Angesichts steigender Corona-Zahlen gibt es im November keine Zuschauer in Bundesliga-Stadien. (Foto: Heiko Rhode)

Fehlende Zuschauer als Grund: Jan Age Fjortoft sieht die fehlenden Zuschauer als Grund für das schnarchige Auftreten der Eintracht in Halbzeit eins gegen Bremen. „Ich denke, Hauptgrund für diese Schlaf-Hälften sind die fehlenden Zuschauer. Jede Mannschaft vermisst aktuell die Fans, aber fast keine lebt so extrem von ihnen wie Eintracht“, schreibt er in seiner „Bild“-Kolumne. Er sieht die SGE als „Opfer des eigenen Fortschritts.“ Die Gegner stellten sich jetzt hinten rein, weil sie Respekt haben. „Ein Nebeneffekt des vielen Ballbesitzes ist: Du verlierst an Aggressivität“, schreibt der Norweger. Er vermisst vor allem Filip Kostic im Spiel der Eintracht. „Jedes Team braucht einen Extra-Spieler. Einen, der sich vom Normalen abhebt. Der etwas hat, was die anderen nicht haben“, so Fjortoft. „Du weißt bei ihm zwar nie, was kommt, aber dass etwas kommt, weißt du. Für das große Ziel Europa ist er einfach unverzichtbar.“

Ex-Schiri kritisiert Profis: Der ehemalige Top-Referee Thorsten Kinhöfer hat die Profis in der Bundesliga in seiner Kolumne in der „Bild am Sonntag“ scharf für ihr Verhalten auf dem Platz kritisiert. „Es wird ständig versucht, sich mit illegalen Mitteln einen Vorteil zu verschaffen, selbst wenn es der Spieler eindeutig besser weiß. Weil ihm völlig klar ist, dass er als Letzter am Ball war. Oder dass es kein Abseits war, obwohl er sofort den Reklamier-Arm hochreißt“, so der 52-Jährige. Kinhöfer prangerte ebenso an, dass die Spieler „bei der kleinsten Berührung hinfallen.“ Als Beispiel nannte er hier Eintracht-Stürmer Goncalo Paciencia, der derzeit an den FC Schalke 04 ausgeliehen ist: „Mann, das ist so eine Kante – und sinkt bei jeder Berührung zu Boden wie mit der Axt gefällt.“

DFB plant Jugendbereich neu: Immer weniger deutsche Talente drängen in die Bundesliga, auch die Ergebnisse der U-Nationalteams kriseln. Das hat dem DFB zu denken gegeben. So soll die Talentförderung reformiert werden, berichtet der „kicker“. Betroffen sind vor allem die U17- und U19-Bundesligen. Sie sollen abgeschafft werden, Leistungszetrum-Teams sollen künftig in „Entwicklungsspielen“ gegeneinander spielen, nicht mehr absteigen können. So soll eine bessere Planungssicherheit für die LZ-Teams gewährt werden und die jungen Spieler sich besser entwickeln können. 

Museum zu, Fanshop auf: Das Eintracht Frankfurt Museum bleibt aufgrund des Lockdowns bis Ende November geschlossen. Alle geplanten Veranstaltungen wurden verschoben. Auch die Geschäftsstellen am Riederwald und am Oeder Weg sind zu. Sie sind ausschließlich über Mail oder Teleon zu erreichen. Auch der Trainings- und Spielbetrieb des Eintracht Frankfurt e.V. sind bis voraussichtlich 30. November eingestellt. Von den behördlichen Restriktionen nicht betroffen ist wiederum der Einzelhandel, weshalb alle stationären Fanshops von Eintracht Frankfurt zu den gewohnten Zeiten geöffnet bleiben.

 

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16 Kommentare

  1. Ein bisschen denke ich das mit den Zuschauern auch. Klar betrifft es alle Mannschaften, aber uns eben ein bisschen mehr. Unser 12. Mann ist halt stärker als der von z. B. Wolfsburg. Andererseits ist das ja jetzt schon eine Weile so, und daher lasse ich das nicht mehr als Ausrede gelten – auch wenn es einen wahren Kern hat.

