Djibril Sow will in der Rückrunde Vollgas geben. (Bild: Heiko Rhode)

Einiges an Licht aber auch viel Schatten: So könnte man das erste halbe Jahr von Mittelfeldspieler Djibril Sow bei der Frankfurter Eintracht beschreiben. Der Neuzugang kam vor der Saison für rund zehn Millionen Euro von den Young Boys Bern und war einer der großen Hoffnungsträger für das Mittelfeld der SGE. Diese Hoffnungen konnte der 22-Jährige zwar in dem ein oder anderen Spiel zurückzahlen, oft enttäuschte der Rechtsfuß aber auch. Im Interview mit der „Bild“ äußerte er sich nun zu seiner ersten Hinserie in Frankfurt.

Dabei zeigte er sich durchaus selbstkritisch und betonte, dass ihm vor allem gegen Ende der Hinrunde etwas die Kraft ausgegangen sei: „Zum Schluss hat mir das ein bisschen gefehlt, ja. Ich glaube, weil die Spritzigkeit weg war, die für mein Spiel extrem wichtig ist.“ Auch die Umstellungen im Spiel der SGE seien ein Grund für die schwierige Phase gewesen: „Wenn man der einzige Sechser ist, kann man nicht einfach blind nach vorne laufen. Wenn ich einer von zwei Achtern bin, ist es meine Aufgabe, diese tiefen Räume zu attackieren. “

Des Weiteren sieht es der 22-Jährige als normal an, dass seine Leistungen mit denen der Mannschaft gefallen seien und er sich zu viele Gedanken gemacht habe: „Wenn ich letzte Saison schon hier gewesen wäre, dann wäre der Einstieg viel einfacher gewesen. Auf der Erfolgswelle wächst du eher über dich hinaus. Ich habe in der Pause alles Revue passieren lassen, mich viel selbst hinterfragt. In der Phase, als wir nicht mehr gewonnen haben, habe ich auch vom Kopf her Probleme gehabt. Ich muss noch mehr an mich selbst glauben, das ist jetzt der wichtigste Entwicklungsschritt.“ Um diese Probleme zu beheben, sei für ihn auch ein Mentalitätstrainer eine Option: „Aber für die Zukunft muss man das überlegen. Man unterschätzt oft, wie wichtig es ist, mental bereit zu sein und nicht noch das letzte Spiel im Kopf zu haben. Nicht frei ins Spiel zu gehen, ist Gift für jeden Spieler. Deswegen glaube ich, dass das für alle Fußballer sinnvoll wäre.“ 

Vater-Sohn-Verhältnis zu Hütter

Ein weiterer Grund für die weiterhin positive Einstellung des Schweizers ist wohl Trainer Adi Hütter, der für Sow schon immer solch etwas wie ein Ziehvater war. Am Österreicher schätze er vor allem dessen Art mit ihm umzugehen: „Ich hatte ihn schon in meinem ersten Profi-Jahr in Bern. Er hat mein Potenzial erkannt, aber direkt klar gesagt, wo ich mich verbessern muss. Am Anfang gab’s auch mal einen Anpfiff und strenge Gespräche.“ Er betonte, dass Hütter für ihn ein perfekter Trainer sei: „Aber genau so einen Trainer habe ich gebraucht, der mir in den Hintern tritt, wenn ich etwas falsch oder zu wenig mache. Das war das Besondere, wo ich gemerkt habe, dass noch viel mehr möglich ist.“ Diese Art habe Hütter auch in schwierigen Zeiten gehabt: „Als schlechtere Spiele kamen, hat er mir klar gesagt, dass er mehr verlangt, mir aber auch den Mut zugesprochen, dass ich wichtig für die Mannschaft werden kann. Das hat geklappt.“ Das Vertrauen, das ihm seine Trainer gegeben haben, sei extrem wichtig für jeden Akteur: „Wenn du einen Trainer hast, der dir wirklich vertraut, bringt dich das wirklich weiter. Das war in den letzten Jahren immer der Fall.“

Für ihn gelte es jetzt die eher schwache Hinrunde vergessen zu machen und die Rolle, die sich so viele von ihm erhofft hatten, auszufüllen. Hier wolle er sich aber nicht zu viel Druck machen: „Natürlich, ich will das unbedingt zurückgeben. Ich darf mir aber nicht zu viel Druck machen. Ich bin 22, erst ein halbes Jahr dabei. Ich kann jetzt nicht von heute auf morgen die ganze Mannschaft übernehmen.“

 

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13 Kommentare

  1. Ich drücke dem Jungen alle Daumen, er hätte hier keinen leichten Start.

    Junger Kerl, neue Liga, kommt in ein Team welches sich im Umbruch befindet und dann nich die Verletzung in der Vorbereitung.

