Die Eintracht feiert den Sieg gegen den FC Arsenal London mit ihren mitgereisten Fans, die es trotz UEFA-Sperre ins Stadion geschafft haben. (Bild: imago images / HMB-Media)

Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge ging es für die Eintracht in der Europa-League zum schweren Auswärtsspiel nach London. Ausgerechnet gegen den FC Arsenal London waren die Hessen aufgrund der Last-Minute-Niederlage in Lüttich nun schon zum Punkten verdammt. Während die Verunsicherung in der ersten Halbzeit noch deutlich spürbar war, verwandelte SGE-Trainer Adi Hütter seine Mannschaft in der Halbzeit mit zwei Umstellungen wieder zurück in die Mannschaft, die schon einigen Teams in Europa das Fürchten gelehrt hat. Am Ende war es auch noch der in dieser Saison oftmals so glücklos agierende Daichi Kamada, der die Partie drehte. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer noch einmal analysiert:

Ängstlich, mutlos und ohne Ideen
Neben der gespenstischen Atmosphäre im Emirates Stadium, dass ohne Eintracht-Fans beängstigend still war, war es auch die Leistung der Frankfurter, die zunächst nichts Gutes ahnen ließ. Die Hessen kamen überhaupt nicht in die Partie, verloren die Bälle viel zu schnell und konnten den Ball so gut wie nie vorne festmachen. Auch wenn es nicht an Einstellung, Kampfgeist und Einsatz mangelte, bekamen die Adlerträger schlichtweg keinen Zugriff auf das Spiel. Die beiden Stürmer Goncalo Pacienca und André Silva konnten überhaupt nicht in Szene gesetzt werden und insbesondere im Mittelfeld wurden die Bälle ein ums andere Mal leichtfertig hergegeben. Die Eintracht versuchte zurück zu ihrem überfallartigen Pressing-Spiel zu kehren, aber die Versuche des Pressings verpufften, weil man immer zu spät kam und die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen viel zu groß waren. Gleichzeitig hatte man in der Defensive große Probleme die schnellen Angreifer von Arsenal in den Griff zu bekommen. Insbesondere über die Außenbahnen war man enorm anfällig und es war einzig und allein dem stark parierendem Frederik Rönnow zu verdanken, dass die Partie nicht schon in den ersten 45 Minuten entschieden wurde. Immer wieder sorgten kapitale Aussetzer wie der von Danny da Costa nach einer Ecke, als er direkt in den Fuß des Londoner Angreifers köpfte, für Großchancen von Arsenal. Rönnow verhinderte in dieser Phase Schlimmeres und hätte auch beinahe das Führungstor durch Pierre-Emerick Aubameyang noch parieren können. Die Verunsicherung, die sich aufgrund der zuletzt schlechten Ergebnisse sichtbar eingeschlichen hatte, wurde durch Glück und Rönnow nur mit einem 0:1-Rückstand zur Pause bestraft.

