Die letzten Tage waren aufregend in Frankfurt. Nach dem enttäsuchendem 3:3 in Bremen musste Trainer Dino Toppmöller seine Sachen packen und die SGE verlassen. Dennis Schmitt, Cheftrainer der U21, und der am Main viel geliebte Alexander Meier, Cheftrainer der U19, übernehmen interimsmäßig. Für die beiden startet die möglicherweise kurze Amtszeit mit einem Spiel in der Champions League bei Quaragab Agdam. „Wir haben die Zeit gestern und heute genutzt um zu arbeiten. Heute haben wir etwas länger gemacht, weil die Jungs wirklich sehr gut trainiert haben“, erklärt Schmitt, der vorübergehend Cheftrainer der Hessen ist.
Klar ist, dass das Duell mit Agdam gewinnen werden muss, um die kleine aber vorhandene Chance für das Weiterkommen in der Königsklasse am Leben zu halten. „Wir haben die kurze Zeit genutzt. Wenn ich den Jungs in die Gesichter schaue, freue ich mich extrem auf das Spiel, weil sie haben gelächelt und mir eine Überzeugung gezeigt. Meine Gefühle sind sehr positiv, weil wir mit einem gutem Gefühl nach Baku fahren“, motiviert Schmitt, der klarstellt, dass der gesamte Fokus auf Baku liegt. „Es gibt Dinge, die wir nicht mehr ändern können, aber wir können die Art und Weise ändern, wie wir auf dem Platz auftreten. Dass wir geschlossen und kompakt sind und aggressiv gegen den Ball arbeiten, weil wir Eintracht Frankfurt sind und eine extrem große Qualität haben. Wir werden nicht nach Baku fahren, um uns einschnüren zu lassen, sondern wir wollen aktiv und mutig spielen.“
Santos bleibt im Tor – „Sind total überzeugt“
Diese Saison hat es bereits drei Torwartwechsel gegeben. Zum Jahreswechsel hatte Kaua Santos wieder für Michael Zetterer übernommen. Schmitt stellt klar, dass das auch so bleibt: „Keine Frage, Santos wird spielen. Wir sind total überzeugt. Wir haben drei Torhüter auf die wir uns alle verlassen können.“ In Bremen musste Rasmus Kristensen das Feld vorzeitig verlassen, weil seine Nase blutig war. In Baku kann er aber zum Einsatz kommen: „Er hat etwas an der Nase, aber ihn wirft so schnell nichts aus der Bahn. Er steht zur Verfügung, wird mit einer Maske spielen und ein wichtiger Faktor für uns sein.“ Weitere Ausfälle gibt es nicht, abgesehen von den Bekannten. „Wir haben natürlich die Situation, dass die Winterneuzugänge nicht registriert werden können, deshalb wird da schon der ein oder andere fehlen. Ansonsten sind alle an Bord.“
Auch wenn Quarabag nicht der größte Name im europäischen Fußball ist, wird die SGE mit Respekt nach Aserbaidschan reisen: „Es ist Champions League und genau dieses Signal haben wir auch an die Mannschaft gegeben, da spielen eben die besten Mannschaften in Europa. Jede Mannschaft auf die du triffst hat Qualität. Wir treffen dort auf eine Mannschaft, die in hoher Regelmäßigkeit um die Meisterschaft mitspielt und einen langjährigen Trainer hat. Ihre Abläufe sind also gefestigt. Es werden viele Bälle hinter unsere Kette kommen und darauf müssen wir uns einstellen.“
Trainerwechsel ausnutzen und Defensive stabilisieren
Über Personalentscheidungen redet kein Trainer vor dem Spiel und gerade in dieser Situation sieht Schmitt einen Vorteil: „Dass Quaragab nicht genau weiß, was auf sie zukommt, wollen wir ausnutzen. Ich kann aber verraten, dass wir deutlich kompakter sein und deutlich kürzere Abstände zwischen den Mannschaftsteilen haben wollen. Unsere Pflicht ist es auch, unsere Innenverteidiger und Torhüter zu schützen und viel weniger in direkte Duelle zu gehen.“ Dabei sind aber nicht nur die Hinterleute gefragt, wie Schmitt deutlich macht: „Da geht es darum, dass unsere Sechser absichern, aber auch unsere Stürmer Druck auf den Ballführenden zu bekommen, weil wir Quaragab schon auch immer mal wieder stressen und Ballgewinne erzeugen wollen. Wichtig wird sein, aktiv gegen den Ball, aber auch mutig mit dem Ball zu sein.“
