Djibril Sow dürfte in der neuen Saison wieder ein Schlüsselspieler der SGE werden. (Foto: Rhode)

Die Saison 2021/2022 wird wohl vor allem wegen des Triumphes in der Europa League niemand, der es mit der Frankfurter Eintracht hält, jemals vergessen. Für viele Fans und Gönner der SGE endete die Spielzeit so in einem Traum.

So auch für Eintracht-Mittelfeldspieler Djibril Sow, der im Interview mit „Ran“ zwar zugab, dass er sich das Finale gegen die Glasgow Rangers kein einziges Mal nochmal angeschaut hat, trotzdem ganz besondere Erinnerungen an diesen Abend hat: „Ich habe damals nach dem Abpfiff einfach die Bilder auf und neben dem Rasen im Stadion von Sevilla aufgesogen und zehre da bis heute davon. Diese Emotionen und die Feierlichkeiten waren einfach wunderbar – und das sind wirklich tolle Erinnerungen.“ Die Gefühle, die er damals gehabt habe, seien „unglaublich“ gewesen, auch wenn es zu schnell gewesen sei, um alles vernünftig einzuordnen:  „Es ging damals Schlag auf Schlag, nach dem Europa-League-Finale ging es für mich direkt weiter zur Schweizer Nationalmannschaft und den Spielen in der Nations League. Aber das war schon etwas ganz Großes, was wir da mit der Eintracht geschafft haben. Von überall kamen auf einmal Glückwünsche und erst jetzt versteht man wirklich so richtig die Ausmaße dieses außergewöhnlichen Erfolgs.“ Dabei seien ihm aber neben all den positiven Erinnerungen auch weitere, nicht so positive, Momente in Erinnerung geblieben: „Die schwierigen Momente aus der Hinrunde, als es sportlich nicht so rund lief, wir aus dieser Phase aber als Mannschaft sehr viel Kraft gezogen haben. Wir sind damals als Team noch enger zusammengerückt, gestärkt aus dieser kleinen Krise hervorgegangen und wie Phoenix aus der Asche wieder auferstanden.“ 

Jetzt geht es in dieser Saison also dank des tollen Erfolgs im Europapokal zum allerersten Mal in der Vereinsgeschichte der SGE auch in der Champions League zur Sache. Für den Schweizer ist das nicht das erste Mal, denn er stand schon mit den Young Boys Bern in der „Königsklasse“. Dabei habe er zwar Lust auf den FC Liverpool, einen wirklichen Wunschgegner gibt es aber nicht: „Wir haben als Mannschaft in der Königsklasse aber das ambitionierte Ziel, zumindest die Gruppenphase zu überstehen. Gegen welche Gegner wir das dann schaffen, ist mir eigentlich egal (lacht).“

Breiter Kader als Motivationsschub

Trotz all der Eindrücke aus der vergangenen Saison falle es ihm nicht besonders schwer den Fokus auf die kommende zu legen, erklärte der 25-Jährige. „Wir haben viele, qualitativ hochbegabte Spieler dazu bekommen, die den Konkurrenzkampf nochmal neu angekurbelt haben. Das sieht man auch schon jeden Tag im Training auf dem Rasen. Da will wirklich jeder seinen Platz erkämpfen und deswegen braucht es aus meiner Sicht auch keinen Motivationsschub für die kommende Saison“, so der Nationalspieler der Schweiz. Aufgrund des neuen, ausgeglichenen Kaders sehe er auch kein Problem in der Dreifachbelastung: „Wenn wir viele Spiele haben, wird auch jeder von uns seine Spielzeiten bekommen, wenn er sich anbietet. Wir haben uns im Sommer auch in der Breite qualitativ deutlich verbessert, so dass ich mir diesbezüglich keinerlei Sorgen mache.“

Einer dieser Spieler ist Mario Götze, der vor der Spielzeit von der PSV Eindhoven zu den Hessen gewechselt ist. Sow zeigt sich begeistert von seinem neuen Teamkollegen: „Sehr besonnen, professionell und angenehm ruhig. Mario versucht, sich immer wieder einzubringen, uns Tipps mit auf den Weg zu geben und uns mit seiner großen Erfahrung zu helfen. Er passt mit seinem Charakter sehr gut in unsere Mannschaft und über seine fußballerischen Qualitäten brauchen wir ja gar nicht erst reden. Da wird er uns enorm weiterhelfen und den Fans viel Freude bereiten.“ Götze wird von vielen Experten direkt als Leistungsträger gesehen, der voran geht und die Mannschaft lenken soll. Eine Rolle, die in der Vergangenheit auch schon Sow inne hatte und die er noch besser ausfüllen will, wie er erklärte: Deswegen wird es auch ein besonderes nächstes Jahr für mich. Unsere erfahrenen, etwas älteren Spieler können nicht mehr alle Partien über die volle Länge bestreiten und da müssen dann eben andere, neue Spieler Verantwortung übernehmen. Und da zähle ich mich dazu. Deswegen möchte ich meine Rolle in der nächsten Saison festigen und mich diesbezüglich noch deutlich weiterentwickeln.“

