Bis zur Einstellung des neuen Cheftrainers Albert Riera stellte die Defensive ein deutliches Problem für die Frankfurter Eintracht dar. Allein im vergangenen Januar kassierte die Mannschaft in fünf Bundesliga-Partien 15 Gegentore. Wenn eine Hintermannschaft so verunsichert ist, dann herrscht nicht einmal bei einer Führung Ruhe. So wundert es nicht, dass die SGE in dieser Saison bereits 14 Punkte nach eigener Führung verspielte.
In insgesamt sechs Spielen verlor Eintracht Frankfurt noch Punkte, obwohl zuvor der Führungstreffer gelang. Viermal rettete das Team dann mit einem Unentschieden wenigstens noch einen Punkt. Zwei Spiele gingen im Anschluss verloren. Besonders bitter war das Auswärtsspiel am 17. Spieltag beim VfB Stuttgart. Nach dem 1:0 (5.) von Rasmus Kristensen erzielten die Stuttgarter zwei Tore. Obwohl Ayoube Amaimouni-Echghouyab in der 80. Spielminute ausgleichen konnte, verlor die Eintracht das Spiel durch den Siegtreffer (87.) von Nikolas Nartey am Ende dennoch.
SGE verspielte von Spieltag 16 bis 19 zehn Punkte
Das Ergebnis in Stuttgart fühlte sich vor allem frustrierend an, weil die SGE nur einen Spieltag zuvor ebenfalls eine Führung verspielte. Im Deutsche Bank Park kassierte die Mannschaft gegen Borussia Dortmund den Ausgleichstreffer zum 3:3 in der Nachspielzeit. Ein Unentschieden, das sich wie eine Niederlage anfühlte. Zu der Zeit war das Thema Führungstreffer für die Frankfurter sowieso wie verhext. Nach den verspielten Punkten am 17. und 18. Spieltag führte die Mannschaft von Ex-Cheftrainer Dino Toppmöller in Bremen gleich zweimal. Am Ende reichte der Auftritt dennoch lediglich für ein glückliches Remis (3:3) an der Weser. Toppmöller wurde daraufhin freigestellt.
Auch die folgende Partie gegen die TSG Hoffenheim, und damit das Bundesliga-Debüt des Interimsduos aus Dennis Schmitt und Alexander Meier, ging nach 1:0-Führung mit 1:3 verloren. Außerdem spielte Eintracht Frankfurt am 7. Spieltag nach Führung in Freiburg noch unentschieden (2:2). Auch Riera traf in seinem Debüt auf dieses Problem. Vier Minuten nach Nene Browns Treffer (84.) verwandelte Union Berlins Leopold Querfeld zum Endergebnis von 1:1. Damit verspielten nur vier Bundesliga-Teams mehr Punkte nach Führungen, als die Eintracht.
So viele Punkte verspielten die Bundesliga-Klubs:
- VfL Wolfsburg – Verspielte Punkte: 23
- RB Leipzig – Verspielte Punkte: 18
- 1. FC Köln – Verspielte Punkte: 18
- FSV Mainz 05 – Verspielte Punkte: 16
- Eintracht Frankfurt – Verspielte Punkte: 14
- Borussia Dortmund – Verspielte Punkte: 13
- FC Augsburg – Verspielte Punkte: 12
- 1. FC Heidenheim – Verspielte Punkte: 11
- SC Freiburg – Verspielte Punkte: 1o
- Hamburger SV – Verspielte Punkte: 10
- Werder Bremen – Verspielte Punkte: 9
- Union Berlin – Verspielte Punkte: 8
- Bayer 04 Leverkusen – Verspielte Punkte: 7
- FC Bayern München – Verspielte Punkte: 7
- VfB Stuttgart – Verspielte Punkte: 7
- FC St. Pauli – Verspielte Punkte: 6
- TSG Hoffenheim – Verspielte Punkte: 4
- Borussia Mönchengladbach – Verspielte Punkte: 4
Albert Riera stabilisierte Eintracht-Defensive
Riera gelang es, die defensive Instabilität aus dem Januar zu bändigen. Bis auf das Elfmeter-Tor bei Union Berlin nach sinnlosem Foul des 21-jährigen Oscar Højlund, kassierte die Mannschaft seither nur gegen den FC Bayern München (2:3) Gegentore. Dabei fiel lediglich das 0:3 aus dem laufenden Spiel heraus. Die ersten beiden Gegentore kassierte Eintracht Frankfurt nach Eckbällen. Bei den Partien gegen Borussia Mönchengladbach (3:0) und den SC Freiburg (2:0) konnte die Mannschaft die Null halten. Augenscheinlich veränderte diese neu gefundene Stabilität auch das Selbstverständnis nach Führungen. Am Sonntagnachmittag gilt es, das beim FC St. Pauli weiter zu bestätigen.




Keine Kommentare
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.