Hat eine bewegte Geschichte bei der Eintracht hinter sich: Thomas Sobotzik
Hat eine bewegte Geschichte bei der Eintracht hinter sich: Thomas Sobotzik (re.)

Thomas Sobotzik trug viele Jahre das Eintracht-Trikot. Insgesamt stand er für die Hessen 103 Mal auf dem Platz und erzielte 26 Tore für sie. Beinahe hätte er nun die Nachfolge von Heribert Bruchhagen als Sportvorstand bei der SGE angetreten. Im Interview mit SGE4EVER.de blickt der heute 41-Jährige auf seine bewegte Karriere bei den Frankfurtern zurück und erklärt unter anderem, warum er im Sommer 2001 aussortiert wurde und was er Niko Kovac und Fredi Bobic in der kommenden Saison zutraut.

SGE4EVER.de: Wie beurteilst du die bisherige Kaderplanung für die kommende Saison?
Thomas Sobotzik: Die Richtung ist klar erkennbar mit relativ preiswerten jungen Leuten, die Entwicklungs- und möglicherweise auch Wertsteigerungspotenzial haben. Nach einigen Testspielen in der Vorbereitung kann man nicht seriös beurteilen, ob das sportlich aufgeht. Ohnehin schließt die Transferliste erst Ende August, sodass sicher noch die eine oder andere Verstärkung kommen wird. Ich hoffe natürlich auf eine sorgenfreie Saison, denn allzu oft sollte man das Schicksal nicht so herausfordern wie zuletzt.

Was hältst du von Trainer Niko Kovac?
Niko Kovac hat in der vergangenen Saison super Arbeit geleistet. Da ging es vorrangig darum, die Katastrophe Abstieg zu vermeiden. Jetzt sind mehr gestalterische Fähigkeiten gefragt, denn es geht darum, ein stabiles Team aufzubauen, das nichts mit den hinteren Plätzen zu tun hat und entwicklungsfähig ist.

Du warst mit Fredi Bobic in der letzten Entscheidungsrunde als es um die Besetzung des neuen Sportvorstandes ging. Warum hat man sich am Ende gegen dich entschieden?
Diese Frage möchte ich nicht wirklich beantworten, denn alles, was im Zuge dieses Prozesses besprochen wurde, sollte von allen Beteiligten sehr vertraulich behandelt werden. Ich gratuliere Fredi zu dieser großen Herausforderung und drücke ihm die Daumen, dass er diesen fantastischen Traditionsverein wieder nach vorne bringen kann.

Aber du hättest damit glänzen können, dass du den Verein sehr gut kennst und hättest wohl auch mehr Vorschusslorbeeren vom Umfeld erhalten.
Natürlich wäre es für mich am Anfang leichter gewesen und ich hätte es auch sehr gerne gemacht. Wir sollten jetzt aber nicht mehr zurück, sondern nach vorne schauen. Es geht hier nicht um einzelne Personen, sondern um das Wohl und die Zukunft unserer Eintracht.

Das Bewerbungsverfahren für den Sportvorstand hat sich über ein halbes Jahr hingezogen, in dem du dem Aufsichtsrat wahrscheinlich ein schlüssiges Konzept für die Weiterentwicklung des Vereins vorgelegt hast. Welche Rolle hat darin die Ausrichtung des Leistungszentrums beziehungsweise der Nachwuchsarbeit gespielt?
Eine sehr zentrale, denn meiner Ansicht nach haben wir hier in Frankfurt schon alleine aufgrund der räumlichen sowie gesellschaftsrechtlichen Trennung zur Eintracht Frankfurt Fußball AG große Herausforderungen zu meistern. Die Jugendabteilung der Eintracht hat eine besondere Historie mit einigen deutschen Meisterschaften – ich selbst bin 1991 deutscher Meister mit der B-Jugend geworden – der B- und A-Jugend sowie vielen herausragenden Spielerpersönlichkeiten, die man hier ausgebildet hat. Für die Identifikation eines Traditionsvereins gibt es nichts Schöneres, als möglichst viele Eigengewächse im Profikader zu haben.