Umstellungen bringen die Wende
Nach der desolaten ersten Hälfte blieben viele Fragen offen und es war kaum vorstellbar, dass die Hessen gegen den großen FC Arsenal London noch die Wende schaffen könnten. SGE-Coach Adi Hütter hatte die Partie gut gelesen und in der Halbzeit genau richtig reagiert. Er wechselte Dominik Kohr für Gelson Fernandes ein und brachte Mijat Gacinovic für den kaum sichtbaren Silva. Durch diese beiden Wechsel wurde Djibril Sow, der ebenfalls eine ganz schwache erste Halbzeit spielte etwas zurückbeordert und vor ihm agierten nun Daichi Kamada und Mijat Gacinovic hinter der einzigen Spitze Pacienca. Hütters Wechsel hatten vor allem den Zweck das Mittelfeld zu verstärken und dadurch endlich Zugriff auf die Partie zu bekommen. Kohr brachte viel Ruhe und Kontrolle herein und war gleichzeitig sofort präsent in den Zweikämpfen. Mit Gacinovic als Abfangjäger begann das Pressing erstmals zu funktionieren und die Mannschaft spürte plötzlich, dass die Gunners ebenfalls verwundbar waren. Mit der neuen Zusammenstellung des Mittelfelds blühte plötzlich sowohl Sow, als auch Pacienca auf, denn die SGE bekam viel mehr Ballkontrolle und konnte die Bälle fortan auch in den eigenen Reihen halten. Durch die deutlich höhere spielerische Qualität im Mittelfeld konnte der Schweizer plötzlich die gewünschten Akzente setzen und initiierte immer wieder gefährliche Angriffe. Durch den steigenden Ballbesitz konnte man nun auch erstmals richtig Druck aufbauen und man hatte endlich Zugriff auf den Gegner. Dieser zunehmende Druck sorgte dann auch dafür, dass der Glaube an sich selbst und ein mögliches Comeback zurückkehrte und mit diesem steigendem Selbstbewusstsein wurden die Aktionen in der Offensive immer besser und zielstrebiger. Dass es am Ende ausgerechnet Kamada war, der mit seinem Traumtor vom Sechzehner den Ausgleich erzielte und anschließend nach einer Ecke noch den Siegtreffer, war eine ebenso besondere Geschichte. Der Japaner deutet bereits die gesamte Spielzeit an, welch ein riesen Potential in ihm steckt, aber leider fehlte ihm bisher im Abschluss immer das nötige Glück und auch die letzte Konsequenz. Diese beiden so wichtigen Treffer im Emirates Stadium werden ihm hoffentlich Auftrieb geben und der Knoten sollte endlich geplatzt sein.

Eine Taktik für die Zukunft?
Die Eintracht ist nach dem Erfolg gegen Arsenal zurück in der Erfolgsspur und hat nun in der Gruppe alle Trümpfe in der eigenen Hand. Mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel sind die Hessen sicher weiter und die Ausgangssituation hat sich deutlich verbessert. Die Umstellungen in der Halbzeit sollten auch ein Fingerzeig für Hütter sein. Das spielerisch stärkere Mittelfeld mit Kohr und Gacinovic und womöglich auch die Option nur mit einem Stürmer zu spielen, um das Mittelfeld zu verdichten, könnte zukünftig eine Lösung sein. Insbesondere dann, wenn man wie in London keinen Zugriff auf das Spiel hat und die beiden Stürmer nur in der Luft hängen. Insbesondere die beiden Einwechselspieler sollten einen großen Schritt in Richtung Startelf gemacht haben, da sie letztendlich die Wende brachten. Nun zählt es auch in der Bundesliga wieder zu punkten, auch wenn mit Mainz 05 und Hertha BSC nun zwei eher weniger spektakuläre Gegner kommen, die der SGE in der Regel nicht so liegen. Es wird spannend werden, ob die Diva vom Main ihr typisches Gesicht zeigt oder im Jahresendspurt tabellarisch noch einmal einen guten Schritt nach vorne machen kann.

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5 Kommentare

  1. Danke Laura. Wieder spitz und treffend auf den Punkt formuliert. Ich war überrascht, wie die Adler die Lethargie des Wolfsburg Spiels direkt mit nach London mitgenommen hatten. Die Unsicherheit drückte sich in katastrophalen Pässen und unterirdischen Ballannahmen aus. Die beiden Spitzen waren quasi wie Fremdkörper da vorne verloren und hatten keinerlei Bindung zum Spiel. Die Umstellung in HZ 2 war tatsächlich perfekt. Und Gaci und Kohr haben beide auch einen Sahnetag erwischt. So – möchte ich Gacinovic immer sehen. Er ist ein Kämpfer, Läufer, Beisser und Renner. Ein Abschliesser ist er allerdings leider nicht. Egal – diese Beiden haben dafür gesorgt, dass Kamada letztendlich glänzen konnte – auch er hat sich kämpferisch in HZ 2 deutlich verbessert. Paciencia gefiel mir als Einzigen nicht so gut auch in der zweiten Hälfte. Er konnte die Bälle nicht festmachen, verzettelte sich sehr oft in unnötige Zweikämpfe und Lamentiererei, spielte unglücklich.Dennoch: Die ganze Mannschaft hat eine Klasse besser gespielt. Und Arsenal war komplett überrascht und überrumpelt von der Wucht der Eintracht. Und wenn die Adler sich einmal reinspielen, dann rollt die Maschine. Gestern war wieder ein Stück der Magie der EL-Eintracht zu sehen und zu spüren. Hoffen wir auf Langfristigkeit und Konstanz!

