Daichi Kamada war der beste Mann auf dem Stuttgarter Platz. (Foto: IMAGO/Eibner)

Drei Standards, drei Tore – Fußball kann so einfach sein! Durch gleich drei Tore, die aus einer Standard-Situation münzten, gewann die Frankfurter Eintracht ihr Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart glanzlos aber trotzdem verdient mit 3:1 und vergoldete damit auch den Auswärtssieg bei Olympique Marseille aus der Champions League. Durch den Dreier setzte sich die SGE auch zum ersten Mal in dieser Saison in der Tabelle in der oberen Region fest.

Chefcoach Oliver Glasner startete in der Abwehr erneut mit der Dreierkette und Makoto Hasebe in der Zentrale. Die einzige Änderung zum Spiel in Marseille: Sebastian Rode rückte für Jesper Lindström in die Startelf, der Däne fehlte wegen einer Erkältung.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen den VfB Stuttgart der elf zensierten Spieler den Wert 2,27. Die Leistungen innerhalb einer Kategorie sind von oben nach unten zu bewerten. Der erste Spieler einer Kategorie hatte das beste Gesamtergebnis, der letzte Spieler das Schlechteste innerhalb der Kategorie. Die Einzelnoten der über 300 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

– Spieler des Spiels: – Daichi Kamada: Daichi Kamada ist wohl in der Form seines Lebens. Der Japaner beeindruckt egal auf welcher Position und ist enorm torgefährlich. Kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn der 26-Jährige die SGE am Ende des Transferfensters verlassen hätte – auf jeden Fall hätte die Eintracht drei Tore und drei Punkte weniger, denn Kamada war gegen Stuttgart an jedem Treffer direkt beteiligt. Dreimal trat er einen Standard, dreimal zappelte es kurz später im Stuttgarter Netz – einmal traf Kamada selbst, zweimal legte er auf.

Makoto Hasebe: Zweiter Japaner in der SGE-Elf, zweite 1,5. Makoto Hasebe ist einfach ein Phänomen. Trotz seiner 39 Jahre war er wieder ein Fels in der Brandung in der SGE-Dreierkette und unterband viele Stuttgarter Angriffe. In dieser Form ist er eigentlich nicht aus der ersten Elf wegzudenken.

Kevin Trapp: Kevin Trapp musste nur einmal hinter sich greifen – beim 2:1 der Stuttgarter war er aber chancenlos, da der Schuss unhaltbar abgefälscht wurde. Sonst tat Trapp das, was man fast schon von ihm gewohnt ist: Sicher alle Flanken abfangen, sicher von hinten herausspielen und die ein oder andere Stuttgarter Chance zunichte machen. 

Kristijan Jakic: Kristijan Jakic entwickelt sich immer mehr zum Schienenspieler – war er am Anfang noch recht unsicher, wirkt er jetzt besser im Stellungsspiel und versucht immer wieder das Spiel auf der rechten Seite anzukurbeln – das gelang ihm auch in Stuttgart. Die Krönung seiner Leistung: Das 3:1 zur Entscheidung.

Sebastian Rode: Sebastian Rode kam, sah, traf und siegte! Zum ersten Mal seit seiner Oberschenkelverletzung wieder in der Startelf brachte sich der Kapitän mit dem 1:0 perfekt ein – ein toll platzierter Kopfball. Anschließend wie man ihn kennt: Sicher im Passspiel und zweikampfstark. Starkes Comeback.

Evan N‘Dicka: Evan N‘Dicka war im Zweikampf sehr stabil, nach vorne ging bei ihm dieses Mal nicht viel – wurde irgendwann nach starkem Spiel und guten Zweikämpfe mit Cut unterm Auge ausgewechselt.

Tuta: Wie N‘Dicka wirkte auch Tuta extrem stabil im Zweikampf – man hat einfach das Gefühl, dass ihm die Dreierkette besser liegt. Ab und an unsauber im Passspiel – das machte er aber durch Einsatz wieder wett.