Dennoch wird die SGE auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten setzen, die besser sind als die der Mannschaft aus Baku: „Ich habe so viel Qualität im Training gesehen und dazu wollen wir die Jungs ermutigen, dass morgen auch zu zeigen.“ Motivation genug sollte sein, sich ein finales Spiel im heimischen Stadion erarbeiten zu können: „Wir haben eine riesen Chance uns ein Endspiel nächste Woche in Frankfurt zu erarbeiten und da brennen die Jungs drauf. So ein Finale in Frankfurt, das wisst ihr besser als ich, kann magisch werden und da haben wir mega Lust drauf.“
Trotz Fanverbot: „Stehen immer hinter uns“
Nach erneuten Vorfällen in Barcelona, ist es der SGE nicht erlaubt, Fans mit nach Baku zu nehmen. Für die Mannschaft ist das schade, wie Kapitän Robin Koch erklärt: „Jeder weiß, wie wichtig unsere Fans für uns sind. Gerade auswärts und international ist es immer besonders, vor unseren Fans zu spielen. Trotzdem ist es morgen so und wir wissen, dass unsere Fans immer hinter uns stehen, das war auch gegen Neapel so.“ Schmitt sieht das ganze ähnlich, nimmt aber seine Mannschaft in die Pflicht: „Ich bin ein Freund davon uns damit zu beschäftigen, was wir beeinflussen können. Das ist in aller erster Linie unsere Leistung und unser Auftreten. Aber wir gehen schwer davon aus, dass die ganze Stadt hinter uns steht und uns mit allem was sie haben, unterstützen wollen.“
In Baku wird die SGE unter neuem Trainerteam alles an den Tag legen, um die Chance in der Königsklasse am Leben zu halten. Schmitt geht das ganze selbstbewusst an: „Ich bin total überzeugt, dass wir morgen eine gute Leistung zeigen werden.“ Koch stellt außerdem klar: „Wir haben jetzt nicht die Zeit dafür nachzudenken. Wir haben wichtige Spiele vor uns, deswegen müssen wir schnellstmöglich was ändern, nach vorne schauen und Spiele gewinnen.“






6 Kommentare
Ich freue mich auf das Spiel. Vielleicht präsentiert es unseren neuen Trainer früher als erwartet.
Super sympathisch. Schmidt hat das in seiner ersten PK geschafft,was DT in drei Jahren nicht geschafft hat. Schmidt hat mich total angezündet. Hat was von Filip Kostic 😉. Hab gutes Gefühl für morgen . Im Abschluss Training hab ich Jessic nicht entdeckt .
Jessic Ngankam ist auch nicht im Kader. Dafür aber Alexander Staff.
Laut Adler-Ticker.
Ich bin beeindruckt. Dafür, dass man nach zwei Trainingstagen mit der Mannschaft eigentlich noch gar nichts sagen kann, hat Dennis Schmidt sehr viel Aussagekraft und vor allem Ausstrahlung gezeigt.
Fand die PK allerdings reporterseitig schwach. Statt dauernd Koch mit Fragen nach dem "Warum?" und "Wie?"zu quälen wären nun eher mal nicht kritische, positive Fragen angebracht gewesen. Was erwartet man denn da als Antwort? Koch ist nicht der Typ, der sich vor der Kamera hinstellt und eigene Fehler eingesteht. Aus meiner Sicht ist das auch eines seiner Mankos als Kapitän. Das wäre unter dem neuen Trainer für mich auch eine Stellschraube, an der zu drehen wäre.
Klar, Bremen ist erst vier Tage her, die Entlassung Dinos zwei Tage und die PK von Markus Krösche einen Tag. Alles noch sehr frisch.
Trotzdem, die Fragenkultur der Frankfurter Jounalisten auf unseren PK nehme ich eher als unkreativ wahr. Unter Toppmöller fand ich sie wie schon oft gesagt, viel zu unkritisch.
Was mir noch aufgefallen ist. Unter Toppmöller wurde vielerseits bemängelt, dass er die Gegner stark redet. Dem würde ich mich anschließen.
Allerdings frage ich mich auch, warum auf unseren PK jedesmal eine solche Frage kommt. Ist das bei anderen Vereinen auch so?
Letzte Minute der PK, ich zitiere:
"Es ist für jeden Spieler gut, wenn er einen klaren Plan hat und ganz genau weiß was seine Aufgabe auf dem Platz ist. Das war jetzt auch unser Ansatz. Jeder Spieler muss wissen, was ist meine Aufgabe gegen den Ball und auch mit Ball. Das haben wir angesprochen, sehr sehr intensiv in dieser kurzen Zeit. So ist auch mein genereller Ansatz."
Das vervollständigt das Bild dass MK gestern skizziert hat ("verkeilt").
Viel Glück!!! 💪🏻⚽️
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