  2. Sehr gute Analyse, trifft eigentlich alles auf den Punkt! Die Stürmer hingen wirklich in der Luft. Wie gut das Adi die Fähigkeit und die Spieler hat entsprechend zu handeln. Ein großes Dankeschön gehört unseren Keeper Frederik Rønnow, der einfach überragend war und uns den A…. gerettet hat.

  3. Einfach umwerfend wie die Jungs die zweite Halbzeit gespielt haben, auch der viel gescholtene Gacinovic hat das wirklich gut gemacht und hatte sogar das dritte Tor auf dem Fuß. Bälle festmachen, das war klasse bei ihm.
    In und nach der ersten Halbzeit war ich schon am verzweifeln, aber dann……….ich bin wieder mal glücklich in mein Bettchen gegangen.
    Wie schön das bei Kamada der Knoten vielleicht jetzt geplatzt ist und er das Vertrauen was man in ihn gesetzt hat auch wirklich gut erfüllen wird.
    Hoffentlich nehmen sie das mit in das Spiel gegen Mainz. Das wäre super.

    Ich liebe auch die vielen Fans die auch hier den Unterschied gemacht haben, we3nn es draußen auch wieder Bengalo gab, aber da interessiert es ja niemanden. Die Mannschaft hat sich sicher sehr gefreut.
    Jetzt können wir wieder hoffen……

  4. Als ich die Aufstellung sah wollte ich erst meinen Frust darüber teilen. Entschied mich dann aber doch für ein knappes ‚Tip: 1:5‘.
    Ich wollte keinem die Vorfreude aufs Spiel nehmen, die ich plötzlich gar nicht mehr hatte (das erste Mal in dieser Saison und ich wunderte mich selbst darüber, wie nah mir dieses einfache Durchlesen der Aufstellung ging). Im Gegenteil fühlte ich mich ans Ende der Rückrunde erinnert à la: ‚Platte Spieler werden mit durchgeschleift..sollen es nun rausreißen‘.
    Hase, Hinti, Kamada, Sow, Kostic, Paciencia
    Das ist nun fast die halbe Mannschaft, die m.E. platt wirkt.
    (auch wenn sich bspw Kamada zu den 2 Toren aufbäumte..beim 2. Tor wurde er eingeladen)

    Die erste Hälfte überraschte mich daher keineswegs. Auch keine Überraschung, dass Arsenal es oft über Martinelli, also unsere linke Seite probierte, die früher unser Non-Plus-Ultra war.

    Fernandes fand ich im Vgl zu Sow und Kamada gar nicht so schlecht, daher wunderte ich mich schon etwas, dass er raus musste. Und bzgl Silva war es auch eher fraglich, ob man bei Rückstand nen technisch starken und frischen Stürmer rausnimmt..?
    Am End hat Adi damit aber alles richtig gemacht. Wobei man wohl auch Gonzo hätte rausnehmen können, die beiden Stürmer brachten beide nix auf die Kette. In dieser Hinsicht kann ich den Frust von Silva zumindest etwas nachvollziehen. Ein bißchen mehr hätte er sich trotzdem freuen dürfen 😉

    Was hat Adi denn zur HZ gemacht?
    Das Mittelfeld wurde verstärkt, weil die Lücken zu groß waren. Von 3 ZM-Spielern wurde auf 4 aufgestockt und versucht das Spiel dadurch mehr in Arsenals Hälfte zu verlagern…ein Stürmer musste dafür weichen. Zudem wurden 2 Spieler gebracht, die offensiv Zweikämpfe suchen und die man im Aufbauspiel gebrauchen kann (bis zu Silvas Position kam der Ball ja nie und Fernandes kann kein Aufbauspiel). So konnte man der Zentrale von Arsenal die Räume nehmen und kam selbst ins Spiel.
    Unser großes Glück war sicherlich auch, dass D. Luiz ausgewechselt werden musste. Denn er war der Stabilisator in Arsenals Abwehr und kann zudem die öffnenden Pässe spielen.
    Xhaka spielte angeschlagen und schwach weiter…Mustafi verletzte sich und spielte weiter. Gut zu sehen beim 2:1, wie er mit schmerzverzerrtem Gesicht versucht Kamada entgegenzulaufen.
    Ich nenns mal Spielglück, das hatten wir insbesondere in HZ2 .. erarbeiteten es uns aber auch.
    Wir spielten auch mit höherem Risiko (bis 10/15 Minuten vor Spielende) und eine gute BL-Mannschaft nutzt solche Räume oft aus. Es lief schon viel für uns.