  2. @1. rob:
    Ich muss allerdings sagen, dass zur Zeit keine Mannschaft einen Wettbewerbsvorteil hat, da ja alle bundesweiten Stadien geschlossen sind.
    Am Ende des Tages kommt es auf das Leistungsvermögen der Mannschaft, auf das Coaching und den Siegeswillen an und weniger auf die Zuschauer, die ja niemand hat.

  3. Wievielmal haben wir solche Spiele mit Zuschauern gesehen? Irgendwie auch zu oft, oder?
    Aber natürlich fehlen wir trotzdem

  4. @3. G-Block: ja eben, wir haben den Wettbewerbsvorteil nicht mehr. Darum geht es ja. Es gab Zeiten da hatten wir den.

  5. Ich erinnere mich an eine Vorlesung zum Thema Sportpsychologie, in dem unser Prof von Studien erzählte, welche herausgefunden haben, dass Fans und Stimmung wenig bis gar keine Auswirkungen auf die Leistung der Mannschaft haben. Ich weiß, dass ich mich damals schon darüber gewundert habe, aber er (der als Prof. Dr. der Sportpsychologie vermutlich mehr Ahnung von dem Thema hat als wir alle) schwörte darauf, dass die Stimmung kein Spiel entscheidet.

    Edit: Gerade dieses Interview mit einem anderen Sportpsychologen gefunden. Vielleicht ganz interessant für den Ein oder Anderen.
    https://www.wz.de/sport/ob-fans-im-stadion-sind-oder-nicht-hat-keinen-einfluss-aufs-ergebnis_aid-49530623

  6. Interessanterweise habe ich kürzlich einen anderen Bericht gelesen, der die These unterstreicht, dass es seit Corona Geisterspielen weniger Heimsiege und deutlich mehr Auswärtssiege gibt:
    https://de.statista.com/infografik/21897/verteilung-der-heim–und-auswaertssiege-der-bundesligasaison/

    Ich denke der psychologische Push Effekt von euphorischen Heimfans ist nicht zu unterschätzen und auch wenn es für alle gleich ist, sehe ich für eine Mannschaft wie die Eintracht eher einen Nachteil als z.B. für Hoppenheim, Leverkusen oder Golfsburg. Stellt euch mal letzten Samstag eine Eintracht vor, die gerade das 1:1 gegen Bremen mit 50.000 Fans im Rücken erzielt hat…da gehen noch ein paar Zusatzkörner!

  7. @7. Scheppe Kraus:
    Da bin ich auch völlig bei Dir, genauso auch bei @rob, aber das erleben wir nun auch spätestens seit dem Europaleague-Spiel gegen Basel und zwar dieses Beispiel betreffend im Hin- und Rückspiel.
    Ich halte nach wie vor an der These fest, dass wir insgesamt zumindest, siegreich aus den Partien rausgegangen wären.
    Aber nun ist es halt (bis auf wenige Ausnahmen vor dem Teil-Lockdown) so, dass alle die gleichen Voraussetzungen haben und die Teams nun mal und natürlich leider, ohne Fans klarkommen und ihre Qualitäten (was auch die Trainer (insbesondere Adi Hütter) betrifft, mobilisieren und unter Beweis stellen müssen.
    „Besondere Situationen, erfordern besondere Maßnahmen“.
    Ich denke schon, dass die leidige Situation auch Einfluss auf Trainer und Spieler von Mannschaften wie zum Beispiel Hoffenheim und Wolfsburg haben, was auch zumindest 1 Grund für deren derzeitigen Tabellenstand sein könnte……