Mit dem Schwung der Vergangenheit gegen die Topstars

Eine erste Chance dafür hat er gleich heute Abend beim Bundesliga-Auftaktkracher gegen den FC Bayern München im heimischen Waldstadion. Ein solches Spiel sei immer ein „Highlight“ und er erwarte ein Kampfspiel: „Ich glaube, es wird ein sehr hitziges Spiel, beide Teams werden noch nicht komplett im Rhythmus sein. Das ist am ersten Spieltag ja normal. Dennoch brauchen wir gegen den FC Bayern ein perfektes Spiel und ich hoffe, dass die Münchner gegen uns noch nicht so auf Touren sind – dann wird sicherlich etwas möglich sein.“ Während die SGE einige hochkarätige Neuzugänge präsentieren konnte, setzten die Bayern – natürlich auch mit höheren finanziellen Möglichkeiten ausgestattet – noch einen drauf und präsentierten mit Sadio Mané und Mathijs de Ligt zwei echte Weltstars. Solche Spieler sind laut Sow nicht nur für die Bayern, sondern auch für die ganze Liga top: „Ich finde es immer gut, wenn die besten Spieler in die Liga kommen, weil es für mich ein sehr kompetitiver Wettbewerb ist und ich deswegen auch sehr gerne in der Bundesliga spiele. Für die Konkurrenz wird es jetzt natürlich nicht einfacher, aber umso schöner ist es dann, gegen diese Mannschaften zu spielen. Da ist man vielleicht sogar noch ein bisschen motivierter, den Sieg für seinen Klub zu holen.“ Diese besondere Motivation und auch die Vergangenheit seien für ihn Mutmacher für die Partie heute Abend: „Weil wir in der Vergangenheit schon bewiesen haben, dass wir das können (lacht). Ich sehe auch keinen Grund, warum das in der kommenden Saison nicht auch möglich sein soll. Da müssen aber viele Faktoren zusammenpassen, wobei wir das mit unserer Leistung natürlich selbst nachhaltig beeinflussen können.“

Und auch für die kommende Saison hat er eine Wunschschlagzeile: „Wir streben immer nach dem Maximum. Deswegen wäre meine persönliche, absolute Wunsch-Schlagzeile: ‚Frankfurt krönt sich nach dem letztjährigen Europa-League-Erfolg zum Champions-League-Sieger‘. Damit könnte ich sehr, sehr gut leben (lacht).“ – Damit dürfte auch kein SGE-Fan ein Problem haben, denn dann würde sich sicher der ein oder andere Traum mehr erfüllen.

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8 Kommentare

  1. @1.
    Bei der Hessenschau ist er 23, bei Transfermarkt noch 21! Tendiere mal zu Transfermarkt 😉 Wenn es tatsächlich klappt, sind wir wohl endgültig durch mit Verpflichtungen. Sonst um diese Zeit habe ich mir meisten noch neue Spieler erhofft für die eine Position und für jene Positionen. Heute wünsche ich mir das alle bleiben! Okay, Gonzo und vielleicht Hrustic werden wohl gehen, aber…

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  2. Endlich! Es geht los!
    Es wäre schön, ich zitiere mal Jürgen Grabowski:“… Wenn die Bayern bei uns im Waldstadion zum Spiel kamen, wussten die schon vorher das es nix zum holen gibt!“, und wir wieder gewinnen.

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  3. @4 Auch wenn man es sich nicht wünscht und man darauf hofft, die Manschaft bleibt nun so wie es der aktuelle Stand ist…..denke ich, werden wir mindestens Ndicka verlieren. Hoffe das es dann dabei bleibt, da wir mit Smolcic einen ( so wie ich meine ) sehr robusten und adäquaten Ersatz bereits geholt haben, ….auch wenn auch er mit Sicherheit Zeit brauchen wird. Bin aber auch bei ihm sehr optimistisch. Forza CL SGE !!!

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  4. Bin wie @3 voller Freude und schon ganz hibbelisch.
    Eintracht gegen Bayern.
    Hoffe auf ein gutes Spiel das zu unseren Gunsten ausgeht. Aber auch bei einer Niederlage lass ich mir die positive Hoffnung für eine erfolgreiche Saison nicht nehmen.

    Reine Vermutung:

    Kostic und N’dicka bleiben noch für den Supercup.
    Danach werden sie wechseln.

    Typisch Bild übrigens, dass diese Gerüchte genau heute vor dem Spiel aufploppen/angeheizt werden.

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  5. Wow. Wenn dich Paolo Maldini anruft, um in seine und Nestas Fußstapfen zu treten. Den Wechsel würde ich ihm gönnen und könnte mir vorstellen, dass er eine ähnliche Ära dort prägen könnte.

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