Robin Koch weiß, dass bei der Frankfurter Eintracht derzeit nicht alles rundläuft. Besonders die Defensive bereitete der SGE in den ersten Saisonwochen immer wieder Probleme. Als Kapitän und Abwehrchef steht der 30-Jährige dabei besonders im Fokus und musste sich zuletzt auch selbst Kritik gefallen lassen. In einer Fragerunde auf „Eintracht TV“ stellte sich Koch nun den Fragen der Fans und sprach dabei offen über die defensive Anfälligkeit, seine eigene Verantwortung und den Umgang mit schwierigen Phasen. Gleichzeitig gab der Innenverteidiger persönliche Einblicke, verriet, warum ihm Timothy Chandler besonders nahesteht, und erinnerte sich an seinen emotionalsten Moment im Eintracht-Trikot.
Die bisherige Saison verlief für Eintracht Frankfurt alles andere als reibungslos. Vor allem defensiv zeigte sich die Mannschaft immer wieder anfällig und kassierte Gegentore, die aus Sicht der Fans vermeidbar gewesen wären. Besonders das 3:3 gegen Union Berlin, als die SGE trotz einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung noch den Ausgleich hinnehmen musste, verdeutlichte die Schwierigkeiten. Auch Koch weiß, dass sich die Frankfurter in diesem Bereich dringend verbessern müssen. Dabei nimmt der Kapitän ausdrücklich sich selbst und seine Mitspieler in die Verantwortung. „Grundsätzlich muss man einfach sagen, und das müssen wir und ich als Kapitän uns ankreiden, dass wir defensiv schnellstmöglich stabiler werden müssen“, erklärte der Innenverteidiger.
Dabei gehe es keineswegs nur um die Leistungen der Abwehrspieler. Vielmehr müsse die gesamte Mannschaft wieder ein größeres Bewusstsein für die gemeinsame Defensivarbeit entwickeln. Koch fordert, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leistet und das Verteidigen des eigenen Tores wieder oberste Priorität genießt. „Wir müssen in der ganzen Mannschaft die Bereitschaft haben, unser Tor zuerst zu verteidigen, da alles reinzuschmeißen“, stellte der 30-Jährige klar. Für ihn selbst ergibt sich daraus ein eindeutiger Auftrag: „Für mich als Kapitän muss ich und will ich dann natürlich als Erstes vorangehen.“
Neue Spieler müssen sich noch finden
Eine Ursache für die bisherigen Schwierigkeiten sieht Koch auch in den zahlreichen personellen Veränderungen des vergangenen Sommers. Gerade in der Defensive hat sich das Gesicht der Eintracht deutlich verändert. Neue Spieler müssen integriert, Abläufe abgestimmt und Automatismen entwickelt werden. Dieser Prozess benötige zwar Zeit, dürfe allerdings keine dauerhafte Entschuldigung für die defensive Anfälligkeit sein. Entscheidend sei, dass die Mannschaft möglichst schnell zueinanderfinde.
„Wir haben natürlich ein paar neue Spieler, gerade defensiv ein paar neue Spieler, wo wir die Abläufe schnellstmöglich reinbekommen müssen“, sagte Koch. Dabei gehe es vor allem darum, wieder als geschlossene Einheit aufzutreten. Die Defensivarbeit dürfe nicht erst bei den Innenverteidigern beginnen, genauso wenig wie sich die Offensive ausschließlich auf die Angreifer verlassen könne. Koch fordert deshalb eine gemeinsame Herangehensweise: „Dann müssen wir, glaube ich, wieder die absolute Bereitschaft entwickeln, unser Tor zu verteidigen, alle zusammen, und dann genauso alle zusammen offensiv anzugreifen.“
Auch die Frage nach dem bevorzugten Spielsystem beschäftigt den Frankfurter Abwehrchef dabei offenbar weniger. Ob Adi Hütter seine Mannschaft mit einer Dreier- oder Viererkette auflaufen lässt, spielt für Koch persönlich keine entscheidende Rolle. „Für mich ist es tatsächlich relativ egal. Ich habe in meiner Karriere auch beides schon sehr oft gespielt“, erklärte er. Viel wichtiger sei, in welcher Formation sich die Mannschaft insgesamt am wohlsten fühle. Zudem müsse die taktische Ausrichtung immer auch auf den jeweiligen Gegner abgestimmt werden.