    Der Junge kann kicken, das sieht man. Er hat lange Beine, das nötige Tempo, Technik und Übersicht.

    Jetzt braucht er die Fitness und Vertrauen und zudem ist es wichtig ihn da aufzustellen, wo er seine Stärken am besten ausspielen kann (zentrales Mittelfeld und nicht weiter vorne).

    Glaube, dass wir mich Spaß mit ihm haben werden.

  2. 1. Olga: Sehe ich ähnlich, mit Fitness, Verletzungsfreiheit und Vertrauen werden wir sehen, dass er viel mehr drauf hat als bisher gezeigt!

  3. Ich glaube das nicht. Meiner Meinung nach wird er überschätzt und überschätzt sich auch selbst.
    Hoffen wir , dass ich mich irre.

  4. Bin hin und her gerissen, mag sein das er in drei Jahren dort ist, wo ihn alle sehen (wollen), aber dann brauchen wir jetzt einen 25-jährigen, der schon da ist!

  5. @1 Ich habe das schon ein paar mal geschrieben und sehe das ganz genauso. Im Ansatz hat man schon sehen können das er kicken kann. Aber es ist keine Frage, wenn ein neuer Spieler die komplette Vorbereitung verpasst, dann in mitten des EL/BL Wahnsinns zurückkommt, bei dem Trainingseinheiten und die Belastung schon angepasst wurden, und dann sollen auch noch Laufwege, taktisches Verständnis und das kreative Auge für den Mitspieler gefragt sein und stimmen….? Woher soll das kommen !? Vor allem noch auf seiner Position! Lassen wir ihn jetzt mal spielen und liefern. Im Sommer können wir dann mal resümieren. Das Bobic, Manga und Hübner sich momentan nur in Floskeln üben, ist für mich der Garant für viel Hintergrundbeschäftigung. In der Wintertransferphase ist es eben leider wie Anfang August. Da werden oftmals Mondpreise aufgerufen. Das will Bobic garantiert ausschließen, und das verstehe ich auch. Schade für die Vorbereitung, aber die erkauft man sich mit viel Geld. Ich tippe mal auf noch 2 gestandene Spieler. Duda wird es aber wohl nicht werden. Der ist mit einem halben Bein in der PL.

  6. Ich habe auch mit dem Kopf Probleme gehabt. Sogar noch heute. Ihr werdet es wissen. 🙂

    Allerdings habe ich keine 10 Millionen gekostet. Gleiche Preisklasse wie Kohr. Bin gespannt, wer von beiden mehr Flop-Potential hat.

  7. @6: DEFINITIV Kohr ! Die Leverkusener lachen sich doch bis heute schlapp, dass wir für so einen limitierten Spieler 10 Mios ausgegeben haben…

  8. Bezüglich Sow bin ich mir sicher, dass er noch wird. Bei Kohr schwankt es brutal, auf eine gute folgen 3 schlechte Aktionen. Der kanns definitiv auch viel besser.
    Ich bin ja auch eher derjenige der Ruhe und Gelassenheit predigt, aber langsam werde ich hibbelig… würde auch gerne noch einen offensiven und einen defensiven fertigen Spieler begrüßen können. Aber die bekommt man leider nicht beim Bäcker um die Ecke………..

  9. Wie sagte schon Lukas Podolski:
    Die Köpfe hoch krempeln und die Ärmel auch.

  10. Sow wird noch positiv überraschen. Da bin ich fest von überzeugt. Aber ich erwarte jetzt auch nicht, dass er als junger 22-jähriger Spieler die Karawane alleine schon anführen kann.

  11. @frankturter jung, #10,
    und wenn hochgerempelt ist, dann aber „nicht den Sand in den Kopf stecken.“ [Lothar M. aus H.]

  12. Gebt dem Jungen Zeit!
    @7 & 8:

    Was für ein unerträgliches Gekeifere gegen einen 22-jährigen in der besten Liga und beim geilsten Verein der Welt.

    Wo standet ihr mit 22?

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