Der Polizeieinsatz von Donnerstag zieht immer weitere Kreise. (Bild: imago/Jan Huebner)

Deutschlandweite Kritik an Beuth: Nach dem zweifelhaften Polizeieinsatz vor dem Spiel gegen Schachtar Donezk erhält die Frankfurter Eintracht, die das Vorgehen der Polizei scharf kritisierte, Rückendeckung von anderen Vereinen. „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“ – unter diesem Motto haben sich am Wochenende viele Fangruppen anderer Klubs mit der Frankfurter Fanszene solidarisiert. In den Kurven von Union Berlin, Dynamo Dresden, dem FC Bayern und dem SV Babelsberg waren beispielsweise jeweils Banner zu sehen, die sich gegen Hessens Innenminister Peter Beuth richteten. Ob das der richtige Weg der Solidarität ist, darf hinterfragt werden. Aber Fußball-Deutschland scheint ganz klar die Ansicht der Eintracht in dieser brisanten Angelegenheit zu teilen. Und auch aus der Politik kommen immer mehr Stimmen, die Beuth kritisieren. Nancy Feaser von der SPD nannte den Polizeieinsatz „überdimensioniert“ und fand die Stellungnahme des Ministers am Freitag „dürftig“. Hermann Schaus (Linke) wurde noch ein bisschen deutlicher. „Dass ein Beteiligter bei diesem unnötigen Polizeieinsatz einen Lendenwirbelbruch erlitten hat, sollte den Minister veranlassen, auf die Polizeiführung einzuwirken, statt nachträglich zur Angriffsverteidigung überzugehen“, so der Politiker.

Fischer kontert Beuth: Nachdem Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Freitag erklärte, dass er „kein Verständnis für die Äußerungen der Eintracht-Führung, sowohl vor dem Europa-League-Spiel als auch im Nachhinein“ habe und durch die Äußerungen von SGE-Präsident Peter Fischer im Vorfeld („Das Stadion muss brennen“) „Gefahrabwehr-Maßnahmen“ erfolgen mussten, wehrt sich Fischer nun. Gegenüber der „Bild“ sagte der Vereinspräsident, dass er mit seinen Aussagen vor der Partie ausdrücken wollte, „dass der Funke überspringt. Jeder Sport-Fan hat das richtig verstanden. Ich habe nur deshalb relativ schnell die Aussagen in anderen Statements einsortiert, weil wir von verschieden Institutionen Hinweise bekommen haben, das könnte problematisch werden. Ich glaube, dieses Video und meine Aussagen haben gar nichts mit dem Polizei-Einsatz zu tun.“ Zu den Vorwürfen des Innenministers, Fischer und andere Eintracht-Verantwortliche hätten keine Distanz zu gewaltbereiten Fans, wollte der 62-Jähirge nicht weiter eingehen. „Auf dieses Niveau begebe ich mich nicht. Das ist nicht mehr mein Level. So tief nach unten möchte ich gar nicht mehr“, so Fischer und erklärte, dass er es richtig fand, dass die Fans nach dem Polizeieinsatz in ihrem Block kurzerhand die Choreografie für das Spiel gegen Donezk abgesagt haben: „Ich finde es gut, dass die Anhänger klare Kante gezeigt haben.“

5.500 Karten für Mailand: Unmittelbar nach der Auslosung des Achtelfinals der Europa League, fingen die Fans der Frankfurter Eintracht mit ihren Reiseplanungen an. Tausende von ihnen werden sich auf den Weg nach Mailand machen, um ihre Mannschaft am 14. März (21 Uhr) im Achtelfinalrückspiel gegen Inter Mailand zu unterstützen. Doch nicht alle reisefreudigen Anhänger werden das Spiel im „Stadio San Siro“ live sehen können. Die Eintracht teilte mit, dass sie für ihren Anhang ein Kontingent von 5.500 Tickets erhält. Diese können ab dem 25. Februar um 10 Uhr über den Online-Ticketshop der SGE bestellt werden.

