Ein intensiver Schlagabtausch, viele Zweikämpfe und wenig Raum für Glanzmomente: Das 1:1 gegen Union Berlin fühlte sich wie ein Spiegelbild der aktuellen Eintracht an. Frankfurt war bemüht, kämpferisch präsent und phasenweise spielbestimmend, gerade in Hälfte eins mit extrem hohen Ballbesitz, verpasste es jedoch, aus der Überlegenheit klare Vorteile zu ziehen. Abermals währte eine Führung der SGE nur kurz, denn ein absolut unnötiges Foul im Strafraum sorgte anschließend für den verwandelten Strafstoß und den Platzverweis für Oscar Hojlund.
Spannung herrschte im Vorfeld, welche erste Startelf Chefcoach Albert Riera ins Rennen schickt. Er entschied sich nur für zwei Wechsel: Fares Chaibi und Hojlund standen für Aurele Amenda und den gesperrten Ellyes Skhiri in der Startelf. Für Jonathan Burkardt reichte es noch nicht für einen Kaderplatz.
An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen Union Berlin der elf zensierten Spieler den Wert 3,64. Die Leistungen innerhalb einer Kategorie sind von oben nach unten zu bewerten. Der erste Spieler einer Kategorie hatte das beste Gesamtergebnis, der letzte Spieler das Schlechteste innerhalb der Kategorie.
Die Einzelnoten der über 570 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:
Nathaniel Brown: Hatte defensiv nicht so viel zu tun und agierte über weite Strecken solide, ohne ganz fehlerfrei zu bleiben. Im Eins-gegen-eins meist aufmerksam, nach vorne jedoch mit begrenztem Impact. Beim Tor fasste er sich aber trotzdem mutig sein Herz und hielt drauf. Leider reichte es nicht zum Sieg, da es wieder postwendend das Gegentor gab. Im Spielverlauf dann auch deutlich mehr im Zentrum zu finden als auf dem Flügeln. Vielleicht seine neue Position?
Arthur Theate: Der Belgier zeigte sich robust in den Zweikämpfen und räumte im Strafraum konsequent auf. In der Luft stark und mit guter Antizipation, auch wenn die Abstimmung in der Kette nicht immer perfekt war. Einer der stabileren Defensivakteure.
Rasmus Kristensen: Kämpferisch präsent und mit viel Laufarbeit, jedoch mit Schwankungen in der Defensive. Offensiv schaltete er sich ein, blieb im letzten Drittel aber zu ungenau. Seine Seite war nicht immer dicht, dennoch mit hohem Einsatz. Zudem Mr. Einwurf – hoch und lang in den Strafraum. Leider kam dabei nichts Zählbares herum.
Robin Koch: Organisierte die Defensive, gewann wichtige Zweikämpfe und klärte mehrfach resolut. Im Aufbau mit ruhigen Pässen, ohne großes Risiko. Führungsstark und mit solider Leistung, auch wenn nicht alles sauber blieb. Vor allem sein böser Patzer blieb da in Erinnerung. Wäre wieder ein klassischer Fall von Gegentor durch individuellem Fehler gewesen.
Arnaud Kalimuendo: War viel in Bewegung und suchte die Tiefe, bekam jedoch zu wenig verwertbare Bälle. Im Abschluss fehlte die letzte Entschlossenheit, im Kombinationsspiel teils abgekoppelt. Bemüht, aber ohne prägenden Moment.
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Hugo Larsson: Arbeitete viel im Zentrum und versuchte, das Spiel zu strukturieren. Gegen das aggressive Union-Mittelfeld nicht immer mit klaren Lösungen, teilweise mit Ballverlusten unter Druck. Ihm war deutlich anzumerken, dass „dont‘ play back“ wirklich im Kopf angekommen ist.
Oscar Hojlund: Über weite Strecken ein solider Arbeiterauftritt ohne große Offensiv-Impulse. Dann kam aber sein absolut unnötiges Foul im Strafraum hinzu, dass einen fälligen Elfmeter zur Folge hatte und ihm den Platzverweis einhandelte. Bitterer Tag für den Dänen.