  8. In der Summe glaube ich auch, daß es für die Eintracht ein kleiner Nachteil ist, ohne diese Stimmung im eigenen Stadion aufzulaufen. Es gibt kaum Clubs, die so eine Begeisterung entfachen können und solch stimmgewaltige Fans haben. Dieses Gänsehautgefühl wenn man als Spieler das erste mal am Spieltag aus den Katakomben des Stadions aufs Grün kommt, und wenn tausende Fans deinen Namen brüllen. Schwierig zu sagen wie viel das ausmacht, aber ich denke auch, das das unter Umständen die letzten Prozente noch kitzeln kann. Auf der anderen Seite haben wir nach dem ersten Lockdown und der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der letzten Saison auch plötzlich einen Höhenflug erlebt. Das war ja so nicht zu erwarten, hatte aber plötzlich hervorragend funktioniert. In der Summe machen es wohl viele Kleinigkeiten aus, wer am Spieltag die Nase vorne hat.
    Gegen Bielefeld und gegen Bremen hätte es in HZ 2 durchaus zum Sieg reichen können/müssen. Chancen gab es jedenfalls genug. Es ist ja nicht so wie hier stellenweise behauptet wird, daß keine Torchancen rausgespielt werden. Statistik: Bundesliga.de/Eintracht/Rang 4 nach Torchancen ! Ebenso hätte es nach Spielverlauf gegen Hoffenheim auch anders laufen können, oder Köln ? Es gab eigentlich nur einen Ausreißer und das war das Spiel in München. On Top kommt die Tatsache, das wir komischerweise auf einmal keine Standards mehr können. Spookie ! Millimeterentscheidungen wie gegen Bremen kommen dann am Ende des Tages hinzu. Es hätten auch bislang etwas weniger Punkte sein können, oder aber auch gut und gerne, und ohne zu übertreiben, 3 mehr. Mit 12 Punkten wäre alles fein gewesen. So ist es eben eine spannende Kiste und die wird sich vermutlich auch bis zum Spieltag 34 nicht sonderlich ändern. Hoffenheim, so fulminant sie auch gestartet sind, findet sich plötzlich auf Rang 12 wieder und Berlin eiert trotz Windhorst Fantastilliarden am Ende der Tabelle rum. Die üblichen Verdächtigen im vorderen Tabellenbereich mal ausgeklammert. Da wurden auch bei fast allen Clubs in den letzten Jahren viele Mitläufer und Enttäuschungen trotz erwiesenem Potential gekauft. Da interessiert es eben keinen, weil andere dafür einschlagen. Hier sollte jeder Schuss ein Treffer sein. Ist es aber nicht. Wie überall…
    Alle Teams haben nun die gleichen Voraussetzungen und die Kleinigkeiten, Glück mit Verletzungen, Schirientscheidungen etc. werden am Ende der Saison den Ausschlag gegeben haben. Bsp: Unsere Mannschaft war am Ende der letzten Saison nicht so brilliant wie manchmal behauptet und gegen Ende der Vorrunde nicht so schlecht. Siehe Statistiken, bei denen vor allem zu Beginn dieser Negativserie fast alle Werte für die Eintracht sprachen. Pfosten/Latte kam hinzu, zu diskutierende Schirientscheidungen ebenfalls.
    Machen wir uns auf eine weitere Achterbahnfahrt gefasst.

  9. Tja Herr Kienhöfer, das liegt nun einfach auch daran wie die Schiris sich die Spieler Jahrelang erzogen haben. Für rumgekasper, gerade auch bei Top Spielern, gabs viel zu selten gelb. Auch wird bei Top Spielern gerne mal etwas früher das Foul oder der Elfer gepfiffen..Jetzt wundert euch nicht dass es die Spieler durch die Bank weg versuchen….

  10. Die Zuschauer als Grund, oder Ausrede zu nehmen ist lächerlich. Jede Mannschaft hat derzeit das gleiche Problem. Wir spielen auch Auswärts, wie jeder andere auch und kriegen es trotzdem nicht auf die Reihe.

