Zum Inhalt Zum Hauptmenü

"Johnny" Burkardt kann wieder grinsen: Der Stürmer steht vor seinem Comeback. Foto: IMAGO / Schüler

Burkardt definiert seine Aufgabe unter Riera: „Die Vollendung der Angriffe“

Es war der 26. November des vergangenen Jahres, als die Frankfurter Eintracht sang- und klanglos mit 0:3 gegen Atalanta Bergamo in der Champions League verlor. Womöglich noch viel bitterer als die Niederlage war allerdings, dass sich Toptorjäger Jonathan „Johnny“ Burkardt schwer an der Wade verletzte und daraufhin monatelang ausfiel. Er war bis dahin eine Art Lebensversicherung der Eintracht gewesen. In seinen ersten 17 Spielen im SGE-Trikot erzielte der Neuzugang 11 Tore und einen Assist – beeindruckende Zahlen für eine neue Karrierestation. Jetzt, etwa drei Monate später steht der Mittelstürmer vor seinem Comeback. Auf der vereinseigenen Homepage der Eintracht äußerte er sich zu seiner Leidenszeit.

Sein schnelles Fußfassen bei der Frankfurter Eintracht sei  für ihn keine Selbstständigkeit gewesen, sondern auch harte Arbeit, so Burkardt: „Es hat zwei, drei Spiele gedauert, dann war ich top integriert. Ich hatte es in diesem Umfeld leicht, in die Abläufe zu kommen und mich in der Gruppe zurechtzufinden. Ich selbst war von Anfang an offen für alles. Deswegen gehören für mich immer mehrere Seiten dazu, die gute Arbeit leisten müssen: Verein, Mannschaft, Trainerteam und nicht zuletzt ich als Neuzugang.“ Doch die Verletzung sollte dann einen Schatten über die so positiven Wochen zuvor werfen. Die Ausfalldauer sei direkt nach der Verletzung klar gewesen. Somit auch der Reha-Plan des Stürmers. „Das bedeutet für mich, viel alleine im Kraftraum arbeiten zu müssen. Hinzu kamen die dunkle Jahreszeit und dass in der Bundesliga und Champions League die Ergebnisse ausgeblieben sind.“ Keine Einfache Zeit für den 25-Jährigen.

Keine leichte Zeit während der Reha

„Ich hatte Zeit, um mich individuell weiterzuentwickeln. Zum einen konnte ich viel für mich im physischen Bereich arbeiten. Zum anderen hatte ich viel Zeit, um Torabschlüsse zu üben. Insgesamt lerne ich in jeder Phase; sei es über mich selbst oder über die Strukturen bei Eintracht Frankfurt„, so Burkardt mit dem Blick auf die positiven Seiten seiner Ausfallzeit. Dass die Eintracht sportlich einbrach habe ihm natürlich zugesetzt, vor allem, weil er selbst keinen Einfluss darauf nehmen konnte – zumindest nicht auf dem Rasen: „In den vergangenen Wochen konnte ich wieder mehr Einfluss nehmen, weil ich näher an der Mannschaft und zurück im Teamtraining war. Zu Beginn ist man wie gesagt eher viel allein. Trotzdem habe ich versucht, zu unterstützen, wo ich konnte. Beispielweise bin ich immer wieder zu Auswärtsspielen mitgekommen und war Teil der Kabine. Aber all das steht in keinem Verhältnis zu den Einflussmöglichkeiten auf dem Platz.“

In sportlicher Abwesenheit wurde „Johnny“ die große Ehre zuteil, dass er zu einem der fünf Kapitäne gewählt wurde, die etabliert wurden. „Das war wirklich schön und hat mich echt glücklich gemacht, weil diese Entscheidung aus der Mannschaft herauskam und sie entschieden hat, mich gerne bei den Kapitänen dabei haben zu wollen. Die Wahl war für mich ein Stück weit eine positive Resonanz auf das, wie ich mich präsentiert habe und wie ich mit den Kollegen interagiere.“ Dennoch sei es keine große Veränderung. Vorher sei mit den anderen gewählten Spielern Teil des Mannschaftsrates gewesen, jetzt eben einer von fünf Kapitänen.

Rieras klare Vorstellungen, wie Burkardt zu spielen hat

Im letzten Bundesligaheimspiel gegen Borussia Mönchengladbach musste unverhofft Mo Dahoud als „falsche Neun“ Spielen. Auch für Burkardt eine Überraschung, wie er zugab. Trotzdem sei das Spielsystem um die falsche Neun herum sehr interessant für ihn und durchaus auch eine Option für das eigene Spiel: „Ich würde auch Arnaud Kalimuendo oder mir zutrauen, wie eine falsche Neun zu spielen. Das sind zwei gute Varianten für uns, die aber nicht grundverschieden sind.“ Generell zeigte sich der Spieler angetan vom neuen Übungsleiter Albert Riera: „Der Trainer hat sehr konkrete Vorstellungen, was ich als sehr positiv wahrnehme. Er definiert für jede Position klare Rollen und Aufgaben. Für Neuner wie mich geht es viel darum, die gegnerische Kette zu binden, um Platz zu schaffen für unsere zentralen Mittelfeldspieler und mich dann im richtigen Moment von meinem Gegenspieler zu lösen. Dazu gehört, viele Tiefenläufe anzubieten, um Bälle zu sichern oder am besten selbst zum Abschluss zu kommen. Die Vollendung der Angriffe habe ich als meine Hauptaufgabe verstanden.“

Auch wenn sein Comeback gegen den FC Bayern München relativ undankbar ist, so sei die Lage nicht aussichtslos, legt Burkardt dar. „Es mag komisch klingen, aber das Rezept ist in der Theorie relativ simpel. Oder anders ausgedrückt: Es ist sehr eindeutig, was zu tun ist, um die Bayern zu schlagen; defensiv extrem kompakt stehen, effizient sein im Umschalten. Du bekommst in München nicht viele Chancen. Die, die du hast, musst du verwerten. Wenn du das nicht machst, hast du keine Chance.“ Die Eintracht bräuchte einen perfekten Tag – vielleicht sogar mit einem persönlichen Torerfolg? Der Eintracht und ihm wäre es zu wünschen.

2 Kommentare

Fallback Avatar 1. Block17 19. Februar 26, 16:50 Uhr

"Wir müssen defensiv extrem kompakt stehen"
Das haben schon einige versucht, das Problem ist aber, man kann
noch so viele Ketten aufbauen, in der Regel finden die Bayern
die Lücken, besonders wenn die Kraft nachlässt.
Ihre Arbeit ohne Ball schafft eben immer wieder die eine perfekte
Situation zum Tor.
Die beste Chance wäre eins gegen eins über den ganzen Platz zu
spielen, aber da gibt es zwei Probleme;
Viele Bayern sind sehr schnell und das Team ist konditionell
offensichtlich überlegen.
Ich bin sehr gespannt, was Riera plant, leider hat er nicht die volle
Kapelle zur Verfügung.

4
Avatar 2. 1899international 19. Februar 26, 18:11 Uhr

Danke für diesen schön geschriebenen und positiven Bericht.

Das was, und vor allem wie, Burkardt über Riera spricht, erinnert mich an den Merowinger in Matrix Reloaded ...
"Wo andere Risiken sehen, sehe ich Chancen." "Wo andere Probleme sehen, sehe ich Lösungen." (frei zitiert).

Danke, Señor Riera, Dank Dir dürfen wir wieder träumen. 🖤🤍❤️

1

Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.