    Die Probleme bleiben die Gleichen…wurden nun verschoben, weil kein Spieler geschont wurde. 2 Wechsel: 2 fitte Spieler mussten raus, 2 fitte kamen rein.
    Bei Kostic reicht die Luft nur für 65-70 Minuten…er wurde aber drin gelassen und auf den dritten Wechsel verzichtet..zu groß waren Adis Zweifel an Chandler. Bei einer Führung wundert mich das schon.
    Hinti merkte man in HZ1 an, dass er etwas leer ist. In HZ2 steigerte er sich..die Mannschaft zog ihn auch mit.
    Normalerweise ist er ja der, der stets die Energie ins Spiel bringt und die Anderen mitzieht. Das ist derzeit m.E. nicht mehr so. Er spielte aber auch nicht schlecht und gewann einige gute ZK. Ich bin trotzdem der festen Überzeugung, die hätte N’Dicka auch gewonnen und zudem besser gespielt…und Hinti hätte mal die Beine hochlegen können.

    Hase merkte man in HZ1 auch die Belastungen der Hinrunde an…einige ungewohnte Fehler von ihm. Auch er bräuchte inzwischen mal ne Pause.
    Und nun wirkt auch, wie @1 grossadler m.E. korrekt anmerkte, Paciencia langsam platter.

    Es besorgt mich, dass manche Spieler zu einem solch frühen Zeitpunkt in der Saison in den roten Bereich müssen.
    Als Eintracht-Fan bin ich außerdem ja bzgl Verletzungshistorie im Verein stark vorgeschädigt..bei mir blinken alle Lampen.

    Zuletzt spielten ständig die gleichen Spieler:
    Hase, Hinti, Sow, Kostic, Paciencia. Kamada bekam schon etwas mehr Pausen. Ihn würde ich aber auch lieber erst ab HZ2 sehen.
    Wenn diese genannten Spieler supergut performen würden, dann würd ich ja nix sagen. Es kommt mir aber so vor, dass Adi oder die Zuschauer diese Spieler bei einem EL-Spiel bei Arsenal London noch extra motivieren müssen, damit sie den Extraschritt machen. Das gab Hinti auch indirekt im Interview nach dem Spiel zu. Man erkennt bei diesem Interview auch seine Leere, find ich. Früher funkelten stets die Augen nach solch einem Sieg.
    Vielleicht interpretier ichs aber auch falsch!

    Haben die anderen Spieler so wenig Qualität (oder noch weniger Motivation), dass man trotzdem ständig auf die Spieler setzen muss, die inzwischen nur noch ungern den ‚Extraschritt‘ machen?

    Natürlich freu ich mich enorm über diesen Sieg. Arsenal lud uns aber auch dazu ein und spielte insgesamt ziemlich schwach. Auch in HZ1 war es m.E. kein Topspiel von ihnen. Wir waren einfach sehr schlecht und spielten in HZ2 ’normal‘.
    Und all das besorgt mich schon.

    Mut machen mir:
    Rønnow, N’Dicka, Gacinovic, (die 2 Tore von) Kamada, Kohr, Silva, da Costa, Durm und Touré.
    Vielleicht ist der ein oder andere dieser Spieler nicht in der besten Form. Aber sie sind (außer Kamada) auf einem guten Frischelevel, so dass sie zumindest gute Chancen haben nun ihre Form zu verbessern.

    Und ich hoffe nun darauf, dass Adi einige dieser Spieler mal in die Startelf beordert. Und dem ein oder anderen Arrivierten seine verdiente Pause gönnt, selbst wenn die vielleicht stets spielen wollen, weil sie sich inzwischen u.U. auch für unverzichtbar halten.
    Dann aber den berühmten Schritt weniger machen. Man kennt es doch nur allzu gut, dass Spieler nachlassen, wenn es keinen Konkurrenzkampf gibt.

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