Wie beurteilst du in diesem Zusammenhang die Abmeldung der U23?
So, wie diese Mannschaft in den Jahren vor der Abmeldung konzipiert war, hat es in der Tat keinen Sinn gehabt, dies auf diese Weise fortzuführen. Da diese Entscheidung auf Jahre nicht zu revidieren ist, macht es auch hier keinen Sinn mehr, zurückzublicken. Nun geht es darum ein Konzept zu entwickeln und umzusetzen, mit dem man das Fehlen der U23 kurzfristig kompensieren kann.

Thomas Sobotzik und Torsten Kracht standen 2001 auf der Abschussliste von Rolf Dohmen.
Thomas Sobotzik und Torsten Kracht standen 2001 auf der Abschussliste von Rolf Dohmen.

Einen Großteil deiner aktiven Fußballerkarriere hast du in Frankfurt verbracht. Was ist rückblickend der schönste Moment aus dieser Zeit?
Davon habe ich viele. Angefangen von der deutschen Meisterschaft mit der U16. Das war die vorletzte deutsche Meisterschaft einer B-Jugend in Frankfurt. Das war ganz klar das erste Highlight. Dann gibt es ein paar Erlebnisse, die hängen geblieben sind, weil sie hochemotional und etwas Besonderes waren, das man so oft nicht erlebt. Da ist zum Beispiel der unerwartete Aufstieg unter Horst Ehrmantraut zu nennen, mit einer schrägen Truppe und einem sehr besonderen Trainer. Dann natürlich der sensationelle Klassenerhalt 1999 mit Jörg Berger. Und auch der 2000 mit Felix Magath, der immer so ein bisschen in Vergessenheit gerät, aber eigentlich von der Leistung in der Rückrunde her noch viel spektakulärer war als 1999.

Und dann war da noch dein Tor gegen Bayern München im Oktober 1998…
Ja, das war ein 1:0 zu Hause gegen die Bayern, bei dem ich das Siegtor geschossen habe. Klar, das war auch etwas Besonderes. Noch nicht einmal für mich direkt. Aber ich bin damit medial konfrontiert worden und wurde sogar ins „Aktuelle Sportstudio“ eingeladen – wegen eines Tores gegen die Bayern. Das ist eigentlich Banane. (lacht)

Kannst du nach all diesen emotionalen Momenten heute behaupten, dass die Eintracht, trotz drei Wechsel deinerseits, immer deine fußballerische Heimat war?
Frankfurt ist zweifellos zu meiner zweiten Heimat geworden, nachdem ich bis zu meinem zwölften Lebensjahr in Oberschlesien aufgewachsen bin. Ich habe hier schon in der Jugend gespielt, bin Jugendnationalspieler und deutscher Meister in der Jugend geworden. Bei der Eintracht habe ich meinen ersten Lizenzspielervertrag unterschrieben und mein erstes Profispiel gemacht, die schönsten Erfolge gefeiert und einfach eine tolle Zeit gehabt. Daher habe ich bis heute eine ganz besondere Verbindung zur Eintracht, die auch ewig bleiben wird. Zu keinem meiner neun Vereine, bei denen ich gespielt habe, habe ich annähernd so eine Beziehung. Ich habe auch zwei Dauerkarten in Frankfurt und bin mit meinem Sohn als Fan so oft es geht im Stadion. Die Eintracht ist ein Verein, für den ich mehr empfinde, als für einen Klub, für den ich einfach eine Weile gekickt habe.

Du bist mit deiner Familie, wie gesagt, als Teenager nach Frankfurt gekommen. Wie bist du dann bei der Eintracht gelandet?
Wir haben zehn Monate in Griesheim in einem Übergangslager für Spätaussiedler gewohnt und ich habe schon sehr bald bei der Eintracht in der C-Jugend gespielt. Ich bin einfach zum Riederwald gefahren und habe den damaligen Trainer der C-Jugend, Gernot Lutz, gefragt, ob ich mittrainieren darf. Direkt nach dem ersten Training wollte er, dass ich den Aufnahmeantrag unterschreibe. Drei Monate später bin ich mit der Hessenauswahl zum Länderpokalturnier nach Duisburg gefahren und nochmal einen Monat später habe ich das erste Länderspiel für Deutschlands U15 gegen Irland gemacht. Der Fußball hat mir extrem die Integration in der neuen Umgebung erleichtert und viel Anerkennung beschert.

Also war klar, dass du hier in Deutschland als Fußballer durchstarten wolltest?
Ja, ich wollte immer Fußballer werden. Mein Vater war in Polen auch schon Profi. Mir war immer klar, dass ich das werden will und auch werde. Ich war da immer sehr zielstrebig und von meinen eigenen Fähigkeiten überzeugt.