„Ich weiß selbst auch, dass es bei mir losgeht“
Die sportlichen Schwierigkeiten der Eintracht haben auch an Koch persönlich nicht spurlos vorbeigeführt. Der Kapitän stand zuletzt häufiger in der Kritik und musste sich Fragen zu seinen eigenen Leistungen gefallen lassen. Damit kann der erfahrene Innenverteidiger laut eigenen Angaben allerdings umgehen. Für ihn gehört es zur Verantwortung eines Führungsspielers, gerade in schwierigen Phasen besonders genau beobachtet zu werden. „Wenn der Verein, die Mannschaft in einer schwierigeren Phase ist, sind im Normalfall der Trainer und der Kapitän die Ersten, die dann die Kritik abbekommen“, sagte Koch.
Hier wolle er sich nicht über die Situation beklagen. Vielmehr betrachtet er sie als festen Bestandteil seiner Aufgabe. Wer die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führt, müsse auch dann Verantwortung übernehmen, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. „Für mich gehört es dazu, es ist ganz normal und ich gehe als Kapitän da auch voran und nehme die Kritik auf“, betonte er. Dabei zeigt sich Koch durchaus selbstkritisch. Er erwartet nicht nur von seinen Mitspielern eine Leistungssteigerung, sondern sieht vor allem sich selbst in der Pflicht. „Ich weiß selbst auch, dass es bei mir losgeht, dass wir bei mir anfangen müssen, die Stabilität wieder reinzubekommen, und ich muss es dann auch auf die Mannschaft übertragen.“
Dass die Kapitänsbinde zusätzliche Verantwortung mit sich bringt, ist Koch bewusst. Neben seiner Rolle als Abwehrchef ist er auf dem Platz auch Ansprechpartner für Mitspieler, Trainer und Schiedsrichter. Gerade bei einem Klub mit den Ansprüchen und der öffentlichen Aufmerksamkeit der Eintracht steht der Mannschaftsführer besonders im Mittelpunkt. „Ich glaube natürlich, als Kapitän und Abwehrchef ist der Druck nochmal ein bisschen höher als bei den anderen Spielern“, erklärte Koch. Für ihn ist das allerdings kein Grund, sich zurückzuziehen. Im Gegenteil: Der 30-Jährige sieht darin eine Aufgabe, die er bewusst angenommen hat.
„Ich freue mich sehr auf die Aufgabe und freue mich auch auf den Druck“, stellte er klar. Gleichzeitig wolle er seine Erfahrung nutzen, um den Druck von seinen Mitspielern möglichst fernzuhalten und ihnen gerade in schwierigen Situationen Sicherheit zu vermitteln. An seiner grundsätzlichen Freude über das Kapitänsamt hat sich ohnehin nichts geändert. Auch in dieser Saison führt Koch die Frankfurter Mannschaft wieder als Spielführer an: „Für mich ist es eine Riesenehre, auch in diesem Jahr wieder Kapitän für Eintracht zu sein. Und es ist immer wieder etwas Besonderes, mit der Binde auf dem Platz zu laufen.“
Eine wichtige Aufgabe als Führungsspieler sieht Koch darin, die Mannschaft nach Rückschlägen wieder aufzurichten. Dabei setzt der Innenverteidiger weniger auf große Reden als auf die tägliche Arbeit. Entscheidend sei, wie sich die Mannschaft nach einem enttäuschenden Ergebnis in der folgenden Trainingswoche präsentiert. Wer eine Niederlage zu lange mit sich herumtrage, laufe Gefahr, auch die Vorbereitung auf das nächste Spiel negativ zu beeinflussen.