Djibril Sow: Djibril Sow war – wie so oft – der beste Läufer der SGE, er spulte wieder über 12 Kilometer ab. Er versuchte viele Zweikämpfe zu unterbinden, das gelang ihm nicht immer. Trotzdem eine stabile Leistung des Schweizers in der Schaltzentrale.

Ansgar Knauff: Knauff kam wieder als linker Schienenspieler zum Einsatz – das machte er wieder ordentlich. Zeigte nach vorne seine Stärke mit immer wieder starken Läufen. Hinten war er aber das ein oder andere Mal zu spät dran und lief Führich zu oft hinterher.

Mario Götze: War nicht wirklich das Spiel des Weltmeisters. Wurde gut zugestellt, bekam keine Chancen seine tiefen Steckpässe auf die Kollegen zu spielen. Sein Kollege auf der Zehn, Daichi Kamada, stahl ihm die Show. Aber: Götze zeigte sich auch defensiv immer wieder hellwach.

Randal Kolo Muani: Randal Kolo Muani zeigte sich erneut bemüht, aber wieder etwas zu ungefährlich. Die Stürmer scheinen sich vorerst auf den Franzosen eingestellt zu haben. Die Überraschung fehlt, beim Einsatz des Franzosen wird diese aber auch zurückkommen.

 

- Werbung -

11 Kommentare

  1. Kamada ist auch deswegen so gut weil Götze mitspielt. Der spielt nicht so auffällig, schafft aber mit reiner Präsenz Räume. Ein kleines bisschen mehr auffallen dürfte er aber schon.

    40
    0
  2. Götze ist auch auf Platz 1 der gelaufenen Kilometer pro Spiel in der Bundesliga mit 17(!!!) sogar noch vor Sow mir 15 auf Platz 4 bis jetzt. Götze ist seit der überwundenen Stoffwechselkrankheit zu einem Konditionsmonster geworden, immer da, hinten und vorne! Das muss man nicht zwangsläufig nur an Offensivaktionen bemessen.

    Zu Kamada hatte ich bereits schon vor dem Spiel jetzt mal geschrieben, dass man das Gefühl hat, dass er plötzlich völlig gelöst wirkt, fast wie ein Geist aus der Flasche. Man merkt das seinem Spiel, aber auch seiner ganzen Mimik und Haltung an, er wird immer ein ernster Typ bleiben, aber er lacht sogar ab und zu 😉

    Bei ihm habe ich den Eindruck, dass der EL-Gewinn ihn pusht wie noch nie, denn solche Aussagen, dass er sich durchaus auch England mal vorstellen könne, die haut er ja nicht mal einfach so raus, um die Frankfurter Fans zu verletzen oder weil er ein dreckiger Söldner wäre. Nein so etwas kommt ja zustande, weil japanische Reporter vorher die Eintracht gar nicht als wirklich „großen“ Verein wahrgenommen haben und die ihn andauernd mit Fragen gepiesakt haben, wann er denn nun endlich den Sprung zu einer wirklich bedeutenden Adresse im europäischen Fußball schaffen würde. Das macht ja was mit einem, wenn einem die Anerkennung aus der Heimat verwehrt bleibt und einem dann wegen so einer aus der Nase gezogenen Antwort dazu auch die Ablehnung mancher Eintracht Anhänger entgegen schlägt. Deswegen gefällt mir die Bezeichnung „Ronin“ auch sehr gut, die mal irgendwer benutzt hat, denn das ist ja ein ausgestoßener Krieger, so wie er sich lange gefühlt hat. 🙂

    Seine eigene Aussage war ja schon immer, das er sich eigentlich in Frankfurt sehr wohl fühlt und gar nicht zwangsläufig weg will. Jetzt wo die Eintracht die EL gewonnen hat und auch noch der große Weltmeister Mario Götze zur Eintracht gewechselt ist, wird er sich bestimmt nicht mehr so dumme Fragen von den Reportern aus der Heimat anhören müssen, denn plötzlich ist die Eintracht ein großer Name auch in deren Wahrnehmung. Vor nem deutschen Weltmeister haben japanische Fußballfans bestimmt auch großen Respekt, denn die japanische Nationalmannschaft ist ja nun wirklich sehr weit weg von derartigen Erfolgen.