Dein erster Wechsel weg von der Eintracht fand dann schon in der Jugend statt. Warum bist du damals nach Stuttgart gegangen?
Dem VfB Stuttgart ist es damals gelungen, mich relativ leicht von der Eintracht abzuwerben, da man sich mit meiner persönlichen und privaten Situation auseinandergesetzt hat. Meine Familie und ich hatten, wie gesagt, zu dem Zeitpunkt noch keine Wohnung, wir wohnten zu viert in einem Übergangslager in Frankfurt Griesheim auf etwa 25 qm. Die Stuttgarter haben jemanden hierher geschickt und dann war schnell alles geregelt.  Mein Papa hat in Stuttgart bei Mercedes einen Job bekommen, wir eine schöne Wohnung in der Nähe und ich als 14-Jähriger sogar schon den ersten kleinen Vertrag.

Kannst du im Nachhinein erklären, was im Sommer 2001 los war? Nach dem Abstieg teilte Sportdirektor Rausch sieben Spielern mit, dass sie sich einen neuen Verein suchen sollen. Neben Horst Heldt, Alexander Kutschera und Torsten Kracht standest auch du auf der Abschussliste. Ging es vornehmlich um einzusparende Gehälter oder gab es auch sportliche Gründe?
Die Gründe für das ganze Durcheinander 2001 kennt man bis heute nicht so genau. Die ganze Geschichte hat die Eintracht eigentlich nur unheimlich viel Geld gekostet. Das war echt verrückt und ich wollte auch nicht weg. Ich hatte noch zwei Jahre Vertrag. Aber die Verantwortlichen um Friedel Rausch sagten meinem Berater, dass sie nicht mit mir planen. Ein persönliches Gespräch, das ich sowohl mit Rausch als auch mit dem damaligen Trainer Andermatt gesucht habe, wurde von beiden strikt abgelehnt. Das war für mich ein Schock, da ich wusste, dass ich aufgrund von vielen Verletzungen keine gute Saison gespielt habe und niemals einen vergleichbaren Verein finden würde. Ich war mir aber sicher, dass wenn ich das aussitze, ich Rausch und Andermatt überleben werde. Aber, wie das halt so ist, gab es mega Druck und dann hat Frankfurt mir ein Angebot gemacht, das ich bis zum heutigen Tage nicht nachvollziehen kann: Mir wurde der Vertrag mehr oder weniger komplett ausgezahlt und ich konnte ablösefrei gehen. Das war eigentlich total Banane.

Sobotzik wechselte 1999 von der Eintracht nach Kaiserslautern und wieder zurück.
Sobotzik wechselte 1999 von der Eintracht nach Kaiserslautern und wieder zurück.

Auch dein Wechsel im Sommer 1999 zu Kaiserslautern hatte eine etwas merkwürdige Anmutung. Was lief da damals hinter den Kulissen eigentlich genau ab?
Das waren generell verrückte Zeiten. Nach dem Klassenerhalt 1999 konnte ich mich mit der Eintracht bei der Aushandlung meines neuen Vertrages nicht einigen. Wir lagen gar nicht mal so weit auseinander, aber ich bin dann ablösefrei nach Kaiserslautern gewechselt, wo sich ein gewisser Otto Rehhagel um mich extrem bemüht hat. Herr Rehhagel war damals der Trainer in der Bundesliga und Kaiserslautern ein Spitzenteam mit höchsten Ansprüchen. Ich sollte den zu Leverkusen wechselnden Michael Ballack ersetzen und war total beeindruckt. Kurz vor Saisonbeginn verpflichtete man allerdings noch den Weltmeister Youri Djorkaeff für die gleiche Position, sodass für mich ein Platz auf der Bank und nur Kurzeinsätze blieben. Ein halbes Jahr später holte die Eintracht mich im Winter zurück und zahlte 2,8 Millionen Mark (ca. 1,43 Millionen Euro, Anm. der Redaktion) an Kaiserslautern. Wirtschaftlich gesehen war das sicherlich verrückt. Aber sportlich gesehen ist es aufgegangen. Im Winter war die Eintracht noch abgeschlagen auf einem Abstiegsplatz, in der Rückrunde haben wir dann unter Felix Magath eine sensationelle Punktausbeute erreicht und trotz eines zusätzlichen Zweipunkteabzugs noch den Klassenerhalt geschafft. Da ich auch einige sehr wichtige Tore geschossen habe, hat sich die Investition im Winter unter dem Strich für die Eintracht trotz der Vorgeschichte gelohnt.