Koch: „Ich glaube, es geht unter der Woche im Training los, dass wir in jeder Trainingseinheit alles reinwerfen und uns bestmöglich fürs Spiel vorbereiten.“ Die Mannschaft müsse aus ihren Fehlern lernen, anschließend aber wieder mit einer positiven Einstellung arbeiten. Genau diese Haltung versucht Koch auch selbst vorzuleben. Dass schwierige Phasen zum Fußball gehören, hat er im Laufe seiner Karriere längst erfahren. Einen Moment, in dem er ernsthaft ans Aufgeben gedacht habe, habe es für ihn allerdings nie gegeben. „Ich glaube, ganz normal ist es für jeden im Leben, dass man gute Zeiten hat, auch schlechte Zeiten gehören dazu“, erklärte der Frankfurter. Entscheidend sei, aus diesen Erfahrungen die richtigen Schlüsse zu ziehen und anschließend weiterzumachen. Auch mental findet Koch inzwischen seinen eigenen Weg, um mit den Anforderungen des Profifußballs umzugehen. Dabei helfen ihm vor allem die Menschen außerhalb des Sports: „Mir hilft es immer sehr, viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen, da ein bisschen abzuschalten, ein bisschen weg vom Fußball. Und das tut mir immer sehr, sehr gut.“
Chandler ist Kochs engster Vertrauter
Innerhalb der Mannschaft fühlt sich Koch ebenfalls ausgesprochen wohl. Trotz der vielen personellen Veränderungen und der unterschiedlichen Charaktere herrsche aus seiner Sicht ein gutes Verhältnis untereinander. Gerade die Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern empfindet der Kapitän als positiv. Auch abseits des Trainingsplatzes würden die Profis regelmäßig gemeinsam Zeit verbringen. „Wir haben in der Mannschaft echt super Jungs und eine super Truppe“, schwärmte Koch. Obwohl die Spieler aus unterschiedlichen Altersgruppen und mit verschiedenen Hintergründen zusammenkämen, funktioniere das Miteinander sehr gut.
Einen Mitspieler hob Koch dabei besonders hervor: Timothy Chandler. Mit dem langjährigen Eintracht-Profi verbindet ihn inzwischen mehr als nur die tägliche Zusammenarbeit auf dem Trainingsplatz: „Wenn ich jetzt einen rauspicken würde, mit dem ich viel zusammen bin, würde ich wahrscheinlich Timmy Chandler sagen, weil wir uns auch schon ein bisschen länger kennen.“
Dass Koch großen Wert auf den Zusammenhalt legt, zeigt sich auch im Umgang mit den jüngeren Spielern und Neuzugängen. Als Kapitän möchte er ihnen den Einstieg möglichst leicht machen. Ein Vereinswechsel bringe zwangsläufig Herausforderungen mit sich. Neue Mitspieler, ein neues Umfeld und teilweise auch eine andere Sprache könnten die Eingewöhnung erschweren. Umso wichtiger sei es, dass die etablierten Profis Verantwortung übernehmen: „Ich glaube, die ganze Mannschaft und ich natürlich auch als Kapitän haben da ein sehr gutes Auge drauf, dass wir die Jungs schnell integrieren, dass sie sich in der Mannschaft wohlfühlen und dann natürlich auch performen können.“
Galatasaray-Spiel bleibt unvergessen
Neben den aktuellen sportlichen Herausforderungen ging es in der Fragerunde auch um die schönsten Momente, die Koch bislang im Trikot der Eintracht erlebt hat. Dabei musste der Innenverteidiger nicht lange überlegen. Zwar sei es grundsätzlich immer wieder ein besonderes Gefühl, vor den eigenen Fans aufzulaufen und von der Frankfurter Kulisse empfangen zu werden. Eine Begegnung ist ihm allerdings besonders in Erinnerung geblieben. „Wenn ich eins rauspicken müsste, wäre es für mich mein erstes Champions-League-Spiel hier zu Hause gegen Galatasaray“, verriet Koch. Vor allem die Atmosphäre und das sportliche Ergebnis hätten diesen Abend für ihn unvergesslich gemacht: „Unglaubliche Stimmung und dann auch ein super Ergebnis.“
Auch der jüngste Auswärtssieg in Mainz zählt für den Kapitän zu den besonderen Erlebnissen. Nach der langen Wartezeit auf einen Erfolg beim Nachbarn sei der Sieg gerade für die Anhänger von großer Bedeutung gewesen. Das gemeinsame Feiern nach solchen Erfolgen gehört für Koch ohnehin zu den schönsten Seiten seines Berufs: „Dafür spielen wir dann alle Fußball, dass wir danach mit unseren Fans zusammen feiern.“ Einen Wunsch für ein weiteres besonderes Erlebnis hat der Verteidiger ebenfalls noch. Auf die Frage, in welchem ausländischen Stadion er gerne einmal mit der Eintracht auflaufen würde, nannte er die Anfield Road in Liverpool. Dort hat Koch bereits während seiner Zeit bei Leeds United gespielt. Mit den Frankfurtern noch einmal in diesem Stadion anzutreten, wäre für ihn dennoch etwas Besonderes.