    Ich meine tatsächlich, dass dieser Hintergrund, dass ihm plötzlich die Anerkennung und Öffentlichkeit zuteil wird, die er verdient hat, dass die Reporter jetzt vielleicht auch mal fragen, welche Dinge er noch mit der Eintracht anstrebt oder gar zu welchen Erfolgen er die Eintracht noch führen will. Denn plötzlich entwickelt der früher so unscheinbare Daichi sich ja tatsächlich zu einem Führungsspieler, man höre und staune.

    Das Potential war immer da, aber der „alte Kamada“ hat sich das vielleicht irgendwie selbst nie zugetraut wie ihn mit Sicherheit vorher nie jemand als Führungsspieler gesehen hat. Es ist, als ob eine psychische Blockade bei ihm plötzlich durchbrochen wäre. Es ist durchaus möglich, das er jetzt DER Standardspezialist bei der Eintracht wird und ein einer der Top Scorer auch in der Bundesliga wird.

    Da können wir nur alle beten und hoffen, dass er bald verlängert und weiter Teil des Triumvirats Sow-Götze-Kamada bleibt. Das ist doch viel zu gut, um auf diese Wohlfühlatmosphäre verzichten zu können, in der du aufblühst, Daichi. Bleibe Teil davon, anstatt dich in der Premier League auf die Bank setzen zu lassen und vielleicht wieder eine kleine -wenn auch reiche- Nummer zu sein in einem Starensemble.

    39
    1
  3. Was mich bei Götze überrascht, ist seine Laufbereitschaft, das ist alleine auf dem Papier schon krass und zusammen mit Sow eine wichtige Stütze.

    34
    0
  4. Hasebe, immer wieder…Hasebe. Einzige was mich immer nervt ist, das Erwähnen seines Alters…der hat kein Alter, der spielt noch in 3 Jahren genauso wie jetzt in jedem Spiel. Er tut eben alles dafür, dass es immer weiter und weiter geht.

    34
    1
  5. Kamada verlängert, dauert aber noch eine Weile, bis er sich auch selbst überzeugt hat, dass er es Wert ist einer der tragenden Säulen bei der Eintracht zu werden und gut genug ist, dass ein englischer Club auch eine horrente Ablöse für ihn hinblättern wird – falls er schwach werden will.
    Die Fans im Stadion können das sicher auch beeinflussen, in dem er mit Sprechchören gepusht wird.

    @4: du sprichst mir aus dem Herzen. Lasst doch mal sein Alter in Ruhe. Er spielt so lange er den Daumen hebt. Und wenn er mit 46 seinen Daumen noch hebt und jeden Ball ablaufen kann, weil er dann mit seinen x00 Bundesligaspielen weiß wo jeder Ball hinkommen wird, dann spielt er noch. 🙂

    11
    2
  6. Englischen Zeitungen zufolge ist übrigens Arsenal an Lindström interessiert. Und nicht nur das – sie sollen wohl im Winter antanzen, da alles was Rang und Namen hat Lindström auf’m Schirm hat (haltet euch fest): Barca, Bayern, AC Milan…

    4
    1
  7. @Boris:

    Kamada kommt meiner Meinung nach auch unser veränderter Spielstil sehr zugute. Als Kostic noch hier war, wurde fast immer der Ball nach außen gespielt, Kostic oder Knauff rennen los und flanken oder ziehen nach innen. Für einen Spieler in der zentrale sind dann eher Schnelligkeit oder körperliche Präsens entscheidend und das sind nicht seine Stärken.
    Jetzt agieren wir im Mittelfeld technisch versierter, viele kurze Pässe, One-Touch-Fußball – da blüht er auf, denn das hat er drauf, wie kaum ein anderer. Und hier schafft er es durch geschickte Bewegungen viel besser und öfter Räume zu schaffen. Zudem profitiert er natürlich auch davon, dass er gerade in der Besetzung mit Götze, Sow, Rode und Muani von Spielern umgeben sind, die ihn (fußballerisch) verstehen und selbst technisch stark sind.