Du wurdest im schlesischen Gliwice geboren, ebenso wie Lukas Podolski. Kennt ihr euch?
Ja, das stimmt und wir kennen uns. Lukas Podolski ist auch noch regelmäßig dort. Er ist eigentlich im Herzen mehr Pole als Deutscher und engagiert sich sehr in seiner alten Heimat. Das ist sowieso eine Ecke, wo viele gute Kicker herkommen. Sebastian Boenisch ist auch von dort. Und, das wissen die wenigsten: Mike Hanke kommt auch daher. Miroslav Klose kommt ebenfalls von um die Ecke.

Wie sieht deine persönliche Zukunft aus?
Nach dem Verkauf meines Unternehmens Ende vergangenen Jahres bin ich derzeit viel unterwegs, auch international. Ich pflege und erweitere stetig mein Netzwerk, das ich auf den vielen Stationen und in zahlreichen Ländern aufgebaut habe. Früher oder später möchte ich im Management eines Fußballklubs arbeiten und meine Erfahrung aus der Führung eines Unternehmens in der freien Wirtschaft, sowie mein sportliches Know-how einbringen. Es muss aber vom Team her passen, denn die Zeiten der Alleinherrscher und Patriarchen gehören im Fußball der Vergangenheit an.

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19 Kommentare

  1. Interessantes Interview. Ganz besonders positiv und bemerkenswert finde ich diesen Satz: “ Wir sollten jetzt aber nicht mehr zurück, sondern nach vorne schauen. Es geht hier nicht um einzelne Personen, sondern um das Wohl und die Zukunft unserer Eintracht.“

    Genau so ist es!!!!

    Etwas skeptisch stehe ich allerdings zu dem letzten Satz: “ Es muss aber vom Team her passen, denn die Zeiten der Alleinherrscher und Patriarchen gehören im Fußball der Vergangenheit an.“

    Wenn ich da an Bayern und andere Vereine denke, sehe ich ein anderes Bild.

  2. Tja ob er nicht die bessere Wahl gewesen wäre? Man darf gespannt sein. Charisma hat er auf jedenfall….

  3. Also mit dem Interview kommen echt einige Fragen auf wieso bobic da die bessere wahl war. Sobotzik hatte ja wohl auch ein Konzept und sicherlich schon viel mehr mit der Eintracht durch gemacht. Allerdings ist er eher ein umbeschrieb Blatt…naja vielleicht darf er ja irgendwann doch mal ran…

  4. Nein, so bellt kein Hund, der getroffen wurde. Das ist ein sachlich faires Interview von Sobo, was mich einmal mehr darin bekräftigt, lieber ihn als neuen Sportvorstand bei der Eintracht gehabt zu haben. Seine Bindung zum Verein, sein sportliches Wissen sowie seine Erfahrung aus der Unternehmensführung hätten mich weitaus positiver gestimmt. Und doch gratuliert er sportlich fair seinem Kontrahenten. Chapeau, Thomas – das hat man in der großen Bundesligawelt schon ganz anders erlebt.

    Nachdenklich stimmen mich seine Zeilen aus den späten 1990ern, frühen 2000er Jahren. Hier wurde mächtig Geld von den Verantwortlichen verbrannt. Das, was wir Fans damals kritisch gesehen haben, wurde nun von ihm faktisch belegt und es lässt einen nur den Kopf schütteln.

    Wünschen wir uns eine erfolgreiche Saison unter Fredi Bobic, der dann nach zwei, drei Jahren sein Amt niederlegt, um irgendwo in der Bundesliga weiterzuziehen, um dann mit einem sich identifizierenden Sobotzik ebenso (oder noch) erfolgreich(er) eine neue Ära einzuleiten. Ich glaube, das wäre uns allen recht 🙂

  5. Am Rande

    Die aktive Fanszene von Borussia Dortmund begleitet ihr Team nicht zum Auswärtsspiel bei RB Leipzig.

    http://www.derwesten.de/sport/fussball/bvb/bvb-fans-zieht-regionalliga-der-fahrt-zu-rb-leipzig-vor-id12074538.html#plx36930673

    „Das Konstrukt des Aufsteigers aus Leipzig steht gegen alles, was wir mit Fußball verbinden. Es ist ein Skandal, dass eine rein kommerzielle Marketingaußenstelle eines österreichischen Getränkeherstellers tatsächlich in Deutschlands höchster Spielklasse antreten darf. Dies widerspricht allen sportlichen und emotionalen Werten“, begründet das Bündnis das Fernbleiben.

