler aus einer schwierigen Phase kommen. Das Selbstvertrauen der Mannschaft dürfte nach vielen Gegentoren (zweitmeiste in der Bundesliga) und der unter anderem daraus resultierenden Trennung von Dino Toppmöller nicht gerade groß sein.
„Lasse nicht zu, dass der Mannschaft die Qualität abgesprochen wird!“
Für Krösche auch ein Grund, obwohl er betonte, dass ein Großteil des Teams eben auch in der vergangenen Spielzeit schon da war und sich für die Champions League qualifizierte: „Natürlich kommen wir aus einer schwierigen Phase. Trotzdem ist es immer noch ein Team, das zu großen Teilen letztes Jahr Dritter wurde. Ich lasse es nicht zu, dass dieser Mannschaft jetzt die nötige Qualität und vor allem die Mentalität abgesprochen wird.“ Zwar konnte man das Frankfurter Team zu großen Teilen beisammenhalten, einige Positionen punktuell verstärken und einen größeren Umbruch vermeiden, aber: Mit Hugo Ekitiké, Kevin Trapp und Tuta verließen auch drei wichtige Spieler die Hessen vor der Saison.
Zudem hatten zuletzt Spieler, die schon länger in Frankfurt sind, immer wieder mit schwankenden Leistungen zu kämpfen – so etwa Robin Koch, Ellyes Skhiri oder Mario Götze. Hinzu kamen verletzungsbedingte Ausfälle wichtiger Akteure wie Rasmus Kristensen, Can Uzun oder Hugo Larsson. Auch ist immer mit Leistungsdellen bei der noch jungen Mannschaft zu rechnen. Ein Fakt, den die Verantwortlichen in der Vergangenheit nicht müde wurden zu betonen.
Noch 39 Punkte zu holen
Bei 13 verbleibenden Partien in der Liga sind allerdings noch 39 Punkte zu vergeben. Trainer und Mannschaft sind durch das Ausscheiden aus der Champions League nur noch einmal pro Woche in der Liga gefordert, haben also mehr Zeit zum Trainieren. Mit Jonathan Burkardt und Uzun werden zwei potenzielle Stammspieler wohl bald wieder zur Verfügung stehen. Heißt: Einiges ist noch möglich, auch wenn der Abstand auf den sechsten Tabellenplatz bereits acht Punkte beträgt. „Mir wird aktuell zu sehr so getan, als wäre diese Saison schon fast vorbei und wir würden hier nur noch etwas zu Ende spielen. Das ist fahrlässig und für mich nicht akzeptabel. Wir schenken diese Saison definitiv nicht ab. Davon sind wir und davon ist auch diese Mannschaft meilenweit entfernt“, zeigte sich Krösche kämpferisch, die Sieglos-Serie von neun Spielen endlich zu durchbrechen und die Saison am Ende erfolgreich zu beenden.
Womöglich könnte auch der siebte oder sogar achte Tabellenplatz zur Qualifikation für die internationalen Plätze reichen, auch wenn selbst die Qualifikation für die UEFA Conference League in Teilen des Umfelds wohl nicht als Erfolg gewertet werden würde. So oder so muss Riera möglichst schnell schaffen, die Serie zu brechen. Die nächste Chance auf einen Dreier bietet sich am kommenden Samstag gegen Borussia Mönchengladbach. So wird ausgerechnet das erste Heimspiel unter Riera ein besonders wichtiges. Wofür es dann in der Endabrechnung reicht, wird sich zeigen.






5 Kommentare
Im Regelfalls setzt ja dann eine Trendwende ein, wenn kaum einer mehr damit rechnet - in beide Richtungen.
Entweder haben wir uns "endgültig zu einem Spitzenteam gemausert" oder sind "mentalitäts-, leistungs- und spielermäßig am Boden". Wenn sich darin alle einig sind, ist der Druck raus, meist gepaart mit einem viel zu weiten Ausschlag weg von der tatsächlichen Leistungsfähigkeit, und dann wird es wieder.
Es bestehen also Chancen - auch wenn ich kaum dran glaube :)
Halten wir mal fest: wir können noch Deutscher Meister werden!
Ich bin froh, dass die Verantwortlichen nicht so pessimistisch in die Zukunft schauen, wie große Teile des Forums! 😂
Das wird schon werden, schließlich hat ja auch keiner von denen absichtlich oder gerne Misserfolg!
Nur was mir Sorgen macht - wir gehen in Führung und postwendend schießen wir einen Bock.
Und das unabhängig wer gerade Trainer ist und welcher Spieler den Bock schießt.
Ich bin da persönlich nicht so optimistisch. Ich hoffe das Riera ein glücklicheres Händchen bei den Aufstellungen hat...
Natürlich wünschen wir uns das alle.
Aber sorry, MK's Einschätzungen und Aktionen waren in dieser Saison nicht so prickelnd.
Selbst der achte Platz wird kein Selbstläufer, bei diesem Tabellenbild.
Gut, ab Samstag beginnt die Aufholjagd und wenn wir dann in eine Serie kommen, Kovac hat es letzte Saison vorgemacht. Also, gegen Gladbach ein Dreier und der erste Schritt wäre gemacht.
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