    @Götze:
    Keine Frage, seine läuferische Leistung ist beeindruckend. Frage ich trotzdem, woher die 17 km kommen, die auch in einem anderen Artikel genannt werden. Hatte mal nachgeguckt, weil ich von so einer Strecke noch nie gelesen hatte (meist sind ca. 12 km schon verdammt stark). Laut Kicker ist Götze im Schnitt 11,90 km gelaufen und damit auf Platz 4 (immer noch sau stark, aber eben mehr als fünf km weniger). Selbst wenn man das auf 90 Minuten hochrechnet (er hat nur 584 Minuten gespielt) kommt man damit nicht mal annähernd auf 17 km. Auf Platz 1 ist Prömel mit 12,49 km.

    @Hadabambata:
    Der Jesper soll mal schön hier bleiben. Ich denke eigentlich auch, dass man merkt, dass er einen sehr großen Teil seines Potenzials noch nicht ausgeschöpft hat. Bei uns kann er sich perfekt entwickeln. Eine der besten Ligen, Champions League und dann noch viel Spielzeit/Stammspieler. Das kann ihm kein anderer Verein bieten.
    Sollte er wirklich zu Bayern oder Arsenal wechseln, sitzt er da ganz schnell auf der Bank und versauert da. Er kann da hinkommen, aber er ist noch ein ganzes Stück von diesem Niveau entfernt.

    8
    1
  8. @6: das wundert mich wenig. Eher wundert es mich, weshalb er so einen geringen Marktwert hat. Das Potenzial ist gigantisch. Glaube und hoffe da ist absolut 0% dran, bin total entspannt. Außer wir reden hier über min. 60Mio+, eher mehr, da wir im Optimalfall erst den nächsten Diamanten im Kader haben sollten, der regelmäßig für Lindström eingewechselt wird und ähnliche Ansätze hat – und der fehlt (noch). Ihn jetzt für vielleicht 25Mio ziehen zu lassen, wäre dämlich. Lindström wird mit jedem (CL-)Spiel (besonders) wertvoller und wird sicherlich mal problemlos die 50Mio knacken, da er bei uns noch zusätzlich das Toreschießen lernt 🙂

    7
    1
  9. Aber man darf nicht vergessen, dass Arsenal mit das beschissenste Scouting Englands hat. Gut möglich, dass die uns bei tatsächlichem Interesse mit Geld überhäufen.

    Aber aus Lindströms Sicht gibt es kaum einen besseren Verein als uns.

    5
    0
  10. 7: ja interessant, haben wir wohl den gleichen Artikel gelesen, aber woher hatten die diese Zahl 17 km dann wohl? Ob das
    nur auf 90 min hochgerechnet wurde?? Das wäre aber ziemlich irreführend.. klingt schon ziemlich übermenschlich irgendwie auch bei nem 12er Schnitt. Der Kicker hat ja, was Statistiken angeht, eingentlich immer Recht. In der Benotung besonders hart, aber fair.

    9: Naja diese Saison läuft’s ja mal endlich bei Arsenal. Mal sehen, wie sich die saison entwickelt. Abe Gerüchte gibt es so viele… Da schießt einer mal ein Tor in der CL und dann sind angeblich gleich alle Topclubs dran…

    2
    0
  11. Götzes 17 km wurden unter einem der vorigen Artikel hier schon erklärt. Die Strecke ist er gerannt und nicht nur gelaufen.

    1
    0

Kommentiere den Artikel

- Werbung -