    Super Aktion! Hoffe wir machen dies auch.

  6. das ist ein klasse Zeichen vom BVB. Es gibt leider kaum noch Vereine die dies mitgehen werde. Ob nun Brause, Pillen, Autos oder gelangweilte Milliardäre. Trotzdem müssen die anderen Vereine ein Zeichen setzen. Ob wir da mitmachen, wage ich allerdings zu bezweifeln. Es wird nicht mehr zu ändern sein. Die Blase wird weiter wachsen. Die benötigte Nadel wird von Herren in teuren Anzügen in der Hand gehalten. Diese Herren sind schwerer satt zu bekommen als ein Beagle oder Rainer Calmund. Jeder lebt seine Raffgier in maximaler Weise aus. Wo kein Kläger…..
    Fairer Weise muss man sagen, dass wir es genauso machen würden. Wir haben derzeit genug Personen im Vorstand, die diesem Bild entsprechen. Sie können es nur nicht so gut

  7. Das Boykottieren vom BVB zum RB Spiel wird aber nicht für leere Plätze sorgen.
    In und um Leipzig gibt es genug BVB’ler die sich ihre Mannschaft gerne mal im Stadion ansehen würde. Der BVB hat überall fans.
    Einzig die fehlende Unterstützung, Gesang, Banner, Fahnen… wird auffallen.
    Wenn wir das Spiel boykottieren sieht es schon leerer aus.
    Boykottieren hat immer ein faden Beigeschmack. Man unterstützt damit seinen Verein in keinster weise. Man sollte kreativ werden und sich andere Dinge einfallen lassen. Choreographien z.b.
    Zum Interview.
    Auf die Frage wie er Kovac findet, spricht er davon, was sich verbessern muss. Klingt skeptisch.

  8. Ich wäre dafür Serge Gnabry zu holen. Marktwert 2,5 Mio – den kann man sich leisten. Schön auf LA setzen, Mijat auf RA – dann passt das

  9. Klar muss man rb Leipzig derart boykottieren. Nur so kann man sich wehren. Da hinfahren und Stimmung machen ist doch genau das was die wollen. Dann können die sagen: Bei uns ist ja auch tolle Stimmung.

  10. Und eben kommt die offizielle ( von jedem zu erwartende) Meldung: Uli Hoeneß kandidiert wieder für das Amt des Präsidenten beim FC Bayern.
    Genau das hatte ich unter anderem mit meiner Kritik an dem letzten Satz des Interviews gemeint.

  11. @6, 7, 10
    Ausgerechnet Dortmund !
    Hier die Aktionärsstruktur der Dortmund GmbH & Co KGaA:
    Evonik Industries 14,78 %
    Bernd Geske 8,80 %
    BVB e.V. 09 Dortmund 5,53 %
    Signal Iduna 5,43 %
    Puma SE 5,00 %
    Streubesitz 60,46 %
    Evonik hat übrigens 61,5 Mio EUR für sein Paket bezahlt.
    Da war Dietrich Mateschitz cleverer. Er hat etwas mehr auf den Tisch gelegt,
    aber dafür versaut kein doofer Funktionär das Image seines Produktes.
    Außerdem hat er bewundernswerte Strukturen für eine ganze Region geschaffen.
    Die ganze Traditions-Ultra-Sch**sse ist doch total heuchlerisch.