„Zusammenhalt, Emotion, Leidenschaft“
Wie eng Koch sich inzwischen mit der Eintracht verbunden fühlt, wurde auch bei einer Frage deutlich, die auf den ersten Blick einfach klang: Mit welchen drei Worten würde er den Verein beschreiben? Seine Antwort: „Zusammenhalt, Emotion, Leidenschaft.“
Gerade der Zusammenhalt zwischen Fans, Mannschaft und dem gesamten Verein ist für Koch ein entscheidender Faktor. Er hebt dabei ausdrücklich nicht nur die Anhänger hervor, sondern auch die Zusammenarbeit innerhalb des Teams und mit den Mitarbeitern rund um die Profimannschaft. „Bei der Eintracht ist der Zusammenhalt zwischen Fans und Mannschaft, Verein, aber auch innerhalb der Mannschaft, Staff außenrum für mich etwas ganz Besonderes.“
Koch will mit Leistung vorangehen
So persönlich und teilweise humorvoll die Fragerunde auf „Eintracht TV“ auch ausfiel, die sportliche Verantwortung des SGE-Kapitäns blieb das bestimmende Thema. Koch weiß, dass die Eintracht nach dem durchwachsenen Saisonstart vor allem defensiv einen Schritt nach vorne machen muss. Dabei sucht der Kapitän weder Ausreden noch möchte er die Verantwortung allein bei seinen Nebenleuten abladen. Die vielen Veränderungen im Kader erklären zwar, warum manche Abläufe noch nicht funktionieren. Trotzdem erwartet Koch, dass die Mannschaft schnellstmöglich zu größerer Stabilität findet.
Seine Botschaft ist eindeutig: Die gesamte Mannschaft muss wieder konsequenter verteidigen, im Training die Grundlagen dafür schaffen und auch nach Rückschlägen geschlossen bleiben.
Für sich selbst formuliert Koch dabei den höchsten Anspruch. Als Kapitän möchte er nicht nur Forderungen an seine Mitspieler stellen, sondern vor allem durch eigene Leistungen vorangehen. Denn dass die defensive Stabilität bei ihm beginnen muss, daran lässt der Frankfurter Abwehrchef keinen Zweifel.






3 Kommentare
Das klingt gut und den Worten müssen am Wochenende Taten folgen. Ich finde es gut, dass er ganz klar anspricht was seine Rolle und Aufgabe ist. Ich finde ihn als Kapitän weiterhin gut. Er spielt regelmäßig, er ist jetzt länger bei der Eintracht als andere Stammspieler, er spricht Deutsch, er ist der erfahrendste in der Abwehr, er wirft sich immer voll rein und er hat bei allen Trainer als Stammspieler gespielt. Die Einordnung, dass er als Kapitän nach dem Trainer als erstes kritisiert wird und er mit diesem Druck klar kommt, ist eine sehr entscheidende Aussage. Ich hoffe, dass er sich im Laufe der Saison weiter stabilisiert und die restliche Abwehr mitnehmen kann.
....er ist der erfahrendste in der Abwehr
stimmt nicht, Chandler ist der erfahrenste :-)
Koch wird helfen das höchstwahrscheinlich mit der 3 er Kette verteidigt wird. Das scheint aktuell die dem verfügbaren Personal geschuldeten bevorzugte Herangehensweise zu sein.
Positiv bei Hütter - er schaut aufs Personal das zur Verfügung steht und lässt dann danach spielen. Die zwei Vorgänger Dino und Riera haben diesbezüglich aus meiner Sicht zu dogmatisch an ihrer Spielidee festgehalten...
Zum nächsten Spiel in Leipzig:
Kontra- in Leipzig , da haben wir zuletzt richtig schlecht ausgesehen
- Samstag Abend Spiel - wann haben wir zuletzt da gepunktet
Pro: Hoffnung stirbt zuletzt
es liegt meiner meinung nach nicht nur an der abwehr
das mittelfeld ist das große problem
keine ruhe da drinnen .meistens wird von der abwehr mit langen bällen das komplette mittelfeld überhaubt nicht mit ins spiel genommen
und wenn es dann mal doch passiert das im mittelfeld einer den ball hat gehts mit dem ballgeschiebe los abwehr mittelfeld und immer zurück ohne ideen
so viele tore können wir garnicht machen obwohl der sturm gut ist, wie wir ewig selber welche tore bekommen .sehe da schon von den neuen spielern einige die das in den griff bekommen können.nur last mir den mario öfters spielen,der hat ideen und auch die ruhe dafür das in den griff zu bekommen.ist nur meine meinung.. denke adi wird das schon richten die nächste zeit. hoffe mal auf ein unentschieden in leibzig,würde mir aber noch mehr gefallen da zu gewinnen
nur die SGE
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