    @ 10:
    Genau so sehe ich das auch. Die Schiedrichter sind selber schuld. Pfeifen jede kleine Berührung ab. Wenn das Spiel mal laufen gelassen wird, dann würde sich auch nicht jeder hinfallen lassen. Die sollen sich mal ein Beispiel an der Premier League nehmen. Da wirst du ausgepfiffen, wenn du dich fallen lässt.

    Bestes Beispiel Michael Ballack, der im ersten Spiel von seinen eigenen Fans ausgepfiffen wurde. Danach hat er sich nie wieder fallen lassen.

    So würde in der Bundesliga auch mal ein Spielfluss entstehen.

  11. Was sind unsere Siege gegen Berlin und Hoffenheim eigentlich Wert, wenn gegen die fast jeder punktet? Nein, dass unsere Spiele meistens eng sein werden ist schon klar und trotzdem wäre es einfacher, wenn die Mannschaft mal 90 Minuten auf den Platz bringt und nicht ständig in Kontergefahr läuft. Hätte Stuttgart diese Situationen wie Bremen wo 5 Mann auf Hase und Abra laufen und weil sie zu doof waren den richtigen Pass zu spielen und wir dadurch wieder Zeit gewonnen hatten ging es nicht vollends in die Hose. So war es leider in der letzten Saison auch des Öfteren, da schob man es auf die englische Wochen, und jetzt?

  12. @12 Da bin ich teilweise schon bei Dir. Hatte ich in einem meiner letzten Post’s schon kommentiert. Das spielende Personal halte ich für sehr ordentlich. Über die Aufstellung, bzw. den ein.-oder anderen Spieler sollte man sicherlich für die Anfangsaufstellung mal nachdenken und ggf. das System anpassen. Ebenso herausfinden, weshalb die Leistung nicht konzentriert über 90min abzurufen ist. Standards pauken fällt mir noch ein. Es ist in der Summe trotzdem kein Atomphysikstudium und nix, was mit diesem Kader nicht zu erreichen ist. Wir werden sehen, wie der Kader am Samstag ausschaut. Stellenweise läuft das Bällchen richtig amtlich und die Spieler variieren gut. In der zweiten HZ gegen Bremen waren hervorragende Phasen dabei. Die gilt es zu konservieren. Spielglück und Fehler des Gegners kommen hinzu. 90% aller Tore passieren sicherlich aufgrund von Fehlern des Gegners, egal ob Torwart, Stellungsspiel oder sonstwas. Über hätte/wäre/könnte zu diskutieren ist sicherlich eine müßige Angelegenheit, aber ich glaube z.B. das die Millimeterentscheidung beim zurückgenommenen Tor von Kamada, wäre sie anders ausgefallen, den Sieg gebracht hätte. So sind es eben immer Kleinigkeiten und es wird eng bleiben.

  13. Lol, es liegt nun also an den leeren Rängen, warum die Eintracht so schläfrig spielt?!
    Selten so einen Käse gehört…
    Wie hoch hätte Bayern mit Zuschauern gegen uns gewonnen?! 8:0?!
    Es liegt Hauptsächlich an der Einstellung… wenn Du gewinnen willst, hast Du einfach eine andere Einstellung.

  14. 15. Lexi: Versuche mal das Thema Eintracht unabhängig zu sehen…dann ist es kein Käse.
    Fakt ist und statistisch belegt, dass es in allen europäischen Topligen seit Beginn der Geisterspiele weniger Heimsiege und deutlich mehr Auswärtssiege gibt. Natürlich sind die Zuschauer net der alles entscheidende Faktor, doch bringt er den einen oder anderen Punkt mehr. Mit Zuschauern gibt es auch mehr Karten und Elfmeter als ohne (Auch ein Schiri spürt psychischen Druck).

    Wie gesagt, ich betrachte das eher psychologisch und unabhängig von der Eintracht. Bin auch der Meinung, dass der Wille und die Einstellung das non plus ultra sind, danach kommen die anderen Dinge wie Spielglück, Schiri/VAR, Zuschauer, etc..

    Ich denke aber trotzdem, dass man dieses Thema nicht als völligen Käse abstempeln sollte!

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