  12. @ Block 17

    Aber muss nicht laut 50+1 der Verein die Mehrheit der Anteile an der audgegliederten Fussball-Abteilung halten? Das wäre ja in deiner Aufstellung nicht so…

  13. Und zum Thema „bewundernswert“: Herr Mateschitz hat halt in einer Fussball-Wüste ein Wasserloch geschaffen, auf dass sich die dürstenden Menschen stürzen. Ist ja grundsätzlich nicht dagegen einzuwenden. Aber wenn das ganze einzig und allein den Zweck hat, sein eigenes Produkt bzw seine Firma zu vermarkten, dann finde ich dass doch sehr fragwürdig. Dies ist nämlich die nächste Stufe in der Kommerzialisierung eines Sports, eine wie ich finde höchst bedauerliche Entwicklung…Sollte dieses Modell Erfolg haben – und das wird es bei diesem Konzern der hinten dran steht (sieht man ja bei Bayer und VfL) – dann ist es nur noch eine Frage der Zeit bis die erste Liga nur noch eine Vermarktungsplattform für Firmen und Konzerne ist, und die meisten Traditionsvereine in der 2. Liga (oder drunter) spielen…

    Von daher finde ich es absolut legitim so etwas zu boykottieren. Ich würde zwar eine andere Form des Protests wählen, aber lieber so ein Protest als gar keiner…

  14. Und Tradition als heuchlerisch zu bezeichnen finde ich schon ein bissi Fehl am Platz. Die Tradition, die Erlebnisse rund um die Spiele, die Personen mit denen man seit Jahren und Jahrzehnten zum Fussball geht, das ist es doch was diesen Sport ausmachen – zumindest für mich. Es spricht ja nix dagegen wenn neue Vereine ohne eine lange Tradition auf der Karte auftauchen, die Kritik an RB richtet sich ja einzig und alleine an die Art und Weise wie dies geschieht…

  15. @9 alpi. Den Gedanken hatte ich auch schon. Wär doch ne tolle Flügelzange. Zum Einen denke ich aber, dass die Idee auch schon andere Hatten und Gnabry bald irgendwo in der BL rumrennen wird – vermutlich auch sehr erfolgreich. Zum anderen können wir uns ja leider nicht mal die 2,5 Mio. leisten sondern verschenken eher einen Stammspieler auf der Position und hoffen, dass sich eine entwicklungsfähige Alternative herauskristalisiert (was ich noch ein wenig bezweifle). Ich bin mir recht sicher, dass wir Aigner noch sehr nachtrauern werden…

  16. @16
    Klar hast Du recht, RB ist natürlich extrem.
    Es ist einfach eine perfekte Managementleistung und hat aber neben dem
    möglichen Werbeeffekt auch sehr viel mit der Sportleidenschaft des Besitzers zu tun.
    Auf der anderen Seite spielen in der Bundesliga auch nicht mehr
    die Vereine gegeneinander (Ausnahme Schalke), sondern Kapitalgesellschaften,
    die mehr oder weniger den Vereinen gehören.
    Dabei kann ich faktisch zwischen RB und Bayer, Wolfsburg, Hoffenheim
    und Co keinen Unterschied erkennen.
    Das wirkliche Problem war doch, dass die Traditionsvereine diese AG s wie Vereine
    mit Amateuren geführt haben und nicht wie Topmanager ihre Firmen.
    Unsere Eintracht ist von Möchtegerns so in die Pleite gewirtschaftet worden,
    dass man 2003 zur Rettung 28,6 % der Anteile für 4,5 Mio DM (!!!) verkauft
    hat (Freunde der Eintracht, wie Bankhaus Metzler, DZ Bank, Landesbank, BHF Bank).
    Bayern hat zuletzt 8,33 % für 110 EUR an die Allianz verkauft.

  17. Ein Unterschied von RB zu anderen Vereinen wie VW, Bayer oder SAP ist noch, dass der Verein nicht die Spieler besitzt. Die gehören nicht dem Verein sondern einer ausgegliederten GmbH im allein Besitz von RB. Hier geht es also nicht nur um Sponsoring und Werbung. Nicht der Verein entscheidet wer verkauft wird, sondern einzig und allein Red Bull aus Österreich. Der Verein ist nur ein Deckmäntelchen und hat überhaupt nichts zu melden. So sind Salzburg Spieler nach Leipzig abgezogen worden und genauso kann es sein, wenn Redbull in USA, China oder sonstwo einen Verein aufmacht. Dann werden halt Spieler aus Leipzig (ohne den Verein anhören zu müssen) abgezogen. Nur das wirtschaftliche Interesse der Österreicher ist hier entscheidend. Die Fans in Leipzig haben dass aber nicht verstanden und ihren Traditionsverein (Lok Leibzig, früher VfB Leibzig) aufgegeben.

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