Wiedersehen mit Müller: Für einen Spieler von Hannover 96 ist die Partie gegen die Eintracht am morgigen Sonntag (15.30 Uhr) eine besondere. Nicolai Müller wurde in der Winterpause von den Hessen an 96 ausgliehen. „Ich freue mich darauf, die ganzen Jungs zu sehen. Wenn man auf einen Klub trifft, bei dem man noch angestellt ist, dann ist das natürlich etwas Besonderes. Aber ich bin jetzt in Hannover, das zählt“, erklärte Müller vor dem Spiel. Der 31-Jährige konnte sich in der Hinrunde nicht gegen Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic in der Frankfurter Offensive durchsetzen – kann nun aber seine neuen Kollegen auf die „Büffelherde“ vorbereiten. „Frankfurt besitzt eine brutale Qualität im Angriff, das weiß die ganze Liga. Aber natürlich kann man auch diese Offensive stoppen und dafür sorgen, dass sie nicht so viele Chancen bekommt. Es sollte Ansporn für uns sein, dass wir uns mit einem der besten Sturmtrios messen können. Und da ist dann nicht nur unsere Abwehr gefragt. Zum Verteidigen gehören alle zehn Feldspieler dazu“, so Müller.

Sonderlob für SGE: Der am Freitag erstmals von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgestellte „DFL Sportreport“, in dem aktuelle Daten und Kennzahlen aufbereitet werden, um eine sportliche Einordnung der Bundesliga vornehmen zu können, bekam die Frankfurter Eintracht ein Sonderlob ab. DFL-Direktor Ansgar Schwenken hob lobend hervor, dass die SGE die Europa League „mit dem Engagement und der Leidenschaft annimmt, wie wir uns das wünschen“.

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9 Kommentare

  1. Was stand denn auf den Bannern der entsprechenden Vereine und warum wurde das nicht durch angemessene Polizeieinsätze unterbunden? 😉

  2. @1
    Wahrscheinlich enthielten die Spruchbänder keine beleidigenden und gefahrenfördernde Inhalte wie das „Ficker Beuth fickt zurück“ Banner!
    Ich tippe mal auf sachlichere Botschaften wie „Bumser Beuth bumst zurück“ oder „Nagler Beuth nagelt zurück“.
    Jeder, wirklich jeder bundesweite Ritt auf Kosten des Deppen Beuth ist bei mir herzlichst willkommen. Das hat sich der InnenVogel redlich verdient.

  3. Sorry,aber mal etwas total anderes. Beim aufrufen von den Seiten erscheint jedesmal so ein blödes + Zeichen. Kann mir irgendjemand sagen wie ich es wegkriege. Danke schon mal im voraus.

  4. „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“ -Ja , so muss das sein !
    Das zeigt aber auch, dass Fans von Fußballvereinen auch nur „Menschen“ sind und ein Gespür für Situationen haben, in denen offensichtlich eine politische Handlungsvollmacht rigoros gegen „Andersdenkende“ ausgenutzt wird.
    Ich sehe es aber auch als Gefahr an, wenn eine ganze, große und heterogene Gruppe von Fußballfans bis hin zu einer Vereinsführung in die Nähe von Kriminellen gerückt wird, von einem (ja) demokratisch legitimierten Innenminister. Offensichtlich sind dem Herrn Beuth Typen wie Trump, Urban oder Gleichgesinnten sehr sympatisch, Typen die Ihre persönliche Macht über die Werte eines wahrhaften Rechtsstaates stellen.
    Es ist richtig, dass sich die Eintracht-Führung dagegen wehrt und ich danke den ehrlichen Fußballfans aller Vereine (Herr Beuth hat ja bis in untere Ligen Fans und Vereinsführungen angegriffen) für Ihre Solidarität.
    Das hat alles nichts mit Gewalt oder ähnlichem zu tun, da bin ich dagegen, genau so, wie unser Verein auch !
    Herr Beuth hat schon mal eine krachende Niederlage erlitten mit seinem Aufenthaltsverbot für Eintracht-Fans in Darmstadt und auch diesmal ist er ganz bestimmt kein „Sieger“.
    Nochmals Danke an die Fans der anderen Vereine.
    Forza SGE !

  5. Wenn die UEFA die Europa League weiter zu einem attraktiven Wettbewerb machen will, sollte sie dafür sorgen, dass das auch über die Stimmung in den Stadien transportiert wird. Und dann kann es nicht sein, dass ein San Siro in einem Achtelfinale nur zu 2/3 gefüllt ist. Also sollten mindestens 10% an uns gehen.

  6. Beuth der alte Gladbach udn Wehen Wiesbaden Fan…er mag die Eintracht nicht…

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