Mario Götze: Etwas mutiger unterwegs als zuletzt. Trotzdem mit spürbar zu wenig Impulsen für die Offensive. Auch, wenn hier und da immer sein feines Füßchen aufblitzt. Auf Strecke ist das dieses Jahr immer noch unter seinen Möglichkeiten und deutlich zu wenig.
Fares Chaibi: Auf dem Flügel wieder mehr oder weniger verschenkt. Kam überhaupt nicht in die Partie. Auch defensiv leider hier und da zu löchrig.
Ritsu Doan: Bleibt weiter ein großes Sorgenkind. Scheint in einem richtigen Loch zu hängen und sollte vielleicht wirklich eine längere Pause bekommen. Mit Ayoube Amaimouni steht jemand in den Startlöchern.
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Kaua Santos: Einen der schlechtesten Elfmeter der letzten Zeit nicht zu halten, ist schon ein Kunststück. Passt aktuell zur Gesamtsituation bei ihm. Bleibt weiterhin sehr fahrig und strahlt überhaupt keine Sicherheit aus.






2 Kommentare
Mit dieser Bewertung gehe ich mit.
Jetzt nur nicht ausruhen da es etwas "besser" wurde.
Defensive ist stabil und jetzt in der Offensive Lösungen finden.
Mit der 4,5 für das gesamte Spiel kommt Santos meiner Meinung nach viel zu schlecht weg, insbesondere im Vergleich zu den Mitspielern, die auch noch ihre Unsicherheiten hatten. Genauso wie die 4,0 für Oscar. Da haben einige Leute wohl direkt nach dem Spiel im Frust benotet.
Der Text "Einen der schlechtesten Elfmeter der letzten Zeit nicht zu halten, ist schon ein Kunststück. Passt aktuell zur Gesamtsituation bei ihm. Bleibt weiterhin sehr fahrig und strahlt überhaupt keine Sicherheit aus." ist schlichtweg unfair. Da kann man auch nicht die kurzfristige Emotion nach dem Spiel als Begründung annehmen, denn der Text ist ja wohl deutlich später geschrieben worden.
Ich zitiere mal alternativ aus dem letzten Thread Adler Tony Yutani:
"Und Kaua Santos kann man viele Unsicherheiten etc. vorwerfen, aber ihm den Elfer als klaren Fehler anzukreiden ist doch Quatsch. Jeder der mal wirklich im Tor gespielt hat, kennt genau diesen Ball.
Den kannst du mit keinem Körperteil halten, wenn du erstmal in der Luft in Richtung Ecke bist."
Oder aus dem gleichen Thread Adler zueri Adler:
"Ich bin aktuell überhaupt nicht von Kaua's Leistungen überzeugt. Ebenso stimme ich zu, dass der Elfer schwach geschossen und somit haltbar war. In nur einem Punkt stimme ich der, ansonsten super, Analyse von Florian nicht zu. Ich finde nicht, dass Kaua diesen Ball auf Bundesliga-Niveau eigentlich halten muss und bin der gleichen Meinung wie #5 Tony Yutani. Zudem sah Kaua auch nur deswegen unglücklich aus, weil er auf die richtige Seite sprang. Was wäre denn gewesen, wenn Kaua auf die andere Seite nach links gesprungen wäre? Dann hätte er erst gar nicht unglücklich ausgesehen, und die ganze Diskussion hätte keine Basis mehr."
Ich habe echt den Eindruck, dass sich manche Leute immer mehr auf Santos einschießen.
Stellt Euch mal vor, er würde das lesen, was da so geschrieben wird. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass ein junger Mensch davon unberührt bleiben würde.
Wollen wir unseren Torwart wirklich sicherer sehen? Dann braucht er unsere Unterstützung.
Ich bin so dankbar, dass im letzten Thread einige sich dagegen gewehrt haben und das gerade gerückt, beziehungsweise differenziert geschrieben haben.
Es geht mir nicht darum, etwas schön zu reden. Ich bin selbst auch noch nicht zufrieden mit seiner Leistung. Aber wie manche auf ihn draufhauen (a la ... ein Kreisligatorwart hätte den gehalten), das geht zu weit.
Ich gehe davon aus, dass Santos auch nicht zufrieden ist.
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